WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:02.700
Holger Klein: Willkommen zu „Aus Politik und Zeitgeschichte“,

00:00:02.700 --> 00:00:05.400
einem Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung.

00:00:05.400 --> 00:00:08.600
Ich bin Holger Klein, und wir sprechen heute über China.

00:00:08.600 --> 00:00:12.500
Wenn Sie sich nach dem Hören tiefer mit dem Thema befassen wollen,

00:00:12.500 --> 00:00:19.100
finden Sie mehrere Ausgaben der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ zu China auf bpb.de/apuz.

00:00:19.100 --> 00:00:21.300
*Musik*

00:00:21.300 --> 00:00:27.300
Annalena Baerbock: „China hat sich verändert und deswegen muss sich auch unsere China-Politik verändern“.

00:00:27.300 --> 00:00:32.000
Holger Klein: Mit diesen Worten hat Außenministerin Annalena Baerbock im Juli

00:00:32.000 --> 00:00:35.100
die neue China-Strategie der Bundesregierung vorgestellt.

00:00:35.100 --> 00:00:40.000
Die Veränderung, von der hier die Rede ist, hat auf mehreren Ebenen stattgefunden.

00:00:40.000 --> 00:00:43.500
China hat in den letzten Jahrzehnten einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung hingelegt

00:00:43.500 --> 00:00:46.800
und ist als globale Wirtschaftsmacht so wichtig wie nie zuvor,

00:00:46.800 --> 00:00:50.000
auch und besonders als Handelspartner von Deutschland.

00:00:50.000 --> 00:00:55.300
Gleichzeitig ist die Volksrepublik unter Partei- und Staatschef Xi Jinping nach innen autoritärer

00:00:55.300 --> 00:00:58.000
und nach außen offensiver geworden.

00:00:58.000 --> 00:01:01.600
Und trotz aller dieser Entwicklung müssen die meisten von uns wohl zugeben.

00:01:01.600 --> 00:01:07.200
So ein richtig differenziertes, realistisches Bild von China haben wir nicht.

00:01:07.200 --> 00:01:11.400
In dieser Folge geht es um China, aber natürlich können wir in einer halben Stunde

00:01:11.400 --> 00:01:17.400
nur wenige Aspekte dieses mehr als 1,4 Milliarden Menschen umfassenden Landes besprechen.

00:01:17.400 --> 00:01:21.000
Darum schauen wir uns vor allem Deutschlands Beziehungen zu China an.

00:01:21.000 --> 00:01:25.700
Wie betrifft uns die wirtschaftliche und politische Entwicklung dieses Landes in den letzten Jahren,

00:01:25.700 --> 00:01:29.700
was wissen wir überhaupt darüber und wie gehen wir künftig mit China um?

00:01:29.700 --> 00:01:33.000
Felix Lee, Journalist und langjähriger China-Korrespondent der taz

00:01:33.000 --> 00:01:35.900
berichtet von seinen Eindrücken des Wandels in der Volksrepublik.

00:01:35.900 --> 00:01:39.400
Felix Lee: Das hat es ja so in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben,

00:01:39.400 --> 00:01:45.500
dass ein so großes Land innerhalb so kurzer Zeit sich so rasant entwickeln würde.

00:01:45.500 --> 00:01:49.700
Holger Klein: Der Politologe Thorsten Benner erklärt, wie sich China unter Xi Jinping verändert hat

00:01:49.700 --> 00:01:52.900
und was das für die deutsche China-Politik bedeutet.

00:01:52.900 --> 00:01:55.200
Thorsten Benner: Es bedroht uns, wenn wir Abhängigkeiten haben,

00:01:55.200 --> 00:01:59.000
die durch die chinesische Führung ausgenutzt werden,

00:01:59.000 --> 00:02:03.400
und dass die chinesische Führung darauf aus ist, diese Abhängigkeiten herzustellen

00:02:03.400 --> 00:02:06.700
und auch, wenn nötig, politisch zu nutzen.

00:02:06.700 --> 00:02:09.000
Holger Klein: Und die Sinologin Marina Rudyak macht deutlich,

00:02:09.000 --> 00:02:13.100
warum man sich viel intensiver mit der chinesischen Gesellschaft beschäftigen sollte.

00:02:13.100 --> 00:02:17.000
Marina Rudyak: „Wir haben ein sehr eindimensionales Bild von China,

00:02:17.000 --> 00:02:23.000
dass das Land als eine top down durchregierte monolithische Gesellschaft zeichnet,

00:02:23.000 --> 00:02:31.800
die aber tatsächlich der Realität des Landes, das auf eine gewisse Weise auch sehr anarchisch ist, einfach nicht abbildet“

00:02:31.800 --> 00:02:48.000
*Musik*

00:02:48.000 --> 00:02:53.500
Holger Klein: Als am 1. Oktober 1949 in Beijing die Volksrepublik China ausgerufen wurde,

00:02:53.500 --> 00:02:55.900
war das Land eines der ärmsten der Welt.

00:02:55.900 --> 00:03:00.500
Ausgebeutet durch Kolonialmächte und gezeichnet vom Bürgerkrieg.

00:03:00.500 --> 00:03:04.500
Mao Zedong übernahm damals die Macht als Vorsitzender der Kommunistischen Partei.

00:03:04.500 --> 00:03:11.000
Die Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1976 waren geprägt von Hungersnöten und gewaltsamer Unterdrückung.

00:03:11.000 --> 00:03:16.600
Danach geschah erstaunliches: Unter der Regierung von Deng Xiaoping öffnete China seine Wirtschaft

00:03:16.600 --> 00:03:22.500
und damit begann der Aufstieg des Landes zur mittlerweile zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, nach den USA.

00:03:22.500 --> 00:03:26.400
Felix Lee: Das hat es ja so in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben,

00:03:26.400 --> 00:03:31.500
dass ein so großes Land innerhalb so kurzer Zeit sich so rasant entwickeln würde

00:03:31.500 --> 00:03:36.100
und im Grunde in vielen Bereichen heute technologisch jetzt die Führung hat.

00:03:36.100 --> 00:03:38.000
Holger Klein: Das sagt Felix Lee.

00:03:38.000 --> 00:03:40.500
Er ist Journalist, war viele Jahre Korrespondent in Beijing

00:03:40.500 --> 00:03:44.500
und hat zuletzt das Buch „China, mein Vater und ich“ geschrieben.

00:03:44.500 --> 00:03:49.000
Sein Vater, Wenpo Lee, war 1949 aus China nach Taiwan geflohen

00:03:49.000 --> 00:03:52.100
und in den 1960er Jahren nach Deutschland gekommen.

00:03:52.100 --> 00:03:57.500
In den 1970er Jahren war er der erste chinesische Mitarbeiter bei Volkswagen in Wolfsburg.

00:03:57.500 --> 00:04:07.500
Felix Lee: Und was das Besondere war, dass 1978 völlig unerwartet eine chinesische Delegation vor den Werkstoren in Wolfsburg stand,

00:04:07.500 --> 00:04:11.300
und einer von ihnen behauptete, er sei der chinesische Maschinenbauminister.

00:04:11.300 --> 00:04:20.300
Das war deswegen so skurril, weil China bis dahin ja mehr oder weniger 30 Jahre komplett isoliert,

00:04:20.300 --> 00:04:24.100
verschlossen war, es so gut wie gar keinen Kontakt zum Ausland gab.

00:04:24.100 --> 00:04:26.600
Holger Klein: Der Vater von Felix Lee wird als Übersetzer eingesetzt

00:04:26.600 --> 00:04:31.500
und erlebt quasi live den Beginn der chinesischen Reform- und Öffnungspolitik.

00:04:31.500 --> 00:04:36.500
Bis 1978 hatte China nur Handelsbeziehungen zu anderen kommunistischen Staaten gepflegt.

00:04:36.500 --> 00:04:41.300
Das ändert sich nun und damit beginnt sich auch die wirtschaftliche Lage des Landes zu verändern.

00:04:41.300 --> 00:04:46.000
Felix Lee: Ich bin im Grunde seit meinem vierten Lebensjahr dann regelmäßig in China gewesen,

00:04:46.000 --> 00:04:51.000
also mit Beginn der Öffnung Chinas Ende der siebziger Jahre, Anfang der 80er Jahre

00:04:51.000 --> 00:04:55.300
und ich konnte im Grunde sehen, dass mit jedem Besuch es China immer besser ging.

00:04:55.300 --> 00:05:00.100
Also während die ersten Besuche wirklich noch von absoluter Armut geprägt waren,

00:05:00.100 --> 00:05:06.100
meine Großeltern in mehr oder weniger hüttenähnlichen Häusern lebten,

00:05:06.100 --> 00:05:10.100
kein fließend Wasser, kein Strom, dann schon beim nächsten Besuch dann plötzlich,

00:05:10.100 --> 00:05:16.500
dass die dann Küchengeräte hatten, Radiogerät, dann nochmal später ein Fernsehgerät,

00:05:16.500 --> 00:05:21.100
dann hatten wir auch alle Fahrräder und irgendwann Klimaanlagen.

00:05:21.100 --> 00:05:27.100
So konnte ich dann quasi alle zwei, drei Jahre mitkriegen, wie der wirtschaftliche Aufstieg vonstatten ging.

00:05:27.100 --> 00:05:32.300
Holger Klein: China konnte den Lebensstandard und seine Wirtschaftsleistung seit den 1980er Jahren kontinuierlich steigern,

00:05:32.300 --> 00:05:35.600
gesteuert von der Kommunistischen Partei.

00:05:35.600 --> 00:05:41.100
Das chinesische Wirtschaftsmodell, der sogenannte Sozialismus chinesischer Prägung,

00:05:41.100 --> 00:05:43.100
war für viele im Westen widersprüchlich.

00:05:43.100 --> 00:05:47.000
Durch eine weitreichende Industrialisierung und preisgünstige Arbeitskräfte

00:05:47.000 --> 00:05:51.800
wurde China immer mehr zum strategischen Standort für große westliche Konzerne,

00:05:51.800 --> 00:05:55.300
zur sogenannten „Werkbank der Welt“.

00:05:55.300 --> 00:06:00.300
Gleichzeitig förderte die autoritäre politische Führung einheimische Märkte und Unternehmen,

00:06:00.300 --> 00:06:03.500
und vermehrt auch die eigenständige Innovation.

00:06:03.500 --> 00:06:08.100
Seit den 1990er Jahren begann China selbst im Ausland zu investieren.

00:06:08.100 --> 00:06:12.100
Die chinesische Entwicklung wurde damals im Westen mit sehr viel Zuversicht beobachtet,

00:06:12.100 --> 00:06:15.800
trotz des Tian’anmen Massakers im Juni.

00:06:15.800 --> 00:06:20.800
Damals wurden friedliche Proteste in Beijing durch das Militär brutal niedergeschlagen.

00:06:20.800 --> 00:06:24.800
Danach stellte Deng Xiaoping seine Öffnungspolitik für einige Jahre ein.

00:06:24.800 --> 00:06:28.100
Viele hatten trotzdem die Hoffnung, dass die kommunistische Führung Chinas

00:06:28.100 --> 00:06:33.800
als Folge der wirtschaftlichen Öffnung irgendwann demokratische Reformen einleitet.

00:06:33.800 --> 00:06:35.600
Auch Felix Lee erinnert sich.

00:06:35.600 --> 00:06:40.300
Felix Lee: Das hat in meiner Zeit als Korrespondent so ein bisschen den Höhepunkt erreicht gehabt,

00:06:40.300 --> 00:06:45.300
also so rund um die olympischen Sommerspiele 2008 in Peking,

00:06:45.300 --> 00:06:49.600
wo sich das Land der Welt dann auch von seiner positiven Seite zeigen wollte,

00:06:49.600 --> 00:06:53.300
aber auch 2010, Shanghai, die Expo und so weiter.

00:06:53.300 --> 00:06:58.100
Und dann aber plötzlich ein neuer Führer an die Macht kam,

00:06:58.100 --> 00:07:02.300
der nach innen plötzlich wieder sehr viel repressiver wurde,

00:07:02.300 --> 00:07:04.800
nach außen hin, also in der Außenpolitik aggressiver,

00:07:04.800 --> 00:07:10.600
was man von China eigentlich so in der Form lange Zeit nicht mehr kannte.

00:07:10.600 --> 00:07:13.800
Holger Klein: Und damit kommen wir zu Xi Jinping.

00:07:13.800 --> 00:07:19.300
Seit 2012 Generalsekretär der Kommunistischen Partei, seit 2013 Staatspräsident Chinas.

00:07:19.300 --> 00:07:23.500
Unter ihm hat sich die Volksrepublik alles andere als demokratisch entwickelt.

00:07:23.500 --> 00:07:28.800
Die totale Überwachung der eigenen Bevölkerung, systematische Menschenrechtsverbrechen an den Uiguren,

00:07:28.800 --> 00:07:36.100
die zerschlagenen Proteste in Hongkong 2019 oder die strikte Null-Covid-Politik bis Ende

00:07:36.100 --> 00:07:40.500
sind nur einige Beispiele für die repressive Innenpolitik Xis.

00:07:40.500 --> 00:07:44.800
Felix Lee: Und zugleich ging der wirtschaftliche und technologische Aufstieg immer weiter

00:07:44.800 --> 00:07:47.100
und er hält auch bis heute weiterhin an.

00:07:47.100 --> 00:07:52.300
Und das macht es natürlich einerseits spannend, das alles zu betrachten,

00:07:52.300 --> 00:07:55.300
zugleich natürlich auch bedrohlich und auch ernüchternd.

00:07:55.300 --> 00:07:59.300
Und dann hat das auch sehr, sehr stark jetzt mit Deutschland zu tun,

00:07:59.300 --> 00:08:02.800
weil wahrscheinlich kein anderes westliches Land so dermaßen in den letzten Jahrzehnten

00:08:02.800 --> 00:08:07.500
von diesem chinesischen wirtschaftlichen Aufstieg profitiert hat wie Deutschland.

00:08:07.500 --> 00:08:11.100
Holger Klein: China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner.

00:08:11.100 --> 00:08:18.300
2022 wurden Waren im Wert von fast 300 Milliarden Euro zwischen den beiden Ländern gehandelt.

00:08:18.300 --> 00:08:22.100
Mehr als 5.000 deutsche Firmen sind heute in China aktiv.

00:08:22.100 --> 00:08:26.500
Jahrzehntelang haben die Unternehmen von den Produktionsbedingungen in China profitiert.

00:08:26.500 --> 00:08:30.100
Aber heute ist Deutschland vor allem stark abhängig von Importen aus China,

00:08:30.100 --> 00:08:32.500
auch wenn es um Hochtechnologie geht.

00:08:32.500 --> 00:08:35.300
Felix Lee: Also wenn wir zum Beispiel auch über unsere Energiewende sprechen,

00:08:35.300 --> 00:08:40.700
dass wir 85 Prozent aller Photovoltaikanlagen inzwischen aus China beziehen,

00:08:40.700 --> 00:08:45.600
wo die Deutschen noch vor 10 bis 15 Jahren sogar noch mal führend waren technologisch,

00:08:45.600 --> 00:08:49.500
davon aber nichts mehr vorhanden ist, sondern alles nach China abgewandert ist,

00:08:49.500 --> 00:08:53.200
wir es damals teilweise auch gefördert haben oder zugelassen haben,

00:08:53.200 --> 00:08:57.700
damit aber auch verkannt haben, wie viel technologisches Know-how damit verloren gegangen ist.

00:08:57.700 --> 00:09:04.800
Wenn wir heute darüber sprechen, dass wir eigentlich so was wie die Photovoltaikindustrie wieder nach Europa zurückholen wollen,

00:09:04.800 --> 00:09:09.100
bleibt uns gar nichts anderes übrig als auf die Chinesen zu setzen,

00:09:09.100 --> 00:09:13.200
also zu hoffen, dass die Chinesen uns diese Technologie wieder beibringen,

00:09:13.200 --> 00:09:16.300
weil zu viel Entwicklung in China stattgefunden hat.

00:09:16.300 --> 00:09:22.000
Holger Klein: Felix Lee meint, die Chinastrategie der Bundesregierung ist ein Schritt in die richtige Richtung.

00:09:22.000 --> 00:09:23.100
Die Erkenntnis der letzten Jahre ist für ihn.

00:09:23.100 --> 00:09:28.200
Felix Lee: Wir müssen in vielerlei Hinsicht viel, viel strategischer auch vorgehen,

00:09:28.200 --> 00:09:33.200
zumal wir dann auch erkannt haben, dass China ja auch, insbesondere in wirtschaftlichen Fragen,

00:09:33.200 --> 00:09:39.200
das ja nicht nur dem freien Märkten überlässt, sondern selbst sehr, sehr strategisch vorgeht,

00:09:39.200 --> 00:09:41.600
der Staat da auch massiv mitmischt.

00:09:41.600 --> 00:09:44.700
*Musik*

00:09:44.700 --> 00:09:49.200
Holger Klein: Diese chinesische Entwicklung beobachtet der Westen mit großer Skepsis.

00:09:49.200 --> 00:09:55.100
Die politischen Warnungen vor einer zu starken Abhängigkeit von China werden in den letzten Monaten lauter.

00:09:55.100 --> 00:09:59.000
Auch der Blick auf China als Wirtschaftspartner hat sich verändert.

00:09:59.000 --> 00:10:01.700
Dazu nochmal Außenministerin Annalena Baerbock.

00:10:01.700 --> 00:10:08.200
Annalena Baerbock: Für Deutschland bleibt China Partner, Wettbewerber, systemischer Rivale.

00:10:08.200 --> 00:10:15.600
Aber der Aspekt der systemischen Rivalen ist in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten.

00:10:15.600 --> 00:10:25.600
Wer China zuhört, der weiß mit welchem Selbstbewusstsein es die Entwicklungen unserer Welt entscheidend beeinflussen wird.

00:10:25.600 --> 00:10:29.600
Holger Klein: Denn China hat sich nicht nur innen-, sondern auch außenpolitisch gewandelt.

00:10:29.600 --> 00:10:33.700
Weltweite Großprojekte im Rahmen der sogenannten Belt and Road Initiative zeigen,

00:10:33.700 --> 00:10:35.700
dass Präsident Xi den Anspruch hat,

00:10:35.700 --> 00:10:40.700
China mit den Handelsnetzwerken dieser „Neuen Seidenstraße“ zur Weltmacht zu machen.

00:10:40.700 --> 00:10:44.100
Und dann ist da die militärische Bedrohung gegenüber Taiwan.

00:10:44.100 --> 00:10:47.600
Die Insel Taiwan hat eine eigenständige Demokratie entwickelt

00:10:47.600 --> 00:10:50.200
und wird von den USA schon lange unterstützt,

00:10:50.200 --> 00:10:54.200
aber China beansprucht Taiwan seit Jahrzehnten für sich und droht damit,

00:10:54.200 --> 00:10:57.700
die Herrschaft über Taiwan militärisch durchzusetzen.

00:10:57.700 --> 00:11:02.100
Mit Chinas zunehmender Macht werden solche Konflikte ihre Dynamik verändern.

00:11:02.100 --> 00:11:04.200
Das sagt der Politologe Thorsten Benner.

00:11:04.200 --> 00:11:08.000
Mit ihm habe ich darüber gesprochen, was Chinas Machtgewinn für Folgen hat

00:11:08.000 --> 00:11:10.600
und wie Deutschland darauf strategisch reagieren kann.

00:11:10.600 --> 00:11:13.600
*Musik*

00:11:13.600 --> 00:11:14.000
Guten Tag Herr Benner.

00:11:14.000 --> 00:11:15.600
Thorsten Benner: Hallo, grüße Sie.

00:11:15.600 --> 00:11:18.100
Holger Klein: In der APuZ schreiben Sie den Satz,

00:11:18.100 --> 00:11:24.100
„Xis China hat sich weit schneller auf bedrohliche Art und Weise verändert als unser Umgang damit.“

00:11:24.100 --> 00:11:26.600
Inwieweit hat sich China verändert?

00:11:26.600 --> 00:11:28.800
Also wie war China früher, wie ist es heute?

00:11:28.800 --> 00:11:34.200
Thorsten Benner: Na ja, früher konnten wir noch einigermaßen begründet die Hoffnung haben,

00:11:34.200 --> 00:11:40.300
dass, wenn wir nur tiefer und mehr Handel treiben mit China, unsere Beziehung intensivieren,

00:11:40.300 --> 00:11:43.500
dass China sich weiter öffnen würde

00:11:43.500 --> 00:11:47.800
und dass sich unsere Handelsbeziehungen auch komplementär entwickeln,

00:11:47.800 --> 00:11:51.700
dass wir nicht in einem totalen Wettbewerb stehen,

00:11:51.700 --> 00:11:55.000
sondern dass wir genau die Dinge liefern, die China braucht

00:11:55.000 --> 00:11:58.100
und China liefert uns die Dinge, die genau wir brauchen.

00:11:58.100 --> 00:12:01.300
China hat sich in Schritten geöffnet.

00:12:01.300 --> 00:12:08.000
Wenn man das China der 2000erjahre mit dem China der Anfang 70er unter Mao vergleicht,

00:12:08.000 --> 00:12:13.700
das ist natürlich eine radikale Öffnung, die China damals vollzogen hat.

00:12:13.700 --> 00:12:21.200
Nun kann man seit 2012, seit der Amtsübernahme von Präsident Xi, einen Umkehrschub beobachten.

00:12:21.200 --> 00:12:23.600
Das heißt China hat sich nicht weiter geöffnet,

00:12:23.600 --> 00:12:31.700
sondern Präsident Xi hat den absoluten Kontrollanspruch der kommunistischen Partei durchgesetzt intern,

00:12:31.700 --> 00:12:38.200
auf dramatische Art und Weise, denken Sie nur an das Schicksal der Uigurinnen und Uiguren

00:12:38.200 --> 00:12:44.600
oder die totale Überwachung, die auch jeder andere chinesische Bürger über sich ergehen lassen muss,

00:12:44.600 --> 00:12:50.700
aber natürlich auch mit großer Härte seinen Machtanspruch im Ausland aufgebaut,

00:12:50.700 --> 00:12:55.200
auch mit Blick auf die Kontrollübernahme über Taiwan

00:12:55.200 --> 00:13:00.500
und wir haben uns darauf zu langsam eingestellt, weil wir immer noch weiter gehofft haben,

00:13:00.500 --> 00:13:05.700
dass sich China doch weiter öffnen würde oder dass wenn es schon nicht demokratischer und offener wird,

00:13:05.700 --> 00:13:09.200
tiefe Wirtschaftsbeziehungen zumindest zur Stabilisierung beitragen.

00:13:09.200 --> 00:13:13.700
Holger Klein: Welche Bedeutung hat die zunehmende Militarisierung Chinas in diesem Zusammenhang?

00:13:13.700 --> 00:13:16.500
Thorsten Benner: Für mich ist es das zentrale Problem.

00:13:16.500 --> 00:13:23.200
Die Gefahr eines Krieges, zwischen den USA und China und Taiwan beispielsweise,

00:13:23.200 --> 00:13:27.800
ist relativ hoch und wir müssen alles tun, damit es nicht dazu kommt.

00:13:27.800 --> 00:13:30.700
Natürlich ist es verständlich, dass China,

00:13:30.700 --> 00:13:37.500
das vor einigen Jahren noch militärisch wahnsinnig unterlegen war gegenüber den USA,

00:13:37.500 --> 00:13:41.500
alles daran setzt, um selbst seine eigenen Kapazitäten zu erhöhen,

00:13:41.500 --> 00:13:45.500
aber mittlerweile hat dieser militärische Aufbau ein Level erreicht,

00:13:45.500 --> 00:13:51.200
wo Peking glaubwürdig sagen kann, wir könnten es versuchen, Taiwan zurückzuerobern

00:13:51.200 --> 00:13:54.700
oder zumindest bald hätte man diese Fähigkeiten und das heißt: Wir müssen uns Sorgen machen.

00:13:54.700 --> 00:13:55.600
Holger Klein: Die Militarisierung.

00:13:55.600 --> 00:14:00.200
Wir haben eine Reideologisierung, die Menschenrechtsverletzungen.

00:14:00.200 --> 00:14:05.100
Gibt es eine kurze Antwort auf die Frage, warum die chinesische Regierung das alles macht?

00:14:05.100 --> 00:14:07.200
Weil es lief doch eigentlich gut für China.

00:14:07.200 --> 00:14:10.600
Thorsten Benner: Das stimmt. Ich glaube, die Antwort ist,

00:14:10.600 --> 00:14:17.500
dass Präsident Xi das sozusagen für den richtigen Kurs für die Partei und für das Land hält,

00:14:17.500 --> 00:14:24.700
dass das sein Weg ist, den von ihm proklamierten chinesischen Traum zu erreichen,

00:14:24.700 --> 00:14:28.700
dass China zur Führungsnation aufgestiegen ist.

00:14:28.700 --> 00:14:37.700
Ob seine Wette aufgeht, ob man eben immer größere Daumenschrauben und Härte nach innen mit Innovation zusammenbringen kann langfristig,

00:14:37.700 --> 00:14:38.800
ist eine offene Frage.

00:14:38.800 --> 00:14:42.200
Momentan stolpert die chinesische Wirtschaft ja durchaus,

00:14:42.200 --> 00:14:45.200
aber das ist die Wette, die er eingegangen ist.

00:14:45.200 --> 00:14:49.200
Und Sie haben sehr richtig von Reideologisierung gesprochen,

00:14:49.200 --> 00:14:52.700
dass der ideologische Anspruch der kommunistischen Partei wieder im Zentrum steht

00:14:52.700 --> 00:14:57.600
und schauen Sie sich die Endphase der Covid-Politik in China an,

00:14:57.600 --> 00:15:02.000
wo man ja durchaus sehr viele Einbußen beim Wirtschaftswachstum in Kauf genommen hat

00:15:02.000 --> 00:15:10.200
oder schauen Sie an, wie die chinesische Führung mit sehr erfolgreichen Digitalunternehmern umgeht,

00:15:10.200 --> 00:15:15.500
die aber eine potenziell rivalisierende Machtbasis darstellen und deshalb kaltgestellt wurden.

00:15:15.500 --> 00:15:19.500
Holger Klein: Was Sie vorhin beschrieben hatten, also das China bis 2012,

00:15:19.500 --> 00:15:22.800
das hat die letzte Regierung Merkel noch strategische Partnerschaft genannt.

00:15:22.800 --> 00:15:26.200
Heute heißt es, China sei Systemrivale.

00:15:26.200 --> 00:15:30.000
Was bedeutet das denn eigentlich, Systemrivale zu sein?

00:15:30.000 --> 00:15:34.200
Thorsten Benner: Hätten wir erstmal genau gewusst, was strategische Partnerschaft bedeutet,

00:15:34.200 --> 00:15:36.700
hätten wir uns vielleicht auch mehr Gedanken darum gemacht.

00:15:36.700 --> 00:15:41.800
Frau Merkel hat ja noch unter Präsident Xi zum Ende ihrer Amtszeit davon gesprochen,

00:15:41.800 --> 00:15:44.800
dass wir eine umfassende strategische Partnerschaft haben,

00:15:44.800 --> 00:15:50.600
die alle Bereiche der Gesellschaft umfasst und das ist eine komplette Fehlkalkulation gewesen

00:15:50.600 --> 00:15:56.000
und dieser Terminus des systemischen Rivalen hebt darauf ab,

00:15:56.000 --> 00:15:59.000
dass China, wie es aufgestellt ist nach innen,

00:15:59.000 --> 00:16:05.700
eine rivalisierende Form der innenpolitischen Organisation zur liberalen Demokratie repräsentiert

00:16:05.700 --> 00:16:13.300
und auch der Machtanspruch Chinas nach außen, das sind Vorstellungen,

00:16:13.300 --> 00:16:19.300
wie man internationale Politik betreibt, die nicht mit deutschen Vorstellungen zusammenzubringen sind.

00:16:19.300 --> 00:16:23.700
Holger Klein: Aber bedroht uns das auch, weil immer wenn ich Rivalität höre,

00:16:23.700 --> 00:16:26.600
denke ich, oh, uh, da kommt eine Bedrohung auf uns zu.

00:16:26.600 --> 00:16:28.200
Inwiefern bedroht uns das?

00:16:28.200 --> 00:16:32.000
Thorsten Benner: Es bedroht uns dann, wenn es zum Krieg kommen sollte,

00:16:32.000 --> 00:16:40.500
weil ein Krieg zwischen den USA-Verbündeten und China wäre von den Auswirkungen katastrophal

00:16:40.500 --> 00:16:48.200
und würde die Auswirkungen des russischen Feldzugs gegen die Ukraine wirklich um ein Vielfaches in den Schatten stellen.

00:16:48.200 --> 00:16:55.700
Und es bedroht uns, wenn wir Abhängigkeiten haben, die durch die chinesische Führung ausgenutzt werden,

00:16:55.700 --> 00:17:00.600
dadurch dass wir erpresst werden und dass die chinesische Führung darauf aus ist,

00:17:00.600 --> 00:17:06.500
diese Abhängigkeiten herzustellen und auch, wenn nötig, politisch zu nutzen gegen diejenigen,

00:17:06.500 --> 00:17:11.900
die sich Peking in den Weg stellen, das hat der chinesische Präsiden Xi selbst gesagt.

00:17:11.900 --> 00:17:15.700
Er hat gesagt: Wir wollen, dass die Welt abhängiger von uns wird,

00:17:15.700 --> 00:17:17.900
aber wir weniger abhängig von der Welt.

00:17:17.900 --> 00:17:22.900
Und denken Sie daran, was mit Litauen passiert ist vor ein paar Jahren,

00:17:22.900 --> 00:17:27.900
die es gewagt haben, den Namen der taiwanesischen Vertretung zu ändern

00:17:27.900 --> 00:17:31.000
und dann mit Sanktionen belegt wurden von Peking.

00:17:31.000 --> 00:17:37.900
Ist die Sorge, dass Abhängigkeiten von Peking ausgenutzt werden, glaube ich, sehr berichtigt.

00:17:37.900 --> 00:17:42.200
Holger Klein: Ist das dann auch die Motivation hinter der Belt and Road Initiative,

00:17:42.200 --> 00:17:45.700
die wir gerne auch neue Seidenstraße nennen, Abhängigkeiten zu schaffen?

00:17:45.700 --> 00:17:51.700
Thorsten Benner: Ich glaube, die Motivation der Seidenstraßeninitiative ist vielfältig,

00:17:51.700 --> 00:17:58.500
auch Überkapazitäten für Infrastruktur, Bau, die es in China gab, sozusagen nach außen zu leiten,

00:17:58.500 --> 00:18:03.900
aber eben auch tiefere Beziehungen inklusive Möglichkeiten für Abhängigkeiten mit Ländern,

00:18:03.900 --> 00:18:06.900
und tiefere wirtschaftliche Integration zu schaffen.

00:18:06.900 --> 00:18:09.500
Da muss man genau hinschauen bei der Seidenstraßeninitiative.

00:18:09.500 --> 00:18:10.900
Das ist nicht das eine Schreckgespenst.

00:18:10.900 --> 00:18:14.700
Da ist auch viel PR dabei aus chinesischer Seite.

00:18:14.700 --> 00:18:20.400
Aber klar ist, dass Europa eine Alternative anbieten muss

00:18:20.400 --> 00:18:26.000
und das machen wir ja mit der EU-Initiative, die sich so schön Global Gateway nennt,

00:18:26.000 --> 00:18:33.000
dass man eben alternative Angebote für Infrastruktur mit anbietet von Seiten Deutschlands und Europas.

00:18:33.000 --> 00:18:36.000
Holger Klein: In der APuZ fordern sie eine Chinapolitik ohne Illusionen.

00:18:36.000 --> 00:18:42.400
Ich vermute mal, die Illusionen sind das, was Sie eben beschrieben haben, die sogenannte Interdependenz.

00:18:42.400 --> 00:18:46.900
Thorsten Benner: Genau, das war ja kein verrückter Gedanke, dass, wenn man voneinander abhängig ist,

00:18:46.900 --> 00:18:50.200
dass man sich dann halbwegs vernünftig verhält.

00:18:50.200 --> 00:18:55.500
Und ich gehörte zu denjenigen, die vor anderthalb Jahren nicht geglaubt haben,

00:18:55.500 --> 00:19:00.400
dass Putin den großen Krieg gegen die Ukraine anfängt,

00:19:00.400 --> 00:19:06.000
weil ich darauf gebaut habe, dass wir sind von Russland abhängig mit Blick auf Gas,

00:19:06.000 --> 00:19:11.200
aber Putin ist von uns noch viel mehr abhängig mit Blick auf Technologie und Geld

00:19:11.200 --> 00:19:16.200
und ich hielt es für ziemlich verrückt, einen Riesenkrieg vom Zaun zu brechen.

00:19:16.200 --> 00:19:24.000
Und meine Lehre daraus ist, dass man bei ideologisch und machtpolitisch getriebenen Alleinherrschern,

00:19:24.000 --> 00:19:29.500
Autokraten nicht auf unser Verständnis von Rationalität setzen kann,

00:19:29.500 --> 00:19:33.000
auch bei bestehenden, wechselseitigen Abhängigkeiten,

00:19:33.000 --> 00:19:37.700
sondern dass man einseitige Abhängigkeiten als Teil der Interdependenz reduzieren muss,

00:19:37.700 --> 00:19:41.500
weil genauso wie Putin dann hinterher versucht hat,

00:19:41.500 --> 00:19:44.500
unsere Gasabhängigkeit als Waffe zu benutzen,

00:19:44.500 --> 00:19:49.500
wird China natürlich die vielfältigen und viel komplexeren Abhängigkeiten,

00:19:49.500 --> 00:19:55.000
die wir von China haben bei den Kerntechnologien der Energiewende und weit darüber hinaus

00:19:55.000 --> 00:20:01.500
auch als Markt für große deutsche Unternehmen, sei es in der Chemie oder der Automobilbranche,

00:20:01.500 --> 00:20:07.000
dass China das als Waffe benutzt und deshalb auch die Diskussion um Risikominimierung,

00:20:07.000 --> 00:20:12.200
Derisking, Diversifizierung, dass wir die Abhängigkeiten von China reduzieren.

00:20:12.200 --> 00:20:15.000
Holger Klein: Wie sähe das konkret aus, die Abhängigkeiten zu reduzieren?

00:20:15.000 --> 00:20:19.000
Also wie sähe ein desillusionierter Umgang mit China aus?

00:20:19.000 --> 00:20:22.400
Thorsten Benner: Abhängigkeiten zu reduzieren, schafft man durch Diversifizierung

00:20:22.400 --> 00:20:27.000
und die richtigen Anreize zu setzen, dass man eben deutschen Unternehmen,

00:20:27.000 --> 00:20:32.400
die man lange dabei sehr unterstützt hat, dass sie tiefer in den chinesischen Markt reingehen,

00:20:32.400 --> 00:20:38.500
dabei unterstützt, kritische Rohstoffe aus verschiedensten Quellen zu beziehen.

00:20:38.500 --> 00:20:44.200
Das Minimum ist „China plus eins“, dass man für jeden kritischen Rohstoff einen Lieferanten aus China,

00:20:44.200 --> 00:20:49.200
aber einen aus dem Rest der Welt hat, den man dann zur Not hochfahren kann.

00:20:49.200 --> 00:20:53.500
Und das hat ja auch die Bundesregierung schon durch die vielen Auslandsreisen des Kanzlers,

00:20:53.500 --> 00:20:58.900
auch der Außenministerin, in den Indo-Pazifik, nach Lateinamerika, nach Afrika getan,

00:20:58.900 --> 00:21:04.500
die ja immer auch diese Komponente Diversifizierung, wie können wir deutschen Unternehmen dabei helfen,

00:21:04.500 --> 00:21:09.000
ihren Marktanteil in diesen Ländern zu erhöhen, beinhaltet.

00:21:09.000 --> 00:21:12.500
Holger Klein: Angenommen, die Bundesregierung macht das alles, sie machen das auch alles richtig,

00:21:12.500 --> 00:21:15.400
macht die Industrie das dann überhaupt mit?

00:21:15.400 --> 00:21:17.400
Weil kostet ja viel Geld, ne?

00:21:17.400 --> 00:21:23.400
Thorsten Benner: Genau, deshalb ist die Frage, macht die Industrie das aus aufgeklärtem eigenen Interesse mit

00:21:23.400 --> 00:21:28.200
oder braucht man für bestimmte Dinge Regelsetzungen?

00:21:28.200 --> 00:21:33.700
Momentan versucht die Regierung das Ganze durch Gutes Zureden und positive Anreize setzen.

00:21:33.700 --> 00:21:40.500
Wenn das nicht hilft, dann natürlich, muss man auch auf Regelwerk oder Regularien zurückgreifen,

00:21:40.500 --> 00:21:45.700
auch um zu verhindern zum Beispiel, dass in Kernbereichen der Energiewende,

00:21:45.700 --> 00:21:48.000
die für Deutschland jetzt von zentraler Bedeutung ist,

00:21:48.000 --> 00:21:51.700
dass die Abhängigkeiten von China noch weiter wachsen.

00:21:51.700 --> 00:21:56.200
Nehmen Sie die Windindustrie, wo wir noch große europäische Hersteller haben,

00:21:56.200 --> 00:22:01.000
aber momentan ist die Gefahr, dass die dem chinesischen Wettbewerb nicht standhalten

00:22:01.000 --> 00:22:07.200
und dass können wir uns nicht erlauben und müssen unser Regelwerk entsprechend anpassen.

00:22:07.200 --> 00:22:11.400
Holger Klein: Sie sagten vorhin den schönen Begriff „aufgeklärtes Eigeninteresse“.

00:22:11.400 --> 00:22:18.200
Wissen wir überhaupt als Gesellschaft, als Industrie, als Politik wissen wir genug über China?

00:22:18.200 --> 00:22:22.200
Sind wir kompetent genug, um China angemessen zu begegnen?

00:22:22.200 --> 00:22:28.000
Thorsten Benner: Nein, also Investitionen in Chinakompetenzen, das steht ja in der an sich sehr guten China-Strategie,

00:22:28.000 --> 00:22:34.400
die die Bundesregierung dieses Jahr im Juni herausgebracht hat, steht das ja ganz zentral drin,

00:22:34.400 --> 00:22:37.500
dass wir unsere Investitionen in Chinakompetenz erhöhen müssen.

00:22:37.500 --> 00:22:43.200
Es ist immer schwieriger leider, genau zu wissen, was in China passiert,

00:22:43.200 --> 00:22:48.900
weil das System sich immer stärker verschließt, missliebigen Forschern wird der Zugang versperrt

00:22:48.900 --> 00:22:52.000
oder sie werden mit Sanktionen belegt.

00:22:51.000 --> 00:22:57.900
Wir wissen genug aufgrund von dem, was Präsident Xi sagt und wie er handelt,

00:22:57.900 --> 00:23:01.900
dass er nichts Gutes im Schilde führt und dass es schlau ist,

00:23:01.900 --> 00:23:09.500
unsere Abhängigkeiten zu reduzieren, neue Bündnispartner zu suchen, natürlich wo nötig und möglich,

00:23:09.500 --> 00:23:12.000
auch weiterhin mit China zu kooperieren.

00:23:12.000 --> 00:23:18.500
Diejenigen, die sagen, dass natürlich die Klimakrise ohne China nicht bewältigt werden kann,

00:23:18.500 --> 00:23:25.500
haben recht, aber wenn sie argumentieren, dass wir dann Konzessionen machen müssten in anderen Bereichen,

00:23:25.500 --> 00:23:31.700
nur dass China dann vernünftige Entscheidungen mit Blick auf die Klimakrise trifft.

00:23:31.700 --> 00:23:37.700
Ich glaube, das ist falsch, weil Peking selbst die Klimakrise als Problem erkannt hat.

00:23:37.700 --> 00:23:43.200
Schauen Sie die Überflutungen, die es jetzt schon in Peking, in der Gegend gegeben hat

00:23:43.200 --> 00:23:47.500
und die Projektion wie China davon sehr negativ betroffen sein wird.

00:23:47.500 --> 00:23:52.000
Es ist in Pekings eigenem Interesse eine vernünftige Klimapolitik zu betreiben.

00:23:52.000 --> 00:23:53.500
Holger Klein: Thorsten Benner, vielen Dank.

00:23:53.500 --> 00:23:54.200
Thorsten Benner: Gern.

00:23:54.200 --> 00:24:01.400
*Musik*

00:24:01.400 --> 00:24:05.900
Holger Klein: Thorsten Benner hat eben von geplanten Investitionen in Chinakompetenz gesprochen,

00:24:05.900 --> 00:24:08.700
denn daran fehlt es uns noch, wenn es um den Umgang mit China geht.

00:24:08.700 --> 00:24:14.900
Marina Rudyak: Chinakompetenz besteht aus einer landeskundlichen Kompetenz,

00:24:14.900 --> 00:24:20.700
also Geschichte, Wirtschaft, Kultur, Politik eines Landes, Chinas, beziehungsweise Taiwan,

00:24:20.700 --> 00:24:25.700
wenn wir das weiterdenken wollen und es umfasst auch Sprachkompetenz.

00:24:25.700 --> 00:24:28.700
Holger Klein: Marina Rudyak ist Dozentin für chinesische Wirtschaftspolitik

00:24:28.700 --> 00:24:33.700
und internationale Beziehungen am Institut für Sinologie an der Universität Heidelberg.

00:24:33.700 --> 00:24:37.700
Für sie ist gerade die fehlende Sprachkenntnis erstaunlich und sie sieht darin ein Problem.

00:24:37.700 --> 00:24:41.500
Marina Rudyak: Denken Sie sich zum Beispiel USA oder Frankreich,

00:24:41.500 --> 00:24:46.200
man würde niemanden als Experten für eines der beiden Länder akzeptieren,

00:24:46.200 --> 00:24:50.000
der kein Englisch oder kein Französisch spricht.

00:24:50.000 --> 00:24:51.400
Mit China ist das anders.

00:24:51.400 --> 00:25:00.000
Man kann im deutschen oder europäischen öffentlichen Raum durchaus als Chinaexperte oder -expertin gelten, wenn man kein Chinesisch kann.

00:25:00.000 --> 00:25:01.000
Holger Klein: Für Marina Rudyak ist klar:

00:25:01.000 --> 00:25:07.400
Unser Wissen über China steht in einem schiefen Verhältnis zur Rolle Chinas in der Welt und auch in unserem Alltag.

00:25:07.400 --> 00:25:14.000
Marina Rudyak: Also gemessen an der Bedeutung Chinas, sowohl global, ein Fünftel der Weltbevölkerung,

00:25:14.000 --> 00:25:18.200
zweitgrößte Wirtschaftsmacht, als auch für uns in Deutschland und Europa,

00:25:18.200 --> 00:25:23.200
ob wir nun an wirtschaftliche Verflechtungen denken oder irgendwie auch die kritische Abhängigkeit bei den Rohstoffen,

00:25:23.200 --> 00:25:29.200
ja wir sind zu 98 Prozent bei kritischen Rohstoffen und Metallen als Europäische Union von China abhängig.

00:25:29.200 --> 00:25:35.000
Bei all sozusagen diesen Tatsachen ist das einfach so, dass wir sehr, sehr wenig über China wissen

00:25:35.000 --> 00:25:37.700
und ganz lange auch gar nicht so viel wissen wollten.

00:25:37.700 --> 00:25:42.500
Obwohl das in unserem Alltag vermutlich präsenter ist als jedes andere Land.

00:25:42.500 --> 00:25:48.000
Ja, also wenn man sich im eigenen Haushalt umschaut, wie viele Dinge, die man so besitzt,

00:25:48.000 --> 00:25:53.700
ja, von Kleidung bis zur Elektronik irgendwie ganz oder teilweise aus China kommt.

00:25:53.700 --> 00:26:03.000
Also es ist extrem materiell präsent und gleichzeitig extrem weit weg auf unseren Wissenslandkarten.

00:26:03.000 --> 00:26:07.000
Holger Klein: Das, was wir von China sehen und hören, beruht oft auf Klischees

00:26:07.000 --> 00:26:10.200
und fügt dem gängigen China-Bild nichts Neues hinzu.

00:26:10.200 --> 00:26:13.500
Das hat auch damit zu tun, dass es zu wenig Menschen gibt,

00:26:13.500 --> 00:26:18.700
die die Bandbreite an chinesischen Geschichten und Themen der Öffentlichkeit zugänglich machen, sagt Marina Rudyak.

00:26:18.700 --> 00:26:23.200
Marina Rudyak: Denn wir haben, auch wiederum verglichen mit anderen Ländern,

00:26:23.200 --> 00:26:25.500
eben extrem wenige Journalistinnen und Journalisten in China.

00:26:25.500 --> 00:26:30.900
Was nicht nur daran liegt, dass der chinesische Staat das einem nicht gerade einfach macht

00:26:30.900 --> 00:26:32.700
als Journalist in China zu arbeiten.

00:26:32.700 --> 00:26:37.500
Das liegt auch daran, dass Redaktionen viel weniger Menschen entsenden.

00:26:37.500 --> 00:26:43.500
Und das heißt dann, dass die Wenigen, die da sind, die Dinge covern,

00:26:43.500 --> 00:26:48.400
über die Dinge berichten, die dem entsprechen, was man in Deutschland sowieso schon weiß

00:26:48.400 --> 00:26:52.700
und was sozusagen die Leserinnen und Zuhörerinnen eigentlich hören wollen, ja.

00:26:52.700 --> 00:26:56.700
Das heißt, wir haben ein sehr eindimensionales Bild von China,

00:26:56.700 --> 00:27:03.000
dass das Land als eine top down durchregierte monolithische Gesellschaft zeichnet,

00:27:03.000 --> 00:27:06.700
die von der kommunistischen Partei Chinas dominiert ist,

00:27:06.700 --> 00:27:11.000
die aber tatsächlich der Realität des Landes, das unglaublich vielfältig

00:27:11.000 --> 00:27:18.400
auf eine gewisse Weise auch sehr anarchisch, extrem kreativ ist, einfach nicht abbildet.

00:27:18.400 --> 00:27:23.900
Holger Klein: Es gibt also eine Vorstellung von China als politischer oder wirtschaftlicher Akteur,

00:27:23.900 --> 00:27:26.000
aber kaum eine Idee von der chinesischen Gesellschaft.

00:27:26.000 --> 00:27:29.400
Marina Rudyak: Das Bedauernswerte, wie ich finde, in Deutschland ist,

00:27:29.400 --> 00:27:34.500
dass wir sozusagen dieses Phänomen haben, je wichtiger China für uns wird,

00:27:34.500 --> 00:27:38.000
desto unsympathischer wird es, desto weniger will man sich damit auseinandersetzen.

00:27:38.000 --> 00:27:45.000
Was wir bräuchten, ist einfach so viel mehr Storytelling über die Vielfalt in China,

00:27:45.000 --> 00:27:49.000
sagen wir mal die Menschen auch, mehr Übersetzung chinesischer Intellektueller.

00:27:49.000 --> 00:27:55.500
Denn wenn wir das alles nicht tun, unterstützen wir eigentlich die Ziele der kommunistischen Partei,

00:27:55.500 --> 00:28:01.500
die nämlich für sich in Anspruch nimmt, die einzige zu sein, die Chinas Geschichte erzählt.

00:28:01.500 --> 00:28:07.400
Ja, aber Chinas Geschichte ist eben nicht nur, beziehungsweise überhaupt nicht die Geschichte der Partei.

00:28:07.400 --> 00:28:13.000
Es ist die Geschichte der Menschen, das ist die Geschichte dieser Vielzahl von Stimmen in der Gesellschaft

00:28:13.000 --> 00:28:19.500
und wenn wir die nicht abbilden dann unterstützen wir eigentlich das, was die Partei will international.

00:28:19.500 --> 00:28:23.000
Holger Klein: Ob sich die chinesische Regierung überhaupt mehr Chinakompetenz vom Westen wünscht,

00:28:23.000 --> 00:28:26.200
da ist Marina Rudyak geteilter Meinung.

00:28:26.200 --> 00:28:32.000
Denn für die politische Kommunikation kann es aus der Perspektive der chinesischen Regierung auch ganz nützlich sein,

00:28:32.000 --> 00:28:34.700
dass im Westen nur wenige Menschen Chinesisch sprechen.

00:28:34.700 --> 00:28:39.700
Marina Rudyak: Also wie oft hat man ihn liest man immer noch von Präsident Jinping, der Xi heißt,

00:28:39.700 --> 00:28:43.000
weil im Chinesischen nämlich der Nachname an erster Stelle steht.

00:28:43.000 --> 00:28:47.000
Das heißt, auf der einen Seite so, was die Basics angeht,

00:28:47.000 --> 00:28:52.500
gibt es auf der chinesischen Seite durchaus den Wunsch, dass da mehr Chinakompetenz besteht.

00:28:52.500 --> 00:28:57.400
Auf der anderen Seite, wenn es dann um politische Inhalte geht,

00:28:57.400 --> 00:29:03.200
weiß die chinesische Regierung, dass sie viele Informationen gar nicht zensieren braucht,

00:29:03.200 --> 00:29:07.200
weil der Westen spricht eh kein Chinesisch.

00:29:07.200 --> 00:29:11.200
Wenn es etwas rüberbringen will, dann wird es ins Englische übersetzt.

00:29:11.200 --> 00:29:17.500
Meistens ist es auch so, dass es substanzielle Unterschiede zwischen der englischen oder anderen europäischen Sprachversionen gibt

00:29:17.500 --> 00:29:25.200
und im chinesischen Original, auch ganz gezielt darauf ausgerichtet, bestimmte Emotionen zu erwecken.

00:29:25.200 --> 00:29:28.700
Also mein Lieblingsbeispiel ist die klassische Propagandaabteilung,

00:29:28.700 --> 00:29:34.400
die im Englischen nicht mehr Propaganda-Department, sondern Publicity Office heißt,

00:29:34.400 --> 00:29:39.500
oder State Council Information Office, ist aber im Endeffekt immer noch die gleiche Propagandaabteilung.

00:29:39.500 --> 00:29:41.700
Das chinesische Wort ist gleichgeblieben.

00:29:41.700 --> 00:29:44.700
Holger Klein: Damit sich diese Lage ändert, braucht es Expertinnen und Experten,

00:29:44.700 --> 00:29:50.400
die China verstehen und Chinakompetenz vermitteln können, ohne von China finanziert zu sein.

00:29:50.400 --> 00:29:55.700
Das ist in etwa das Problem mit den umstrittenen Konfuzius-Instituten in Deutschland.

00:29:55.700 --> 00:29:57.000
Die sind meistens an Hochschulen angesiedelt,

00:29:57.000 --> 00:30:02.200
mit der Aufgabe Sprachkurse und Veranstaltungen zu chinesischer Kultur und Geschichte anzubieten,

00:30:02.200 --> 00:30:06.200
theoretisch so ähnlich wie die deutschen Goethe-Institute im Ausland.

00:30:06.200 --> 00:30:10.200
Aber hier ist die Sorge vor chinesischer Einflussnahme zu Propagandazwecken groß,

00:30:10.200 --> 00:30:16.500
auch aus Sicherheitsgründen sieht die deutsche Bundesregierung diese Zusammenarbeit kritisch.

00:30:16.500 --> 00:30:19.000
Umso wichtiger werden unabhängige Expertinnen und Experten.

00:30:19.000 --> 00:30:23.500
Doch bislang gibt es zum Beispiel für Chinawissenschaften in Deutschland vergleichsweise wenige Professuren.

00:30:23.500 --> 00:30:32.400
Marina Rudyak: Irgendjemand muss diese Art strategischer, interkulturelle, wie auch immer, sozusagen Übersetzungsarbeit machen.

00:30:32.400 --> 00:30:37.000
Und das ist eine Übersetzungsarbeit, die eben nicht einfach nur sprachlich,

00:30:37.000 --> 00:30:41.200
sondern es ist ein Wissen, was sind die wichtigen Leute, was sind die wichtigen Quellen?

00:30:41.200 --> 00:30:51.000
Wie erkläre ich das so, dass es andockfähig ist an den Diskurs hier, und diese Arbeit muss jemand machen.

00:30:51.000 --> 00:30:55.200
Und dann können andere darauf basierend Chinakompetenz aufbauen.

00:30:55.200 --> 00:31:01.900
Aber wenn das nicht da ist, dann verbleibt man mit dem, was man aus China sieht,

00:31:01.900 --> 00:31:08.200
und das ist staatliches Handeln, und man verbleibt mit den offiziellen Übersetzungen der chinesischen Regierung,

00:31:08.200 --> 00:31:12.200
die eigentlich durch und durch Propagandaübersetzungen sind.

00:31:12.200 --> 00:31:19.900
*Musik*

00:31:19.900 --> 00:31:21.400
Holger Klein: Was wir also mitnehmen können.

00:31:21.400 --> 00:31:28.200
1. Die chinesische Entwicklung zur Wirtschaftsmacht hat auch ohne Demokratisierung funktioniert.

00:31:28.200 --> 00:31:32.000
Damit muss der Westen einen strategischen Umgang finden, meint Felix Lee.

00:31:32.000 --> 00:31:35.200
2. Mit Chinas zunehmender Macht ist es entscheidend,

00:31:35.200 --> 00:31:40.000
dass Deutschland seine wirtschaftliche Abhängigkeit von China reduziert, sagt Thorsten Benner.

00:31:40.000 --> 00:31:44.000
3.  China ist nicht nur „Rivale“ oder „Bedrohung“

00:31:44.000 --> 00:31:50.200
Es braucht einen viel differenzierteren, wissens-basierten Blick auf China und die chinesische Gesellschaft.

00:31:50.200 --> 00:31:52.200
Das hat Marina Rudyak erklärt.

00:31:52.200 --> 00:31:55.000
*Musik*

00:31:55.000 --> 00:31:57.000
Das war „Aus Politik und Zeitgeschichte“.

00:31:57.000 --> 00:32:03.700
Texte von Marina Rudyak und Thorsten Benner finden Sie in den APuZ-Ausgaben „Chinakompetenz“ und „Deutsche Außenpolitik“.

00:32:03.700 --> 00:32:11.500
Außerdem gibt es in den Ausgaben „China und seine Nachbarn“ und „Chinas Neue Seidenstraßen“ viele weitere Beiträge zu Chinas Geopolitik.

00:32:11.500 --> 00:32:14.000
Alle Hefte verlinken wir in den Shownotes.

00:32:14.000 --> 00:32:16.700
Wir freuen uns natürlich über Feedback zu diesem Podcast.

00:32:16.700 --> 00:32:22.200
Fragen, Lob, aber auch Kritik können Sie uns schicken an apuz@bpb.de.

00:32:22.200 --> 00:32:24.400
In vier Wochen erscheint die nächste Folge.

00:32:24.400 --> 00:32:27.700
Dann sprechen wir über den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.

00:32:27.700 --> 00:32:31.200
Ich bin Holger Klein, und danke für die Aufmerksamkeit.

00:32:31.200 --> 00:32:46.500
*Musik*

00:32:46.500 --> 00:32:52.000
Der Podcast „Aus Politik und Zeitgeschichte“ wird von der APuZ-Redaktion in Zusammenarbeit mit hauseins produziert.

00:32:52.000 --> 00:32:57.000
Redaktion für diese Folge: Gina Enslin, Julia Günther, Jacob Hirsch und Martin Schiller.

00:32:57.500 --> 00:33:01.700
Schnitt: Oliver Kraus. Musik: Joscha Grunewald. Produktion: hauseins.

00:33:01.700 --> 00:33:04.000
Am Mikrofon war Holger Klein.

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Die Folgen stehen unter der Creative Commons Lizenz

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und dürfen unter Nennung der Herausgeberin zu nichtkommerziellen Zwecken weiterverbreitet werden.

