Titelkleingrau

9.11.2005 | Von:
Peter Kolbe

Staatlichkeit im Wandel am Beispiel der Kriminalprävention

Schlussbemerkungen

Bereits die eingangs referierten philosophischen Erwägungen von Thomas Hobbes haben die zentrale Rolle, die Sicherheit im Miteinander von Menschen spielt, deutlich gemacht. Dieser Kern hoheitlichen Handelns ist - wie auch andere Politikbereiche - Herausforderungen unterworfen, die veränderte Handlungsformen erfordern. Daher treten zu den klassischen repressiven Methoden ergänzend oder substituierend präventive Maßnahmen hinzu. Community Policing stellt dabei einen neuen Ansatz der Kriminalprävention dar, bei dem staatliche Stellen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren (Verwaltungen, Vereine, Einzelhandel, Bürgerschaft etc.) zusammenarbeiten, um die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl positiv zu beeinflussen. Dieser Ansatz wird verstärkt auf der kommunalen Ebene in Deutschland und im Ausland umgesetzt und führt oftmals zu positiven Wirkungen, was die objektive und subjektive Sicherheitslage angeht. Damit Community Policing wirksam ist, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Insbesondere die Polizei muss eine Reihe von Anpassungen in ihrer Organisationsstruktur und -kultur vornehmen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei werden repressive Elemente weiterhin das polizeiliche Handeln dominieren. Polizeiarbeit wird auch zukünftig in weiten Bereichen dem Bild des Leviathans entsprechen müssen. Im kriminalpräventiven Bereich jedoch wandelt sich die Polizei zum "nützlichen Haustier", das im Vergleich zum Leviathan andere Funktionen mit anderen Mitteln wahrnimmt. Hierin liegen große Chancen für eine nachhaltige Kriminalprävention, die es lohnen, die zu erwartenden Spannungen auszuhalten und zu überwinden.