WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:06.400Willkommen zu „Aus Politik und Zeitgeschichte“, einem Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung.

00:00:06.400 --> 00:00:10.000
Ich bin Holger Klein, und wir sprechen heute über Fleisch.

00:00:10.000 --> 00:00:19.260
Wenn Sie sich nach dem Hören tiefer mit dem Thema befassen wollen, finden Sie die APuZ zum Thema auf bpb.de/apuz.

00:00:19.260 --> 00:00:23.800
Holger Klein: Die Grillsaison geht wieder los, und da sieht und riecht man ganz deutlich:

00:00:23.800 --> 00:00:27.600
Fleisch zu essen gehört für viele einfach dazu.

00:00:27.600 --> 00:00:30.800
Allerdings werden die Steaks auf dem Grill immer kritischer hinterfragt.

00:00:30.800 --> 00:00:35.300
Mit Blick auf die eigene Gesundheit, aber vor allem wegen der Folgen der massenhaften Fleischproduktion

00:00:35.300 --> 00:00:39.800
für Mensch- und Tierwohl, Klimaschutz und Artenvielfalt.

00:00:39.800 --> 00:00:44.500
Und tatsächlich geht der Fleischkonsum in Deutschland in den letzten Jahren leicht zurück.

00:00:44.500 --> 00:00:50.000
Weltweit hat sich die Nachfrage nach Fleisch in den vergangenen 20 Jahren allerdings mehr als verdoppelt:

00:00:50.000 --> 00:00:57.000
Der Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder erklärt, welchen Beitrag Fleisch in der Entwicklung des modernen Menschen gespielt hat

00:00:57.000 --> 00:00:59.200
und welche kulturelle Bedeutung es heute hat.

00:00:59.200 --> 00:01:03.000
Hirschfelder: Bisher kann man immer sagen, Fleisch ist ein besonders wertiges Kulturgut,

00:01:03.000 --> 00:01:09.200
Fleisch ist Synonym für Überleben, Fleisch ist Synonym für gutes Leben und für Gesundheit.

00:01:09.200 --> 00:01:13.000
Und seit dem späten 20. Jahrhundert hat sich dieses Verhältnis umgekehrt.

00:01:13.000 --> 00:01:16.900
Holger Klein: Jährlich werden mehr als 300 Millionen Tonnen Fleisch produziert.

00:01:16.900 --> 00:01:21.500
Wie die Zukunft des Fleischessens aussieht, darum geht es in dieser Folge.

00:01:21.500 --> 00:01:23.700
Mit der Agrarwissenschaftlerin Gesa Busch habe ich darüber gesprochen,

00:01:23.700 --> 00:01:28.500
welche Probleme die Fleischwirtschaft heute hat und wie die Zukunft dieser Industrie aussehen könnte.

00:01:28.500 --> 00:01:33.200
Busch: Wir haben in der heutigen konventionellen Fleischproduktion oder Tierhaltung

00:01:33.200 --> 00:01:38.400
massive Tierschutzprobleme in verschiedenen Bereichen und eigentlich auch bei allen Tierarten.

00:01:38.400 --> 00:01:43.200
Holger Klein: Und der Philosoph Bernd Ladwig wägt ab, wo beim Thema Fleisch unsere eigene moralische Verantwortung liegt.

00:01:43.200 --> 00:01:48.700
Ladwig: Sie können gar nicht individuell einschätzen, welchen Beitrag, welchen marginalen Beitrag Sie da leisten,

00:01:48.700 --> 00:01:53.000
um eine Industrie am Leben zu halten oder einzudämmen.

00:01:53.000 --> 00:02:07.500
Musik

00:02:07.500 --> 00:02:11.100
Holger Klein: Fleisch spielte für den Menschen schon vor 2,5 Millionen Jahren eine Rolle:

00:02:11.100 --> 00:02:17.800
Denn unser Vorfahre, der homo erectus, aß damals bereits Fisch und Fleisch und versorgte sich so mit Proteinen.

00:02:17.800 --> 00:02:23.000
Der Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg erkennt auf lange Sicht

00:02:23.000 --> 00:02:26.800
eine klare Verbindung zwischen menschlicher Entwicklung und Fleischkonsum.

00:02:26.800 --> 00:02:31.500
Hirschfelder: Es gibt für das frühe Verhältnis zwischen Mensch und Fleisch natürlich unterschiedliche Forschungsansätze.

00:02:31.500 --> 00:02:35.100
Wenn wir es auf eine ganz lange Entwicklungslinie hin sehen,

00:02:35.100 --> 00:02:40.500
sehen wir allerdings nach meiner Ansicht deutliche Zusammenhänge zwischen Menschheitsentwicklung,

00:02:40.500 --> 00:02:44.500
Hirnentwicklung und einem zunehmenden Fett- und Proteinkonsum,

00:02:44.500 --> 00:02:49.000
den wir natürlich im Kontext mit einer stabileren Nahrungsaufnahme sehen müssen.

00:02:49.000 --> 00:02:54.500
Holger Klein: Gunther Hirschfelder erklärt auch, welche Rolle Fleisch auf dieser langen Entwicklungslinie konkret spielt.

00:02:54.500 --> 00:03:01.400
Hirschfelder: Da sieht man, dass im Verlauf der Jungsteinzeit die Möglichkeiten zu jagen und Fleisch zu haben,

00:03:01.400 --> 00:03:05.100
besser geworden sind, Überleben ist stabiler geworden

00:03:05.100 --> 00:03:10.000
und nach der letzten Eiszeit vor ungefähr  Jahren kommt es im Vorderen Orient zu dem,

00:03:10.000 --> 00:03:12.500
was man früher Sesshaftwerdung genannt hat.

00:03:12.500 --> 00:03:18.300
Im Prinzip geht es darum, dass aus menschlichen Gruppen, die sammeln und jagen,

00:03:18.300 --> 00:03:23.000
Menschen werden, die stärker sesshaft werden in diesem Kontext auch Ackerbau betreiben

00:03:23.000 --> 00:03:28.000
und dieser frühe Ackerbau funktioniert nur im Zusammenhang mit Viehzucht.

00:03:28.000 --> 00:03:31.300
Man braucht das Tier um das Feld zu bearbeiten.

00:03:31.300 --> 00:03:33.000
Das Tier liefert Milch.

00:03:33.000 --> 00:03:40.300
Das Tier liefert seine Haut und das Tier liefert sein Fleisch und das Tier liefert vor allem auch Dünger für die Feldbestellung

00:03:40.300 --> 00:03:47.100
und in diesem Zusammenarbeiten zwischen Mensch und Tier wird Leben so stabil, dass jetzt Bevölkerung sehr stark wächst

00:03:47.100 --> 00:03:55.000
und dass es dann wenige tausend Jahre später auch zur Bildung der ersten Hochkulturen, zu Schriftlichkeit und Städtewesen kommt.

00:03:55.000 --> 00:03:59.400
Holger Klein: Schon in der römischen Antike hat man die Fleischherstellung ökonomisiert.

00:03:59.400 --> 00:04:04.500
Dadurch wurde das Imperium Romanum militärisch stärker und entwickelte sich auch kulturell weiter.

00:04:04.500 --> 00:04:10.400
Solche Zusammenhänge von Fleischkonsum und Fortschritt tauchen durch die Geschichte hinweg immer wieder auf.

00:04:10.400 --> 00:04:15.500
Hirschfelder: Seit dem 19. Jahrhundert haben wir dann einen Aufschwung von Gewerbe, von Industrie

00:04:15.500 --> 00:04:23.000
und gleichzeitig von Landwirtschaft und jetzt gelingt es den Gesellschaften wesentlich mehr Protein zu erzeugen.

00:04:23.000 --> 00:04:30.600
Und in diesem Kontext werden Gesellschaften effektiver und die Menschen - und das ist das Entscheidende - möchten das Fleisch vor allem haben.

00:04:30.600 --> 00:04:36.800
An der Peripherie großer Städte, etwa in Berlin, entsteht ein ganzer Ring von Schlachthöfen

00:04:36.800 --> 00:04:44.100
und für die Bewohner des aufstrebenden Berlin ist es wichtig, eben ausreichend Fleisch zur Verfügung zu haben.

00:04:44.100 --> 00:04:48.600
Das passiert in Gasthöfen, das passiert in Metzgereien und das passiert zu Hause

00:04:48.600 --> 00:04:52.800
und Lebensqualität bedeutet hier eindeutig Fleischkonsum.

00:04:52.800 --> 00:04:59.300
In der Gegenwart ist eigentlich das Verhältnis Kultur-Fleisch zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte neu.

00:04:59.300 --> 00:05:06.100
Bisher kann man immer sagen, Fleisch ist ein besonders wertiges Kulturgut, Fleisch ist Synonym für Überleben,

00:05:06.100 --> 00:05:09.600
Fleisch ist Synonym für gutes Leben und für Gesundheit.

00:05:09.600 --> 00:05:15.300
Und seit dem späten 20. Jahrhundert hat sich dieses Verhältnis umgekehrt, zumindest in den westlichen Industrienationen.

00:05:15.300 --> 00:05:21.100
Wir gehen differenzierter mit der Ausbeutung natürlicher Ressourcen um.

00:05:21.100 --> 00:05:27.800
Wir haben Tierethikdiskussionen und wir überlegen, wie weit wir auf unserem Planeten überhaupt noch gehen können.

00:05:27.800 --> 00:05:32.000
Holger Klein: Bisher betrifft diese Veränderung aber eher Menschen in westlichen Gesellschaften,

00:05:32.000 --> 00:05:35.000
und auch dort vor allem akademische und urbane Milieus.

00:05:35.000 --> 00:05:40.300
Während im Westen der Fleischkonsum langsam zurückgeht, ist der globale Bedarf trotzdem sehr hoch.

00:05:40.300 --> 00:05:43.300
Der Blick aufs Fleischessen ist sehr unterschiedlich.

00:05:43.300 --> 00:05:48.600
Hirschfelder: Menschen, die in Ländern mit niedriger Entwicklung leben und vielleicht auch weniger Bildung haben,

00:05:48.600 --> 00:05:52.600
leben ja oft im kleinbäuerlichen Umfeld, im ländlichen Umfeld.

00:05:52.600 --> 00:06:00.100
Sie leben hier seit vielen Generationen und damit fest in die Kultur eingraviert, mit und von Tieren.

00:06:00.100 --> 00:06:07.600
Tiere zu haben bedeutet Sozialkapital zu haben, bestimmtes Ansehen dokumentieren zu können, diese Tiere auch nutzen zu können

00:06:07.600 --> 00:06:15.100
und insofern ist das Tier hier, das Nutztier, das Haustier auf der einen Seite ein wesentlicher kultureller Faktor,

00:06:15.100 --> 00:06:20.800
der in diesen Gesellschaften ja sozusagen eine prägende Funktion hat.

00:06:20.800 --> 00:06:25.300
Und auf der anderen Seite spielen diese Dinge auch für die Ernährung eine massive Rolle.

00:06:25.300 --> 00:06:29.800
Wir müssen global sehen, dass wir auf der einen Seite ein Riesenproblem haben,

00:06:29.800 --> 00:06:34.800
wie wir genug Futtermittel produzieren können, wie wir von einem massiven Fleischkonsum wegkommen.

00:06:34.800 --> 00:06:39.500
Wir müssen aber auf der anderen Seite auch schauen, dass wir eine steigende Weltbevölkerung,

00:06:39.500 --> 00:06:44.300
die in der Mitte unseres Jahrhunderts auf ungefähr zehn Milliarden anwachsen wird,

00:06:44.300 --> 00:06:49.500
dass wir diese Menschen auch versorgen und das geht in dieser kurzen Zeit kaum ohne Tier.

00:06:49.500 --> 00:06:53.300
Musik

00:06:53.300 --> 00:06:56.100
Holger Klein: Fleischessen ist kulturgeschichtlich tief verankert, keine Frage.

00:06:56.100 --> 00:07:00.300
In Deutschland hat Fleisch aber mittlerweile keinen uneingeschränkt guten Ruf mehr,

00:07:00.300 --> 00:07:04.800
was vor allem mit den Produktionsbedingungen in der Fleischwirtschaft zu tun hat.

00:07:04.800 --> 00:07:06.600
Darüber habe ich mit Gesa Busch gesprochen.

00:07:06.600 --> 00:07:14.600
Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Georg-August-Universität Göttingen.

00:07:14.600 --> 00:07:15.500
Hallo Frau Busch.

00:07:15.500 --> 00:07:16.600
Busch: Hallo.

00:07:16.600 --> 00:07:21.500
Holger Klein: Sie beschreiben in der APuZ vier Dimensionen nachhaltiger Ernährung:

00:07:21.500 --> 00:07:23.800
Gesundheit, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Tierschutz.

00:07:23.800 --> 00:07:25.600
Klappern wir die doch mal durch.

00:07:25.600 --> 00:07:30.600
Welche Probleme wirft die Fleischproduktion für jede dieser Dimensionen auf?

00:07:30.600 --> 00:07:35.500
Busch: Ja, also für den Bereich Gesundheit ist die Forschungslage sehr unterschiedlich.

00:07:35.500 --> 00:07:38.500
Da gibt es eben Zusammenhänge zwischen dem Konsum vom roten Fleisch

00:07:38.500 --> 00:07:41.800
und nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit,

00:07:41.800 --> 00:07:47.500
während das für andere Fleischarten eher nicht ganz so eindeutig festgestellt werden kann.

00:07:47.500 --> 00:07:53.300
Das ist so eine Dimension der Gesundheit und die andere sind dann natürlich mögliche gesundheitliche Auswirkungen,

00:07:53.300 --> 00:07:59.100
die jetzt nicht durch das Produkt Fleisch entstehen können, sondern auch durch eventuelle Kontaminationen der Produkte,

00:07:59.100 --> 00:08:05.600
zum Beispiel auch durch eine Antibiotikabelastung auf Fleisch, die hier natürlich theoretisch möglich wäre.

00:08:05.600 --> 00:08:07.800
Holger Klein: Klimaschutz.

00:08:07.800 --> 00:08:11.800
Busch: Beim Klimaschutz ist es natürlich so, dass die Treibhausgasemissionen

00:08:11.800 --> 00:08:17.100
in der Landwirtschaft in Deutschland zu einem Großteil aus der Tierhaltung kommen.

00:08:17.100 --> 00:08:18.600
Das sind mehr als die Hälfte

00:08:18.600 --> 00:08:24.800
und damit natürlich die Tierhaltung einen großen Beitrag zu den Treibhausgasemissionen in der Lebensmittelproduktion liefert

00:08:24.800 --> 00:08:30.000
und das hängt natürlich damit zusammen, auch wie hoch unser Fleischkonsum ist.

00:08:30.000 --> 00:08:33.700
Das heißt, je höher unser Fleischkonsum ist, je mehr Fleisch wir produzieren,

00:08:33.700 --> 00:08:39.700
desto höher sind auch die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft jetzt mal ganz plakativ ausgedrückt.

00:08:39.700 --> 00:08:41.600
Holger Klein: 50 Prozent.

00:08:41.600 --> 00:08:43.700
Würden wir also schlagartig aufhören Fleisch zu produzieren,

00:08:43.700 --> 00:08:47.700
hätten wir schlagartig 50 Prozent weniger Treibhausgasemissionen in Deutschland?

00:08:47.700 --> 00:08:53.200
Busch: Ja und nein, also natürlich für Deutschland würde das stimmen, wenn wir jetzt auf einer Insel leben würden,

00:08:53.200 --> 00:08:59.800
aber wir sind ja eingebettet in einen internationalen Markt und Fleisch ist auch ein Produkt, was international gehandelt wird.

00:08:59.800 --> 00:09:05.600
Das würde bedeuten, wenn wir hier weniger produzieren, um den Weltmarkt und den Bedarf weltweit zu decken,

00:09:05.600 --> 00:09:08.300
wird an anderer Stelle der Welt dann mehr produziert.

00:09:08.300 --> 00:09:12.000
Das heißt, die Treibhausgase entstehen dann nicht hier, sondern eben woanders.

00:09:12.000 --> 00:09:15.700
Das heißt, de facto hätten wir nichts gewonnen, für Deutschland natürlich schon.

00:09:15.700 --> 00:09:18.200
Holger Klein: Wir würden dann externalisieren sozusagen.

00:09:18.200 --> 00:09:19.700
Busch: Genau, exakt.

00:09:19.700 --> 00:09:21.700
Holger Klein: Soziale Gerechtigkeit.

00:09:21.700 --> 00:09:28.000
Busch: Ja, die soziale Gerechtigkeit ist ein Thema, das eigentlich schon lange auch eine Brisanz hat in der Fleischproduktion.

00:09:28.000 --> 00:09:32.300
Und ich glaube, für viele auch in der Coronapandemie so stärker ins Bewusstsein gerückt ist,

00:09:32.300 --> 00:09:36.100
als es darum ging, wie die Arbeitsbedingungen auf Schlachthöfen sind

00:09:36.100 --> 00:09:41.800
und das kam in der Coronapandemie ja raus, weil dort große Ausbrüche im Infektionsgeschehen registriert wurden.

00:09:41.800 --> 00:09:45.300
Das hat sich ein bisschen verändert, also die soziale Dimension,

00:09:45.300 --> 00:09:52.200
wir haben Verbesserung hier bei den Arbeitsbedingungen auf den Schlachthöfen in den letzten zwei Jahren gesehen in Deutschland.

00:09:52.200 --> 00:09:53.700
Das ist erst mal sehr positiv.

00:09:53.700 --> 00:09:57.100
Aber es geht dabei natürlich nicht nur um die Arbeiter auf den Schlachthöfen,

00:09:57.100 --> 00:09:59.700
sondern natürlich auch um die Arbeiter auf den Betrieben,

00:09:59.700 --> 00:10:05.700
das heißt in der Landwirtschaft selber und da sind wir häufig immer noch im Niedriglohnbereich unterwegs.

00:10:05.700 --> 00:10:09.200
Und wir sprechen da natürlich auch über die Einkommen auf den Familienbetrieben.

00:10:09.200 --> 00:10:13.600
Das heißt, hier ist eine soziale Gerechtigkeit auch dann nur gegeben,

00:10:13.600 --> 00:10:20.800
wenn die landwirtschaftlichen Betriebe von ihrer Produktion ein ausreichendes Einkommen erwirtschaften können und davon leben können.

00:10:20.800 --> 00:10:23.100
Holger Klein: Bleibt noch der Tierschutz.

00:10:23.100 --> 00:10:30.200
Busch: Ja, der Tierschutz ist ein Thema, das wirklich an Fahrt gewonnen hat, sage ich mal so, in den letzten 15 Jahren vielleicht.

00:10:30.200 --> 00:10:37.700
Wir haben in der heutigen konventionellen Fleischproduktion oder Tierhaltung massive Tierschutzprobleme

00:10:37.700 --> 00:10:41.200
in verschiedenen Bereichen und eigentlich auch bei allen Tierarten.

00:10:41.200 --> 00:10:45.100
Und dieses Thema ist auch mehr und mehr in der Gesellschaft angekommen

00:10:45.100 --> 00:10:50.700
und hier stehen eigentlich alle Zeichen in die Richtung, dass wir wirklich eine Veränderung brauchen aus Tierschutzgründen,

00:10:50.700 --> 00:10:55.500
also eine wirkliche Transformation der Tierproduktion, um dem Tierschutz mehr gerecht zu werden.

00:10:55.500 --> 00:10:58.700
Holger Klein: Warum haben wir diese Probleme beim Tierschutz immer noch?

00:10:58.700 --> 00:11:02.000
Das ist doch alles andere als ein neues Thema.

00:11:02.000 --> 00:11:03.300
Busch: Absolut.

00:11:03.300 --> 00:11:08.600
Also da muss man vielleicht auch erstmal sagen, es hat sich ja schon viel verändert in den letzten Jahren.

00:11:08.600 --> 00:11:10.700
Also, es ist kein Bereich der still steht.

00:11:10.700 --> 00:11:12.600
Wir sehen da Veränderungen und Verbesserungen.

00:11:12.600 --> 00:11:18.800
Aber es ist nach wie vor ein Thema, weil natürlich die Struktur in der Landwirtschaft nicht von heute auf morgen geändert werden kann.

00:11:18.800 --> 00:11:24.300
Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb in so einen Stall investiert, dann steckt da viel Geld dahinter.

00:11:24.300 --> 00:11:28.500
Das sind für diese oft ja Familienbetriebe große Summen, die investiert werden

00:11:28.500 --> 00:11:31.300
und die dann auch auf 20 Jahre geplant werden.

00:11:31.300 --> 00:11:36.100
Und wenn dann einmal da so ein Stall steht, dann kann man den eben nicht von heute auf morgen umbauen.

00:11:36.100 --> 00:11:41.800
Das heißt, hier braucht es einen langfristigen Wirkhorizont sozusagen, bis man wirklich von der ersten Idee,

00:11:41.800 --> 00:11:47.200
wir wollen eine andere Form der Tierhaltung, bis man dort dann letztendlich ankommt.

00:11:47.200 --> 00:11:50.500
Holger Klein: Sind wir bei dieser Idee schon, also bundesweit über die gesamte Industrie?

00:11:50.500 --> 00:11:55.200
Busch: In den letzten Jahren oder eigentlich ja so in den letzten drei, vier Jahren tut sich einiges.

00:11:55.200 --> 00:12:01.700
Wir haben ja hier die Haltungsformkennzeichnung jetzt seit 2019 im Lebensmitteleinzelhandel,

00:12:01.700 --> 00:12:05.300
also diese Haltungsformen 1 bis 4, die immer auf den Fleischpackungen drauf ist.

00:12:05.300 --> 00:12:10.100
Das ist natürlich erstmal super, weil dadurch zum ersten Mal wirklich transparent wird,

00:12:10.100 --> 00:12:16.200
wie eigentlich das Fleisch, was ich kaufe, wie die Tiere eben für dieses Fleisch gehalten wurden, also wie sie gelebt haben.

00:12:16.200 --> 00:12:21.700
Aber der größte Anteil der Tiere in Deutschland wird natürlich in den Haltungsstufen eins und zwei gehalten,

00:12:21.700 --> 00:12:25.700
also nach konventionellem gesetzlichen Mindeststandard.

00:12:25.700 --> 00:12:30.600
Und das ist eine Form der Tierhaltung, wo wir heute aus wissenschaftlicher Sicht,

00:12:30.600 --> 00:12:35.700
aber auch die meisten Menschen in der Gesellschaft, sagen, diese Form der Tierhaltung ist noch nicht das, wo wir hinwollen.

00:12:35.700 --> 00:12:39.100
Das ist noch wirklich verbesserungswürdig.

00:12:39.100 --> 00:12:41.100
Holger Klein: Gucken wir mal, wie wir dahin gekommen sind.

00:12:41.100 --> 00:12:46.000
Ich lese bei Ihnen außerdem, in der Fleischwirtschaft sei in den neunziger Jahren

00:12:46.000 --> 00:12:51.200
ein für Deutschland untypisches Wettbewerbsmodell erfolgreich gewesen, nämlich die Kostenführerschaft.

00:12:51.200 --> 00:12:52.700
Was ist das?

00:12:52.700 --> 00:12:56.100
Busch: Die Kostenführerschaft ist ein Wettbewerbsmodell, das darauf fokussiert ist,

00:12:56.100 --> 00:13:02.100
sich gegen seine Wettbewerber durchzusetzen, indem man möglichst günstig ein bestimmtes Produkt produziert

00:13:02.100 --> 00:13:06.300
und das ist tatsächlich in Deutschland lange Jahre der Fall gewesen,

00:13:06.300 --> 00:13:12.000
dass die Fleischproduktion vor allem auf niedrige Preise ausgerichtet war,

00:13:12.000 --> 00:13:18.500
also zu günstigen Preisen für die Menschen ausreichend Fleisch und andere tierische Produkte herzustellen.

00:13:18.500 --> 00:13:21.100
Holger Klein: Und warum ist das untypisch?

00:13:21.100 --> 00:13:23.500
Busch: Weil wir in Deutschland eigentlich an einem Standort sind,

00:13:23.500 --> 00:13:27.800
der in vielen anderen Wirtschaftsbereichen jetzt nicht unbedingt auf Kostenführerschaft setzt,

00:13:27.800 --> 00:13:33.700
also auf möglichst niedrige Preise, sondern häufig auf Diversifizierung setzt, auf Differenzierung,

00:13:33.700 --> 00:13:39.600
das heißt, etwas im Markt anders zu machen, sich von den Wettbewerbern durch Qualität abzuheben.

00:13:39.600 --> 00:13:45.300
Und das ist eigentlich so das, wo Deutschland in vielen anderen Bereichen seine Stärke hat,

00:13:45.300 --> 00:13:49.500
eben nicht günstigster Produzent zu sein, was auch logisch ist im internationalen Vergleich,

00:13:49.500 --> 00:13:54.200
weil wir zum Beispiel hier ja auch relativ hohe Lohnniveaus haben im Vergleich zu anderen Ländern.

00:13:54.200 --> 00:13:55.500
Holger Klein: Sie sagten, das sei der Fall gewesen.

00:13:55.500 --> 00:13:57.700
Besteht dieses Wettbewerbsmodell jetzt nicht mehr?

00:13:57.700 --> 00:14:04.100
Busch: Das ist immer noch der Fall, weil wir natürlich vor allem immer noch diese Standardware produzieren

00:14:04.100 --> 00:14:08.700
Standardware heißt, die meisten Tiere werden nach gesetzlichem Mindeststandard produziert.

00:14:08.700 --> 00:14:15.300
Das heißt, das Schweinefleisch in Deutschland wird hier genauso produziert wie in anderen Ländern der Welt.

00:14:15.300 --> 00:14:18.700
Und das bedeutet, dass wir mit diesen Ländern in einem Kostenwettbewerb stehen

00:14:18.700 --> 00:14:23.000
und wir eben immer noch eine Commodity produzieren,

00:14:23.000 --> 00:14:27.700
also Fleischprodukte, die international gehandelt werden und die austauschbar sind,

00:14:27.700 --> 00:14:32.100
sodass es letztendlich qualitätsmäßig keinen Unterschied macht, ob dieses Schweinefleisch jetzt aus Frankreich,

00:14:32.100 --> 00:14:35.200
aus Deutschland oder aus Polen kommt.

00:14:35.200 --> 00:14:40.600
Holger Klein: Wäre es denn, wenn wir gerade Standardware produzieren, ein gangbares Geschäftsmodell für die Zukunft,

00:14:40.600 --> 00:14:45.100
Premiumware zu produzieren, also den Mercedes unter den Schnitzeln?

00:14:45.100 --> 00:14:52.100
Busch: Ja, das ist ja eine Idee, die auch politisch ein bisschen forciert wurde oder wo die Empfehlung hingehen,

00:14:52.100 --> 00:14:58.200
zum Beispiel von der Zukunftskommission Landwirtschaft oder dem Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung.

00:14:58.200 --> 00:15:04.200
Das sind zwei so Multi-Stakeholdergremien, die vom Bundeskabinett eingerichtet wurden in den letzten Jahren

00:15:04.200 --> 00:15:10.300
und die haben Vorschläge erarbeitet, wie man eben zu einer anderen Form der Tierhaltung kommen kann,

00:15:10.300 --> 00:15:15.100
einer besseren Form der Tierhaltung, die auf Qualität stärker setzt, auf Differenzierung,

00:15:15.100 --> 00:15:21.500
also wirklich ein Produkt anzubieten, was eben nicht nur aus geschlossenen standardmäßigen Ställen kommt,

00:15:21.500 --> 00:15:23.700
sondern hier die Tierhaltung wirklich umzubauen,

00:15:23.700 --> 00:15:30.600
sodass der Standard in Deutschland im Jahr 2040 Auslauf- oder Freilandhaltung für alle Tiere beinhalten würde.

00:15:30.600 --> 00:15:33.600
Holger Klein: Das ist dann Bio-Fleisch ausschließlich nur noch?

00:15:33.600 --> 00:15:37.500
Busch: Nein, das ist nicht unbedingt nur Biofleisch, weil bei Bio neben der Haltungsform,

00:15:37.500 --> 00:15:41.600
also ob die Tiere rauskommen oder nicht, natürlich auch noch die Produktion von biologischem Futter

00:15:41.600 --> 00:15:45.200
und natürlich auch ausschließlich biologisches Futter zu verfüttern,

00:15:45.200 --> 00:15:47.800
erlaubt ist und das ist hier in diesem Vorschlag nicht drin.

00:15:47.800 --> 00:15:50.700
Das heißt, auch die Betriebe müssten nicht zwangsläufig auf Bio umstellen,

00:15:50.700 --> 00:15:56.300
sondern könnten konventionell bleiben, aber die Ställe müssten eben deutlich anders aussehen.

00:15:56.300 --> 00:15:59.600
Holger Klein: Sollten Sie denn vielleicht trotzdem auf Bio umsteigen?

00:15:59.600 --> 00:16:01.500
Also ist es immer die bessere Wahl?

00:16:01.500 --> 00:16:03.200
Busch: Das kann man, glaube ich, so pauschal gar nicht sagen,

00:16:03.200 --> 00:16:09.600
denn sowohl die biologische Landwirtschaft wie auch die konventionelle bieten Vor- und Nachteile.

00:16:09.600 --> 00:16:12.700
In der Tierhaltung ist es ganz klar so, dass die Biohaltungssysteme,

00:16:12.700 --> 00:16:15.500
wenn wir sie heute mit dem konventionellen Standard vergleichen,

00:16:15.500 --> 00:16:19.800
sehr viel vorteilhafter sind in Bezug auf Tierschutz.

00:16:19.800 --> 00:16:23.100
In der Futterproduktion ist es dann schon nicht mehr ganz so eindeutig,

00:16:23.100 --> 00:16:29.700
weil wir da Umweltvorteile auf Bio-Seite haben, das heißt mehr Biodiversität zum Beispiel.

00:16:29.700 --> 00:16:34.600
Aber wir haben häufig Nachteile oder zumindest keinen Vorteil von Bio im Bereich Klimaschutz,

00:16:34.600 --> 00:16:37.800
weil hier die Erträge im Biobereich deutlich geringer sind.

00:16:37.800 --> 00:16:43.700
Das heißt, wir brauchen mehr Fläche, um das gleiche Futter bio zu produzieren, wie konventionell.

00:16:43.700 --> 00:16:46.200
Holger Klein: Das ist aber eigentlich eine ganz gute Nachricht für die Betriebe, oder?

00:16:46.200 --> 00:16:49.500
Busch: Ja, ich glaube schon, für viele bietet das eben eine wirkliche Chance,

00:16:49.500 --> 00:16:56.000
wenn das politisch auch so umgesetzt werden wird, würde, wie die Vorschläge gerade liegen.

00:16:56.000 --> 00:17:01.800
Holger Klein: Wer genau muss um die Probleme, die wir eingangs besprochen haben, zu lösen, eigentlich was genau tun?

00:17:01.800 --> 00:17:03.300
Also schaffen die Betriebe das?

00:17:03.300 --> 00:17:04.200
Müssen die überhaupt?

00:17:04.200 --> 00:17:07.200
Sind wir Konsumenten gefragt, sollten wir lieber aufhören Fleisch zu essen?

00:17:07.200 --> 00:17:08.700
Sollten wir die Politik antreiben?

00:17:08.700 --> 00:17:11.700
Wer ist da an welcher Stelle in der Pflicht?

00:17:11.700 --> 00:17:18.000
Busch: Ich glaube, das Thema muss von allen Seiten angegangen werden und da sind auch viele gefragt mitzuwirken,

00:17:18.000 --> 00:17:22.400
wie bei allen großen Nachhaltigkeitsherausforderungen, die wir in unserer Gesellschaft ja so haben.

00:17:22.400 --> 00:17:27.900
Die Verbraucher und Verbraucherinnen sind hier gefragt, zum einen den Fleischkonsum zu reduzieren,

00:17:27.900 --> 00:17:33.500
das wäre wirklich hilfreich, wenn wir Fleischkonsum und Konsum tierischer Produkte in Deutschland zurückfahren würden,

00:17:33.500 --> 00:17:37.200
dass gar nicht mehr so viel benötigt würde.

00:17:37.200 --> 00:17:41.500
Und dass dann die Verbraucherinnen und Verbraucher auch zu Produkten im Supermarkt greifen,

00:17:41.500 --> 00:17:47.500
die mehr ihren Einstellungen entsprechen, also sprich höheres Tierwohl haben und geringeren, höheren Klimaschutz.

00:17:47.500 --> 00:17:50.500
Also wenn sich das Einkaufsverhalten auch entsprechend anpasst.

00:17:50.500 --> 00:17:52.900
Aber die letzten Jahre haben eigentlich gezeigt,

00:17:52.900 --> 00:17:56.700
dass der Markt alleine die großen Probleme der Tierhaltung nicht lösen wird.

00:17:56.700 --> 00:17:59.400
Wir sind seit Jahren in der Diskussion um Tierschutzlabel.

00:17:59.400 --> 00:18:03.400
Es gibt ja mittlerweile auch verschiedene Tierschutzlabel im Markt erhältlich,

00:18:03.400 --> 00:18:08.400
ein staatliches Label gibt es leider ja noch nicht, obwohl das auch seit Jahren im Gespräch ist.

00:18:08.400 --> 00:18:10.200
Aber hier sehen wir, das dauert einfach viel zu lange

00:18:10.200 --> 00:18:17.400
und der Markt wird alleine diesen Drive nicht bekommen jetzt innerhalb von kurzer Zeit die Landwirtschaft umzuwandeln.

00:18:17.400 --> 00:18:21.000
Die Betriebe können es aus eigener Tasche nicht finanzieren,

00:18:21.000 --> 00:18:27.000
weil sie im Moment eben in diesem Kostenwettbewerb gefangen sind und total wenig Spielraum haben, auch zu investieren.

00:18:27.000 --> 00:18:31.700
Das heißt, hier ist schon die Politik gefragt, auch Anreize zu schaffen und auch Geld,

00:18:31.700 --> 00:18:37.000
wenn wir denn diese Transformation als Gesellschaft wollen, Geld in diese Transformation zu stecken.

00:18:37.000 --> 00:18:41.900
Holger Klein: Das heißt, man müsste die Betriebe im Grunde in die Nachhaltigkeit hinein subventionieren.

00:18:41.900 --> 00:18:44.200
Busch: Ja. Genau.

00:18:44.200 --> 00:18:48.400
Holger Klein: Sind denn die Einstellungen der Konsumenten, die Sie eben gesagt haben,

00:18:48.400 --> 00:18:52.000
sind die denn überhaupt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet?

00:18:52.000 --> 00:18:58.200
Weil man ist ja durchaus in der Lage, sich mit anderem Fleisch als dem problematischen einzudecken.

00:18:58.200 --> 00:19:03.700
Busch: Ja, das ist absolut richtig, also verschiedene Studien zeigen ganz eindeutig,

00:19:03.700 --> 00:19:08.400
über 80 Prozent der Menschen in Deutschland sich eine andere Form der Tierhaltung,

00:19:08.400 --> 00:19:13.000
aber natürlich, da haben Sie total Recht, an der Fleischtheke sieht das Kaufverhalten anders aus

00:19:13.000 --> 00:19:17.900
und das bezeichnen wir in der Wissenschaft als die sogenannte Bürgerkonsumentenlücke,

00:19:17.900 --> 00:19:22.700
die nämlich genau diese Lücke beschreibt zwischen den Einstellungen, die die Menschen haben

00:19:22.700 --> 00:19:26.500
und dem Kaufverhalten, was sie als Konsument an den Tag legen.

00:19:26.500 --> 00:19:30.700
Und das ist nicht spezifisch für Fleisch oder für Lebensmittel, das gibt es in anderen Bereichen auch.

00:19:30.700 --> 00:19:33.000
Holger Klein: Jeder will Veränderung, keiner will sich ändern.

00:19:33.000 --> 00:19:38.500
Busch: Genau, also auch in der Energiepolitik, im Bereich Mobilität haben wir das ja auch, wo viele sagen würden,

00:19:38.500 --> 00:19:44.200
ja, wir brauchen eine Mobilitätswende, wir brauchen Energiewende, aber der Markt alleine ist nicht in der Lage, das zu reißen.

00:19:44.200 --> 00:19:47.200
Holger Klein: So, jetzt lösen wir all die Probleme, haben nur noch Premiumfleisch,

00:19:47.200 --> 00:19:53.200
Deutschland kauft nur noch Fleisch aus unfragwürdiger Produktionsweise.

00:19:53.200 --> 00:19:57.200
Reicht das denn dann? Weil der Weltmarkt verändert sich ja nicht.

00:19:57.200 --> 00:20:04.200
Busch: Genau, das stimmt, das wäre aber, glaube ich, ein wichtiger Anfang, weil wir in Deutschland die Möglichkeit haben,

00:20:04.200 --> 00:20:09.200
hier auch so ein bisschen eine Vorreiterrolle mit einzunehmen mit anderen Ländern in Europa.

00:20:09.200 --> 00:20:14.000
Und dass wir eben hier wirklich unsere Tierhaltung umbauen, unseren Fleischkonsum zurückfahren

00:20:14.000 --> 00:20:18.900
und somit eben auch anderen Teilen der Welt ermöglichen, tierische Produkte zu konsumieren

00:20:18.900 --> 00:20:24.000
und den Konsum vielleicht auch ein Stück weit zu steigern, wenn wir eben über den globalen Süden sprechen,

00:20:24.000 --> 00:20:28.700
wo tierische Produkte Mangelware sind für viele Menschen in der Bevölkerung

00:20:28.700 --> 00:20:33.200
und eben auch wichtig sind in der Ernährung der Bevölkerung, in der Proteinversorgung.

00:20:33.200 --> 00:20:36.400
Und das können wir eben besser schaffen, wenn wir hier weniger essen

00:20:36.400 --> 00:20:40.700
und dafür andere Teile der Welt eben mehr essen können.

00:20:40.700 --> 00:20:45.000
Holger Klein: Jetzt macht Deutschland das, sagen Sie, es gibt noch ein paar andere Länder, so eine Koalition der Willigen,

00:20:45.000 --> 00:20:49.200
aber müsste das nicht eigentlich die Europäische Union zentral steuern?

00:20:49.200 --> 00:20:53.500
Busch: Ja, also im Moment sieht man ja, dass es schon allein für ein Land wie in Deutschland schwierig ist,

00:20:53.500 --> 00:20:56.500
diesen Transformationsprozess wirklich umzusetzen.

00:20:56.500 --> 00:21:01.500
Da wird ja auch seit geraumer Zeit schon diskutiert und das ist relativ schwierig hier einen Konsens zu finden.

00:21:01.500 --> 00:21:08.000
Deshalb wäre es natürlich wünschenswert, das auf EU-Ebene zu schaffen, aber der Weg dorthin ist, glaube ich, sehr weit.

00:21:08.000 --> 00:21:10.700
Holger Klein: Haben Sie eigentlich Zahlen? Was würde der Spaß kosten?

00:21:10.700 --> 00:21:16.700
Busch: Also das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung hat das ausgerechnet, was es uns kosten würde,

00:21:16.700 --> 00:21:21.000
wenn wir bis 2040 die Tierhaltung wirklich umbauen,

00:21:21.000 --> 00:21:25.500
das heißt, wenn wir 2040 nur noch Haltungsform 3 und 4 haben würden

00:21:25.500 --> 00:21:29.500
und rechnet da mit einem Finanzbedarf von 4 Milliarden Euro pro Jahr.

00:21:29.500 --> 00:21:35.200
Holger Klein: Das erscheint mir jetzt nicht viel, also gemessen an den Zahlen, mit denen wir sonst so operieren dieser Tage.

00:21:35.200 --> 00:21:36.500
Okay, das wäre der Idealzustand.

00:21:36.500 --> 00:21:39.500
Was glauben Sie, wie wir uns 2040 ernähren?

00:21:39.500 --> 00:21:47.000
Busch: Ich glaube, dass sich in der Ernährung der Menschen in Deutschland stark etwas verändern wird.

00:21:47.000 --> 00:21:51.900
Ich meine, es ist ein bisschen der Blick in die Glaskugel, aber wenn man so die Trends der letzten Jahre anschaut,

00:21:51.900 --> 00:21:57.000
dann sehen wir einen rückläufigen Fleischkonsum in Deutschland, insbesondere beim Schweinefleisch.

00:21:57.000 --> 00:22:03.200
Also über die letzten zehn Jahre ist der Schweinefleischkonsum in Deutschland um 22 Prozent zurückgegangen.

00:22:03.200 --> 00:22:09.900
Das ist beachtlich, das ist fast ein Viertel und wenn man diesen Trend so fortschreibt, dann kann es durchaus sein,

00:22:09.900 --> 00:22:14.700
dass vor allem manche Fleischarten wie das Schweinefleisch deutlich an Bedeutung verlieren werden.

00:22:14.700 --> 00:22:18.200
Gepusht wird das Ganze noch von der Beobachtung, die wir machen,

00:22:18.200 --> 00:22:25.700
dass gerade die jungen Generationen in Deutschland viel höhere Vegetarier- und Veganerinnenanteile haben.

00:22:25.700 --> 00:22:31.200
Also, bei den jungen Leuten doppelt so viele Menschen sich vegetarisch ernähren, wie das im Durchschnitt der Bevölkerung ist

00:22:31.200 --> 00:22:35.700
und wir in der jungen Generation eben auch mehr Sensibilität für die Themen Klimaschutz haben,

00:22:35.700 --> 00:22:40.000
und das dort eben auch zu einer stärkeren Verhaltensänderung führt.

00:22:40.000 --> 00:22:46.900
Und das sind ja sozusagen die Generationen, die 2040 die Haupteinkaufsgruppe darstellen in der Gesellschaft,

00:22:46.900 --> 00:22:52.200
sodass hier schon so ein ja so ein Rückgang eigentlich zu erwarten ist.

00:22:52.200 --> 00:22:53.400
Holger Klein: Gesa Busch, vielen Dank.

00:22:53.400 --> 00:22:54.500
Busch: Vielen Dank.

00:22:54.500 --> 00:23:01.000
Musik

00:23:01.000 --> 00:23:04.700
Holger Klein: Gesa Busch hat von der sogenannten „Bürgerkonsumentenlücke“ gesprochen.

00:23:04.700 --> 00:23:10.200
Die beschreibt den Abstand zwischen der eigenen Einstellung und dem realen Verhalten.

00:23:10.200 --> 00:23:15.200
Denn auch, wenn der Fleischkonsum zurückgeht und das Bewusstsein für die negativen Folgen größer wird,

00:23:15.200 --> 00:23:20.900
das eigene Verhalten so richtig konsequent zu verändern, das gelingt eher wenigen.

00:23:20.900 --> 00:23:26.000
Bernd Ladwig ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Freien Universität Berlin.

00:23:26.000 --> 00:23:30.500
Er zeigt zwar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf den einzelnen Grill-Liebhaber, aber er sagt,

00:23:30.500 --> 00:23:33.900
es ist auch moralisch falsch, Fleisch zu essen.

00:23:33.900 --> 00:23:39.500
Denn wir schädigen die Tiere, ohne dass wir heute noch auf ihr Fleisch existenziell angewiesen sind.

00:23:39.500 --> 00:23:44.000
Mit einem natürlichen Mensch-Tier-Verhältnis hat die Fleischindustrie für ihn nichts zu tun.

00:23:44.000 --> 00:23:50.700
Ladwig: Erstmal kann man natürlich mit Blick auf vieles, was zur heutigen Fleischwirtschaft dazu gehört

00:23:50.700 --> 00:23:53.900
schon die Idee, dass das natürlich sei, zurückweisen.

00:23:53.900 --> 00:23:58.000
Wenn man etwa an die Unmengen an Antibiotika denkt, die da verarbeitet werden,

00:23:58.000 --> 00:24:03.000
an die Art, wie die Tiere besamt und gefüttert werden und so weiter und so fort.

00:24:03.000 --> 00:24:06.000
Das Zweite ist, dass Natürlichkeit kein moralisches Argument ist.

00:24:06.000 --> 00:24:12.200
Wir sind ja gewissermaßen von Natur aus zur Kultur und auch zu moralischem Lernen veranlagt.

00:24:12.200 --> 00:24:16.700
Wir ziehen uns an, wir wohnen in elektrisch oder sonstwie beheizten Wohnungen.

00:24:16.700 --> 00:24:23.200
Alles Dinge, die wir ja gewissermaßen durch Intelligenz und Einsichtsfähigkeit der Natur abgerungen haben.

00:24:23.200 --> 00:24:27.200
Und deswegen sollte man gegen eine falsche Naturromantik angehen,

00:24:27.200 --> 00:24:30.400
insbesondere wenn sie am völlig falschen Platz geübt wird,

00:24:30.400 --> 00:24:38.900
nämlich eben in der Verteidigung der ganz und gar nicht natürlichen und für die Natur der Tiere absolut abträglichen Fleischwirtschaft.

00:24:38.900 --> 00:24:43.400
Holger Klein: Die Fleischindustrie wirkt sich global aus, denn sie befördert Artensterben und Klimawandel.

00:24:43.400 --> 00:24:49.500
Ob ich heute ein Schnitzel esse oder nicht, das macht in den globalen Zusammenhängen erstmal kaum einen Unterschied.

00:24:49.500 --> 00:24:53.700
Denn die direkte Verantwortung des einzelnen Konsumenten für diese umfassenden Folgen

00:24:53.700 --> 00:24:57.200
ist erstmal ziemlich schwer zu bemessen, sagt Bernd Ladwig.

00:24:57.200 --> 00:25:03.000
Ladwig: Sie können gar nicht individuell einschätzen, welchen Beitrag, welchen marginalen Beitrag Sie da leisten,

00:25:03.000 --> 00:25:06.900
um eine Industrie am Leben zu halten oder einzudämmen.

00:25:06.900 --> 00:25:12.700
Aber zum einen kann man natürlich selbst solch kleinen Handlungen unter dem Gesichtspunkt sehen,

00:25:12.700 --> 00:25:18.500
dass sie Beiträge zu etwas sind, was insgesamt ein großes Unrecht bedeutet.

00:25:18.500 --> 00:25:22.500
Zweitens kann man sich fragen, ob man nicht auch für Dritte ein Beispiel gibt,

00:25:22.500 --> 00:25:27.000
insbesondere wenn man den Verzicht auf Tierprodukte auch politisch kommuniziert,

00:25:27.000 --> 00:25:32.700
also nicht nur als private Konsumentscheidung behandelt, sondern auch als ein politisches Statement, wenn Sie so wollen.

00:25:32.700 --> 00:25:39.200
Und drittens gibt es auch Auffassungen von Verantwortung, wonach wir auch dann, wenn der kausale Impact dessen,

00:25:39.200 --> 00:25:44.200
was wir tun, gering ist, wir es sozusagen dem individuellen Tier schulden,

00:25:44.200 --> 00:25:48.500
dass wir nicht von einem Unrecht, das es erlitten hat, auch noch profitieren.

00:25:48.500 --> 00:25:54.200
Und dann ist es gar nicht mehr so wichtig, jedenfalls für das Urteil nicht allein ausschlaggebend,

00:25:54.200 --> 00:25:57.500
ob sie jetzt mit der individuellen Entscheidung für oder gegen Fleisch

00:25:57.500 --> 00:26:02.900
irgendwie den entscheidenden Schlag gegen die Fleischindustrie tun, was sie wahrscheinlich nicht tun.

00:26:02.900 --> 00:26:07.400
Holger Klein: Für ihn heißt das auch, dass man durchaus dazu berechtigt ist, das Fleischessen zu kritisieren.

00:26:07.400 --> 00:26:11.000
Nur sollte diese Kritik nicht moralistisch daherkommen.

00:26:11.000 --> 00:26:15.500
Ladwig: Ich würde sogar sagen, dass wir unter sonst gleichen Umständen dazu verpflichtet sind, es zu kritisieren,

00:26:15.500 --> 00:26:21.900
denn nur so kann man ja vielleicht die Lernprozesse anstoßen, die dem dann ein Ende machen.

00:26:21.900 --> 00:26:27.500
Aber, weil eben auch gilt, dass es für viele Leute eine liebgewonnene Gewohnheit ist, Fleisch zu essen,

00:26:27.500 --> 00:26:31.700
dass nicht die Information über die Alternativen gleichermaßen verbreitet,

00:26:31.700 --> 00:26:36.700
dass vielleicht auch die Alternativen nicht überall gleichermaßen erschwinglich sind und so weiter,

00:26:36.700 --> 00:26:40.700
sollte man in der Art und Weise, wie man Kritik übt sich mäßigen.

00:26:40.700 --> 00:26:45.200
Man sollte auch aus dem Grund, dass man eben Leute ja für seine Sichtweise gewinnen will,

00:26:45.200 --> 00:26:51.000
zurückhaltend sein mit einer übermäßig scharfen oder gar herabsetzenden Art der Kritik.

00:26:51.000 --> 00:26:54.000
Holger Klein: Wie sieht sie also aus, die Zukunft des Fleischessens?

00:26:54.000 --> 00:26:56.500
Bernd Ladwig sieht das eher pragmatisch.

00:26:56.500 --> 00:26:59:00
Musik

00:26:59:00 --> 00:27:02:000
Ladwig: Also, ich glaube, dass es wahrscheinlich illusorisch ist,

00:27:02:000 --> 00:27:08.000
Menschen auf absehbare Zeit in ihrer Gesamtheit davon abzubringen, Fleisch nachzufragen.

00:27:08.000 --> 00:27:12.700
Deswegen halte ich zum Beispiel die Entwicklung von Fleisch unter Laborbedingungen,

00:27:12.700 --> 00:27:22.200
für die also gar kein Tier großgezogen und getötet werden müsste, für einen wichtigen Teilschritt, eine wichtige Maßnahme.

00:27:22.200 --> 00:27:29.000
Und die muss aber begleitet werden von Bewusstseinsbildung und auch der Förderung anderer Alternativen.

00:27:29.000 --> 00:27:35.200
Sonst wird immer das Argument kommen, na ja, aber es ist doch unnatürlich, wenn man zum Beispiel Zellgewebe verzehrt,

00:27:35.200 --> 00:27:42.365
dass im Reagenzglas gezeugt wurde und nicht etwa von der Kuh, die auf der Weide stand

00:27:42.365  --> 00:27:47.400
und angeblich ein gutes Leben hatte, was als Fleischkuh so gut wie nie hat.

00:27:47.400 --> 00:27:49.500
Holger Klein: Und auch der Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder,

00:27:49.500 --> 00:27:52.200
den wir am Anfang dieser Folge gehört haben, stellt klar,

00:27:52.200 --> 00:27:59.400
selbst wenn uns damit eine lange Geschichte verbindet, es ist nicht wirklich das Fleisch von Tieren, das wir brauchen.

00:27:59.400 --> 00:28:00.700
Hirschfelder: Fleisch ist letztlich ein Konstrukt.

00:28:00.700 --> 00:28:04.700
Wir nennen Dinge Fleisch und unser Körper braucht kein Fleisch,

00:28:04.700 --> 00:28:08.700
aber er braucht Mikronährstoffe und er braucht Makronährstoffe.

00:28:08.700 --> 00:28:11.900
Er braucht Fett, er braucht Kohlenhydrate und er braucht Proteine.

00:28:11.900 --> 00:28:19.900
Das können verschiedenste Proteine sein, entwicklungsgeschichtlich sind Fleisch und Fisch die am leichtesten zugänglichen Proteine,

00:28:19.900 --> 00:28:25.200
das können langfristig natürlich bei einer stärker synthetischen Ernährung auch völlig andere Proteine sein,

00:28:25.200 --> 00:28:28.000
aber Fett und Proteine brauchen wir schon.

00:28:28.000 --> 00:28:31.400
Musik

00:28:31.400 --> 00:28:33.200
Holger Klein: Was wir also mitnehmen können.

00:28:33.200 --> 00:28:37.900
Erstens, Fleisch zu essen hat vielerorts eine besondere kulturelle Bedeutung

00:28:37.900 --> 00:28:41.700
und es hat womöglich die Entwicklung des Menschen und den kulturellen Fortschritt befördert.

00:28:41.700 --> 00:28:44.000
Das hat Gunther Hirschfelder erklärt.

00:28:44.000 --> 00:28:49.200
Zweitens, die heutige Fleischindustrie steht angesichts des Klimawandels vor großen Herausforderungen,

00:28:49.200 --> 00:28:54.700
die weder von den Konsumentinnen, noch von den Betrieben oder dem Markt alleine bewältigt werden können.

00:28:54.700 --> 00:28:58.400
Es braucht mehr politische Regelungen. Das hat Gesa Busch deutlich gemacht.

00:28:58.400 --> 00:29:02.500
Drittens, Kritik am Fleischessen ist durchaus berechtigt, meint Bernd Ladwig.

00:29:02.500 --> 00:29:06.000
Wenn die Kritik ankommen soll, darf sie aber nicht moralistisch vorgetragen werden,

00:29:06.000 --> 00:29:10.900
weil die Voraussetzungen für eine Umstellung der Gewohnheiten sehr verschieden sein können.

00:29:10.900 --> 00:29:18.000
Musik

00:29:18.000 --> 00:29:20.200
Das war „Aus Politik und Zeitgeschichte“.

00:29:20.200 --> 00:29:25.500
In der APuZ zum Thema „Fleisch“ finden Sie die Texte von Gesa Busch, Gunther Hirschfelder und Bernd Ladwig.

00:29:25.500 --> 00:29:32.400
Weitere Autorinnen und Autoren sind Thorsten Schulten, Johannes Specht, Achim Spiller, Deborah Williger und Martin Winter.

00:29:32.400 --> 00:29:35.700
Den Link zur APuZ-Ausgabe finden Sie in den Shownotes.

00:29:35.700 --> 00:29:42.200
In der APuZ-Ausgabe zum Thema Landwirtschaft geht es ebenfalls um Fragen der Nachhaltigkeit und Veränderungen des Agrarsektors.

00:29:42.200 --> 00:29:44.200
Auch die haben wir verlinkt.

00:29:44.200 --> 00:29:49.000
Und um die Zukunft der europäischen Landwirtschaft geht es auch in einer Folge des Podcasts „Was uns betrifft“

00:29:49.000 --> 00:29:52.500
von den Volontärinnen und Volontären der bpb

00:29:52.500 --> 00:29:56.780
Diese Folge zum Thema „Gut ernähren“ verlinken wir ebenfalls in den Shownotes.

00:29:56.780 --> 00:30:00.005
Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie Feedback zu dieser Folge haben.

00:30:00.005 --> 00:30:05.302
Fragen, Lob, aber auch Kritik können Sie uns schicken an apuz@bpb.de.

00:30:05.302 --> 00:30:09.790
In vier Wochen erscheint die nächste Folge. Dann sprechen wir über Risikokompetenz. 

00:30:09.790 --> 00:30:12.745
Ich bin Holger Klein, und ich danke für die Aufmerksamkeit.

00:30:12.745 --> 00:30:29.193
Musik

00:30:29.193 --> 00:30:34.700
Holger Klein: Der Podcast „Aus Politik und Zeitgeschichte“ wird von der APuZ-Redaktion in Zusammenarbeit mit hauseins produziert.

00:30:34.700 --> 00:30:40.200
Redaktion für diese Folge: Gina Enslin, Julia Günther, Anne-Sophie Friedel und Johannes Piepenbrink.

00:30:40.200 --> 00:30:46.200
Schnitt: Oliver Kraus. Musik: Joscha Grunewald. Produktion: hauseins. Am Mikrofon war Holger Klein.

00:30:46.200 --> 00:30:52.200
Die Folgen stehen unter der Creative Commons Lizenz und dürfen unter Nennung der Herausgeberin zu nichtkommerziellen Zwecken weiterverbreitet werden.
