Arzt läuft durch Krankenhausflur

1.3.2012 | Von:
Thomas Gerlinger
Michaela Röber

Die Leistungen der Pflegeversicherung

Leistungsinanspruchnahme

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, müssen die Betroffenen oder ihre Angehörigen einen entsprechenden Antrag bei ihrer Pflegekasse stellen. Sind die Pflegebedürftigkeit und damit ein Leistungsanspruch durch den MDK festgestellt, können die Pflegebedürftigen frei zwischen den Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger wählen (§ 2 Abs. 2 SGB XI).


Ende 2010 erhielten knapp 2,3 Millionen Menschen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung (BMG 2011a). Dies bedeutet im Vergleich zu 1996, dem ersten Jahr mit einer ganzjährigen Leistungsgewährung in der ambulanten und stationären Versorgung, einen Anstieg um knapp 48 Prozent. Zwischen 2010 und 2013 stieg die Zahl der Leistungsempfänger um weitere acht Prozent auf fast 2,5 Millionen Menschen.

Im Jahr 2010 waren 34,7 Prozent der Pflegebedürftigen in der sozialen Pflegeversicherung waren Männer und 65,3 Prozent Frauen (BMG 2011b und 2011c). Diese auffällige Differenz ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die höheren Altersgruppen stärker mit Frauen besetzt sind. Dieses Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren nur marginal angenähert. Während 1996 etwa 31,2 Prozent der Pflegebedürftigen Männer waren, so lag dieser Wert im Jahr 2013 zuletzt bei 35,7 Prozent.

Ende 2010 bezogen 1,65 Millionen Personen (70,1 Prozent) entweder Geld- oder Sachleistungen im Rahmen der ambulanten Pflege und 702.000 Personen (29,9 Prozent) eine finanzielle Unterstützung für die Pflege in einem Heim (BMG 2011d). 1,26 Millionen Personen (55,0 Prozent aller Leistungsempfänger) erhielten Leistungen nach Pflegestufe I, gut 750.000 (32,8 Prozent) nach Pflegestufe II und gut 278.000 (12,2 Prozent) nach Pflegestufe III (BMG 2011a). Die genaue Verteilung nach Pflegestufen und Versorgungsformen geht aus Tabelle "Leistungsempfänger in der sozialen Pflegeversicherung" hervor.


Knapp die Hälfte der Leistungsempfänger nahm im Jahr 2006 das Pflegegeld in Anspruch (siehe nebenstehende Tabelle). Berücksichtigt man nur diejenigen Pflegebedürftigen, die im Privathaushalt gepflegt werden können, so entschieden sich sogar knapp drei Viertel für das Pflegegeld, wobei dieser Anteil allerdings deutlich rückläufig ist.

Die im Vergleich zur Inanspruchnahme von Geldleistungen geringere Nachfrage nach professionell erbrachten Dienstleistungen weist auch auf eine noch stark "privat geprägte Pflegekultur" hin (Evers/Rauch 1997; Dammert 2009; Rothgang 2009).


In der privaten Pflegeversicherung waren Ende 2012 mehr als 151.000 Personen als Leistungsempfängerinnen und -empfänger registriert, davon 105.758 in der häuslichen und 45.383 in der stationären Pflege. Die Gesamtzahl der Leistungsempfängerinnen und -empfänger in der sozialen und der privaten Pflegeversicherung belief sich zu Beginn dieses Jahrhunderts somit auf gut 2,3 Millionen Personen. Die Verteilung der Leistungsempfängerinnen und -empfänger in der ambulanten und in der stationären Pflege auf die einzelnen Versorgungsstufen geht aus der nebenstehenden Tabelle hervor.




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