Arzt läuft durch Krankenhausflur

28.2.2014 | Von:
Thomas Gerlinger

Didaktische Konzeptionierung

Worum geht es bei der Bürgerversicherung und was ist die "Kopfpauschale"? In diesem Modul sollen die Modellvarianten erläutert und ihre Auswirkungen auf die künftige GKV-Finanzierung dargestellt werden. Ein Überblick über die Inhalte des Moduls und die Lerntour.

Eine Campact-Aktivistin steht im März 2010 mit einem Schild mit der Aufschrift "Kopfpauschale Stoppen!" in Berlin.Eine Campact-Aktivistin steht im März 2010 mit einem Schild mit der Aufschrift "Kopfpauschale Stoppen!" in Berlin. (© picture-alliance/dpa)

Es existiert unter Parteien und Verbänden ein breiter Konsens, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung reformbedürftig ist. Allerdings gehen die Meinungen darüber, worin dieser Reformbedarf besteht und welche Maßnahmen zur Reform wünschenswert oder notwendig sind, weit auseinander.

Zwar sind in den letzten Jahren eine Reihe von Reformen der GKV-Finanzierung vorgenommen worden, allerdings haben sie bisher keinen grundlegenden Wandel herbeigeführt. Im Zentrum steht nach wie vor die bruttolohnbezogene Beitragsfinanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber, allerdings sind in den letzten Jahren einige neue Komponenten hinzugetreten, vor allem ein einkommensabhängiger Sonderbeitrag der Arbeitnehmer in Höhe von 0,9 Prozentpunkten sowie ein einkommensunabhängiger, kassenindividueller Zusatzbeitrag, der ebenfalls allein von den Versicherten zu tragen ist. Diese beiden Komponenten wurden 2014 erneut reformiert, wodurch der Sonderbeitrag ab 2015 entfällt und der pauschale durch einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag ersetzt wird.

Im Zentrum der jüngeren Diskussion stehen die Konzepte "Kopfpauschale" und "Bürgerversicherung". Sie unterscheiden sich erheblich in ihren Vorstellungen zur künftigen GKV-Finanzierung. Diese beiden Konzepte sowie einige Modellvarianten, die ihnen zugrunde liegen, stehen im Zentrum dieses Moduls.

Das Modul geht zunächst in knapper Form auf die diesen Modellen zugrunde liegenden Befunde zum Reformbedarf der GKV-Finanzierung ein. Anschließend erörtert es zunächst das Modell der Kopfpauschale, anschließend das der Bürgerversicherung. Für beide Modelle wird in einem ersten Schritt jeweils das Grundkonzept vorgestellt. Schließlich werden mögliche oder wahrscheinliche Auswirkungen dieser Modelle diskutiert

Lernziele

Ziel dieser Lerntour ist es,
  • die Nutzer mit den Grundkonzepten "Kopfpauschale" und Bürgerversicherung“ vertraut zu machen,
  • ihnen wichtige Modellvarianten dieser Konzepte zu erläutern,
  • mögliche Auswirkungen entsprechender Finanzierungsreformen zu vermitteln,
  • das Für und Wider dieser Konzepte nachvollziehbar zu machen,
  • die Nutzer in die Lage zu versetzen, sich zur Eignung der beiden Modelle ein eigenes Urteil zu bilden.

Zusammenfassung

"Kopfpauschale" und "Bürgerversicherung" sind in vielen Punkten konträre Konzepte für die Reform der GKV-Finanzierung. Beim Konzept der Kopfpauschale steht das Motiv im Mittelpunkt, die Krankenversicherungsbeiträge von den Lohnkosten zu entkoppeln. Das Konzept der Bürgerversicherung will in erster Linie die bestehenden Ungerechtigkeiten bei der Finanzierung der GKV beseitigen. Dies betrifft vor allem die Trennung des Krankenversicherungssystems in gesetzliche und private Krankenversicherung, aber auch die bisher geltende weitgehende Beschränkung der Beitragsbemessung auf die Einkommen aus abhängiger Arbeit. Kopfpauschalenmodelle dürften zur Folge haben, dass die Belastung von Geringverdienern mit Krankenversicherungsbeiträgen im Vergleich zu der von Besserverdienenden steigt. Bei der Bürgerversicherung dürften sich die finanziellen Lasten für Versicherte und Arbeitgeber verringern.

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