30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Titelkleingrau

28.12.2005 | Von:
Dirk Halm
Martina Sauer

Parallelgesellschaft und ethnische Schichtung

Siedlungsräumliche Segregation

Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) wohnt in überwiegend deutsch geprägten Gegenden. 15 Prozent leben in gleichmäßig gemischten Vierteln und ein Fünftel in überwiegend von Türken bewohnten Stadtteilen. Der Anteil von 21 Prozent, die in überwiegend türkisch geprägten Gegenden leben, deutet aber doch darauf hin, dass sich zumindest in einigen Stadtteilen ethnisch verdichtete Wohnquartiere herausgebildet haben.

Vergleicht man den Befund von 2004 mit den Zahlen der Vorjahre, ist kein eindeutiger Trend erkennbar. Unter dem Vorbehalt, dass das Untersuchungsdesign keinen Schluss auf Kausalitäten zulässt, wird bei der Untersuchung des Zusammenhangs von ethnischer Zusammensetzung der Wohngegend und der Zufriedenheit mit den Wohnverhältnissen und dem sozialen Umfeld sichtbar, dass Befragte, die in deutschen Wohngegenden leben, zufriedener sind als Befragte, die in türkisch geprägten Quartieren leben. Das lässt darauf schließen, dass es sich nicht immer um eine freiwillige Segregation handelt. Die Unzufriedenheit dürfte indessen nicht nur mit der ethnischen Zusammensetzung, sondern auch mit der generellen Situation der jeweiligen Quartiere zusammenhängen, da ethnische Kolonien häufig in Stadtteilen mit niedriger Wohnqualität angesiedelt sind.[14]


Fußnoten

14.
Vgl. Jürgen Friedrichs/Jörg Blasius, Leben in benachteiligten Wohngebieten, Opladen 2000, S. 195.

Dossier

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