WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:05.400
Holger Klein: Willkommen zu „Aus Politik und Zeitgeschichte“, einem Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung

00:00:05.400 --> 00:00:11.400
Ich bin Holger Klein und wir sprechen heute über das Ende der Sowjetunion und Umbrüche in Osteuropa

00:00:11.400 --> 00:00:14.500
Wenn Sie sich nach dem Hören tiefer mit dem Thema befassen wollen,

00:00:14.500 --> 00:00:23.500
finden Sie die APuZ-Ausgaben zum Thema „Sowjetunion“ oder „Umbrüche in Europa nach 1989/91“ auf bpb.de/apuz

00:00:23.500 --> 00:00:25.600
Musik

00:00:25.600 --> 00:00:33.000
Holger Klein: Am 24. Februar 2022 haben die russischen Streitkräfte auf Befehl des Präsidenten der Russländischen Föderation,

00:00:33.000 --> 00:00:36.000
Wladimir Putin, die Ukraine angegriffen

00:00:36.000 --> 00:00:39.600
Wie es dazu kam und wie die russische Seite den Angriff zu rechtfertigen versucht,

00:00:39.600 --> 00:00:42.600
hat in den letzten Wochen alle bewegt

00:00:42.600 --> 00:00:47.000
Wir schauen heute in die Vergangenheit zurück, und zwar auf das Ende der Sowjetunion vor 30 Jahren

00:00:47.000 --> 00:00:51.200
Dieser historische Moment hat die Weltordnung grundlegend verändert

00:00:51.200 --> 00:00:54.500
Und er liefert Anhaltspunkte, um das russische Selbstverständnis

00:00:54.500 --> 00:01:00.200
und auch das heutige Verhältnis Moskaus zu anderen ehemaligen Sowjetrepubliken besser einordnen zu können

00:01:00.200 --> 00:01:03.600
Zusammen mit der Expertin für Internationale Geschichte, Kristina Spohr,

00:01:03.600 --> 00:01:08.500
schauen wir darum in dieser Folge zurück auf die Ereignisse um

00:01:08.500 --> 00:01:12.200
Kristina Spohr: Also man schaut in die Zukunft, man hofft etwas gestalten zu können

00:01:12.200 --> 00:01:14.400
Man wollte eine bessere Welt bauen

00:01:14.400 --> 00:01:17.200
Und es war wirklich ernst gemeint von beiden Seiten

00:01:17.200 --> 00:01:21.400
und es hat sich sozusagen über eine Dekade verlaufen

00:01:21.400 --> 00:01:24.400
Holger Klein: Und die Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse hat mir erklärt,

00:01:24.400 --> 00:01:28.200
wie deutlich wir die Folgen vom Zerfall der Sowjetunion bis heute sehen

00:01:28.200 --> 00:01:30.000
Gwendolyn Sasse: Wenn wir's über einen längeren Zeitraum betrachten,

00:01:30.000 --> 00:01:33.200
dann sehen wir um den Moment des Zerfalls herum Konflikte,

00:01:33.200 --> 00:01:37.900
die zu hohen Todeszahlen, zu hunderttausenden von Geflüchteten führen

00:01:37.900 --> 00:01:43.200
Konflikte brachen in der späten Sowjetzeit oder in der frühen postsowjetischen Zeit aus

00:01:43.200 --> 00:01:45.700
und sind nie wirklich beigelegt worden

00:01:45.700 --> 00:02:00.000
Musik

00:02:00.000 --> 00:02:03.000
Holger Klein: Ende 1991 hat sich die Sowjetunion aufgelöst

00:02:03.000 --> 00:02:07.000
Wie der Zerfall genau abgelaufen ist, und welche Faktoren dabei eine Rolle spielten,

00:02:07.000 --> 00:02:12.000
das rufen wir uns jetzt erst mal mit einem kurzen Überblick zurück ins Gedächtnis

00:02:12.000 --> 00:02:15.500
Katrin Rönicke: Vor mehr als 30 Jahren, hörte die Sowjetunion auf zu existieren

00:02:15.500 --> 00:02:22.000
Schon seit dem Sommer '91 waren die Baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen, wieder unabhängig

00:02:22.000 --> 00:02:29.300
Im Dezember '91 beschlossen dann die russische, die ukrainische und die belarussische Sowjetrepublik in einem Abkommen,

00:02:29.300 --> 00:02:31.900
die Sowjetunion aufzulösen

00:02:31.900 --> 00:02:36.100
Die übrigen Sowjetrepubliken schlossen sich dieser Entscheidung mehrheitlich an

00:02:36.100 --> 00:02:46.400
Daraufhin trat Michail Gorbatschow, der damalige Präsident der Sowjetunion, am 25. Dezember 1991 zurück

00:02:46.400 --> 00:02:50.300
Wie es in so kurzer Zeit zur Auflösung der Sowjetunion kommen konnte,

00:02:50.300 --> 00:02:52.800
darüber ist viel diskutiert worden

00:02:52.800 --> 00:02:57.500
Wichtig ist dabei: Dem formellen Ende ging ein längerer Auflösungsprozess voraus

00:02:57.500 --> 00:03:02.600
Mehrere Faktoren setzten das System unter Druck

00:03:02.600 --> 00:03:07.800
Der erste wichtige Faktor war die Wirtschaft, die schon seit den 70er Jahren stagnierte

00:03:07.800 --> 00:03:11.800
Die Planwirtschaft war auf die Grundversorgung der Bevölkerung ausgerichtet,

00:03:11.800 --> 00:03:15.300
aber nicht darauf, Konsumgüter zu produzieren

00:03:15.300 --> 00:03:18.800
Technologisch war die Sowjetunion im Vergleich zum Westen zurückgefallen

00:03:18.800 --> 00:03:25.400
Mit der Ölkrise entfielen 1973 dann auch die Devisen, die für Auslandsimporte wichtig waren

00:03:25.400 --> 00:03:30.300
Und dazu kam noch der teure Krieg in Afghanistan seit

00:03:30.300 --> 00:03:36.300
Parallel dazu hatte das Vertrauen in das System und die Ideologie bei der Bevölkerung nachgelassen

00:03:36.300 --> 00:03:39.800
Das lag zum Beispiel daran, dass Korruption weit verbreitet war,

00:03:39.800 --> 00:03:45.500
oder auch dass der Kreml versucht hatte, die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl zu vertuschen

00:03:45.500 --> 00:03:50.000
Dieser Vertrauensverlust hatte Proteste ausgelöst, zum Beispiel im Baltikum

00:03:50.000 --> 00:03:55.100
In der Folge forderten Estland, Lettland und Litauen ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion

00:03:55.100 --> 00:03:59.300
Ein wichtiges Stichwort war dabei: Souveränität

00:03:59.300 --> 00:04:03.000
Denn die Sowjetrepubliken waren laut sowjetischer Verfassung souverän,

00:04:03.000 --> 00:04:06.800
sie hatten also das Recht aus der Union auszutreten

00:04:06.800 --> 00:04:10.000
- nur war das genaue Prozedere nicht klar definiert

00:04:10.000 --> 00:04:16.800
Die baltischen Staaten hielten bis zum Sommer 1991 Referenden zu ihrer Unabhängigkeit ab,

00:04:16.800 --> 00:04:20.100
die dann von der Sowjetunion anerkannt wurden

00:04:20.100 --> 00:04:24.600
Dass diese Austritte möglich waren, lag unter anderem an Michail Gorbatschow

00:04:24.600 --> 00:04:28.100
Er hatte Reformen und eine Öffnung Richtung Westen angestoßen,

00:04:28.100 --> 00:04:32.100
die eigentlich innerhalb des sowjetischen Systems funktionieren sollten

00:04:32.100 --> 00:04:36.100
Aber die Reformen entwickelten im gesamten Ostblock eine Eigendynamik,

00:04:36.100 --> 00:04:38.100
die er nicht stoppen konnte

00:04:38.100 --> 00:04:43.800
Im August 1991 versuchten politische Hardliner dann, Gorbatschow zu stürzen

00:04:43.800 --> 00:04:48.100
Dieser Versuch scheiterte zwar, aber Gorbatschows Position war geschwächt

00:04:48.100 --> 00:04:51.600
Er wollte eine Sowjetunion souveräner Staaten zusammenhalten,

00:04:51.600 --> 00:04:54.000
doch der Widerstand war groß

00:04:54.000 --> 00:04:57.100
Und dieser Widerstand kam nun nicht nur aus der Peripherie,

00:04:57.100 --> 00:04:59.600
sondern auch aus dem Machtzentrum

00:04:59.600 --> 00:05:07.000
Der damalige russische Präsident, Boris Jelzin, drängte aus Moskau darauf, die Sowjetunion aufzulösen

00:05:07.000 --> 00:05:13.300
Auch Russland sollte unabhängig werden – was dann im Dezember 1991 auch passierte

00:05:13.300 --> 00:05:18.000
Vor dem Kreml wehte jetzt also die russische Flagge statt der sowjetischen

00:05:18.000 --> 00:05:22.300
Die russländische Föderation – so ihr offizieller Name –

00:05:22.300 --> 00:05:26.100
hat danach die internationale Rechtsnachfolge der Sowjetunion angetreten

00:05:26.100 --> 00:05:30.800
und auch den permanenten Sitz im UNO-Sicherheitsrat übernommen

00:05:30.800 --> 00:05:37.300
Musik

00:05:37.300 --> 00:05:41.000
Holger Klein: Der Umbruch im Jahr 1991 hatte sich also schon länger angekündigt

00:05:41.000 --> 00:05:43.800
und wurde von verschiedenen Prozessen begleitet

00:05:43.800 --> 00:05:46.800
Wie die Stimmung damals war und was davon heute geblieben ist,

00:05:46.800 --> 00:05:49.300
darüber haben wir mit Kristina Spohr gesprochen

00:05:49.300 --> 00:05:54.300
Sie lehrt Internationale Geschichte an der London School of Economics and Political Science

00:05:54.300 --> 00:05:57.600
Kristina Spohr erklärt, wie sich die Veränderungen und die Öffnung zum Westen hin

00:05:57.600 --> 00:06:01.300
in der Sowjetunion auf die Stimmung in der Bevölkerung damals auswirkten

00:06:01.300 --> 00:06:07.100
Kristina Spohr: Hyperinflation, eine Wirtschaft, auch mit Perestroika oder grade vielleicht durch Perestroika,

00:06:07.100 --> 00:06:11.100
immer mehr in einem Chaos und in einem Niedergang

00:06:11.100 --> 00:06:14.000
Und das heißt, was jetzt die Bevölkerung an sich betrifft,

00:06:14.000 --> 00:06:18.500
natürlich ein Interesse an Reformen und auch an politischer Liberalisierung,

00:06:18.500 --> 00:06:22.100
aber doch auch große Bedenken gegenüber der ökonomischen Liberalisierung,

00:06:22.100 --> 00:06:26.300
denn damit gehen eben viele, soziale Probleme mit einher

00:06:26.300 --> 00:06:29.600
Also viel Hoffnung für die Zukunft,

00:06:29.600 --> 00:06:37.300
aber gleichzeitig durch die Einführung dieser Schock-Therapie bei der Wirtschaft natürlich ökonomisches Chaos

00:06:37.300 --> 00:06:38.800
Holger Klein: Hoffnung gab es auch auf politischer Seite

00:06:38.800 --> 00:06:42.100
Diese Hoffnung richtete sich vor allem auf internationale Kooperationen

00:06:42.100 --> 00:06:44.600
und das war schon vor dem Rücktritt von Gorbatschow so

00:06:44.600 --> 00:06:49.300
Kristina Spohr: Dieses friedliche, dieses friedliche Sich-Verändern in dieser Scharnierzeit insgesamt,

00:06:49.300 --> 00:06:55.300
also von 88 bis 92 insgesamt, war zunächst mal Win-Win für alle

00:06:55.300 --> 00:07:00.300
Und man hat ja auch, gerade wenn man sich die westlichen Staatslenker ansieht, gesehen,

00:07:00.300 --> 00:07:05.800
wie sehr sie einerseits an Gorbatschow hingen, jemandem, dem sie vertrauten,

00:07:05.800 --> 00:07:08.800
auf den sie viel Hoffnung setzten, weil man gut kooperieren konnte,

00:07:08.800 --> 00:07:11.100
gerade in Bezug auf den ersten Golfkrieg

00:07:11.100 --> 00:07:15.300
Also Russland oder die Sowjetunion ist irgendwo dieser Junior-Partner

00:07:15.300 --> 00:07:17.800
und die NATO streckt aus die Hand der Freundschaft,

00:07:17.800 --> 00:07:22.000
dass man sich im nordatlantischen Kooperationsrat zum Beispiel zusammensetzt,

00:07:22.000 --> 00:07:27.100
um über die Zukunft Europas nachzudenken, um neue Sicherheitsstrukturen zu schaffen

00:07:27.100 --> 00:07:30.300
Das erste Treffen im Dezember findet grade an dem Tag statt,

00:07:30.300 --> 00:07:31.600
wo die Sowjetunion sich auflöst

00:07:31.600 --> 00:07:36.600
Das heißt, auf einmal schaut auch die NATO dann auf 15 Nachfolgestaaten,

00:07:36.600 --> 00:07:41.600
mit denen man an einem Tisch sitzt und sich überlegt, wie das aussehen könnte

00:07:41.600 --> 00:07:45.600
Also man schaut in die Zukunft, man hofft etwas gestalten zu können

00:07:45.600 --> 00:07:51.600
Einerseits vor dem Hintergrund, dass wenn es ökonomische und politische Liberalisierung zusammen gibt,

00:07:51.600 --> 00:07:55.500
dass es dann eine friedfertige Community von Staaten gibt,

00:07:55.500 --> 00:08:00.100
Und die EG war quasi sozusagen das Beispiel, und dass das auch Prosperität bringt

00:08:00.100 --> 00:08:06.300
Und das war so der Gedankengang, sowohl in West als auch Osteuropa als auch in Russland selbst

00:08:06.300 --> 00:08:08.300
Man wollte eine bessere Welt bauen

00:08:08.300 --> 00:08:15.300
Und es war wirklich ernst gemeint von beiden Seiten und es hat sich sozusagen über eine Dekade verlaufen

00:08:15.300 --> 00:08:22.300
Und ich denke, die Aggression Russlands gegen die Ukraine ist eben nicht nur ein In-Frage-Stellen der europäischen Sicherheitsordnung,

00:08:22.300 --> 00:08:27.100
die sich aus 1991 heraus entwickelt und kristallisiert hat

00:08:27.100 --> 00:08:30.300
im Nachgang dazu in den 90ern und 2000ern,

00:08:30.300 --> 00:08:33.500
sondern ist auch eine Infragestellung der Weltordnung,

00:08:33.500 --> 00:08:39.700
die sich entwickelt hatte aus diesem kooperativen Geist in dieser Zeit der Scharnierjahre

00:08:39.700 --> 00:08:42.200
Holger Klein: Von diesem kooperativen Geist ist im Moment nicht viel übrig

00:08:42.200 --> 00:08:47.100
Putin begründet den russischen Angriff auf die Ukraine unter anderem auch mit diesem Argument

00:08:47.100 --> 00:08:50.800
Die NATO habe Russland in den 90ern versprochen, sich nicht nach Osten auszudehnen

00:08:50.800 --> 00:08:53.300
und dieses Versprechen sei dann gebrochen worden

00:08:53.300 --> 00:08:55.500
Kristina Spohr widerspricht

00:08:55.500 --> 00:08:58.200
Kristina Spohr: Also was die NATO betrifft, da bin ich recht kategorisch

00:08:58.200 --> 00:09:02.200
Ich kenne die Dokumente sowohl im Osten als im Westen in- und auswendig

00:09:02.200 --> 00:09:07.700
Und es gibt keine formellen Versprechen, auch nicht im Zuge der deutschen Einheitsgespräche

00:09:07.700 --> 00:09:11.000
und Verhandlungen, die irgendwo festgeschrieben hätten,

00:09:11.000 --> 00:09:14.600
dass sich die NATO niemals nach Osten weiter ausdehnen darf

00:09:14.600 --> 00:09:17.100
Mit Osten meine ich jetzt Osteuropa

00:09:17.100 --> 00:09:22.100
Ja, es gab eine Aussage zum Beispiel von James Baker, dem amerikanischen Außenminister,

00:09:22.100 --> 00:09:28.600
zu der „nicht einen Zoll weiteren Ost-Ausdehnung der NATO-Infrastruktur“ im Februar 1990,

00:09:28.600 --> 00:09:30.800
Das sind frühe Sondierungsgespräche

00:09:30.800 --> 00:09:33.700
Am Schluss ist das wichtig, was in Verträgen herauskommt

00:09:33.700 --> 00:09:37.600
Daran hält man fest und daran halten die Deutschen auch ganz fest

00:09:37.600 --> 00:09:41.300
Deswegen war das sehr schockierend, dass wenn das immer wieder aufgewärmt wird,

00:09:41.300 --> 00:09:47.000
dieses Narrativ der russischen Demütigung und des Verrats an

00:09:47.000 --> 00:09:50.800
Holger Klein: Dieses Narrativ von Demütigung und Verrat, das Kristina Spohr anspricht,

00:09:50.800 --> 00:09:55.700
hat entscheidenden Einfluss auf Putins heutige Argumentation für den Angriff auf die Ukraine

00:09:55.700 --> 00:09:59.200
Obwohl es um 1991 zunächst so viel Hoffnung gab,

00:09:59.200 --> 00:10:04.300
hat sich das Narrativ der Demütigung in Russland in der Zeit danach immer weiter verhärtet

00:10:04.300 --> 00:10:08.500
Kristina Spohr: Das Ost-West-Verhältnis hat sich verschlechtert und kulminiert dann irgendwann damit,

00:10:08.500 --> 00:10:15.600
dadurch, dass auch grade diese russische Präsidentschaft schon nach '93 so stark erstarkt

00:10:15.600 --> 00:10:18.800
Das, was also Jelzin sozusagen konstitutionell schafft,

00:10:18.800 --> 00:10:23.600
aber gleichzeitig es auch nicht schafft, Recht und Ordnung in Russland einhalten zu lassen,

00:10:23.600 --> 00:10:25.800
sondern die Oligarchen sozusagen aufleben können

00:10:25.800 --> 00:10:29.200
Das ermöglicht ja praktisch dann das Phänomen Putin später

00:10:29.200 --> 00:10:32.100
und den Revisionismus vor dem Hintergrund

00:10:32.100 --> 00:10:35.000
Russland fühlt sich gedemütigt, Russland hat hier irgendwas verloren

00:10:35.000 --> 00:10:38.100
und wenn ich daran glaube, dass Russland den Anspruch hat,

00:10:38.100 --> 00:10:43.700
eine Großmacht, eine Weltmacht zu sein, dann muss das irgendwie wieder hergestellt werden

00:10:43.700 --> 00:10:49.300
Musik

00:10:49.300 --> 00:10:52.600
Holger Klein: Die Hoffnung der Übergangsjahre löste sich also recht schnell auf

00:10:52.600 --> 00:10:56.000
Und auch wenn der Zerfall der Sowjetunion erst mal friedlich ablief

00:10:56.000 --> 00:11:01.700
Seitdem hat es auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion immer wieder gewaltsame Konflikte gegeben

00:11:01.700 --> 00:11:08.100
Aus Nationalbewegungen haben sich teils sogenannte De-facto Staaten gegründet, zum Beispiel in Georgien

00:11:08.100 --> 00:11:10.800
Hier haben sich die Regionen Südossetien und Abchasien abgespalten,

00:11:10.800 --> 00:11:14.800
was 2008 zum Kaukasuskrieg zwischen Russland und Georgien führte

00:11:14.800 --> 00:11:17.800
Russland hat auch hier die Unabhängigkeit der beiden Gebiete anerkannt

00:11:17.800 --> 00:11:23.800
– ähnlich wie 2022 bei den sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ukraine

00:11:23.800 --> 00:11:27.600
Zu diesen Entwicklungen forscht die Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse

00:11:27.600 --> 00:11:32.700
Sie ist wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien

00:11:32.700 --> 00:11:36.600
und Einstein-Professorin für Vergleichende Demokratie- und Autoritarismusforschung

00:11:36.600 --> 00:11:39.200
an der Humboldt-Universität zu Berlin

00:11:39.200 --> 00:11:44.800
Ich habe mich mit ihr zum Gespräch getroffen und über die langfristigen Folgen des Endes der Sowjetunion gesprochen

00:11:44.800 --> 00:11:45.700
Hallo Frau Sasse

00:11:45.700 --> 00:11:46.200
Gwendolyn Sasse: Hallo

00:11:46.200 --> 00:11:50.200
Holger Klein: In der APuZ haben Sie geschrieben, das Ende des sozialistischen Systems

00:11:50.200 --> 00:11:53.500
und der Sowjetunion begann lange vor 89 bis

00:11:53.500 --> 00:11:56.700
und das imperiale Erbe wirkt bis heute nach

00:11:56.700 --> 00:12:00.200
Wann und wie hat das Ende denn angefangen?

00:12:00.200 --> 00:12:05.700
Gwendolyn Sasse: Also im Rückblick sieht es so aus, dass das Ende schon am Anfang mit vorprogrammiert war

00:12:05.700 --> 00:12:10.800
Denn es hat sich eine gewisse Logik auch die wirtschaftliche Logik des Systems

00:12:10.800 --> 00:12:14.800
einfach über einen längeren Zeitraum entfaltet und ich würde sagen,

00:12:14.800 --> 00:12:18.700
dass insbesondere wirtschaftliche interne Dynamiken in der Sowjetunion

00:12:18.700 --> 00:12:21.800
der Hauptgrund für den Zerfall der Sowjetunion waren

00:12:21.800 --> 00:12:23.700
Und im Rückblick finde ich es einfach interessant zu überlegen,

00:12:23.700 --> 00:12:31.300
dass der Moment, der wirkliche Moment des Zerfalls Ende 1991 vielleicht etwas sogar klanglos verlaufen ist,

00:12:31.300 --> 00:12:35.500
aber das, was vorher passiert ist, auch ein Versuch von Reformen, unter Gorbatschow,

00:12:35.500 --> 00:12:39.200
die im Endeffekt das System aber noch mehr haben aufbrechen lassen

00:12:39.200 --> 00:12:42.200
und dann sehen wir bis heute und jetzt in diesen Tagen ganz besonders

00:12:42.200 --> 00:12:44.300
auch Nachwirkungen aus dieser Zeit

00:12:44.300 --> 00:12:49.300
Das heißt, der eigentliche Moment ordnet sich fast etwas klanglos in das größere Bild ein

00:12:49.300 --> 00:12:53.800
Holger Klein: So, was hat das jetzt mit dem imperialen Erbe der Sowjetunion zu tun?

00:12:53.800 --> 00:12:58.700
Gwendolyn Sasse: Ja, beim imperialen Erbe der Sowjetunion gucken wir vor allem auf die Rolle Russlands

00:12:58.700 --> 00:13:04.600
Wir dürfen, das möchte ich auch auf jeden Fall betonen, die Sowjetunion nicht mit Russland gleichsetzen

00:13:04.600 --> 00:13:07.500
Es wird häufig im öffentlichen Diskurs so getan

00:13:07.500 --> 00:13:11.100
Das haben wir auch noch kurz vor dem Krieg gegen die Ukraine gesehen,

00:13:11.100 --> 00:13:15.000
dass auch in unserer deutschen Erinnerung an die sowjetische Geschichte,

00:13:15.000 --> 00:13:21.100
an die Geschichte des Kalten Krieges, diese Gleichsetzung von Sowjetunion und Russland in unseren Köpfen häufig passiert

00:13:21.100 --> 00:13:25.200
Das imperiale Denken ist in der russischen Geschichte verortet

00:13:25.200 --> 00:13:29.800
Wie wir gesehen haben in der großen Ansprache von Putin kurz vor Kriegsbeginn

00:13:29.800 --> 00:13:38.300
hat er seine Sicht auf die Welt dargelegt und hat eine direkte Linie gezogen vom Zarenreich über die Sowjetunion bis heute

00:13:38.300 --> 00:13:43.600
und das, dieses imperiale Denken, das soll man auch nicht gleichsetzen,

00:13:43.600 --> 00:13:48.300
das heutige Russland ist nicht das Zarenreich und es ist auch nicht die Sowjetunion,

00:13:48.300 --> 00:13:53.200
aber als früherer Kern dieser Reiche, insbesondere auch jetzt der Sowjetunion,

00:13:53.200 --> 00:13:55.200
die ich auch als ein Imperium bezeichnen würde,

00:13:55.200 --> 00:13:59.200
haben es russische Eliten und auch die russische Bevölkerung schwer gehabt,

00:13:59.200 --> 00:14:05.500
sich von diesen Denkmustern zu lösen und ein anderes Modell für den russischen Staat,

00:14:05.500 --> 00:14:09.000
für die russische Nation sich vorstellen zu können und umsetzen zu können

00:14:09.000 --> 00:14:11.800
Russland ist schon lange ein autoritärer Staat

00:14:11.800 --> 00:14:17.200
und nach innen wirken eine völlig kontrollierte Medienmaschinerie

00:14:17.200 --> 00:14:21.100
Die Staatsmedien sind  vollends kontrolliert durch den Kreml

00:14:21.100 --> 00:14:25.100
und es gibt ein sehr repressives System gegen die Zivilgesellschaft

00:14:25.100 --> 00:14:29.200
und jede Äußerung gegen die politische Rhetorik des Kreml

00:14:29.200 --> 00:14:34.300
und das hat sich noch mal verstärkt und das wird sich auch im Nachgang dieses Krieges noch weiter verstärken

00:14:34.300 --> 00:14:37.200
So kann sich das System nur halten

00:14:37.200 --> 00:14:43.300
Das heißt, es bleibt wenig Platz auch im öffentlichen Informationsraum für alternative Botschaften

00:14:43.300 --> 00:14:46.600
und Mobilisierung aus Teilen der Gesellschaft

00:14:46.600 --> 00:14:49.500
Es gibt einen, das muss man einfach wahrnehmen, ein Gefühl,

00:14:49.500 --> 00:14:53.000
dass Russland und das ist in der Gesellschaft verankert,

00:14:53.000 --> 00:14:54.600
dass das Ende der Sowjetunion nur noch eine Demütigung war

00:14:54.600 --> 00:14:59.100
und dass Russland danach schwach, auch international schwach dastand

00:14:59.100 --> 00:15:03.800
Man ist durch eine sehr schwierige und auch sehr unvollständige wirtschaftliche Transformation gegangen

00:15:03.800 --> 00:15:05.700
Es gab hohe soziale Kosten

00:15:05.700 --> 00:15:10.700
Das heißt mit der Krim-Annektion 2014 hat es Wladimir Putin geschafft,

00:15:10.700 --> 00:15:13.000
ein Gefühl von Stolz wiederzubeleben

00:15:13.000 --> 00:15:15.200
Holger Klein: Gucken wir noch mal auf den Zerfall der Sowjetunion

00:15:15.200 --> 00:15:19.600
Im Gegensatz zum Ende Jugoslawiens zum Beispiel ist uns dieser Zerfall ja sehr friedlich in Erinnerung geblieben

00:15:19.600 --> 00:15:23.700
Sie sagen, ja fast sang- und klanglos ist diese Sowjetunion untergegangen

00:15:23.700 --> 00:15:29.000
Sie schreiben aber gleichzeitig auch, dass diese Vorstellung dieses friedlichen Zusammenbruchs zu kurz greift

00:15:29.000 --> 00:15:31.600
Wie sollten wir uns das denn besser vorstellen?

00:15:31.600 --> 00:15:36.700
Gwendolyn Sasse: Ja, als ich eben gesagt habe, dass es eigentlich sang- und klanglos Ende 1991 vonstatten ging,

00:15:36.700 --> 00:15:39.700
da meinte ich den Moment als Gorbatschow sozusagen abdankte

00:15:39.700 --> 00:15:43.300
und die Flagge über dem Kreml ausgetauscht wurde

00:15:43.300 --> 00:15:46.600
Der Moment war eher klanglos, wenn man vorher überlegt, was,

00:15:46.600 --> 00:15:51.500
auch mit welcher Dramatik sich die letzten Monate in der Existenz der Sowjetonion gestaltet hatten,

00:15:51.500 --> 00:15:56.300
insbesondere vom August-Putsch 1991 und was dann darauf folgte

00:15:56.300 --> 00:16:01.500
Aber es ist wichtig zu verstehen, dass das Ende der Sowjetunion auf keinen Fall friedlich verlaufen ist

00:16:01.500 --> 00:16:03.500
Wenn wir es über einen längeren Zeitraum betrachten,

00:16:03.500 --> 00:16:08.100
dann sehen wir sowohl um den Moment des Zerfalls herum Konflikte,

00:16:08.100 --> 00:16:12.700
die zu hohen Todeszahlen, zu hunderttausenden von Geflüchteten führen,

00:16:12.700 --> 00:16:18.700
insbesondere in den Gebieten, die wir fälschlicherweise häufig als die eingefrorenen Konflikte bezeichnen,

00:16:18.700 --> 00:16:26.300
also nach Abchasien, Süd-Ossetien, in Georgien, in Transnistrien, in Moldau und Nagorny-Karabach,

00:16:26.300 --> 00:16:28.000
wenn es um Armenien und Aserbaidschan geht

00:16:28.000 --> 00:16:33.600
Und diese Konflikte brachen in der späten Sowjetzeit oder in der frühen postsowjetischen Zeit aus

00:16:33.600 --> 00:16:36.200
und sind nie wirklich beigelegt worden

00:16:36.200 --> 00:16:41.800
Und sind dann auch in einigen Fällen bereits durch einen zweiten Konfliktzyklus jetzt gegangen

00:16:41.800 --> 00:16:47.100
Also es kam zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen, sowohl in Georgien als auch in Nagorny-Karabach

00:16:47.100 --> 00:16:51.200
Holger Klein: Wie würden Sie die eingefrorenen Konflikte denn lieber bezeichnen?

00:16:51.200 --> 00:16:53.200
Gwendolyn Sasse: Also ich bezeichne sie als Konflikte und als Kriege,

00:16:53.200 --> 00:16:55.700
aber ich würde nicht sagen, sie sind eingefroren

00:16:55.700 --> 00:17:00.700
Dieser Begriff der signalisiert eine Art Stabilisierung und wir sehen eben genau daraus,

00:17:00.700 --> 00:17:05.700
dass die Konflikte oder Kriege neu ausbrechen, dass Konflikte nicht stillstehen

00:17:05.700 --> 00:17:11.500
Sie haben eine eigene Dynamik, selbst wenn es dann über einen längeren Zeitraum vielleicht nicht zu Todesopfern kommt

00:17:11.500 --> 00:17:16.200
oder diese begrenzt bleiben, dann entwickeln sich dennoch diese Dynamiken weiter

00:17:16.200 --> 00:17:21.000
und diese ungelösten territorialen Konflikte können jederzeit neu aufbrechen,

00:17:21.000 --> 00:17:27.000
können neu mobilisiert werden und das spiegelt sich meiner Ansicht nach in diesem Begriff „eingefroren“ nicht wider

00:17:27.000 --> 00:17:31.200
Holger Klein: Nennen sie's deshalb auch De-facto-Staaten, weil es noch territoriale Konflikte gibt?

00:17:31.200 --> 00:17:35.000
Gwendolyn Sasse: Ja, also es ist ein, es ist ein Begriff, der immer häufiger verwendet wird

00:17:35.000 --> 00:17:40.000
Damit wird natürlich nicht die Legitimität dieser kleinen Staaten bezeichnet,

00:17:40.000 --> 00:17:48.200
aber man weiß daraufhin, dass diese Territorien nicht nur Anhängsel anderer Staaten sind,

00:17:48.200 --> 00:17:53.900
dass die Bevölkerung auch in diesen Staaten sich anpassen muss an die Gegebenheiten

00:17:53.900 --> 00:17:58.000
und dass eben diese diese Territorien in einer prekären Situation sind

00:17:58.000 --> 00:17:59.900
Sie werden nicht anerkannt, sie können nicht anerkannt werden,

00:17:59.900 --> 00:18:04.400
zumindest nicht nicht global, vermutlich meistens sind sie von Russland anerkannt

00:18:04.400 --> 00:18:07.900
Aber es lenkt den Blick darauf, dass sie doch mehr sind als nur Objekte

00:18:07.900 --> 00:18:14.500
und insbesondere müssen wir da und dabei auch die Bevölkerung in diesen Gebieten mehr beachten

00:18:14.500 --> 00:18:20.700
und ihre Praktiken, ihre Ansichten sowohl zu verschiedenen Fragen mehr in den Blick nehmen, als es bisher geschehen ist

00:18:20.700 --> 00:18:24.700
Holger Klein: Sie sagten es, wir haben Bevölkerung, kein Staat ohne Staatsvolk

00:18:24.700 --> 00:18:26.900
Selbst wenn's kein Territorium gibt, kann man ein Staatsvolk definieren

00:18:26.900 --> 00:18:30.700
Welche Rolle spielen in so einem Staatsvolk ganz grundsätzlich Minderheiten?

00:18:30.700 --> 00:18:33.400
Gwendolyn Sasse: Sie sind ein wichtiger Teil von vielen Staatsvölkern

00:18:33.400 --> 00:18:37.000
und es ist durch historische Entwicklungen unterschiedlich gelagert,

00:18:37.000 --> 00:18:41.700
wie hoch der Anteil von einer oder vielleicht auch mehreren Minderheiten ist,

00:18:41.700 --> 00:18:44.000
wer überhaupt als Minderheit auch anerkannt wird,

00:18:44.000 --> 00:18:47.700
wie das rechtlich umgesetzt ist, welchen Minderheitenschutz es gibt

00:18:47.700 --> 00:18:49.500
oder es eben auch nicht gibt

00:18:49.500 --> 00:18:51.700
Das heißt, diese Dinge sind sehr divers gelagert,

00:18:51.700 --> 00:18:57.000
aber sie sind bei Konflikten und auch im Nachgang nach Kriegen ein wichtiges Thema

00:18:57.000 --> 00:19:00.500
Holger Klein: Das alles gilt ja auch für die Ukraine, was wir gerade besprechen, oder?

00:19:00.500 --> 00:19:07.000
Gwendolyn Sasse: Genau und das ist jetzt leider ein trauriger weiterer Punkt in der Diskussionen des imperialen Erbes der Sowjetunion,

00:19:07.000 --> 00:19:11.500
denn was wir heute sehen, ist noch eine direkte Folge aus der russischen,

00:19:11.500 --> 00:19:14.400
aber dann vor allem auch der sowjetischen Geschichte

00:19:14.400 --> 00:19:19.500
Und Wladimir Putin hat der Ukraine als Staat ihre Existenzberechtigung abgesprochen

00:19:19.500 --> 00:19:23.400
und will eigentlich auch nicht wirklich zur Sowjetunion zurück,

00:19:23.400 --> 00:19:27.000
sondern zu einer diffus definierten Zeit davor

00:19:27.000 --> 00:19:35.200
Das heißt, diese Diskussion überhaupt, über welche Teile vom ukrainischen Staat wie er 1991 entstanden ist

00:19:35.200 --> 00:19:38.000
aus eigentlich den Trümmern der Sowjetunion,

00:19:38.000 --> 00:19:39.900
das ist eine eine direkte Folge dieser Zeit

00:19:39.900 --> 00:19:44.200
und das heißt wir beschäftigen uns jetzt gerade in diesen Tagen mit den Langzeitfolgen

00:19:44.200 --> 00:19:50.200
Holger Klein: Wie passt da dieser Separatismus in der Ostukraine zum Beispiel rein?

00:19:50.200 --> 00:19:54.200
Gwendolyn Sasse: Zur Auflösung der Sowjetunion gehörte Separatismus

00:19:54.200 --> 00:20:00.900
Separatismus beschreibt, dass die Bevölkerung oder politische Eliten oder beides,

00:20:00.900 --> 00:20:05.700
dann wird es besonders wirkmächtig, sich lossagen wollen von einem Staat

00:20:05.700 --> 00:20:10.000
Damit auch von dem politischen, wirtschaftlichen System, dass er verkörpert

00:20:10.000 --> 00:20:13.900
Nicht immer um direkte Unabhängigkeit zu erhalten,

00:20:13.900 --> 00:20:17.400
auch diese Behauptungen und diese Mobilisierungen gab es,

00:20:17.400 --> 00:20:23.700
aber insbesondere um mehr Selbstbestimmung für vielleicht ein Gebiet, eine Region, eine Republik,

00:20:23.700 --> 00:20:26.500
das hieß verschieden in der Sowjetunion, zu erhalten

00:20:26.500 --> 00:20:29.900
Separatistische Strömungen gibt es nicht nur in in dieser Region

00:20:29.900 --> 00:20:39.700
Die gibt es auch weltweit und wir haben sie auch im Nachgang des Euromaidan in der Ukraine in Teilen der Ostukraine gesehen

00:20:39.700 --> 00:20:43.700
Holger Klein: Das heißt, das ist tatsächlich eine Separatisten- oder eine separatistische Bewegung,

00:20:43.700 --> 00:20:48.000
die nicht nur deshalb existiert, weil Moskau die befeuert

00:20:48.000 --> 00:20:49.900
Gwendolyn Sasse: Moskau hat sie dann sehr schnell befeuert

00:20:49.900 --> 00:20:56.200
und ohne Moskau hätte sich diese Bewegung auch in Teilen des Donbas nie so etablieren können,

00:20:56.200 --> 00:20:57.900
wie sie es dann getan hat

00:20:57.900 --> 00:21:05.400
Aber wir müssen ehrlicherweise anerkennen, dass es separatistische Strömungen zumindest unter Teilen der Eliten in diesen Gebieten gab

00:21:05.400 --> 00:21:10.200
Die separatistische Mobilisierung, auch militärische Mobilisierung wurde sofort von Russland

00:21:10.200 --> 00:21:17.700
sowohl finanziell als auch militärisch unterstützt und daraus haben sich diese sogenannten Volksrepubliken ergeben

00:21:17.700 --> 00:21:23.000
Die Tatsache, dass in der Ostukraine auch ethnische Russen und Russinnen

00:21:23.000 --> 00:21:27.200
und insbesondere eine große russischsprachige Bevölkerung lebt,

00:21:27.200 --> 00:21:34.700
das ist in keiner Weise mit einer Orientierung gen Russland, sei es politisch, sei es sei es auch kulturell gleichzusetzen

00:21:34.700 --> 00:21:37.900
Das heißt, ich glaube, es wird bei uns häufig missverstanden,

00:21:37.900 --> 00:21:42.900
dass die Ukraine ein diverses Land ist und im Südosten gibt es ethnische Russen und Russinnen,

00:21:42.900 --> 00:21:45.500
sie sind aber eine Minderheit und es gibt viele, die russisch sprechen,

00:21:45.500 --> 00:21:47.700
aber sich als ukrainisch, auch ethnisch ukrainisch definieren

00:21:48.700 --> 00:21:51.900
Das ist also eine viel diversere Situation

00:21:51.900 --> 00:21:55.500
Daraus leitet natürlich Russland politische Ansprüche ab

00:21:55.500 --> 00:21:58.400
Holger Klein: Ist das ein Einzelfall oder sehen wir da ein Muster?

00:21:58.400 --> 00:22:04.700
Gwendolyn Sasse: Wenn es so einen entweder ethnischen russischen oder russisch sprachigen Anteil in der Bevölkerung gibt,

00:22:04.700 --> 00:22:10.200
dann hat das Vladimir Putin als Grundlage für seine politischen Ansprüche gedient

00:22:10.200 --> 00:22:13.500
und das ist ein Muster, was wir jetzt mehrmals gesehen haben

00:22:13.500 --> 00:22:18.900
Insbesondere in den noch andauernden Konflikten im postsowjetischen Raum,

00:22:18.900 --> 00:22:22.200
nämlich in Abchasien, in Südossetien, in Transnistrien

00:22:22.200 --> 00:22:24.900
Das sind immer wieder die gleichen Begründungen,

00:22:24.900 --> 00:22:29.700
man wolle der russischsprachigen Bevölkerung helfen und müsste sie schützen

00:22:29.700 --> 00:22:35.200
und auch diese Argumentation ist ja in Bezug auf die sogenannten Volksrepubliken verwendet worden,

00:22:35.200 --> 00:22:38.200
auch um sie dann anzuerkennen kurz vor Kriegsbeginn

00:22:38.200 --> 00:22:42.500
Für die Argumentation ist dann noch hilfreich, wenn es auch noch russische Pässe gibt,

00:22:42.500 --> 00:22:47.000
die man natürlich dann in hunderttausenden schon vorher verteilt hatte in diesen Teilen des Donbass

00:22:47.000 --> 00:22:53.000
Die russisch-ukrainische Grenze war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion

00:22:53.000 --> 00:22:58.900
bis zumindest auch dem Kriegsbeginn in der Ostukraine 2014 relativ durchlässig,

00:22:58.900 --> 00:23:03.000
also es sind keine Grenzen, an denen man gestoppt wird, weil man kein richtiges Visum hat

00:23:03.000 --> 00:23:08.200
Es sind Grenzen, über die viele auch mit ihren privaten Kontakten in beide Richtungen gezogen sind,

00:23:08.200 --> 00:23:14.000
aus der Ukraine sind bis zu dem Zeitpunkt ähnlich viele Menschen gen Russland und gen Westen,

00:23:14.000 --> 00:23:17.500
EU oder weiter nach Westen noch migriert

00:23:17.500 --> 00:23:21.400
Das heißt, es war in der Hinsicht eine durchlässige Grenze

00:23:21.400 --> 00:23:29.000
Aber natürlich sind durch einen Krieg andere Grenzen sowohl physische, politische, aber auch in den Köpfen gezogen worden

00:23:29.000 --> 00:23:33.200
Holger Klein: Sind diese Grenzen in den Köpfen geeignet eine neue Identität zu stiften?

00:23:33.200 --> 00:23:37.700
Gwendolyn Sasse: Ich würde sagen, dass der Krieg in der Ostukraine und auch die Krim-Annexion

00:23:37.700 --> 00:23:42.200
ein schon bestehendes Gefühl vom ukrainischen Staat,

00:23:42.200 --> 00:23:47.000
dass das in der breiten ukrainischen Bevölkerung verankert war, verstärkt haben

00:23:47.000 --> 00:23:52.200
Aber wir hören auch in diesen Tagen während des Krieges immer wieder,

00:23:52.200 --> 00:23:56.900
dass jetzt der Moment sei, dass die politische Nation der Ukraine vor unseren Augen entsteht

00:23:56.900 --> 00:24:00.700
und da würde ich schon sagen und das haben wir ja in in der Forschung,

00:24:00.700 --> 00:24:05.500
in zum Beispiel Meinungsumfragen über Jahre schon nachweisen können,

00:24:05.500 --> 00:24:10.200
dass das Verständnis davon, ein ukrainischer Staatsbürger oder einer ukrainischen Staatsbürgerin zu sein,

00:24:10.200 --> 00:24:10.900
bereits stark war

00:24:10.900 --> 00:24:13.900
Das kann natürlich jetzt nur noch weiter gestärkt werden,

00:24:13.900 --> 00:24:20.000
so wie es auch schon nach der Krim-Annexion und nach dem Beginn des Krieges in der Ostukraine 2014 erfolgt ist

00:24:20.000 --> 00:24:24.900
Da geht es um das Verstärken von Tendenzen, die wir seit 1991 in der Ukraine haben

00:24:24.900 --> 00:24:29.700
und wenn uns das jetzt erstaunt, dass die Ukraine als ein Staat vor uns erscheint

00:24:29.700 --> 00:24:35.700
und auch Gebiete in der Ostukraine oder die Krim als ganz zentraler Teil dieses Staates definiert werden

00:24:35.700 --> 00:24:39.400
und das kommt ja auch jetzt in diesen Tagen durchaus auch aus Selenskys Reden,

00:24:39.400 --> 00:24:43.500
aus den Reden des ukrainischen Präsidenten, hervor, es geht um das gesamte Land

00:24:43.500 --> 00:24:47.200
Dann sagt das eigentlich mehr über uns und unsere Wahrnehmung der Ukraine

00:24:47.200 --> 00:24:50.500
Holger Klein: Und auch über die Wahrnehmung, die Russland von der Ukraine hat,

00:24:50.500 --> 00:24:54.700
weil die scheinen ja wirklich geglaubt zu haben, dass das kein wirklicher Staat ist

00:24:54.700 --> 00:24:58.400
und das war nicht nur so eine so eine Formel

00:24:58.400 --> 00:25:00.700
Kann Russland da überhaupt irgendwas gewinnen?

00:25:00.700 --> 00:25:01.400
Gwendolyn Sasse: Nicht wirklich

00:25:01.400 --> 00:25:06.200
Also, wir sehen zum einen, was viele erstaunt hat, dass der Krieg viel länger dauert,

00:25:06.200 --> 00:25:09.200
als das sich der Kreml ausgemalt hat

00:25:09.200 --> 00:25:13.700
Und dass der Widerstand, sowohl der militärische, als auch der zivile Widerstand sehr hoch sind

00:25:13.700 --> 00:25:17.900
Natürlich sind auch Opferzahlen dadurch enorm hoch, auch auf russischer Seite

00:25:17.900 --> 00:25:22.200
Das heißt, den Krieg kann man noch gewinnen auf russischer Seite,

00:25:22.200 --> 00:25:26.500
mit großen Kosten verbunden, viel höheren, als man sie eingeplant hat,

00:25:26.500 --> 00:25:30.000
aber was danach kommt, kann man nicht gewinnen und das ist deutlich jetzt,

00:25:30.000 --> 00:25:35.200
dass es nicht möglich sein wird, Teile der Ukraine politisch zu kontrollieren nach einem Krieg

00:25:35.200 --> 00:25:45.700
Holger Klein: Angenommen, Russland verliert den Krieg, was würde das für die russischen Identitäten oder die russische Identität bedeuten?

00:25:45.700 --> 00:25:48.000
Gwendolyn Sasse: Es ist eigentlich meiner Ansicht nach gar nicht davon abhängig,

00:25:48.000 --> 00:25:53.900
ob Russland gewinnt oder verliert und vielleicht wird es auch nicht so klare Gewinner und Verlierer geben können

00:25:53.900 --> 00:25:58.200
Aber es passiert momentan schon etwas sehr Wichtiges in Russland

00:25:58.200 --> 00:26:02.900
dass sich auch kulturell, auch politische Eliten zum Teil kritisch äußern

00:26:02.900 --> 00:26:06.000
und und da natürlich auch ein großes Risiko damit eingehen,

00:26:06.000 --> 00:26:09.700
aber das sind Anfänge nicht nur von politischem Widerspruch,

00:26:09.700 --> 00:26:15.000
aber auch einer einer ganz bewussten Positionierung in Bezug auf die russische Identität

00:26:15.000 --> 00:26:19.400
Und wir hören von vielen auch Kollegen, Kolleginnen aus der Wissenschaft in Russland,

00:26:19.400 --> 00:26:23.200
die sich kritisch und offen positioniert haben zum Krieg

00:26:23.200 --> 00:26:27.700
Wie sollen wir damit jemals leben, also diese Idee in einem Land zu leben,

00:26:27.700 --> 00:26:34.700
dessen Präsident diesen Krieg verursacht hat, diesen Angriffskrieg auf die Ukraine, das wird sehr lange nachwirken

00:26:34.700 --> 00:26:38.500
Und die Folgen davon können wir uns, glaube ich, noch gar nicht ausmalen

00:26:38.500 --> 00:26:44.000
Wir sprechen gerade viel über sicherheitspolitische Konsequenzen für Europa, den Westen, die Welt,

00:26:44.000 --> 00:26:49.400
aber auch im Land selber, wenn dann die Nachrichten und auch die Wahrheiten über diesen Krieg

00:26:49.400 --> 00:26:53.000
in Russland noch mehr bekannt werden, als sie es momentan sind

00:26:53.000 --> 00:26:57.500
Momentan muss man sich einfach auch noch vorstellen, dass man schon gut aufgestellt sein muss,

00:26:57.500 --> 00:27:00.700
um im Internet die wirklichen Informationen abrufen zu können

00:27:00.700 --> 00:27:01.500
Das können im Moment nicht alle

00:27:01.500 --> 00:27:04.500
Aber die Wahrheit wird sich nicht verbergen lassen

00:27:04.500 --> 00:27:09.500
und da glaube ich einfach nicht, dass auch ein autoritäres System das auf Dauer kontrollieren kann

00:27:09.500 --> 00:27:11.500
und einen Sieg umdefinieren kann

00:27:11.500 --> 00:27:14.500
Holger Klein: Russland hat ja in den neunziger Jahren die Souveränität der Ukraine anerkannt

00:27:14.500 --> 00:27:18.700
Und hat jetzt gesagt: Nee, die Grenze bedeutet uns nichts, wir marschieren da jetzt rüber

00:27:18.700 --> 00:27:25.700
Was macht das mit der Identität der Bevölkerung oder auch des Individuums in der Bevölkerung?

00:27:25.700 --> 00:27:30.200
Gwendolyn Sasse: Ich würde behaupten, dass man sich bisher im Gros der russischen Bevölkerung

00:27:30.200 --> 00:27:34.700
darüber nicht viele Gedanken gemacht hat, es jetzt aber machen muss

00:27:34.700 --> 00:27:36.900
und auch zunehmend tun muss

00:27:36.900 --> 00:27:44.500
Und man hat ja auch einen Anspruch auf die Grenzen des russischen Staates und im russischen Staat zu leben

00:27:44.500 --> 00:27:47.700
Und davon wird man ganz klar den den ukrainischen Staat trennen

00:27:47.700 --> 00:27:50.500
und auch in der Wahrnehmung der russischen Bevölkerung,

00:27:50.500 --> 00:27:54.700
die, auch wenn sie nicht generell als imperial zu bezeichnen ist,

00:27:54.700 --> 00:28:00.000
sind doch diese Grenzen zwischen ukrainischer und russischer Kultur wenig verankert

00:28:00.000 --> 00:28:03.500
und man würde sofort der Logik zustimmen

00:28:03.500 --> 00:28:06.500
Na ja, es sind ja eigentlich Brüdervölker, uns verbindet ja viel

00:28:06.500 --> 00:28:11.200
Aber nach diesem Krieg ist diese Argumentation so nicht mehr vorstellbar

00:28:11.200 --> 00:28:15.200
Klar gibt es diese kulturellen Verbindungen weiterhin, aber man wird ganz klar sehen müssen,

00:28:15.200 --> 00:28:19.200
es gibt verschiedene Staaten und sie heißen Ukraine und Russland

00:28:19.200 --> 00:28:25.700
Holger Klein: Aber ist diese Zumutung eigentlich, ist das eine Erschütterung, die die russische Seele aushalten kann?

00:28:25.700 --> 00:28:30.900
Gwendolyn Sasse: Ich benutze den Begriff russische Seele nicht gerne, da klingt immer so viel auch deutsche Nostalgie mit

00:28:30.900 --> 00:28:34.000
Holger Klein: Ich meinte tatsächlich im psychologischen Sinne

00:28:34.000 --> 00:28:36.200
Gwendolyn Sasse: In der einzelnen eigenen Seele, in der Psyche

00:28:36.200 --> 00:28:37.200
Holger Klein: Ja

00:28:37.200 --> 00:28:40.900
Gwendolyn Sasse: Ja, es ist ein neues Verständnis davon, was die Ukraine ist,

00:28:40.900 --> 00:28:45.200
wer die Ukraine sein will, wie die Ukraine sich auch anders politisch wirtschaftlich aufgestellt

00:28:45.200 --> 00:28:48.200
und entwickelt hat als in Russland und das ist natürlich ein Umdenken,

00:28:48.200 --> 00:28:52.000
aber die eigentliche Scham wird ausgehen von der Tatsache,

00:28:52.000 --> 00:28:56.200
dass Wladimir Putin einen unprovozierten Angriffskrieg begonnen hat

00:28:56.200 --> 00:29:00.500
und wie man das mit sich selber, mit seinem Land, mit seinem Selbstverständnis ausmacht,

00:29:00.500 --> 00:29:04.200
das sind Dimensionen, die kann ich mir gar nicht richtig ausmalen

00:29:04.200 --> 00:29:06.000
Holger Klein: Gwendolyn Sasse, vielen Dank

00:29:06.000 --> 00:29:07.000
Gwendolyn Sasse: Ihnen vielen Dank

00:29:07.000 --> 00:29:12.000
Holger Klein: Der Zerfall der Sowjetunion hat sich auf die ehemaligen sowjetischen Staaten sehr unterschiedlich ausgewirkt

00:29:12.000 --> 00:29:15.500
Russland hat in diesem Geflecht noch heute eine Sonderposition

00:29:15.500 --> 00:29:20.700
Als Rechtsnachfolgerin der Sowjetunion musste die Russländische Föderation in den 90er Jahren

00:29:20.700 --> 00:29:23.700
einen neuen Platz in der Weltordnung einnehmen

00:29:23.700 --> 00:29:29.000
Das ging mit einem dramatischen Identitätsverlust und unerfüllten machtpolitischen Ansprüchen einher

00:29:29.000 --> 00:29:32.000
Musik

00:29:32.000 --> 00:29:33.700
Holger Klein: Was wir also mitnehmen können

00:29:33.700 --> 00:29:38.700
1. Es ist ein Trugschluss, dass der Zerfall der Sowjetunion besonders friedlich verlaufen wäre

00:29:38.700 --> 00:29:41.000
Die gewaltsamen Folgen erleben wir bis heute

00:29:41.000 --> 00:29:43.000
Das sagt Gwendolyn Sasse

00:29:43.000 --> 00:29:50.200
2. Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben sich von einigen post-sowjetischen Ländern sogenannte De-Facto-Staaten abgespalten,

00:29:50.200 --> 00:29:54.000
in denen Konflikte teilweise über Jahrzehnte nicht gelöst worden sind

00:29:54.000 --> 00:29:58.700
3. Russland hat seinen Machtanspruch auch nach dem Ende der Sowjetunion nicht fallenlassen,

00:29:58.700 --> 00:29:59.900
wie Kristina Spohr erklärt

00:29:59.900 --> 00:30:03.900
Das zeigt sich im Umgang mit den ehemaligen sowjetischen Nachbarstaaten

00:30:03.900 --> 00:30:06.200
Musik

00:30:06.200 --> 00:30:09.000
Holger Klein: Das war „Aus Politik und Zeitgeschichte“

00:30:09.000 --> 00:30:15.200
Den Link zur APuZ zum Thema „Umbrüche in Europa (nach) 1989/1991“ finden Sie in den Shownotes

00:30:15.200 --> 00:30:18.400
Darin gibt neben Beiträgen von Gwendolyn Sasse und Kristina Spohr,

00:30:18.400 --> 00:30:22.700
die wir eben im Podcast gehört haben, auch persönliche Rückblicke auf die Umbruchsjahre

00:30:22.700 --> 00:30:27.200
Ein weiteres APuZ-Heft mit dem Titel „Sowjetunion“ liefert noch mehr historische Hintergründe

00:30:27.200 --> 00:30:29.200
Auch das verlinken wir in den Shownotes

00:30:29.200 --> 00:30:30.500
Und noch ein kurzer Hinweis

00:30:30.500 --> 00:30:37.500
Die Grundlage für die kurze Zusammenfassung am Anfang war eine Folge des Videoglossars „Das Ende der Sowjetunion“,

00:30:37.500 --> 00:30:44.200
das in Zusammenarbeit der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien entstanden ist

00:30:44.200 --> 00:30:48.700
Darin erklären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in kurzen Videos zentrale Begriffe

00:30:48.700 --> 00:30:52.400
und Ereignisse rund um die Umbrüche vor 30 Jahren

00:30:52.400 --> 00:30:57.200
Sie finden das Videoglossar in der bpb-Mediathek und ebenfalls in den Shownotes

00:30:57.200 --> 00:31:00.000
Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie Feedback zu dieser Folge haben

00:31:00.000 --> 00:31:05.000
Fragen, Lob, aber auch Kritik können Sie uns schicken an apuz@bpb.de

00:31:05.000 --> 00:31:07.700
In vier Wochen erscheint die nächste Folge

00:31:07.700 --> 00:31:09.200
Dann sprechen wir über Geldpolitik

00:31:09.200 --> 00:31:13.000
Ich bin Holger Klein und ich danke für die Aufmerksamkeit

00:31:13.000 --> 00:31:28.700
Musik

00:31:28.700 --> 00:31:33.700
Holger Klein: Der Podcast „Aus Politik und Zeitgeschichte“ wird von der APuZ-Redaktion in Zusammenarbeit mit hauseins produziert

00:31:33.700 --> 00:31:38.000
Redaktion für diese Folge: Gina Enslin, Julia Günther und Anne Seibring

00:31:38.000 --> 00:31:43.700
Schnitt: Oliver Kraus. Musik: Joscha Grunewald. Sprecherin: Katrin Rönicke. Produktion: hauseins

00:31:43.700 --> 00:31:45.700
Am Mikrofon war Holger Klein

00:31:45.700 --> 00:31:47.700
Die Folgen stehen unter der Creative Commons Lizenz

00:31:47.700 --> 00:31:51.700
und dürfen unter Nennung der Herausgeberin zu nichtkommerziellen Zwecken weiterverbreitet werden
