WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:06.000
Holger Klein: Willkommen zu „Aus Politik und Zeitgeschichte“, einem Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung.

00:00:06.000 --> 00:00:15.000
Ich bin Holger Klein, und wir sprechen heute über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

00:00:11.500 --> 00:00:19.800
Wenn Sie sich nach dem Hören tiefer mit dem Thema befassen wollen, finden Sie die Zeitschrift zum Thema auf bpb.de/apuz.

00:00:19.800 --> 00:00:21.800
*Musik*

00:00:21.800 --> 00:00:32.100
O-Ton: Achtung Achtung. Hier ist die Sendestelle Berlin im Vox Haus auf Welle 400 Meter.

00:00:32.100 --> 00:00:35.700
Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung,

00:00:35.700 --> 00:00:46.800
dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos telefonischem Wege beginnt.

00:00:46.800 --> 00:00:49.800
Die Benutzung ist genehmigungspflichtig.

00:00:49.800 --> 00:00:51.600
Holger Klein: Ziemlich viel Rauschen und Knistern.

00:00:51.600 --> 00:00:57.300
Wir haben hier aber kein Technikproblem, sondern so klang der erste deutsche Radiosender.

00:00:57.300 --> 00:01:06.900
Der hieß „Funk-Stunde“ und ging im Oktober 1923 zum ersten Mal auf Sendung, also vor genau einhundert Jahren.

00:01:06.900 --> 00:01:15.700
Es war der Beginn des Rundfunks in Deutschland, zumindest für genau 253 Personen, die damals ein Radio-Empfangsgerät und eine Lizenz hatten.

00:01:15.700 --> 00:01:21.700
In den darauffolgenden Jahren kamen weitere Sender und Programme dazu und immer mehr Menschen hörten zu.

00:01:21.700 --> 00:01:26.700
Ende der 1920er Jahre waren es schon mehrere Millionen.

00:01:26.700 --> 00:01:30.000
Seitdem hat sich die Medienlandschaft auf vielen Ebenen gewandelt.

00:01:30.000 --> 00:01:34.900
Der Rundfunk wurde von den Nazis verstaatlicht und als Propaganda-Instrument missbraucht,

00:01:34.900 --> 00:01:40.500
nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich dann neue Radiosender gegründet und 1950 schließlich die ARD,

00:01:40.500 --> 00:01:46.200
die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland.

00:01:46.200 --> 00:01:49.200
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk war geboren.

00:01:49.200 --> 00:01:52.200
Und das Radio war natürlich nur der Anfang.

00:01:52.200 --> 00:01:58.500
Dann kam das Fernsehen, und mittlerweile haben wir es mit dem Internet, Streaming-Diensten und Social Media zu tun.

00:01:58.500 --> 00:02:02.200
Das hat auch Auswirkungen auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

00:02:02.200 --> 00:02:05.700
Ob und wie er im Medienwandel seinem Auftrag gerecht werden kann

00:02:05.700 --> 00:02:10.600
und welcher Auftrag das eigentlich ist, darum geht es in dieser Folge.

00:02:10.600 --> 00:02:16.900
Der Historiker Konrad Dussel erklärt, warum wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk überhaupt haben.

00:02:16.900 --> 00:02:22.500
Dussel: Also war für die Alliierten, die Siegermächte klar, dass dieser nationalsozialistische Rundfunk

00:02:22.500 --> 00:02:26.900
nach Kriegsende nicht mehr weitergeführt werden konnte

00:02:26.900 --> 00:02:31.600
Holger Klein: Die Publizistikwissenschaftlerin Ilka Jakobs spricht über das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

00:02:31.600 --> 00:02:35.400
Jakobs: Das sind fast zwei Drittel der Menschen, die sagen, ja, das ist eine wichtige Institution

00:02:35.400 --> 00:02:39.600
und die hilft uns in Deutschland, dass unsere Demokratie eben einfach gut funktioniert.

00:02:39.600 --> 00:02:44.300
Holger Klein: Wir fragen auch, wie sich der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk für die Zukunft aufstellen muss.

00:02:44.300 --> 00:02:47.500
Dazu habe ich mit dem Medienjournalisten Christian Meier gesprochen.

00:02:47.500 --> 00:02:51.000
Meier: Da hat sich über die Jahrzehnte ein System aufgebaut,

00:02:51.000 --> 00:02:56.000
das man ja so heute niemals erfinden würde, wenn man das neu machen müsste.

00:02:56.000 --> 00:02:57.900
Holger Klein: Und die Journalistin Hadija Haruna-Oelker findet,

00:02:57.900 --> 00:03:01.500
dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk vielfältiger werden muss.

00:03:01.500 --> 00:03:04.400
Hadija Haruna-Oelker: Es geht nicht nur um Repräsentation.

00:03:04.400 --> 00:03:08.500
Es geht auch darum, wie man Themen anfasst, wie man Beiträge macht, wie man Zugänge schafft.

00:03:08.500 --> 00:03:14.600
Wie man überlegt, wer angesprochen werden soll und das ist egal zu welchem Thema.

00:03:14.600 --> 00:03:30.500
*Musik*

00:03:30.500 --> 00:03:35.500
Holger Klein: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk entstand in Deutschland als Reaktion auf den Nationalsozialismus.

00:03:35.500 --> 00:03:43.100
Die Nazis hatten in den 1930er und 40er Jahren einzelne, regionale Sender in einen Reichssender überführt,

00:03:43.100 --> 00:03:46.500
der strikt aus Berlin kontrolliert wurde und für Propagandazwecke diente.

00:03:46.500 --> 00:03:49.300
Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten sich die Alliierten etwas überlegen,

00:03:49.300 --> 00:03:52.300
um das Mediensystem der Diktatur hinter sich zu lassen.

00:03:52.300 --> 00:03:55.600
Das erklärt der Medienhistoriker Konrad Dussel.

00:03:55.600 --> 00:03:58.500
Dussel: Es war für die Alliierten, die Siegermächte klar,

00:03:58.500 --> 00:04:05.300
dass dieser nationalsozialistische Rundfunk nach Kriegsende nicht mehr weitergeführt werden konnte,

00:04:05.300 --> 00:04:10.000
also es sollte kein Staatsfunk mehr sein, die Sowjets hatten da kein Problem damit,

00:04:10.000 --> 00:04:14.600
die haben das dann in ihrer sowjetisch besetzten Zone weitergeführt.

00:04:14.600 --> 00:04:18.300
Aber für die Westalliierten war das natürlich schon ein Problem.

00:04:18.300 --> 00:04:25.100
Das amerikanische System kommerzieller Rundfunk, durch Werbung finanziert,

00:04:25.100 --> 00:04:30.800
auch staatsfern, war schlecht durchzuführen im zerstörten Deutschland.

00:04:30.800 --> 00:04:41.600
Blieb eigentlich nur so richtig das britische Modell eines gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Dienstes, eines Public Services

00:04:41.600 --> 00:04:49.800
und das wurde dann praktisch zuerst von den Briten aufgebaut, in ihrer Besatzungszone

00:04:49.800 --> 00:04:56.000
und im Wesentlichen dann auch von den Amerikanern und später dann auch von den Franzosen übernommen.

00:04:56.000 --> 00:05:01.600
Holger Klein: Das Vorbild war also die britische BBC und Staatsferne das zentrale Prinzip.

00:05:01.600 --> 00:05:05.800
Die Briten und Franzosen haben jeweils einen Sender in ihren Besatzungszonen etabliert,

00:05:05.800 --> 00:05:10.600
in der amerikanischen Zone bekam jedes Bundesland einen eigenen Sender.

00:05:10.600 --> 00:05:16.100
Die grundlegende Idee war, die Politik aus der Gestaltung der Medieninhalte herauszuhalten.

00:05:16.100 --> 00:05:22.100
Die Sender sollten den Aufbau der Demokratie im Nachkriegsdeutschland unterstützen.

00:05:22.100 --> 00:05:24.600
Das war die Geburtsstunde der Rundfunkräte.

00:05:24.600 --> 00:05:28.300
Dussel: Man hat gesagt, der Rundfunk soll der Allgemeinheit dienen

00:05:28.300 --> 00:05:35.100
und diese Allgemeinheit soll in einem Gremium repräsentiert werden.

00:05:35.100 --> 00:05:39.100
Das nannte sich im Nordwestdeutschen Rundfunk zunächst Hauptausschuss,

00:05:39.100 --> 00:05:44.100
aber eigentlich hat sich dann die Rede von einem Rundfunkrat etabliert.

00:05:44.100 --> 00:05:48.800
Allerdings waren diese Rundfunkräte nicht direkt gewählt, werden sie bis heute nicht,

00:05:48.800 --> 00:05:54.000
sondern sie wurden von bestimmten Organisationen entsandt

00:05:54.000 --> 00:05:59.100
und über die Zusammensetzung dieser Organisation gab's natürlich längere Auseinandersetzungen,

00:05:59.100 --> 00:06:03.100
aber da waren dann die Parteien vertreten, da waren die Kirchen vertreten,

00:06:03.100 --> 00:06:08.300
da waren Sportverbände, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Kulturinstitutionen und so weiter.

00:06:08.300 --> 00:06:12.800
Holger Klein: Obwohl das ganze System möglichst viel Abstand zur Politik haben sollte,

00:06:12.800 --> 00:06:18.100
saßen von Anfang an auch Vertreterinnen und Vertreter von Parteien in den Rundfunkräten.

00:06:18.100 --> 00:06:25.600
Konrad Dussel sagt: Das war zu Beginn die einfachste Möglichkeit, in den Rundfunkräten auch politische Vielfalt abzubilden.

00:06:25.600 --> 00:06:28.800
Dieses System hat sich bis heute gehalten.

00:06:28.800 --> 00:06:31.300
Wie die Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks heute aussieht

00:06:31.300 --> 00:06:36.500
mit seinen Sendeanstalten und Rundfunkräten, erklären wir jetzt mal kurz und knapp.

00:06:36.500 --> 00:06:43.300
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland umfasst die in der ARD zusammengeschlossenen neun Landesrundfunkanstalten,

00:06:43.300 --> 00:06:46.600
das ZDF und das Deutschlandradio.

00:06:46.600 --> 00:06:52.100
Die öffentlich-rechtlichen Sender unterliegen einem Regelwerk, dem Medienstaatsvertrag.

00:06:52.100 --> 00:06:56.300
Darin ist auch der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen festgeschrieben.

00:06:56.300 --> 00:07:03.600
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll unter anderem zum Prozess der freien, individuellen und öffentlichen Meinungsbildung beitragen

00:07:03.600 --> 00:07:09.800
und die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft unterstützen.

00:07:09.800 --> 00:07:17.600
Die Landesrundfunkanstalten aber auch die ARD insgesamt haben jeweils einen Rundfunkrat, der kontrollieren soll,

00:07:17.600 --> 00:07:22.800
ob der jeweilige Sender seinem Auftrag angemessen nachkommt.

00:07:22.800 --> 00:07:27.100
Die Idee ist, dass der Rundfunkrat einen Querschnitt der Bevölkerung repräsentiert.

00:07:27.100 --> 00:07:31.300
In ihm sitzen deshalb Vertreterinnen und Vertreter gesellschaftlicher Gruppen

00:07:31.300 --> 00:07:36.000
wie den Kirchen, Sportverbänden oder Kulturinstitutionen,

00:07:36.000 --> 00:07:42.100
etwa ein Drittel der Sitze in den Rundfunkräten wird von Politikerinnen und Politikern besetzt.

00:07:42.100 --> 00:07:47.000
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird zum Großteil über Beitragszahlungen finanziert,

00:07:47.000 --> 00:07:52.500
die jeder Haushalt in Deutschland leisten muss, wenn er nicht von der Zahlung befreit ist.

00:07:52.500 --> 00:07:58.500
Den Rundfunkbeitrag legt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs, kurz KEF, fest.

00:07:58.500 --> 00:08:06.000
Diesem von der Politik unabhängigen Gremium legen die Öffentlich-Rechtlichen alle 4 Jahre ihren Finanzbedarf vor.

00:08:06.000 --> 00:08:13.300
Die KEF prüft die Anmeldung der Anstalten und macht daraus einen Vorschlag, wie hoch der Rundfunkbeitrag sein soll.

00:08:13.300 --> 00:08:19.100
Dieser Vorschlag wird gültig, sobald er von den Länderparlamenten bestätigt worden ist.

00:08:19.100 --> 00:08:24.100
Diese haben für eine Ablehnung des KEF-Vorschlags aber nur geringe Spielräume,

00:08:24.100 --> 00:08:28.300
wie das Bundesverfassungsgericht vor Kurzem wieder bestätigt hat.

00:08:28.300 --> 00:08:31.800
*Musik*

00:08:31.800 --> 00:08:32.700
Holger Klein: So sieht es heute aus.

00:08:32.700 --> 00:08:36.700
Weil die meisten Bestandteile dieses Systems schon ziemlich alt sind,

00:08:36.700 --> 00:08:40.500
schauen wir nochmal zurück auf die Anfänge der Öffentlich-Rechtlichen.

00:08:40.500 --> 00:08:45.700
Konrad Dussel erklärt, was ursprünglich mal die Idee des öffentlich-rechtlichen Auftrags war.

00:08:45.700 --> 00:08:51.100
Dussel: Also die Idee lässt sich von Anfang an auf drei Begriffe reduzieren.

00:08:51.100 --> 00:08:54.600
Es sollte Information geliefert werden, ganz klar.

00:08:54.600 --> 00:09:01.200
Es sollte auch unterhalten werden, aber es sollte auch Bildung vermittelt werden.

00:09:01.200 --> 00:09:03.200
Also das war so ein Dreiklang.

00:09:03.200 --> 00:09:08.800
Und die Information, das war natürlich schon immer ein wichtiger Strang,

00:09:08.800 --> 00:09:19.800
also Nachrichten, Kommentare, das sollte eben möglichst ausgewogen die Vielfalt der Positionen in der Demokratie spiegeln

00:09:19.800 --> 00:09:26.600
und das war mit die Wurzel, also für dieses komplexe System, dass es darum ging,

00:09:26.600 --> 00:09:33.000
Meinungsvielfalt zu präsentieren und zwar nicht nur in den Informationssendungen,

00:09:33.000 --> 00:09:38.200
sondern auch im kulturellen Bereich, im unterhaltenden Bereich.

00:09:38.200 --> 00:09:42.200
Holger Klein: Ein wichtiger Punkt in Sachen Staatsferne war und ist,

00:09:42.200 --> 00:09:47.700
dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit Gebühren finanziert wird, nicht mit Steuergeldern.

00:09:47.700 --> 00:09:51.500
Heute ist das der uns allen bekannte Rundfunkbeitrag.

00:09:51.500 --> 00:09:57.100
Dass für den Rundfunk bezahlt wird, dieses Konzept ist aber älter als die Öffentlich-Rechtlichen.

00:09:57.100 --> 00:10:02.300
Dussel: Es war ja zunächst eine Gebühr und die Gebühr, muss man auch sagen, hatte nicht die Idee,

00:10:02.300 --> 00:10:06.600
Rundfunkprogramm zu finanzieren, sondern die Idee war.

00:10:06.600 --> 00:10:11.700
Sie haben eine Erlaubnis überhaupt einen Rundfunkempfänger betreiben zu dürfen.

00:10:11.700 --> 00:10:13.300
Das war die Grundidee.

00:10:13.300 --> 00:10:18.700
Dann war klar, das Programm musste irgendwie finanziert werden und die Idee war,

00:10:18.700 --> 00:10:25.600
wir wollen das Programm nicht durch den direkten Staatseinfluss finanzieren.

00:10:25.600 --> 00:10:30.500
Und da die Rundfunkgebühr von Anfang an so hoch war,

00:10:30.500 --> 00:10:38.100
dass über die Vermehrung der Zahler also eine unendliche Gebührenmenge reinkam,

00:10:38.100 --> 00:10:44.000
war das über Jahre und Jahrzehnte überhaupt kein Problem mit dieser Konstruktion.

00:10:44.000 --> 00:10:49.100
Also es ist ja kaum vorstellbar, diese zwei Mark Rundfunkgebühr,

00:10:49.100 --> 00:10:54.300
die 1924 eingeführt wurden, das hat gereicht bis.

00:10:54.300 --> 00:10:58.200
Holger Klein: Heute beträgt der Rundfunkbeitrag 18,36 Euro

00:10:58.200 --> 00:11:02.200
Wie hoch der Rundfunkbeitrag sein darf und was mit diesem Geld passiert,

00:11:02.200 --> 00:11:06.000
darüber gibt es immer wieder politische und gesellschaftliche Debatten.

00:11:06.000 --> 00:11:11.100
Und auch generell gibt es am öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder Kritik.

00:11:11.100 --> 00:11:13.600
Konrad Dussel sagt, das sei nichts Neues.

00:11:13.600 --> 00:11:16.000
Dussel: Die Unzufriedenheit mit einem Programmangebot,

00:11:16.000 --> 00:11:21.700
das ist keine Erscheinung von heute, sondern das ist über Jahrzehnte da.

00:11:21.700 --> 00:11:26.500
Das begann damit, dass es eine sehr geringe Auswahl war.

00:11:26.500 --> 00:11:36.600
Also Sie müssen sich vorstellen: Am Anfang, sagen wir mal bis schon in die sechziger Jahre hinein gab es vor allem Radio,

00:11:36.600 --> 00:11:41.100
und noch dazu immer nur ein Programm pro Anstalt.

00:11:41.100 --> 00:11:49.800
Als dann das Fernsehprogramm in den frühen 50ern losging, Schwarz-Weiß, ein Programm, stundenweise begrenzt,

00:11:49.800 --> 00:11:53.800
als das technisch möglich war, wollte man ein zweites Programm.

00:11:53.800 --> 00:12:03.000
Und es ist immer die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk gewesen: zu wenig. Es muss mehr sein.

00:12:03.000 --> 00:12:05.100
Holger Klein: Seit der öffentlich-rechtliche Rundfunk gegründet wurde,

00:12:05.100 --> 00:12:08.800
haben sich die technischen Voraussetzungen komplett verändert.

00:12:08.800 --> 00:12:11.200
Vom Radio über das Fernsehen bis zum Internet.

00:12:11.200 --> 00:12:17.100
Darum sind auch viele Programmstrukturen heute nicht mehr wirklich sinnvoll, findet Konrad Dussel.

00:12:17.100 --> 00:12:23.700
Dussel: Um nur ein Beispiel zu nennen: Heute kriegen Sie überall alle Regionalprogramme,

00:12:23.700 --> 00:12:31.000
und zwar nicht nur wie damals zeitlich begrenzt, zwei, drei Stunden, sondern Fulltime.

00:12:31.000 --> 00:12:35.600
Letztlich ist die Frage, wozu haben wir überhaupt noch Gemeinschaftsprogramme?

00:12:35.600 --> 00:12:41.200
Also man könnte sagen, wir reduzieren die Gemeinschaftsprogramme

00:12:41.200 --> 00:12:48.000
wirklich nur noch auf sowas wie Phoenix als Nachrichtensender und Informationssender.

00:12:48.000 --> 00:12:53.100
Und haben daneben noch ein halbes Dutzend Regionalprogramme,

00:12:53.100 --> 00:12:59.300
das wäre denkbar und gerade für die Länder wäre das ein völlig naheliegendes Modell.

00:12:59.300 --> 00:13:05.200
Holger Klein: Aus der Kritik des „zu wenig“ ist heute also teilweise auch ein „zu viel“ geworden.

00:13:05.200 --> 00:13:09.100
Die Frage, die heute immer wieder ans Programm der Öffentlich-Rechtlichen gestellt wird,

00:13:09.100 --> 00:13:13.200
lautet: Brauchen wir das wirklich alles?

00:13:13.200 --> 00:13:16.800
*Musik*

00:13:16.800 --> 00:13:19.800
Im vergangenen Jahr gab es massive Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen,

00:13:19.800 --> 00:13:26.100
die unter anderem durch einen Skandal beim rbb, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, ausgelöst wurde.

00:13:26.100 --> 00:13:32.200
rbb-Intendantin Patricia Schlesinger stand wegen Verschwendung und Vetternwirtschaft in der Kritik

00:13:32.200 --> 00:13:35.200
und musste schließlich ihren Rücktritt erklären.

00:13:35.200 --> 00:13:42.800
Ilka Jakobs ist Publizistikwissenschaftlerin und forscht an der Johannes Gutenberg Universität Mainz zu Medienvertrauen.

00:13:42.800 --> 00:13:48.000
Die Studie, an der sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen arbeitet, ist eine Langzeitstudie,

00:13:48.000 --> 00:13:52.700
die seit 2015 regelmäßig Daten zum Medienvertrauen erhebt

00:13:52.700 --> 00:13:56.200
und dabei auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk untersucht.

00:13:56.200 --> 00:14:01.200
Ereignisse wie der rbb-Skandal haben einen Effekt, sagt Ilka Jakobs.

00:14:01.200 --> 00:14:05.300
Jakobs: Also erst mal haben wir rausgefunden, dass die Hälfte der Befragten gesagt hat,

00:14:05.300 --> 00:14:10.300
sie haben von diesen Problemen und Skandalen mitbekommen und das ist ja gar kein geringer Wert.

00:14:10.300 --> 00:14:15.000
Und was wir gesehen haben im Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk,

00:14:15.000 --> 00:14:19.300
dass da auf jeden Fall ein Rückgang zu verzeichnen war im Vergleich zu den Jahren davor.

00:14:19.300 --> 00:14:23.100
Holger Klein: Laut der Studie ist das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

00:14:23.100 --> 00:14:27.100
im vergangenen Jahr um 8 Prozentpunkte zurückgegangen.

00:14:27.100 --> 00:14:30.300
Obwohl das Vertrauen nach wie vor auf einem hohen Niveau bleibt,

00:14:30.300 --> 00:14:33.200
ist das ein vergleichsweise großer Rückgang.

00:14:33.200 --> 00:14:36.500
Gerade wenn es um mögliche Misswirtschaft geht,

00:14:36.500 --> 00:14:40.600
scheint der öffentlich-rechtliche Rundfunk besonders im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen.

00:14:40.600 --> 00:14:45.200
Denn sein Geld bekommt er ja zum allergrößten Teil aus den Rundfunkbeiträgen.

00:14:45.200 --> 00:14:48.200
Jakobs: Das heißt, es geht auf den persönlichen Geldbeutel jedes und jeder Einzelnen.

00:14:48.200 --> 00:14:52.200
Und dann gucken die Leute natürlich ganz, ganz anders da drauf, weil es sind ja ihre Gelder,

00:14:52.200 --> 00:14:55.500
mit denen da der öffentlich-rechtliche Rundfunk betrieben wird.

00:14:55.500 --> 00:14:59.200
Und das führt natürlich dazu, dass jeder auch sich eine Meinung dazu machen möchte,

00:14:59.200 --> 00:15:03.100
ob diese Gelder eben in seinem oder ihrem Sinne eingesetzt werden oder eben nicht.

00:15:03.100 --> 00:15:06.500
Holger Klein: Obwohl das Vertrauen zurückgegangen ist, betont Ilka Jakobs.

00:15:06.500 --> 00:15:14.300
Die Forschung zeigt, dass die Bevölkerung den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als vertrauenswürdigste Mediengattung einstuft.

00:15:14.300 --> 00:15:18.200
Danach kommen überregionale und regionale Tageszeitungen.

00:15:18.200 --> 00:15:24.100
Und wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Job gut macht, steigt das Medienvertrauen sogar.

00:15:24.100 --> 00:15:26.100
Jakobs: Was wir zum Beispiel gesehen haben ist,

00:15:26.100 --> 00:15:30.200
dass generell den Medien in der Coronapandemie zum Beispiel mehr Vertrauen entgegengebracht wurde

00:15:30.200 --> 00:15:34.700
und da hat man auch gesehen, dass zum Beispiel die Nutzungszahlen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

00:15:34.700 --> 00:15:37.000
in unserer Befragung doch deutlich gestiegen sind.

00:15:37.000 --> 00:15:40.700
Das heißt, es hat schon auch immer sehr, sehr viel mit den aktuellen Entwicklungen zu tun,

00:15:40.700 --> 00:15:44.100
weil in der Coronapandemie, wirklich irgendwie ein hohes Orientierungsbedürfnis da war

00:15:44.100 --> 00:15:48.200
und die Menschen eben das Bedürfnis hatten, sich auch auf etablierte Quellen verlassen zu können,

00:15:48.200 --> 00:15:52.300
weil sie ja wirklich auch persönlich relevante Informationen daraus gezogen haben.

00:15:52.300 --> 00:15:53.800
Holger Klein: Generell sagt Ilka Jakobs.

00:15:53.800 --> 00:16:00.100
Eine Vertrauenskrise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann sie mit ihrer Forschung nicht bestätigen.

00:16:00.100 --> 00:16:03.600
Jakobs: Im Prinzip gibt's diese Debatte ja jetzt auch schon wirklich seit einigen Jahren,

00:16:03.600 --> 00:16:08.600
seitdem 2014 die ersten Pegida-Demonstrierenden irgendwie durch Dresden liefen und „Lügenpresse“ gerufen haben.

00:16:08.600 --> 00:16:12.200
Seitdem geistert dieses Lügenpresse-Wort ja auch durch die deutsche Gesellschaft

00:16:12.200 --> 00:16:16.700
und da kam eben ja der Eindruck auf, wir haben ein Problem und es gibt eine Vertrauenskrise.

00:16:16.700 --> 00:16:20.200
Und dann war es eben zu Beginn so, dass es gar keine Erhebungen gab,

00:16:20.200 --> 00:16:23.200
mit denen man überprüfen konnte, stimmt es oder stimmt es nicht?

00:16:23.200 --> 00:16:26.500
Und das war ja die Geburtsstunde unserer Untersuchung, weil wir eben gesagt haben, es braucht jetzt eine Studie,

00:16:26.500 --> 00:16:31.500
die eben langfristig kontinuierlich mit denselben Messungen dieses Vertrauen eben einfach erhebt,

00:16:31.500 --> 00:16:34.200
auch mit derselben Methodik, damit man wirklich einfach einen Vergleich hat.

00:16:34.200 --> 00:16:38.600
Und dann hat sich gezeigt, dass es wirklich gar keine Vertrauenskrise gegeben hat,

00:16:38.600 --> 00:16:43.000
aber eben die gesellschaftliche Debatte doch sehr hoch gekocht ist über diese Lügenpresse und über das Vertrauen.

00:16:43.000 --> 00:16:49.000
Holger Klein: Trotzdem habe die gesellschaftliche Debatte um einen Vertrauensverlust im Journalismus insgesamt viel bewegt.

00:16:49.000 --> 00:16:52.200
Jakobs: Also man hat in den letzten Jahren ja wirklich viele Initiativen gesehen,

00:16:52.200 --> 00:16:55.200
die hätte es vermutlich ohne diese Debatte nicht gegeben.

00:16:55.200 --> 00:16:59.100
Also zum Beispiel den Versuch mehr Transparenz herzustellen und den Menschen besser zu erklären,

00:16:59.100 --> 00:17:03.600
wie arbeiten wir überhaupt, wie kommt es zu einer bestimmten Berichterstattung, was geht dem voran?

00:17:03.600 --> 00:17:05.700
Holger Klein: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk folgt bestimmten Standards

00:17:05.700 --> 00:17:09.500
und hat einen spezifischen Auftrag im demokratischen System,

00:17:09.500 --> 00:17:12.900
nämlich unter anderem, die Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger

00:17:12.900 --> 00:17:17.200
mit unvoreingenommenen und validen Informationen zu unterstützen.

00:17:17.200 --> 00:17:21.700
Ilka Jakobs hat untersucht, wie präsent das für die Mediennutzerinnen und -nutzer ist.

00:17:21.700 --> 00:17:24.200
Jakobs: Wir haben gefragt, ob die Leute der Aussage zustimmen

00:17:24.200 --> 00:17:28.000
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leistet, einen wichtigen Beitrag zur Demokratie.“

00:17:28.000 --> 00:17:31.400
Was ja im Prinzip die Legitimation des Ganzen eben erhebt.

00:17:31.400 --> 00:17:34.000
Und 62 Prozent haben zugestimmt.

00:17:34.000 --> 00:17:36.700
Das heißt, das sind fast zwei Drittel der Menschen, die sagen,

00:17:36.700 --> 00:17:39.900
ja, das ist eine wichtige Institution und die hilft uns in Deutschland,

00:17:39.900 --> 00:17:42.400
dass unsere Demokratie eben einfach gut funktioniert.

00:17:42.400 --> 00:17:46.200
Wir haben dann eben auch weiter gefragt, in welchem Zustand sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehen

00:17:46.200 --> 00:17:49.900
und da sieht man auf jeden Fall, dass die Zustimmungswerte dann doch deutlich abfallen

00:17:49.900 --> 00:17:54.000
und eben auch Kritik wahrgenommen wird, zum Beispiel, was die Finanzierung angeht,

00:17:54.000 --> 00:17:59.200
was die große Bürokratie angeht, was den Umgang mit den Rundfunkbeiträgen umgeht

00:17:59.200 --> 00:18:00.500
und auch die Verflechtungen mit der Politik und die Frage,

00:18:00.500 --> 00:18:02.900
ob der Rundfunk eben streng genug kontrolliert wird.

00:18:02.900 --> 00:18:05.200
Holger Klein: Und noch ein anderer Punkt ist den Leuten wichtig

00:18:05.200 --> 00:18:08.500
eine angemessene Darstellung der Meinungsvielfalt in der Gesellschaft.

00:18:08.500 --> 00:18:10.200
Es geht um die Frage:

00:18:10.200 --> 00:18:15.000
Jakobs: Stellt denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Vielfalt der Meinungen in unserer Gesellschaft überhaupt angemessen dar?

00:18:15.000 --> 00:18:20.200
Und da muss man vermutlich schon sagen, dass er das nicht aus Sicht von allen Bürgerinnen und Bürgern tut.

00:18:20.200 --> 00:18:24.200
Was eben auch damit zusammenhängt, dass die Journalistinnen und Journalisten, die da eben berichten,

00:18:24.200 --> 00:18:29.400
ja durchaus auch eine Elite sind und der fühlen sich nicht unbedingt eben alle Leute verbunden.

00:18:29.400 --> 00:18:33.000
Es fühlen sich auch nicht alle Leute von diesen Journalistinnen und Journalisten entsprechend wahrgenommen

00:18:33.000 --> 00:18:37.700
und sehen sich nicht als ausreichend repräsentiert, weil das ja wirklich eine sehr, sehr akademisierte Branche ist

00:18:37.700 --> 00:18:43.200
und dadurch eben natürlich irgendwie andere Lebenswelten und so einfach im Alltag nicht so vorkommen.

00:18:43.200 --> 00:18:50.500
*Musik*

00:18:50.500 --> 00:18:54.500
Tom Buhrow: Ich hör es ja überall. Man will uns, aber man will uns schlanker.

00:18:54.500 --> 00:18:58.500
Man will uns auch stark, aber man will uns effizient und man will uns auch kosteneffizient.

00:18:58.500 --> 00:19:03.700
Wenn das so ist, muss man ehrlich sein und sagen, auf welche Leistungen im Programm man verzichtet.

00:19:03.700 --> 00:19:08.700
Holger Klein: Das war Tom Buhrow, WDR-Intendant und ehemaliger Vorsitzender der ARD

00:19:08.700 --> 00:19:13.400
in einem Beitrag des WDR vom November.

00:19:13.400 --> 00:19:20.700
Damals kündigte er auch an, 2023 werde das Jahr der Reformen im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.

00:19:20.700 --> 00:19:26.400
Welche Reformen nötig wären und wie die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aussehen könnte,

00:19:26.400 --> 00:19:29.200
darüber habe ich mit Christian Meier gesprochen.

00:19:29.200 --> 00:19:31.500
Er ist Medienredakteur bei der WELT-Gruppe.

00:19:31.500 --> 00:19:35.000
*Musik*

00:19:35.000 --> 00:19:35.500
Hallo Herr Meier.

00:19:35.500 --> 00:19:36.700
Meier: Hallo Herr Klein.

00:19:36.700 --> 00:19:40.500
Holger Klein: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, ist der überhaupt noch zeitgemäß?

00:19:40.500 --> 00:19:43.500
Meier: Natürlich ist öffentlicher Rundfunk zeitgemäß.

00:19:43.500 --> 00:19:46.200
Der Name kommt einem etwas antiquiert vor,

00:19:46.200 --> 00:19:53.000
aber das, was sich hinter dem Konzept des Rundfunks verbirgt, ja, also das, was wir tagtäglich konsumieren,

00:19:53.000 --> 00:19:56.000
im Fernsehen, im Radio, zeitgemäßer geht es ja nicht.

00:19:56.000 --> 00:19:59.000
Also es kommt ja nur drauf an, den Rundfunk mit Inhalt zu füllen.

00:19:59.000 --> 00:20:01.400
Und ob der zeitgemäß ist, das ist die Frage.

00:20:01.400 --> 00:20:03.200
Holger Klein: Das heißt, Abschaffen wollen Sie ihn nicht.

00:20:03.200 --> 00:20:06.500
Meier: Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde ich nicht abschaffen wollen.

00:20:06.500 --> 00:20:08.500
Nein, warum sollte man den abschaffen wollen?

00:20:08.500 --> 00:20:10.000
Holger Klein: Gibt genug Leute, die wollen das.

00:20:10.000 --> 00:20:13.500
Da dachte ich, ich frage mal so zur Positionsbestimmung einfach [lacht].

00:20:13.500 --> 00:20:18.200
Meier: Nee, ich glaube, dass dieses duale System, was wir haben,

00:20:18.200 --> 00:20:20.200
also so nennt man das ja klassischerweise,

00:20:20.200 --> 00:20:24.000
zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk beitragsfinanziert auf der einen Seite

00:20:24.000 --> 00:20:27.700
und dem privaten Rundfunk auf der anderen Seite, as ist ein bewährtes System,

00:20:27.700 --> 00:20:32.500
das hat sich natürlich deutlich verändert, das Verhältnis seit der Digitalisierung

00:20:32.500 --> 00:20:37.900
und das droht so ein bisschen ins Ungleichgewicht zu kommen, dieses duale System,

00:20:37.900 --> 00:20:43.500
das ist auf der Seite des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks halt deutlich schwerer,

00:20:43.500 --> 00:20:49.200
wenn man so sagen will, also stärker, aber abschaffen, gibt es aus meiner Sicht keinen Grund dafür.

00:20:49.200 --> 00:20:51.700
Holger Klein: Sie schreiben in der APuZ:

00:20:51.700 --> 00:20:57.500
Wir müssen uns den beitragsfinanzierten Rundfunk als eine von Strukturen losgelöste Idee denken,

00:20:57.500 --> 00:21:00.400
um ihn zeitgemäß reformieren zu können.

00:21:00.400 --> 00:21:02.900
Welche Strukturen meinen Sie?

00:21:02.900 --> 00:21:12.500
Meier: Ich meine, dass zum einen die ARD auf der einen Seite sehr dezentral aufgestellt ist mit neun Landesrundfunkanstalten.

00:21:12.500 --> 00:21:17.700
Das hat ja seinen historischen Grund, dass man da keiner einzigen Anstalt so viel Macht geben wollte

00:21:17.700 --> 00:21:25.000
nach dem zweiten Weltkrieg, nach der Nazidiktatur und dann das ZDF auf der anderen Seite

00:21:25.000 --> 00:21:32.400
mit eigenen Strukturen, innerhalb der ARD haben dann noch mal alle Anstalten ihre eigene Verfassung, wenn man so will.

00:21:32.400 --> 00:21:37.000
Die können autonom regieren und dann gibt es natürlich noch die ganzen Radiosender.

00:21:37.000 --> 00:21:41.000
Da hat sich über die Jahre, Jahrzehnte ein System aufgebaut,

00:21:41.000 --> 00:21:45.900
das man ja so heute niemals erfinden würde, wenn man das neu machen müsste.

00:21:45.900 --> 00:21:52.200
Diese Strukturen, also die hohen Kosten, die Personalkosten, die Verwaltungskosten, die sind gemeint.

00:21:52.200 --> 00:21:55.000
Holger Klein: Und wie sähen dann die Reformen aus?

00:21:55.000 --> 00:22:00.700
Meier: Ich glauben, wir müssen in der Tat hergehen und so weit wie möglich in die Zukunft denken und sagen,

00:22:00.700 --> 00:22:06.500
in zehn Jahren, ja, kann es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in dieser Verfassung, wie er jetzt aufgestellt ist, noch geben?

00:22:06.500 --> 00:22:10.500
Ich glaube das ehrlich gesagt nicht, weil sich die Medienlandschaft doch radikal verändert hat

00:22:10.500 --> 00:22:12.900
und ich glaube, man muss die Flucht nach vorne antreten und sagen,

00:22:12.900 --> 00:22:17.900
wir müssen etwas, na ja, zusammenlegen, fusionieren, wie auch immer.

00:22:17.900 --> 00:22:24.000
Das ist natürlich wahnsinnig anstrengend, also der einfachste Vorschlag, ARD und ZDF zusammenzulegen,

00:22:24.000 --> 00:22:28.500
mal ganz brachial gesagt, ja, das müsste man auch etwas ausdifferenzieren.

00:22:28.500 --> 00:22:31.000
Warum kann man nicht mal an sowas rumdenken?

00:22:31.000 --> 00:22:37.200
Neulich gab es einen Vorschlag in der FAZ, glaube ich, das ZDF und das Deutschlandradio zusammenzulegen.

00:22:37.200 --> 00:22:42.900
Also, da sagen die Intendanten der Anstalten dann immer, das ist ja mit viel mehr Kosten verbunden.

00:22:42.900 --> 00:22:44.700
Das spart uns überhaupt nix.

00:22:44.700 --> 00:22:49.000
Kurzfristig kann das schon sein, aber ich glaube, wir brauchen echt eine langfristige Perspektive,

00:22:49.000 --> 00:22:53.000
um zu sagen, wie stellen wir uns denn den öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Zukunft vor

00:22:53.000 --> 00:22:59.900
und ich glaube, er muss deutlich kompakter werden, ohne davon zu verlieren, was ja sein Auftrag ist.

00:22:59.900 --> 00:23:02.700
Also Bildung, Information zu vermitteln.

00:23:02.700 --> 00:23:09.000
Holger Klein: Also weniger Sender, weniger Hörfunkwellen, ja, ZDF vielleicht abschaffen,

00:23:09.000 --> 00:23:10.000
die dritten Programme abschalten, wie wär es damit?

00:23:10.000 --> 00:23:15.500
Meier: Naja, die dritten Programme sind ja insofern wichtig, als dass sie diesen regionalen Anker haben,

00:23:15.500 --> 00:23:19.200
ne, und das ist ja auch eine wichtige Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen,

00:23:19.200 --> 00:23:24.700
dort Nähe herzustellen, wo die Leute sind, wie es immer so floskelhaft heißt.

00:23:24.700 --> 00:23:27.200
Ich würde die dritten Programme nicht abschalten.

00:23:27.200 --> 00:23:30.500
Aber es gab ja zum Beispiel einen Vorschlag,

00:23:30.500 --> 00:23:33.900
wenn ich mich richtig erinnere von SWR-Chef Kai Gniffke,

00:23:33.900 --> 00:23:38.500
der ja auch gerade ARD-Vorsitzender ist, so ein gemeinsames Art Mantel-Programm zu machen

00:23:38.500 --> 00:23:43.200
und lokale Fenster, die es ja dann heute auch gibt zu installieren.

00:23:43.200 --> 00:23:45.700
Also da braucht es schon Ideen, die ein bisschen über das hinausgehen,

00:23:45.700 --> 00:23:48.000
was die ARD unter Reformen versteht.

00:23:48.000 --> 00:23:53.000
Ich glaube, das größte Problem ist, dass es da ganz unterschiedliche Vorstellungen von Reformen gibt

00:23:53.000 --> 00:23:59.000
und das gilt ja für alle Reformen, wo auch immer und das ist ja so ein so ein sehr leeres Wort eigentlich.

00:23:59.000 --> 00:24:02.700
Und deswegen fragen Sie ja auch nach, ne, aber ich glaube,

00:24:02.700 --> 00:24:06.700
die ARD und das ZDF, die verstehen halt drunter, wir müssen die Kosten bisschen senken,

00:24:06.700 --> 00:24:10.000
dann machen wir neue Tarifverträge und dann machen wir hier mal einen Radiosender weg

00:24:10.000 --> 00:24:16.400
und da einen Spartenkanal, ne, was jetzt vielleicht weggeht, ARD one, ZDF Neo, muss man mal sehen.

00:24:16.400 --> 00:24:20.200
Aber, ich meine, ich verstehe unter einer Reform was,

00:24:20.200 --> 00:24:25.700
wo wir auch in zehn Jahren sagen können, das ist jetzt das, was auch gesellschaftlich akzeptiert ist.

00:24:25.700 --> 00:24:28.200
Holger Klein: Aber das Problem ist doch, schreiben Sie auch in der APuZ,

00:24:28.200 --> 00:24:32.700
im Medienstaatsvertrag wird die Aufgabe für alle da zu sein, mehrfach hervorgehoben.

00:24:32.700 --> 00:24:37.400
Wie kann das gehen, wenn man nicht gleichzeitig immer weiter ausdifferenzieren will

00:24:37.400 --> 00:24:41.900
und dann irgendwann, ja weiß ich nicht, achtzig Fernsehprogramme hat oder so was.

00:24:41.900 --> 00:24:47.000
Meier: Ja, Sie beschreiben ja dieses Grundproblem der ja Fragmentierung der Gesellschaft im Grunde.

00:24:47.000 --> 00:24:50.900
Jetzt müssen wir alles irgendwie bedienen und die Öffentlich-Rechtlichen

00:24:50.900 --> 00:24:53.200
aus sich heraus kann ich das ja gut verstehen, ne.

00:24:53.200 --> 00:24:56.700
Man versucht eben dieses „für alle“ umzusetzen,

00:24:56.700 --> 00:25:01.000
indem man dann und zum Beispiel bis ins kleinste hinein Social-Media-Kanäle aufbaut.

00:25:01.000 --> 00:25:06.000
Und dann das so kommt es halt dabei heraus, dass man dann 800 Social-Media-Kanäle hat.

00:25:06.000 --> 00:25:08.700
Diese Fragmentierung, der versucht man halt gerecht zu werden

00:25:08.700 --> 00:25:13.400
und es gibt nicht mehr sozusagen diesen einen Sender, auf den sich alle einigen können.

00:25:13.400 --> 00:25:18.400
Ich sehe das auch, das ist ein Dilemma, ja, aber die Antwort kann nicht darin bestehen,

00:25:18.400 --> 00:25:20.000
dann einfach zu sagen, dann müssen wir hier noch was machen

00:25:20.000 --> 00:25:22.000
und da noch was machen und dort noch was machen.

00:25:22.000 --> 00:25:24.500
Da muss man auch was weglassen können, ja.

00:25:24.500 --> 00:25:30.700
Holger Klein: Ist vielleicht der Auftrag an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unzeitgemäß formuliert?

00:25:30.700 --> 00:25:35.000
Meier: Glaube ich eigentlich nicht, weil der Auftrag ist ja Information, Bildung,

00:25:35.000 --> 00:25:37.500
wir hatten es eben schon, Kultur zu vermitteln.

00:25:37.500 --> 00:25:40.500
Über die Unterhaltung könnten wir mal sprechen.

00:25:40.500 --> 00:25:46.700
Ob das so zeitgemäß ist, dass das ZDF eine „Giovanni Zarrella Show“ oder so was ausstrahlt,

00:25:46.700 --> 00:25:52.200
ja, also Unterhaltung um der Unterhaltung willen, ohne anderen Auftrag.

00:25:52.200 --> 00:25:58.000
Aber wir können uns doch drauf einigen auf diese Kernziele des Auftrags eigentlich.

00:25:58.000 --> 00:26:04.700
Holger Klein: Ja, möglicherweise sind diese Kernziele aber zu abstrakt formuliert,

00:26:04.700 --> 00:26:08.200
weil Sie sagen selber: Über die Unterhaltung können wir ja noch mal gesondert reden.

00:26:08.200 --> 00:26:12.700
Ich kenn genug Leute, die finden diese Unterhaltung genau so richtig.

00:26:12.700 --> 00:26:15.700
Meier: Die Formate, die ich meine, auf die vielleicht verzichtet werden könnte,

00:26:15.700 --> 00:26:20.500
sind ja Programme, die genauso gut im Privatfernsehen laufen könnten.

00:26:20.500 --> 00:26:24.500
Zurecht sagen da die öffentlich-rechtlichen Anstalten, „aber das brauchen wir doch.

00:26:24.500 --> 00:26:27.500
Die Leute lieben das doch, die wollen das“

00:26:27.500 --> 00:26:29.500
Und das stimmt, die wollen das, aber ich glaube,

00:26:29.500 --> 00:26:35.400
es ist ihnen relativ egal, ob das in ARD, ZDF oder Sat1 oder RTL läuft.

00:26:35.400 --> 00:26:38.900
Holger Klein: Das lässt sich dann aber für jeglichen Programmbestandteil sagen.

00:26:38.900 --> 00:26:43.000
Meier: Nee, das das sind ja die Programmbestandteile, die sich auch refinanzieren lassen

00:26:43.000 --> 00:26:45.700
und deswegen ist das im Privaten auch besser aufgehoben.

00:26:45.700 --> 00:26:48.500
Wir reden ja bei den Öffentlich-Rechtlichen über viele Formate,

00:26:48.500 --> 00:26:51.700
die würden sich am Markt so wahrscheinlich gar nicht refinanzieren lassen.

00:26:51.700 --> 00:26:57.700
Es ist auch wichtig, das ist ja auch ein Grund, warum es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk geben muss, ja.

00:26:57.700 --> 00:27:02.200
Also ich schreibe für eine Zeitung, aber wir sind viel stärker online unterwegs

00:27:02.200 --> 00:27:06.200
als noch auf dem gedruckten Papier mittlerweile und das ist unsere Zielrichtung.

00:27:06.200 --> 00:27:11.000
Wir versuchen das auch und wir bekommen das einigermaßen gut hin.

00:27:11.000 --> 00:27:15.000
Aber die Öffentlich-Rechtlichen haben natürlich noch mal ganz andere Möglichkeiten,

00:27:15.000 --> 00:27:17.900
sich loszulösen von Marktzwängen.

00:27:17.900 --> 00:27:21.200
Und deswegen finde ich die Existenz auch vollkommen gerechtfertigt,

00:27:21.200 --> 00:27:24.500
nur übers Ziel hinausschießen und einfach alles anbieten,

00:27:24.500 --> 00:27:30.500
weil wir ja alle erreichen müssen, das kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein, ja.

00:27:30.500 --> 00:27:31.700
Holger Klein: Die Feststellung, lese ich auch bei Ihnen,

00:27:31.700 --> 00:27:34.200
dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk unverzichtbar ist,

00:27:34.200 --> 00:27:38.400
weil es nur dort die wichtigsten gesellschaftlichen, relevanten Inhalte gibt,

00:27:38.400 --> 00:27:40.900
muss jeden Tag aufs Neue bewiesen werden.

00:27:40.900 --> 00:27:44.000
Wie würden Sie diesen Beweis führen?

00:27:44.000 --> 00:27:46.200
Meier: Na ja, einfach durch gutes Programm.

00:27:46.200 --> 00:27:53.200
Also, ich registriere nur, dass Intendanten, andere Top-Leistungsträger des öffentlich-rechtlichen Systems

00:27:53.200 --> 00:27:57.500
so eine Art Freibrief für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehen,

00:27:57.500 --> 00:28:03.000
nur weil es ihn gibt und weil er mal gegründet wurde aus sehr, sehr guten und nachvollziehbaren Gründen

00:28:03.000 --> 00:28:07.700
in einer Medienlandschaft, die natürlich vollkommen anders war als sie heute ist.

00:28:07.700 --> 00:28:12.200
Und man geht aber so ein bisschen davon aus, ja, wir sind ja die Demokratiestabilisierer,

00:28:12.200 --> 00:28:17.000
ohne uns wäre Hubert Aiwanger schon Bundeskanzler oder so was.

00:28:17.000 --> 00:28:20.700
Ja, und diesen Beweis, finde ich, muss man aber erbringen.

00:28:20.700 --> 00:28:24.400
Das kann man nicht einfach nur immer nur behaupten, ja,

00:28:24.400 --> 00:28:29.400
und mir fehlt so ein bisschen Demut eigentlich von den Intendanten,

00:28:29.400 --> 00:28:31.700
ja, ich glaube, es ist wichtig, dass es sie gibt.

00:28:31.700 --> 00:28:36.000
Habe ich ja jetzt schon noch mal, ich sag es auch gerne noch mal,

00:28:36.000 --> 00:28:41.700
aber man kann nicht einfach davon ausgehen, dass das so wie es ist, schon so richtig ist, ja.

00:28:41.700 --> 00:28:45.200
Es hat damit zu tun, dass man etwas bewahren muss, aber auch gleichzeitig,

00:28:45.200 --> 00:28:49.000
etwas anders machen muss, damit das Mediensystem als Ganzes,

00:28:49.000 --> 00:28:54.000
und da spreche ich als Mitarbeiter eines privaten Medienunternehmens, funktioniert.

00:28:54.000 --> 00:28:57.500
Holger Klein: Aber da hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk ja direkt wieder sein Problem.

00:28:57.500 --> 00:29:00.000
Er konkurriert gegen die privaten Medienunternehmen.

00:29:00.000 --> 00:29:03.500
Neuerdings konkurriert er auch noch gegen Plattformen wie Netflix oder YouTube.

00:29:03.500 --> 00:29:05.700
Muss er das überhaupt?

00:29:05.700 --> 00:29:09.700
Meier: Ich finde ehrlich gesagt nicht, ja.

00:29:09.700 --> 00:29:12.500
Also faktisch natürlich konkurrieren wir ja alle miteinander.

00:29:12.500 --> 00:29:19.200
Das ist der Segen und der Fluch der gesamten Digitalisierung,

00:29:19.200 --> 00:29:22.500
dass wir alle schön fein säuberlich voneinander getrennt waren

00:29:22.500 --> 00:29:25.500
und man trat sich irgendwie nicht groß auf die Füße

00:29:25.500 --> 00:29:30.700
und das war wunderbar und jetzt hängt alles mit allem zusammen.

00:29:30.700 --> 00:29:36.900
Also einerseits im Kampf um die Aufmerksamkeit müssen natürlich die öffentlich-rechtlichen konkurrieren

00:29:36.900 --> 00:29:40.900
mit Netflix, mit Amazon, mit privaten Medien, alles richtig.

00:29:40.900 --> 00:29:44.000
Aber man sollte nicht so sein wie Netflix und Amazon.

00:29:44.000 --> 00:29:45.700
Das ist, glaube ich, der Unterschied.

00:29:45.700 --> 00:29:49.700
Deswegen sollte man vielleicht nicht überlegen, was würde Netflix denn machen,

00:29:49.700 --> 00:29:53.000
sondern man muss ja überlegen, was würden ARD und ZDF eigentlich machen,

00:29:53.000 --> 00:29:55.200
wenn sie ihrem Auftrag gerecht werden wollen?

00:29:55.200 --> 00:29:57.900
Holger Klein: Ich muss jetzt noch mal fragen, was würden Sie denn machen?

00:29:57.900 --> 00:30:03.000
Also welche Chance haben ARD und ZDF, wenn wir jetzt beim Fernsehen bleiben,

00:30:03.000 --> 00:30:08.700
sich abzuheben, ohne sich ja irrelevant zu machen?

00:30:08.700 --> 00:30:11.700
Meier: Die Frage ist ja, was heißt denn irrelevant machen?

00:30:11.700 --> 00:30:15.000
ARD und ZDF machen ja in meinen Augen schon eine ganze Menge,

00:30:15.000 --> 00:30:19.900
das originär öffentlich-rechtlich ist, die haben alles, was es braucht,

00:30:19.900 --> 00:30:26.500
sie müssen, glaube ich, so mutig sein, um zu sagen, die Quote ist nicht unser alleiniger Relevanzbezugspunkt.

00:30:26.500 --> 00:30:30.200
So und jetzt kommen Sie natürlich und sagen, aber wenn wir doch keine gute Quote haben,

00:30:30.200 --> 00:30:32.700
sagen wieder alle: Ihr habt doch gar nicht genug Reichweite.

00:30:32.700 --> 00:30:34.700
Ihr erreicht ja gar nicht alle.

00:30:34.700 --> 00:30:35.200
Das sehe ich auch alles.

00:30:35.200 --> 00:30:41.000
Aber dieses zu akzentuieren, wer man ist, was man macht,

00:30:41.000 --> 00:30:44.900
das findet meiner Wahrnehmung nach auf so einer oberflächlichen Basis statt,

00:30:44.900 --> 00:30:47.500
nämlich in Form von so Werbesprüchen

00:30:47.500 --> 00:30:48.500
„Wir sind deins.“,

00:30:48.500 --> 00:30:53.000
aber am Ende ist dann doch eben irgendwie die Sportübertragung das Wichtige

00:30:53.000 --> 00:30:55.000
oder was nach vorne geschoben wird.

00:30:55.000 --> 00:30:58.200
Und so erhält man sich natürlich auch seine Legitimation,

00:30:58.200 --> 00:31:02.500
weil die Zuschauer sagen, na ja gut, dass das ZDF das jetzt gezeigt hat, die Basketball-WM.

00:31:02.500 --> 00:31:04.000
Ja, stimmt.

00:31:04.000 --> 00:31:06.000
Holger Klein: Mit Demokratieförderung hat das wenig zu tun.

00:31:06.000 --> 00:31:07.700
Meier: Mit Demokratieförderung hat das nix zu tun.

00:31:07.700 --> 00:31:11.500
Die Grimme-Chefin hat neulich auch noch mal auf die Sportübertragung verwiesen,

00:31:11.500 --> 00:31:15.200
die man ja eigentlich – oder die Sportrechte, was zu teuer sei.

00:31:15.200 --> 00:31:18.000
Ist ja ein altes Thema, immer wieder beliebtes Thema.

00:31:18.000 --> 00:31:21.000
Also wenn Sie fragen, was würde ich tun, ach Gott, ja,

00:31:21.000 --> 00:31:24.900
also Programming ist, glaube ich, wahnsinnig schwer, ja

00:31:24.900 --> 00:31:29.400
und ich würde nur ein bisschen mehr Auftrag wagen und ein bisschen…

00:31:29.400 --> 00:31:32.400
und da muss man natürlich auch mit dem Risiko leben, dass die Quote dann runtergeht,

00:31:32.400 --> 00:31:38.000
aber es kommt ganz viel darauf an, wie man auch im Dialog mit den Leuten ist, ja.

00:31:38.000 --> 00:31:41.500
Und ich glaube, wir brauchen jetzt - na ja, da gibt es ja so Ideen,

00:31:41.500 --> 00:31:44.900
opensource Netzwerk aus dem öffentlich-rechtlichen machen,

00:31:44.900 --> 00:31:49.500
mehr öffnen, um zu sagen, wir nehmen euch mit rein, ja.

00:31:49.500 --> 00:31:52.200
Holger Klein: Sie hatten esy eingangs schon kurz angerissen.

00:31:52.200 --> 00:31:54.200
Wir haben ja ein Problem.

00:31:54.200 --> 00:31:56.900
Wir haben hier ein bestehendes System, das wir gerade versuchen zu reformieren,

00:31:56.900 --> 00:32:00.000
was Sie in der APuZ auch machen, ist ein Gedankenexperiment anzustoßen.

00:32:00.000 --> 00:32:04.000
Sie schreiben, „wünschenswert wäre es, auch ganz grundsätzlich darüber nachzudenken,

00:32:04.000 --> 00:32:07.000
wie ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk in der digitalen Medienwelt aussehen könnte,

00:32:07.000 --> 00:32:12.500
dürfte man ihn ganz neu erfinden.“ Erfinden Sie mal.

00:32:12.500 --> 00:32:19.200
Meier: Ja. Na ja, also ich würde mir in erster Linie etwas vorstellen,

00:32:19.200 --> 00:32:25.200
was erstmal natürlich weiter seine Verankerung in der linearen Welt auch hat.

00:32:25.200 --> 00:32:27.200
Ne, das braucht es, das würde ich nicht abschaffen wollen.

00:32:27.200 --> 00:32:30.500
Aber dann muss man sich ein digitales Angebot vorstellen,

00:32:30.500 --> 00:32:35.700
was aus einem Guss ist, ja, da gibt's einen politischen Auftrag, das stärker zu verzahnen,

00:32:35.700 --> 00:32:39.500
und was leicht erreichbar ist, was leicht auffindbar ist.

00:32:39.500 --> 00:32:46.000
In der aktuellen Situation ist das noch nicht ganz eingelöst diesem einfachen Zugang,

00:32:46.000 --> 00:32:47.500
mit der Entdeckung und so weiter.

00:32:47.500 --> 00:32:51.900
Das gehört ja auch, glaube ich, zur Hauptaufgabe, wie die ARD das derzeit sieht,

00:32:51.900 --> 00:32:58.200
dieses Streaming-Netzwerk, ich glaube, sie nennen es ein bisschen anders, aufzubauen.

00:32:58.200 --> 00:33:04.700
Ich glaube, da ist schon viel richtig dran, das wäre das, was jedes Medienunternehmen tun würde und auch tut.

00:33:04.700 --> 00:33:08.900
Holger Klein: Aber mal ganz konkret, was würden wir für ein Angebot sehen?

00:33:08.900 --> 00:33:09.700
Also, was ist noch dabei?

00:33:09.700 --> 00:33:10.400
Machen wir noch Sport?

00:33:10.400 --> 00:33:12.700
Haben wir noch die Samstagabendunterhaltung?

00:33:12.700 --> 00:33:16.000
Nur halt auf non-lineares gucken im Internet.

00:33:16.000 --> 00:33:16.400
Haben wir noch einen Tatort?

00:33:16.400 --> 00:33:18.000
Haben wir noch Quizsendungen?

00:33:18.000 --> 00:33:20.200
Oder andersrum, was fliegt raus?

00:33:20.200 --> 00:33:22.500
Meier: Ich glaube, es ist einfach zu viel von allem da.

00:33:22.500 --> 00:33:25.500
Ja. Und auch einer dieser Punkte,

00:33:25.500 --> 00:33:31.400
der immer wenn über Zusammenlegungen, Fusionen oder sonstiges geredet wird,

00:33:31.400 --> 00:33:35.200
kommt ja immer das Argument, „aber wir stehen doch miteinander im Wettbewerb“,

00:33:35.200 --> 00:33:37.000
ja, im publizistischen Wettbewerb.

00:33:37.000 --> 00:33:42.000
Und für die Tagesschau und die Tagesthemen und das Heute-Journal lasse ich das sogar gelten.

00:33:42.000 --> 00:33:44.700
Bei Nachrichten kann ich das noch am ehesten richtig finden,

00:33:44.700 --> 00:33:52.500
aber dieser Wettbewerb, wer am Vorabend die bessere Quote hat und ob das Soko Hafenkante ist oder der Bergdoktor,

00:33:52.500 --> 00:33:57.000
da glaube ich, dass das so ein verfehlter Wettbewerbsgedanke ist.

00:33:57.000 --> 00:34:02.200
Also um das zu beantworten: Ja, ich glaube, viel von der aktuellen Unterhaltung könnten wir lassen.

00:34:02.200 --> 00:34:04.700
Da werden natürlich die Produzenten aufschreien.

00:34:04.700 --> 00:34:10.000
Wir haben eine gute, schöne Produzentenlandschaft, weil die ja maßgeblich von ARD und ZDF leben.

00:34:10.000 --> 00:34:11.500
Ich weiß das. Ich verstehe das.

00:34:11.500 --> 00:34:16.800
Aber irgendein - wie heißt es immer - irgendeinen Tod muss man sterben

00:34:16.800 --> 00:34:18.100
und es ist ja auch eigentlich gar kein Tod,

00:34:18.100 --> 00:34:22.000
weil es soll ja weiterhin meinetwegen auch den Tatort geben,

00:34:22.000 --> 00:34:24.900
ja, aber es muss nicht den drölften Schwedenkrimi geben.

00:34:24.900 --> 00:34:30.000
Und ich glaube auch, dass es eine originär öffentlich-rechtliche Unterhaltung geben kann.

00:34:30.000 --> 00:34:34.400
Deswegen soll das nicht alles weg, aber ich glaube, es gibt Unterhaltungsformate,

00:34:34.400 --> 00:34:40.500
auf die der öffentlich-rechtliche Rundfunk verzichten könnte, ohne etwas zu verlieren.

00:34:40.500 --> 00:34:44.000
Holger Klein: Jetzt haben wir die ganze Zeit über unsere Wünsche geredet.

00:34:44.000 --> 00:34:49.600
Was denken Sie denn, wie in zehn Jahren die öffentlich-rechtliche Realität tatsächlich aussehen wird?

00:34:49.600 --> 00:34:52.500
Halten Sie dieses System überhaupt für reformierbar?

00:34:52.500 --> 00:34:53.500
Meier: Ja, glaube ich nicht.

00:34:53.500 --> 00:34:57.000
Also ich glaube, dass das aus verschiedenen Gründen nicht funktionieren wird.

00:34:57.000 --> 00:35:00.900
Ich glaube, dass es eigentlich immer so weitergehen wird.

00:35:00.900 --> 00:35:04.900
Die Öffentlich-Rechtlichen sagen, sie sparen und das tun sie ja teilweise auch,

00:35:04.900 --> 00:35:08.000
und zwar am Programm, ja, und, das liegt ja auch daran,

00:35:08.000 --> 00:35:14.000
dass die hohen Fixkosten da sind, die Personalkosten, die Betriebskosten,

00:35:14.000 --> 00:35:17.900
was weiß ich, die verzehren schon so viel Geld, ja, auch die Pensionsrückstellung.

00:35:17.900 --> 00:35:21.500
Das ist da - wo kann man dann kürzen, wenn man sparen muss?

00:35:21.500 --> 00:35:24.300
Natürlich beim Programm.

00:35:24.300 --> 00:35:25.500
Ja und das wird, glaube ich, so weitergehen.

00:35:25.500 --> 00:35:30.500
Also im schlechtesten Fall in zehn Jahren sieht der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Struktur irgendwie genauso aus,

00:35:30.500 --> 00:35:37.100
nur mit nicht mehr so viel Programm, aber mit ganz viel Kosten für Strukturen und Verwaltung.

00:35:37.100 --> 00:35:38.800
Holger Klein: Christian Meier, vielen Dank.

00:35:38.800 --> 00:35:39.900
Meier: Gerne.

00:35:39.900 --> 00:35:47.100
*Musik*

00:35:47.100 --> 00:35:50.500
Holger Klein: Es gibt also viel zu tun beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk,

00:35:50.500 --> 00:35:54.000
das wird aus dem Gespräch mit Christian Meier deutlich.

00:35:54.000 --> 00:35:58.300
Einen kritischen Aspekt haben wir aber noch nicht beleuchtet.

00:35:58.300 --> 00:36:03.500
Die Rundfunkräte und Redaktionen sollen verschiedene politische Haltungen abbilden,

00:36:03.500 --> 00:36:08.000
aber auch ganz grundsätzlich die Vielfalt innerhalb unserer Gesellschaft.

00:36:08.000 --> 00:36:13.500
Und genau diese Vielfalt sehen wir beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk heute noch nicht,

00:36:13.500 --> 00:36:17.000
das zumindest sagt Hadija Haruna-Oelker.

00:36:17.000 --> 00:36:21.600
Sie arbeitet als Journalistin unter anderem für den Hessischen Rundfunk und das Deutschlandradio.

00:36:21.600 --> 00:36:27.300
Und sie engagiert sich im Verein Neue Deutsche Medienmacher*innen für mehr Vielfalt im Journalismus.

00:36:27.300 --> 00:36:30.100
Haruna-Oelker: Das hat viel mit der Struktur des öffentlich-rechtlichen,

00:36:30.100 --> 00:36:35.100
aber auch des Medienbetriebs an sich zu tun, also diese Frage: Wer wird Journalist*in?

00:36:35.100 --> 00:36:39.100
Wie sind die Berufswege, wie bekannt sind die Berufswege, wer hat die Zugänge,

00:36:39.100 --> 00:36:42.800
wer kann sich das leisten, diesen Berufsweg überhaupt einzuschlagen?

00:36:42.800 --> 00:36:46.800
Das hat natürlich in der Vergangenheit mit diesen hohen Hürden und auch mit dem Invest,

00:36:46.800 --> 00:36:51.100
den man ja auch leisten muss, um Journalist*in zu werden, dazu geführt,

00:36:51.100 --> 00:36:54.600
dass sich so eine homogene Blase entwickelt hat.

00:36:54.600 --> 00:36:59.900
Und jetzt weiß man aus der, aus der Forschung, dass man sich eben auch gerne reproduziert.

00:36:59.900 --> 00:37:03.500
Und das bedeutet natürlich bei so Auswahlverfahren und bei vielen strukturellen Fragen,

00:37:03.500 --> 00:37:09.300
die sich in so Personalprozessen über viele Jahrzehnte abgespielt haben,

00:37:09.300 --> 00:37:11.600
etwas sehr Homogenes entstanden ist.

00:37:11.600 --> 00:37:14.400
Und das jetzt aufzubrechen ist natürlich ein Weg.

00:37:14.400 --> 00:37:17.500
Holger Klein: Es geht einerseits um Repräsentation vor den Kameras,

00:37:17.500 --> 00:37:20.600
aber es geht auch um die Perspektive des Berichtens.

00:37:20.600 --> 00:37:23.600
Haruna-Oelker: Es geht nicht nur um Repräsentation.

00:37:23.600 --> 00:37:27.900
Es geht auch darum, wie man Themen anfasst, wie man Beiträge macht, wie man Zugänge schafft.

00:37:27.900 --> 00:37:31.000
Wie man überlegt, wer angesprochen werden soll.

00:37:31.000 --> 00:37:34.900
Und das ist egal zu welchem Thema.

00:37:34.900 --> 00:37:38.500
Ich nenne das eine diversitätsbewusste Berichterstattung und die ist lernbar, weil es ein Fachgebiet ist.

00:37:38.500 --> 00:37:43.900
Und das Problem ist, dieses Handwerk fehlt, weil es gar nicht als ein solches wahrgenommen wurde,

00:37:43.900 --> 00:37:49.900
weil eigentlich für viele, viele Jahrzehnte gedacht wurde, das sind Empfindlichkeitsthemen.

00:37:49.900 --> 00:37:52.000
Aber faktisch sind es Erfahrungen von Menschen.

00:37:52.000 --> 00:37:57.900
Das grundsätzliche Problem ist, dass ein breitflächiges Diversitätsverständnis sowieso fehlt,

00:37:57.900 --> 00:38:01.800
also ein Verständnis, das eben nicht auf so diversity als Trend setzt.

00:38:01.800 --> 00:38:04.000
Das macht man jetzt mal, das machen die jungen Leute,

00:38:04.000 --> 00:38:08.600
sondern zu verstehen, dass unsere Gesellschaft so ist, so heterogen,

00:38:08.600 --> 00:38:17.000
und zwar durch alle Altersgenerationen, dass auch eine 50-jährige Person vielleicht sich über Jahre nicht in den Berichten wiedergefunden hat.

00:38:17.000 --> 00:38:22.000
Holger Klein: Das sind natürlich Kritikpunkte, die man an viele Medien richten kann.

00:38:22.000 --> 00:38:28.000
Aber: Der Öffentlich-Rechtliche ist eben dem demokratischen Auftrag und der Allgemeinheit verpflichtet.

00:38:28.000 --> 00:38:32.500
Hadija Haruna-Oelker sagt: Es braucht eine wirkliche Transformation

00:38:32.500 --> 00:38:38.100
und eine ständige Organisationsentwicklung, um Diversität wirklich zu verankern.

00:38:38.100 --> 00:38:42.800
Haruna-Oelker: Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Häuser mehr in Gespräche kommen,

00:38:42.800 --> 00:38:50.500
gut moderierte, geplante, regelmäßige Austauschformate über die Transformation in diesem Bereich.

00:38:50.500 --> 00:38:55.300
Es braucht Spiegelung, Referenzrahmen, es muss resonieren,

00:38:55.300 --> 00:38:58.400
es muss damit gearbeitet werden, das würde ich mir wünschen.

00:38:58.400 --> 00:39:02.500
Ich würde mir ARD-Gremien wünschen, die, wenn sie zu diesem Thema arbeiten,

00:39:02.500 --> 00:39:05.000
sich die Expertise von außen holen.

00:39:05.000 --> 00:39:09.000
Das sollte in den ARD-Zirkeln der Entscheider*innenrunden rein.

00:39:09.000 --> 00:39:15.000
Und ehrlich gesagt: Diese Menschen in Führungspositionen sollten sich für das Thema sensibilisieren lassen.

00:39:15.000 --> 00:39:18.100
Das ist übrigens nicht mit einem Workshop passiert.

00:39:18.100 --> 00:39:20.400
Das ist ein lebenslanger Prozess.

00:39:20.400 --> 00:39:23.400
Holger Klein: Und trotz der Kritik sagt auch Hadija Haruna-Oelker.

00:39:23.400 --> 00:39:28.100
Die Öffentlich-Rechtlichen sind für den Journalismus und für die Gesellschaft unverzichtbar.

00:39:28.100 --> 00:39:33.300
Haruna-Oelker: sie sind der einzige Ort, an dem bestimmte Berichterstattung überhaupt noch möglich ist,

00:39:33.300 --> 00:39:36.900
der man vertrauen kann, die auch eine bestimmte Qualität mitbringt.

00:39:36.900 --> 00:39:38.900
Es soll einfach nur unterschiedlicher werden.

00:39:38.900 --> 00:39:46.500
*Musik*

00:39:46.500 --> 00:39:47.600
Was wir also mitnehmen können:

00:39:47.600 --> 00:39:52.600
1.  Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt,

00:39:52.600 --> 00:39:57.000
um einen Staatsfunk zu verhindern und die Demokratie zu stärken.

00:39:57.000 --> 00:40:00.000
Kritik am Programm gibt es zwar schon immer.

00:40:00.000 --> 00:40:04.300
Aus der Kritik am „zu wenig“ wurde mit der Zeit aber eine am „zu viel“.

00:40:04.300 --> 00:40:07.100
Das sagt Konrad Dussel.

00:40:07.100 --> 00:40:10.900
2.  Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist nach wie vor groß

00:40:10.900 --> 00:40:13.000
und befindet sich keineswegs in einer Krise.

00:40:13.000 --> 00:40:15.800
Dennoch hat es unter den Skandalen des vergangenen Jahres gelitten.

00:40:15.800 --> 00:40:18.800
Doch die Debatten haben auch Veränderungen angestoßen.

00:40:18.800 --> 00:40:22.100
Das hat Ilka Jakobs erklärt.

00:40:22.100 --> 00:40:26.500
3.  Mit den seit Jahrzehnten gewachsenen Strukturen ist es schwierig,

00:40:26.500 --> 00:40:30.300
aktuellen Herausforderungen durch den Medienwandel,

00:40:30.300 --> 00:40:33.000
aber auch einer diverser werdenden Gesellschaft gerecht zu werden

00:40:33.000 --> 00:40:36.500
und das auch noch möglichst kosteneffizient.

00:40:36.500 --> 00:40:40.900
Darauf haben Christian Meier und Hadija Haruna-Oelker hingewiesen.

00:40:40.900 --> 00:40:44.500
*Musik*

00:40:44.500 --> 00:40:46.500
Das war „Aus Politik und Zeitgeschichte“.

00:40:46.500 --> 00:40:50.100
In der APuZ zum Thema „Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk“

00:40:50.100 --> 00:40:54.500
finden Sie Texte von Konrad Dussel, Ilka Jakobs und Kollegen sowie Christian Meier,

00:40:54.500 --> 00:41:00.000
dazu Beiträge von Dieter Dörr, Barbara Thomaß, Annette Dittert und Mandy Tröger.

00:41:00.000 --> 00:41:06.000
Außerdem ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung vor kurzem das Zeitbild „100 Jahre Radio“ erschienen,

00:41:06.000 --> 00:41:09.800
unter anderem mit einem Beitrag von Hadija Haruna-Oelker.

00:41:09.800 --> 00:41:14.500
Die Links zur APuZ und zum Zeitbild finden Sie in den Shownotes.

00:41:14.500 --> 00:41:16.500
Wir freuen uns natürlich über Feedback zu diesem Podcast.

00:41:16.500 --> 00:41:21.600
Fragen, Lob, aber auch Kritik können Sie uns schicken an apuz@bpb.de.

00:41:21.600 --> 00:41:26.900
In vier Wochen erscheint die nächste Folge, dann sprechen wir über Cybersicherheit.

00:41:26.900 --> 00:41:30.300
Ich bin Holger Klein, und danke für die Aufmerksamkeit.

00:41:30.300 --> 00:41:45.800
*Musik*

00:41:45.800 --> 00:41:52.000
Der Podcast „Aus Politik und Zeitgeschichte“ wird von der APuZ-Redaktion in Zusammenarbeit mit hauseins produziert.

00:41:52.000 --> 00:41:56.900
Redaktion für diese Folge: Gina Enslin, Julia Günther, Sascha Kneip und Hannah Stadler.

00:41:56.900 --> 00:42:03.000
Sprecherin: Katrin Rönicke. Schnitt: Oliver Kraus. Musik: Joscha Grunewald. Produktion: hauseins.

00:42:03.000 --> 00:42:05.100
Am Mikrofon war Holger Klein.

00:42:05.100 --> 00:42:07.800
Die Folgen stehen unter der Creative Commons Lizenz

00:42:07.800 --> 00:42:11.800
und dürfen unter Nennung der Herausgeberin zu nichtkommerziellen Zwecken weiterverbreitet werden.

