Das Bild zeigt den metallenen Bundesadler, der im Plenarsaal des Deutschen Bundestags hängt. Zu sehen sind der zur Seite blickende Kopf samt Schnabel sowie die aufgespannten Flügel dams angedeutetem Gefieder des Bundesadlers.

Wählen – wie, wen und warum? Broschüre zur Bundestagswahl 2021

"Wählen - wie, wen und warum?" erklärt den Wahlvorgang und den Weg von Wahlstimme(n) zur Regierungsbildung. In relativ einfacher Sprache, bebildert und Inhalte graphisch aufbereitend soll Selbstwirksamkeit vermittelt und zur Stimmabgabe motiviert werden.


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Warum lohnt es sich zu wählen?

Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. An diesem Tag können Sie die Abgeordneten des Deutschen Bundestages wählen. Diese Abgeordneten entscheiden über viele Dinge, die das Leben direkt beeinflussen. Denn sie stimmen zum Beispiel über diese Fragen ab:

  • Wie hoch ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn?
  • Wie viel Geld gibt es für die Bahn, die Bundespolizei oder besseres Internet?
  • Wann können wir in Rente gehen, und wie hoch wird unsere Rente sein?
  • Was tun wir für den Klimaschutz?
Die Parteien haben sehr unterschiedliche Antworten auf diese Fragen. Je nachdem, wer gewählt wird, kann der Bundestag darüber völlig anders entscheiden. Als wahl­berechtigte Person haben Sie die Möglichkeit, darüber mitzubestimmen. Ob Angela Merkel, Günther Jauch oder Sie, jede Stimme zählt gleich viel. Bei einer knappen Wahl kann jede Stimme entscheidend sein.

Übrigens: Sie können in Zukunft auch selbst Kandidatin oder Kandidat werden, auch für andere Parlamente wie zum Beispiel den Rat Ihrer Stadt oder den Kreistag! Dafür braucht es keine besondere Ausbildung. Jede und jeder mit Wahlrecht hat auch das Recht, sich selbst zur Wahl zu stellen.

Wie kann ich wählen?

Sie können im Wahllokal wählen. Wo genau, steht in der Wahlbenachrichtigung, die etwa drei Wochen vor der Wahl mit der Post kommt. Zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr können Sie dort wählen. Denken Sie daran, dafür Ihren Personalausweis mitzu­bringen! Es wäre gut, auch die Wahlbescheinigung dabei zu haben. Wenn Sie diese aber nicht finden, macht das nichts – Sie können trotzdem wählen!
Wer nicht im Wahllokal wählen möchte, hat eine weitere Möglichkeit: die Briefwahl. Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung können Sie Briefwahl beantragen. Dann bekommen Sie den Wahlzettel nach Hause geschickt. Sie können dann wählen und den Zettel zurückschicken oder ihn am Wahltag bis 16 Uhr im Rathaus abgeben (Achtung: nicht im Wahllokal!).

Wen kann ich wählen ...

So funktioniert die Wahl 1


... mit der Erststimme? Die Erststimme nennt man auch Personenstimme. Mit der Erststimme wählen Sie eine Person für Ihren Wahlkreis. Das ist wichtig, damit aus jeder Region in Deutschland mindestens eine Person im Bundestag ist. Sonst könnte es zum Beispiel passieren, dass nur die großen Städte vertreten sind. Der Kandidat oder die Kandidatin mit den meisten Erststimmen gewinnt den Wahlkreis. Das sind die direkt gewählten Abgeordneten.

Die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten kann man vor der Wahl kennenlernen. Bei Festen und öffentlichen Veranstaltungen in ihrem Wahlkreis sind sie häufig anzutreffen. Viele haben auch in den Straßen ringsum Plakate mit ihrem Bild aufgehängt. Meistens werden die Direktkandidatinnen und -kandidaten auch in der Lokalzeitung vorgestellt. Im Internet kann man auf den Seiten von Lokalradio- und Fernsehsendern herausfinden, wer die Kandidaten sind. Sie können diese Personen kontaktieren und nach ihren politischen Zielen befragen.

... mit der Zweitstimme?
Auch über die Mehrheit im kommenden Bundestag können Sie bei dieser Wahl mitentscheiden: mit Ihrer Zweitstimme. Mit der Zweitstimme wählen Sie nicht einzelne Personen, sondern Parteien. In diesen Parteien haben sich Menschen mit ähnlichen politischen Zielen zusammengeschlossen.
Die Zweitstimme entscheidet darüber, wie viele Abgeordnete eine Partei in den Bundestag schicken kann. Wenn eine Partei zum Beispiel 20 Prozent der Zweitstimmen bei der Bundestagswahl bekommt, stellt sie danach auch 20 Prozent der Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Deshalb wird die Zweitstimme auch Parteistimme genannt.
Stimme



Wähle ich Kanzler oder Kanzlerin?

Regierungsbildung
Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Jein. Letztlich entscheidet die Mehrheit der Abgeordneten darüber, wer Kanzlerin oder Kanzler wird. Sie aber können diese Abgeordneten wählen.

Wahrscheinlich müssen nach der Wahl mehrere Parteien zusammenarbeiten, um eine Mehrheit der Abgeordneten zu erreichen. Sie bilden dann eine Koalition. Innerhalb einer Koalition ist es üblich, dass die stärkste Partei den Kanzler oder die Kanzlerin stellt. Die Spitzenkandidaten der anderen Koalitionspartner werden zum Beispiel Ministerin oder Fraktionsvorsitzender.

Die nicht an der Regierung beteiligten Parteien sind in der Opposition. Auch sie hat in der Demokratie wichtige Aufgaben. Die Opposition kritisiert und kontrolliert die Regierung. Zudem bekommt die Regierung ihre Macht immer nur für begrenzte Zeit: Schon bei der nächsten Wahl haben bisherige Oppositionsparteien die Chance, selbst eine Mehrheit zu erreichen und die bisherige Regierung abzulösen.
Koalitionen

Wer vertritt meine Interessen?

Welche Fragen sind Ihnen besonders wichtig? Dazu können Sie sich zum Beispiel die Fragen im vorherigen Schaubild ansehen.

Welche Positionen und Forderungen vertreten die Parteien, die zur Wahl stehen? Sie können sich Reden der Kandidaten anhören, etwa eine Wahlveranstaltung besuchen (oder sich online dazuschalten). Kandidatinnen treten vor der Wahl häufig im Fernsehen auf, und es wird auch im Internet viel über sie berichtet. Wenn Sie etwas ganz genau wissen wollen, können Sie auch im Wahlprogramm nachschauen, das jede Partei vor der Wahl aufstellt. Sie finden es zum Beispiel auf der Website der jeweiligen Partei. Kann eine Partei verständlich erklären, wie sie ihre Ziele erreichen will? Oft stellt sich zum Beispiel die Frage: Woher soll das Geld für Pläne und Versprechen kommen?

Wem kann ich glauben?

Bei der Bundestagswahl geht es darum, wie die Zukunft Deutschlands aussieht. Die neu gewählte Bundesregierung spielt eine wichtige Rolle in Europa, Deutschland ist zudem eine große und wichtige Volkswirtschaft. Es ist also eine Wahl, die viele Interessen betrifft. Daher ist es wahrscheinlich, dass Menschen im In- und Ausland versuchen werden, das Ergebnis der Wahl zu beeinflussen. Wichtig ist, dass alle sich fair verhalten. Wer täuscht oder manipuliert begeht ein grobes Foulspiel. Unwahrheiten und Manipulationen sind nicht immer leicht zu erkennen.

Hier ein paar Tipps, wie Sie herausfinden können, ob eine Behauptung stimmen kann:
  • Werden überprüfbare Daten und Quellen genannt? Bestätigt die genannte Quelle die aufgestellte Behauptung überhaupt?
  • Wird die Nachricht von mehreren Seiten verbreitet oder nur von einer einzigen?
  • Offiziell klingende Internet-Adressen können täuschen. Wer hat die Seite angemeldet? Gibt es ein Impressum? Wird dort eine bekannte Institution als Herausgeber genannt? Sind dies zum Beispiel Leute, die Nachrichten gut prüfen?
  • Bei einem Bild: Ist erkennbar wo, wann und vom wem es aufgenommen wurde? Belegt die tatsächliche Entstehungssituation die dazu gemachte politische Aussage?
  • Welche Personen verbreiten eine bestimmte Nachricht? Sind sie bereits früher mit radikalen Behauptungen aufgefallen?
  • Wenn viele Menschen von einem angeblichen großen Plan wissen müssten, aber nie jemandem davon erzählen: Ist das realistisch?
  • Wenn jemand keine überprüfbaren Daten für eine Behauptung anbieten kann, stellt sich eine einfache Frage: Gibt es sie überhaupt?



Impressum

Wählen – wie, wen und warum? Broschüre zur Bundestagswahl 2021

Wählen - wie, wen und warum?Wählen - wie, wen und warum? (© bpb)


Herausgeberin:
Bundeszentrale für politische Bildung / bpb Adenauerallee 86 53113 Bonn

Redaktion:
Arno Barth (verantwortlich), Arne Busse, Marie-Theres Gröne, Cornelius Knab, Hans-Georg Lambertz

Lektorat:
Rita Vock

Illustration und Layout:
KonzeptQuartier® GmbH, Art Direktion: Linda Spokojny, Hirschenstraße 16, 90762 Fürth

Bildnachweise:
Titelbild: picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild | Robert Michael; Seite 2: picture-alliance / Ulrich Baumgarten; Seite 7: picture alliance / Sven Simon | Malte Ossowski / SVEN SIMON, picture alliance / dpa | Kay Nietfeld, picture alliance / Geisler-Fotopress | Nicole Kubelka / Geisler-Fotopress, picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild | Soeren Stache, picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern / Geisler-Fotopress, picture alliance / dpa | Bernd von Jutrczenka

Druck:
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