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Wie wird man Präsidentin oder Präsident…

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…der Vereinigten Staaten von Amerika?

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Das ist ein langer Weg. Denn das Wahlsystem ist komplex.

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Grund dafür ist auch die föderale Struktur der USA.

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 In den fünfzig Bundesstaaten und Washington D.C. gibt es nämlich unterschiedliche Wahlsysteme.

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In den USA kämpfen vor allem zwei Parteien um den Platz im Weißen Haus: 

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Die Demokraten und die Republikaner.

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Beide Parteien nominieren jeweils eine Person zur Wahl.

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Wer das ist, entscheidet sich in den innerparteilichen Vorwahlen.

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In jeder Partei stellen sich mehrere Anwärterinnen und Anwärter auf das Präsidentschaftsamt zur Wahl.

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Der Zeitpunkt der Vorwahl und das Verfahren variieren je nach Bundesstaat.

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Grundsätzlich gibt es zwei Systeme: Primaries und Caucuses.

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Viele Bundesstaaten wie Kalifornien, New York oder New Hampshire 

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halten Primaries ab, die wie klassische Wahlen ablaufen.

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In manchen Bundesstaaten dürfen alle Wahlberechtigen wählen,

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 in anderen nur registrierte Parteimitglieder.

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In Bundesstaaten wie Iowa, Nevada oder Wyoming gibt es Caucuses, vergleichbar mit Bürgerversammlungen.

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Dort diskutieren die Wahlberechtigten der jeweiligen Partei, wer nominiert werden soll, und stimmen dann offen ab.

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Egal ob Primary oder Caucus: 

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Die Anwärterinnen und Anwärter werden nicht direkt gewählt, sondern bekommen je nach gewonnenen Wählerstimmen Delegierte zugeteilt.

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Das sind in jedem Bundesstaat unterschiedlich viele.

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Nach Abschluss aller Vorwahlen finden die Nominierungsparteitage statt.

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Hier bestimmen die Delegierten der Parteien ihre Kandidatinnen und Kandidaten für den Hauptwahlkampf.

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Dabei stimmen die Delegierten für die Anwärterinnen und Anwärter entsprechend der Stimmergebnisse in ihren Bundesstaaten ab, 

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sind also an das Mandat aus dem Bundesstaat gebunden.

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Es gibt aber auch sogenannte Superdelegierte der Parteien, die ihre Favoriten frei wählen können.

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Wer über die Hälfte der Delegiertenstimmen seiner Partei bekommt…

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… zieht als Präsidentschaftskandidatin oder -kandidat in den Hauptwahlkampf.

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Die Zwei liefern sich TV-Duelle…

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… während der Wahlkampf auch "an der Haustür“ weitergeht,

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und natürlich bei Veranstaltungen oder in den Sozialen Medien.

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Spannend wird es in den sogenannten Swing States!

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Das sind Bundesstaaten, in denen bei den letzten Wahlen mal die eine und mal die andere Partei gewonnen hat. 

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Hier wird besonders viel Wahlkampf betrieben, um den Bundesstaat für sich zu gewinnen.

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Anfang November findet dann traditionell die Präsidentschaftswahl statt.

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Wer wählen darf, ist in den Bundesstaaten unterschiedlich geregelt. Aber fast überall gilt: 

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Die Wahlberechtigten müssen sich registrieren. Erst dann dürfen sie ihre Stimme abgeben.

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Die US-Bürgerinnen und Bürger wählen ihre Präsidentin oder ihren Präsidenten nicht direkt, sondern indirekt über Wahlleute. 

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Jeder Bundesstaat hat unterschiedlich viele davon, je nach Einwohnerzahl.

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Abhängig vom Abstimmungsergebnis am Wahltag verteilen sich die Wahlleute des Bundesstaates 

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auf den Demokratischen oder Republikanischen Kandidaten bzw. die Kandidatin.

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In fast allen Staaten gilt dabei das Prinzip: „The Winner takes it all“: 

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Wer die Mehrheit der Stimmen in einem Staat gewinnt, gewinnt auch alle Wahlleute…

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… ganz gleich, ob man mit einer Stimme oder mit 100.000 Stimmen Vorsprung das Rennen für sich entschieden hat.

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Das kann dazu führen, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat zwar die meisten Stimmen aus der Bevölkerung, 

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aber eben nicht die Mehrheit der Wahlleute bekommt.

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Insgesamt gibt es 538 Wahlleute. Wer mindestens 270 gewinnt, wird neue Präsidentin oder neuer Präsident der USA.

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Die Arbeit beginnt aber erst Anfang Januar, wenn sie oder er den Amtseid ablegt…

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…und die Antrittsrede hält.

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Das ist der Startschuss für die 4-jährige Amtszeit.