WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:03.600
O-Ton Vassili Golod: So hört sich mein Nachhauseweg an.

00:00:04.000 --> 00:00:07.600
*Sirenen*

00:00:08.000 --> 00:00:12.600
Und so geht es Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern

00:00:13.000 --> 00:00:18.600
jeden Tag und jede Nacht seit mehr als vier Jahren.

00:00:19.000 --> 00:00:20.600
*Musik*

00:00:21.000 --> 00:00:23.600
Sarah Zerback: Sirenen heulen, jeden Tag und jede Nacht,

00:00:24.000 --> 00:00:26.600
so ist die Lage in der Ukraine seit 2022,

00:00:27.000 --> 00:00:31.600
wie der ARD-Korrespondet Vassili Golod hier in einem Video auf Instagram berichtet.

00:00:32.000 --> 00:00:32.600
Die Ukraine ist im Krieg.

00:00:33.000 --> 00:00:37.600
Und dieser Krieg hat auch hier bei uns zu einem Umdenken geführt.

00:00:38.000 --> 00:00:41.600
Seit 2022 steht das Szenario eines russischen Angriff-Kriegs auf NATO-Gebiet,

00:00:42.000 --> 00:00:44.600
gegebenenfalls sogar auf die Bundesrepublik Deutschland im Raum.

00:00:45.000 --> 00:00:48.600
Bundeskanzler Friedrich Merz beschrieb die Lage im Herbst 2025

00:00:49.000 --> 00:00:50.600
in einem Interview mit den Worten

00:00:51.000 --> 00:00:53.600
„Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden.”

00:00:54.000 --> 00:00:56.600
Zu den Bedrohungen zählen nicht nur militärische Angriffe,

00:00:57.000 --> 00:00:59.600
auch Cyber-Angriffe oder Angriffe auf die Infrastruktur,

00:01:00.000 --> 00:01:01.600
wie zum Beispiel auf das Stromnetz,

00:01:02.000 --> 00:01:03.600
können enorme Schäden anrichten.

00:01:04.000 --> 00:01:08.600
Deswegen fragen sich viele, wie gut das Land überhaupt auf einen solchen Fall vorbereitet wäre.

00:01:09.000 --> 00:01:12.600
Ist unsere Gesellschaft bereit für so ein Szenario?

00:01:13.000 --> 00:01:14.600
*Musik*

00:01:15.000 --> 00:01:18.600
Über die Gesellschaft im Ernstfall, über die Bundesrepublik im Verteidigungsfall,

00:01:19.000 --> 00:01:21.600
und wie eine Gesellschaft sich darauf vorbereitet,

00:01:22.000 --> 00:01:23.600
darüber sprechen wir heute mit unseren Gästen.

00:01:24.000 --> 00:01:26.600
Patrick Heinemann ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht

00:01:27.000 --> 00:01:31.600
und spricht mit uns über gesetzliche Regelungen und Pflichten des Staates im Ernstfall.

00:01:32.000 --> 00:01:37.600
Martin Voss ist Professor für Krisen- und Katastrophenforschung an der Freien Universität zu Berlin,

00:01:38.000 --> 00:01:42.600
mit analysieren wir, in welchen Bereichen Deutschland gut für den Ernstfall gewappnet ist

00:01:43.000 --> 00:01:44.600
und wo noch Luft nach oben besteht.

00:01:45.000 --> 00:01:49.600
Und Christine Leuchtenmüller, Leiterin des Stockholm-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung,

00:01:50.000 --> 00:01:55.600
blickt mit uns auf den Bevölkerungsschutz und die Vorbereitung auf den Verteidigungsfall in Finnland.

00:01:56.000 --> 00:01:57.600
Können wir von den nordischen Ländern lernen?

00:01:58.000 --> 00:02:03.600
Die Ausgabe der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ zum Thema „Gesellschaft im Ernstfall“

00:02:04.000 --> 00:02:06.600
finden Sie auf bpb.de/apuz.

00:02:07.000 --> 00:02:08.600
Wie immer gibt es auch zu dieser Folge ein Transkript.

00:02:09.000 --> 00:02:13.600
Sie finden es in der bpb-Mediathek oder als Link in den Shownotes.

00:02:14.000 --> 00:02:29.600
*Musik*

00:02:30.000 --> 00:02:32.600
Auf der Website des Bundesinnenministeriums steht

00:02:33.000 --> 00:02:37.600
„Es ist Aufgabe das Staates, die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten,

00:02:38.000 --> 00:02:39.600
auch im Katastrophenfall.

00:02:40.000 --> 00:02:41.600
Wobei die Aufgabenteilung in Deutschland so ist:

00:02:42.000 --> 00:02:46.600
Der Bund ist dafür zuständig, die Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren zu schützen,

00:02:47.000 --> 00:02:49.600
das ist der sogenannte „Zivilschutz“.

00:02:50.000 --> 00:02:50.600
Und die Länder sind dafür zuständig,

00:02:51.000 --> 00:02:54.600
die Bevölkerung vor Katastrophen oder schweren Unglücken in Friedenszeiten zu schützen,

00:02:55.000 --> 00:02:56.600
das ist der „Katastrophenschutz“.

00:02:57.000 --> 00:02:59.600
Hierbei spielen die sogenannte Blaulichtorganisationen

00:03:00.000 --> 00:03:02.600
wie Rettungsdienste und Feuerwehren eine zentrale Rolle.

00:03:03.000 --> 00:03:07.600
Das heißt nicht, dass die Länder im Kriegsfall und der Bund im Friedensfall gar keine Rolle spielen.

00:03:08.000 --> 00:03:11.600
Die Ressourcen, die für den Katastrophenschutz in den Ländern zur Verfügung stehen,

00:03:12.000 --> 00:03:15.600
können im Verteidigungsfall vom Bund genutzt werden

00:03:16.000 --> 00:03:20.600
und umgekehrt hilft der Bund mit seinen Ressourcen den Ländern zum Beispiel bei Naturkatastrophen.

00:03:21.000 --> 00:03:24.600
Dafür gibt es etwa das Technische Hilfswerk des Bundes, kurz THW.

00:03:25.000 --> 00:03:30.600
Zudem wurde 2004 das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geschaffen, kurz BBK,

00:03:31.000 --> 00:03:34.600
das als zentrale Bundeseinrichtung für die zivile Sicherheit fungieren soll.

00:03:35.000 --> 00:03:39.600
Wie genau das politisch und rechtlich abläuft, wenn Deutschland angegriffen würde,

00:03:40.000 --> 00:03:41.600
das hat uns Patrick Heinemann erzählt,

00:03:42.000 --> 00:03:44.600
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht.

00:03:45.000 --> 00:03:49.600
Er ist außerdem Reserveoffizier und beschäftigt sich wissenschaftlich mit Fragen des Wehrrechts,

00:03:50.000 --> 00:03:52.600
und der Verteidigung Deutschlands.

00:03:53.000 --> 00:03:55.600
Patrick Heinemann: Man hat eine Art Staffelung von verschiedenen Eskalationsstufen.

00:03:56.000 --> 00:04:01.600
Beginnt typischerweise bei dem Spannungsfall und danach dem Verteidigungsfall,

00:04:02.000 --> 00:04:02.600
der festgestellt wird durch den Bundestag,

00:04:03.000 --> 00:04:06.600
wenn tatsächlich ein bewaffneter Angriff auf das Bundesgebiet erfolgt.

00:04:07.000 --> 00:04:09.600
Also der Spannungsfall ist im Prinzip die Vorstufe

00:04:10.000 --> 00:04:11.600
und der löst eben nur bestimmte Teilbereiche von Gesetzen aus.

00:04:12.000 --> 00:04:17.600
Und im Verteidigungsfall ist dann im Prinzip die höchste Eskalationsstufe im äußersten Notstandsfall.

00:04:18.000 --> 00:04:19.600
Um das jetzt mal ganz vereinfacht auszudrücken.

00:04:20.000 --> 00:04:24.600
Sarah Zerback: Geregelt sind diese Eskalationsstufen seit 1968 im Grundgesetz,

00:04:25.000 --> 00:04:27.600
durch die sogenannten Notstandsgesetze.

00:04:28.000 --> 00:04:30.600
Den Spannungsfall kann der Bundestag mit einer 2/3-Mehrheit feststellen.

00:04:31.000 --> 00:04:34.600
Für den Verteidigungsfall muss außerdem der Bundesrat zustimmen

00:04:35.000 --> 00:04:39.600
Patrick Heinemann: Und einhergehend eben mit diesen verschiedenen Eskalationsstufen sind verknüpft bestimmte Gesetze,

00:04:40.000 --> 00:04:41.600
die nennen wir allgemein Sicherstellungs- und Vorsorgegesetze.

00:04:42.000 --> 00:04:49.600
Und im Kern geht es darum, dass der Staat eben Vorsorge einerseits leisten will für den Spannung- und Verteidigungsfall

00:04:50.000 --> 00:04:55.600
und dass er im Spannungs- und Verteidigungsfall auch bestimmte Dienstleistungen und Güter sicherstellen will.

00:04:56.000 --> 00:04:58.600
Und dass zum einen für die Versorgung der Zivilbevölkerung

00:04:59.000 --> 00:05:00.600
und zum anderen zur Versorgung der kämpfenden Truppe.

00:05:01.000 --> 00:05:03.600
Da geht es beispielsweise um die Bevorratung von Lebensmitteln.

00:05:04.000 --> 00:05:06.600
Das wird zum Teil jetzt schon auch in Friedenszeiten vorgeplant.

00:05:07.000 --> 00:05:10.600
Dann wird es zukünftig vor allem auch um medizinische Güter gehen.

00:05:11.000 --> 00:05:13.600
Da ist eine Gesetzgebungsreform derzeit in Planung.

00:05:14.000 --> 00:05:16.600
Das ist eine der wesentlichen Erfahrungen auch aus der Corona-Pandemie,

00:05:17.000 --> 00:05:19.600
dass wir auch ein Gesundheitsvorsorgegesetz brauchen.

00:05:20.000 --> 00:05:23.600
Sarah Zerback: Es geht aber nicht nur um die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin,

00:05:24.000 --> 00:05:25.600
sondern wenn der Bundestag die Notwendigkeit beschließt,

00:05:26.000 --> 00:05:29.600
dann kann der Staat auch recht stark in die freie Wirtschaft eingreifen

00:05:30.000 --> 00:05:33.600
und fast ein bisschen planwirtschaftlich lenken, was produziert wird.

00:05:34.000 --> 00:05:36.600
Patrick Heinemann: Also wir werden sicherlich nicht einen Fünfjahresplan kriegen,

00:05:37.000 --> 00:05:41.600
aber natürlich in Teilbereichen ist das möglich, dass eben dort wirtschaftlich steuernd eingegriffen wird,

00:05:42.000 --> 00:05:45.600
um sicherzustellen, beispielsweise, dass Kugellager produziert werden in hinreichender Anzahl,

00:05:46.000 --> 00:05:47.600
Munition und so weiter und so fort.

00:05:48.000 --> 00:05:49.600
Das ist durchaus denkbar, wenn es dort einen Mangel gibt.

00:05:50.000 --> 00:05:54.600
Sarah Zerback: Bisher wurden der Spannungs- oder Verteidigungsfall noch nie festgestellt.

00:05:55.000 --> 00:06:00.600
Falls es so weit kommt, müssten die Gesetze den jeweiligen Herausforderungen wahrscheinlich angepasst werden,

00:06:01.000 --> 00:06:01.010
sagt Heinemann.

00:06:01.000 --> 00:06:02.600
Patrick Heinemann: Wir können nicht glauben,

00:06:03.000 --> 00:06:03.600
dass die Gesetze, die jetzt da in der Schublade liegen,

00:06:04.000 --> 00:06:07.600
dass wir mit denen in den Spannungs- und Verteidigungsfall reingehen

00:06:08.000 --> 00:06:09.600
und mit den gleichen Gesetzen auch wieder rausgehen.

00:06:10.000 --> 00:06:14.600
Im Gegenteil, eine mit mir befreundete ukrainische Abgeordnete hat mir erzählt,

00:06:15.000 --> 00:06:19.600
dass sie eigentlich 50 Prozent ihrer Abgeordnetentätigkeit im Parlament damit verbringt,

00:06:20.000 --> 00:06:24.600
diese Notstandsgesetze, die die natürlich auch in der Ukraine haben, permanent anzupassen.

00:06:25.000 --> 00:06:27.600
Sarah Zerback: Als man in den 1960er Jahren die Notstandsgesetze verabschiedete,

00:06:28.000 --> 00:06:31.600
hatte man mitten im Kalten Krieg bestimmte Vorstellungen,

00:06:32.000 --> 00:06:33.600
wie dieser parlamentarische Alltag dann aussehen würde:

00:06:34.000 --> 00:06:37.600
Da die Bedrohung vor allem eine atomare war, plante man,

00:06:38.000 --> 00:06:42.600
dass die Regierung im Verteidigungsfall in einen Atombunker im Ahrtal ziehen würde.

00:06:43.000 --> 00:06:45.600
Patrick Heinemann: Das sind eigentlich nicht die Szenarien, glaube ich, mit denen wir uns heute ernsthaft beschäftigen,

00:06:46.000 --> 00:06:51.600
sondern man würde schon davon ausgehen, dass der Bundestag ganz normal seiner Tätigkeit nachgeht,

00:06:52.000 --> 00:06:56.600
so wie das eben die Rada, also das ukrainische Parlament in Kiew ja auch heute tut.

00:06:57.000 --> 00:07:00.600
Also zumindest in den Szenarien eines russischen Angriffs auf die Europäische Union

00:07:01.000 --> 00:07:03.600
oder die NATO, mit denen man derzeit rechnet,

00:07:04.000 --> 00:07:06.600
glaube ich eigentlich nicht, dass wir den Regierungsbunker reaktivieren müssen.

00:07:07.000 --> 00:07:09.600
Sarah Zerback: Nebenbei bemerkt: Das wäre auch gar nicht möglich,

00:07:10.000 --> 00:07:16.600
denn der Bunker ist auf einen Bundestagsbeschluss von 1997 hin zurückgebaut worden und inzwischen ein Museum.

00:07:17.000 --> 00:07:22.600
Dass der Gesetzgeber, vor allem der Bundestag, auch unter Kriegsbedingungen weiter arbeiten kann,

00:07:23.000 --> 00:07:28.600
ist auch dadurch sichergestellt, dass die Auflösung des Bundestags im Verteidigungsfall nicht möglich ist.

00:07:29.000 --> 00:07:32.600
Für den Fall, dass der Bundestag aufgrund der kriegerischen Lage nicht zusammentreten kann,

00:07:33.000 --> 00:07:35.600
tritt ein Notparlament an seine Stelle.

00:07:36.000 --> 00:07:38.600
Das besteht zu zwei Dritteln aus Abgeordneten des Bundestages

00:07:39.000 --> 00:07:41.600
und zu einem Drittel aus Mitgliedern des Bundesrates.

00:07:42.000 --> 00:07:48.600
Gleichzeitig erhält der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte.

00:07:49.000 --> 00:07:53.600
Theoretisch ist es auch möglich, dass der Bund zum Beispiel Fahrzeuge oder Kommunikationsanlagen

00:07:54.000 --> 00:07:58.600
von Privatpersonen oder Unternehmen vorübergehend in Anspruch nimmt.

00:07:59.000 --> 00:08:03.600
Alles unter der Prämisse, dass Zeitdruck und Gefahrenabwehr das erfordern

00:08:04.000 --> 00:08:05.600
und der Bedarf anderweitig nicht gedeckt werden kann.

00:08:06.000 --> 00:08:09.600
Im Verteidigungsfall gehen die Befugnisse des Staates sogar so weit,

00:08:10.000 --> 00:08:13.600
dass er die Berufsfreiheit einschränken und Männer in die Verteidigung,

00:08:14.000 --> 00:08:18.600
sowie Frauen für die Organisation des Sanitätswesens heranziehen kann.

00:08:19.000 --> 00:08:20.600
Unterm Strich also eine ganze Menge Veränderungen,

00:08:21.000 --> 00:08:24.600
sollte der Verteidigungsfall wirklich ausgerufen werden.

00:08:25.000 --> 00:08:27.600
Und eine Menge Macht für den Staat, dem die Aufgabe zukommt,

00:08:28.000 --> 00:08:30.600
die gesamte Verteidigung zu organisieren.

00:08:31.000 --> 00:08:33.600
Patrick Heinemann: Daraus darf im Umkehrschluss nicht gefolgert werden,

00:08:34.000 --> 00:08:37.600
dass die Verteidigung einfach nur an die Streitkräfte delegiert ist

00:08:38.000 --> 00:08:39.600
und die machen das dann irgendwie für uns.

00:08:40.000 --> 00:08:43.600
Das ist so leider nicht, sondern Verteidigung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

00:08:44.000 --> 00:08:48.600
Sarah Zerback: Eine Aufgabe, die Deutschland in den letzten gut 30 Jahren ein wenig vernachlässigt hat.

00:08:49.000 --> 00:08:55.600
Stichwort: Friedensdividende, also die Kosten, die der Staat sparen kann und für anderes verwenden kann,

00:08:56.000 --> 00:08:58.600
wenn Frieden herrscht und man sich vor einem Angriff nicht fürchten muss.

00:08:59.000 --> 00:09:02.600
Diese Zeiten sind nun vorbei, sagt Patrick Heinemann.

00:09:03.000 --> 00:09:06.600
Patrick Heinemann: Es gibt Richtlinien für die Gesamtverteidigung, die sind jetzt erst kürzlich wieder überarbeitet worden.

00:09:07.000 --> 00:09:10.600
Das ist alles Wissen, das bei uns in Deutschland im Grunde vorhanden ist,

00:09:11.000 --> 00:09:16.600
dass jetzt aber die letzten 30 Jahre so ein bisschen geschlummert hat und jetzt einfach noch mal aktualisiert werden muss,

00:09:17.000 --> 00:09:20.600
weil eben die letzten 30-35 Jahre wir einfach keine solche Bedrohungslage hatten, wie wir sie jetzt haben,

00:09:21.000 --> 00:09:25.600
spätestens seit dem Großangriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022.

00:09:26.000 --> 00:09:29.600
Sarah Zerback: Seit 2022 stellt sich die Frage also neu

00:09:30.000 --> 00:09:31.600
sind wir auf einen Ernstfall gut genug vorbereitet?

00:09:32.000 --> 00:09:39.600
Für Patrick Heinemann gibt es noch einige Defizite, gerade was die klare Kommunikation der Politik an die Bevölkerung angeht.

00:09:40.000 --> 00:09:41.600
Patrick Heinemann: Man schaue sich zum Beispiel das Wehrpflichtgesetz an.

00:09:42.000 --> 00:09:46.600
Das Wehrpflichtgesetz ist im Grunde genommen auch so eine Art Sicherstellungs- und Vorsorgegesetz,

00:09:47.000 --> 00:09:51.600
ingegen dem, was so landläufig im Zusammenhang mit Wehrpflicht diskutiert wird,

00:09:52.000 --> 00:09:55.600
geht es da nicht darum irgendwelche Personallücken im Friedensdienstbetrieb irgendwo zu stopfen

00:09:56.000 --> 00:09:59.600
und es geht auch nicht darum, dass die jungen Leute mal was vernünftiges machen sollen,

00:10:00.000 --> 00:10:03.600
sondern Wehrpflichtgesetz ist dafür da, Reserven zu bilden,

00:10:04.000 --> 00:10:05.600
vor allem von einfachen Mannschaftssoldaten,

00:10:06.000 --> 00:10:11.600
und zwar große Reserven für den wirklichen Ernstfall, um eben auch die Durchhaltefähigkeit herzustellen, die personelle,

00:10:12.000 --> 00:10:17.600
denn das ist die tragische Realität im Krieg, wenn man angegriffen wird, dann sterben auch die eigenen Soldaten,

00:10:18.000 --> 00:10:19.600
das erlebt die Ukraine täglich.

00:10:20.000 --> 00:10:22.600
Und in dem Zusammenhang sehe ich ehrlich gesagt noch nicht,

00:10:23.000 --> 00:10:27.600
dass die Notwendigkeit und auch die Ernsthaftigkeit wirklich hinreichend der deutschen Bevölkerung kommuniziert wird.

00:10:28.000 --> 00:10:32.600
Stattdessen hangeln wir uns von einer Notlösung zur nächsten,

00:10:33.000 --> 00:10:35.600
dabei rechnet eigentlich intern innerhalb der Bundeswehr, nachdem was ich so erlebe,

00:10:36.000 --> 00:10:39.600
eigentlich jeder damit, dass über Kurz oder Lang doch die Wehrpflicht kommen wird.

00:10:40.000 --> 00:10:43.600
Und auch da ist es halt so, wenn man jetzt schon weiß, dass man sie eigentlich brauchen wird,

00:10:44.000 --> 00:10:47.600
dann wäre es eigentlich sinnvoller, es jetzt schon zu machen und nicht erst in einem Jahr oder zwei Jahren.

00:10:48.000 --> 00:10:52.600
Sarah Zerback: Dass die Regierung das nicht klarer kommuniziert, das liege auch daran,

00:10:53.000 --> 00:10:57.600
dass das Verhältnis zu allem Militärischen und zur Wehrpflicht in Deutschland historisch bedingt nicht ungetrübt sei.

00:10:58.000 --> 00:11:02.600
Patrick Heinemann: Da muss man einfach ganz klar sagen, da haben wir Deutschen eine sehr gebrochene Geschichte.

00:11:03.000 --> 00:11:07.600
Und anders als zum Beispiel jetzt Frankreich oder die Vereinigten Staaten von Amerika,

00:11:08.000 --> 00:11:12.600
da ist es ja wirklich so, dass zu den Gründungserzählungen, den Narrativen des jeweiligen Staatswesens,

00:11:13.000 --> 00:11:17.600
gehört eigentlich eine Militärgeschichte, die zur Staatsgründung wesentlich beigetragen hat.

00:11:18.000 --> 00:11:19.600
Und das haben wir in Deutschland nicht.

00:11:20.000 --> 00:11:24.600
Die Bundeswehr ist eine ganz tolle Armee, ich bin selber gerne hingegangen,

00:11:25.000 --> 00:11:27.600
auch wenn ich mich über manches Detail geärgert habe,

00:11:28.000 --> 00:11:33.600
aber sie trägt auf jeden Fall nicht so maßgeblich zur Identifikation und Identität der Deutschen bei,

00:11:34.000 --> 00:11:34.600
glaube ich, das wird man leider sagen müssen.

00:11:35.000 --> 00:11:39.600
Sarah Zerback: Kleiner Hinweis: Mehr zum Thema Verhältnis der Deutschen zu ihrer Armee,

00:11:40.000 --> 00:11:41.600
können Sie in unserer Folge zur Bundeswehr hören.

00:11:42.000 --> 00:11:43.600
Wir verlinken die Folge in den Shownotes.

00:11:44.000 --> 00:11:45.600
*Musik*

00:11:46.000 --> 00:11:48.600
Und an dieser Stelle haben wir noch einen weiteren Podcast-Tipp für Sie.

00:11:49.000 --> 00:11:50.600
Kriege, die fanden bisher immer woanders statt.

00:11:51.000 --> 00:11:54.600
Mit diesem Eindruck sind viele junge Menschen in Europa aufgewachsen.

00:11:55.000 --> 00:11:57.600
Zur Frage, wie sie jetzt mit der Angst vor einem Krieg in Europa umgehen,

00:11:58.000 --> 00:12:02.600
darum geht es in der ersten Folge des bpb-Podcasts "Fühl ich, Europa".

00:12:03.000 --> 00:12:08.600
Unter anderem mit dem Konfliktforscher Andreas Zick und mit jungen Stimmen aus der EU.

00:12:09.000 --> 00:12:13.600
Den Link zum Podcast finden Sie in den Shownotes.

00:12:14.000 --> 00:12:18.600
Es gibt also Gesetze, die regeln, was im Spannungs- und Verteidigungsfall passiert.

00:12:19.000 --> 00:12:23.600
Aber gerade, was die Kommunikation der Politik anbelangt und die Bereitschaft der Gesellschaft,

00:12:24.000 --> 00:12:24.600
da gibt es noch Luft nach oben.

00:12:25.000 --> 00:12:26.600
Was Deutschland braucht,

00:12:27.000 --> 00:12:32.600
um mit Blick auf den Bevölkerungsschutz in Friedens- und Kriegszeiten eine widerstandsfähige Gesellschaft zu werden,

00:12:33.000 --> 00:12:38.600
und was der 10-Milliarden schwere sogenannte Pakt für den Zivilschutz der Bundesregierung bewirken kann,

00:12:39.000 --> 00:12:40.600
darüber habe ich mit Martin Voss gesprochen.

00:12:41.000 --> 00:12:45.600
Professor für Krisen- und Katastrophenforschung an der freien Universität zu Berlin.

00:12:46.000 --> 00:12:47.600
Schönen guten Tag, Herr Voss.

00:12:48.000 --> 00:12:48.600
Martin Voss: Guten Tag, hallo Frau Zerback.

00:12:49.000 --> 00:12:54.600
Sarah Zerback: Also militärpolitisch, das wissen wir, wurde die Zeitenwende ja längst ausgerufen.

00:12:55.000 --> 00:12:58.600
Von einer Zeitenwende Bevölkerungsschutz hat man jetzt noch wenig gehört.

00:12:59.000 --> 00:13:00.600
Warum gibt es die nicht?

00:13:01.000 --> 00:13:06.600
Martin Voss: Naja, sie wurde jetzt in den letzten Wochen von Herrn Dobrindt groß aufgehängt

00:13:07.000 --> 00:13:10.600
mit den 10 Milliarden, die es in Richtung Zivilschutz geht.

00:13:11.000 --> 00:13:14.600
Damit hat der Bevölkerungsschutz eben als solcher, sagen wir mal,

00:13:15.000 --> 00:13:16.600
erst mal mehr Aufmerksamkeit bekommen, als er die Jahre zuvor hatte.

00:13:17.000 --> 00:13:19.600
Das allerdings kann man natürlich sagen, es ist deutlich spät.

00:13:20.000 --> 00:13:24.600
Wenn wir doch sagten, in fünf Jahren müssten wir verteidigungsfähig sein,

00:13:25.000 --> 00:13:28.600
dann heißt das ja auch durchaus, dass auch eine Bevölkerung in fünf Jahren,

00:13:29.000 --> 00:13:30.600
besser geschützt sein sollte.

00:13:31.000 --> 00:13:34.600
Also dafür würde ich mal sagen, ja, ist schon einiges an Zeit ins Land gegangen.

00:13:35.000 --> 00:13:40.600
Sarah Zerback: Also sagen Sie, militärische Verteidigung kann auch nur zusammen mit ziviler Verteidigung gelingen?

00:13:41.000 --> 00:13:41.600
Martin Voss: Sowieso.

00:13:42.000 --> 00:13:45.600
Das Kernargument ist für mich eher sogar umgekehrt, zu sagen,

00:13:46.000 --> 00:13:51.600
naja, je besser eine Gesellschaft im Inneren eigentlich sich selbst schützt und,

00:13:52.000 --> 00:13:55.600
damit eben auch, sagen wir mal, sich resilienter macht, also robuster, widerstandsfähiger,

00:13:56.000 --> 00:14:00.600
dass sie weiß, was passieren könnte und entsprechende Vorkehrungen trifft,

00:14:01.000 --> 00:14:05.600
dass sie dann aber auch weniger anfällig ist für Missinformation, für Desinformation und alles das.

00:14:06.000 --> 00:14:07.600
Das ist im Grunde genommen ja die Substanz,

00:14:08.000 --> 00:14:11.600
die dann eine Gesellschaft weniger angreifbar macht.

00:14:12.000 --> 00:14:13.600
Man muss dann eben noch ins Militärische gehen und sagen,

00:14:14.000 --> 00:14:17.600
ja, natürlich auch da dürfen wir nicht ganz blank sein oder ganz naiv oder so,

00:14:18.000 --> 00:14:20.600
aber es gehört immer beides zusammen.

00:14:21.000 --> 00:14:24.600
Sarah Zerback: Was fällt denn alles konkret unter zivile Verteidigung?

00:14:25.000 --> 00:14:27.600
Martin Voss: Ja, das ist ein, sagen wir mal, ein rahmender Begriff,

00:14:28.000 --> 00:14:33.600
der verschiedene Säulen umfasst, die einerseits den Schutz der Bevölkerung,

00:14:34.000 --> 00:14:38.600
die Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, den Schutz von Kulturgut,

00:14:39.000 --> 00:14:42.600
die Versorgung der Bevölkerung, die Unterstützung der Streitkräfte,

00:14:43.000 --> 00:14:48.600
die Aufrechterhaltung der Wirtschaftsstruktur oder Versorgungsfähigkeit, die Wirtschaft,

00:14:49.000 --> 00:14:52.600
bishin eben auch zum Zivilschutz im konkreteren Sinne.

00:14:53.000 --> 00:14:58.600
Das umfasst dann eben sowas wie Schutzbauten, wie Warnung und Information der Bevölkerung und so weiter.

00:14:59.000 --> 00:15:05.600
Also ein sehr breiter Begriff, der dann auch in der Konkretion, wenn man ihn sich detaillierter anschaut,

00:15:06.000 --> 00:15:10.600
ganz schwammig wird, weil er letztlich andere Bereiche mit umfasst oder mit reinholt.

00:15:11.000 --> 00:15:15.600
Sarah Zerback: Ja, die Schutzräume, das ist immer so plakativ und medial besonders präsent,

00:15:16.000 --> 00:15:21.600
das sind ja nur noch etwa 580 für 83,5 Millionen Menschen in Deutschland.

00:15:22.000 --> 00:15:25.600
Machen wir doch mal so eine Art kleiner Inventur jetzt im Juli 2026.

00:15:26.000 --> 00:15:28.600
Was fehlt denn sonst noch Ihrer Meinung nach in Deutschland?

00:15:29.000 --> 00:15:33.600
Martin Voss: Naja, erst mal ob das die 580 sind, das wage ich schon stark zu bezweifeln.

00:15:34.000 --> 00:15:38.600
Welche davon wie zu nutzen sind, für welches Bedrohungsszenario und so weiter.

00:15:39.000 --> 00:15:41.600
Also das ist Aktenlage, würde ich sagen.

00:15:42.000 --> 00:15:46.600
Das, was wir mal hatten aus Zeiten des Kalten Krieges, und das war selbst damals schon nicht so,

00:15:47.000 --> 00:15:51.600
dass die Bevölkerung als solche sich da hätte zurücklehnen können und sagen, wir sind aber gut geschützt.

00:15:52.000 --> 00:15:56.600
Alles das, was wir bis dato hatten, haben wir ja dann nach 89, sogenannte Friedensdividende gesagt,

00:15:57.000 --> 00:16:01.600
brauchen wir alles nicht mehr, verschenken wir, privatisieren wir, entwidmen wir,

00:16:02.000 --> 00:16:06.600
also Schutzräume gerade, die dann gar nicht mehr weiter unterhalten wurden.

00:16:07.000 --> 00:16:09.600
Das ist also alles nicht mehr da, was wir mal hatten.

00:16:10.000 --> 00:16:15.600
Jetzt hat man ja schon einige Ereignisse eben nach der Wende wiederum gehabt mit 9-11,

00:16:16.000 --> 00:16:21.600
dann Hochwasser, zuletzt jetzt Ahrtal oder die Krim-Besetzung.

00:16:22.000 --> 00:16:24.600
Das hat natürlich schon ganz, ganz viel Dynamik wieder in Gang gesetzt.

00:16:25.000 --> 00:16:28.600
Wo man erst mal gesagt hat, naja, den Rückbau, den wollen wir doch wohl wenigstens jetzt erst mal stoppen.

00:16:29.000 --> 00:16:31.600
Und wir fangen eben auch an, sukzessive was wieder aufzubauen.

00:16:32.000 --> 00:16:38.600
Also Warn-, Infrastruktur etwa, die Diskussion um Schutzräume ist bis jetzt noch über den Diskussionspunkt noch nicht hinausgekommen.

00:16:39.000 --> 00:16:44.600
Man baut oder schafft länderübergreifende Gremien, Koordinationsformate

00:16:45.000 --> 00:16:46.600
oder modernisiert sie, wenn man so will.

00:16:47.000 --> 00:16:50.600
Ja, es ist ja nicht so, dass es vorher da gar nichts gab.

00:16:51.000 --> 00:16:54.600
Also das ist so die Gemengelage, vielleicht in der wir uns gerade aktuell noch bewegen.

00:16:55.000 --> 00:16:58.600
Sarah Zerback: Gibt es denn einen guten, ja auch wissenschaftlichen Überblick darüber,

00:16:59.000 --> 00:17:00.600
wie gut das Land vorbereitet ist, die Gesellschaft,

00:17:01.000 --> 00:17:04.600
also in Form von Studien, Erhebungen oder wie schwierig ist das?

00:17:05.000 --> 00:17:06.600
Martin Voss: Ja, das ist wahnsinnig schwierig, weil es eben so komplex ist.

00:17:07.000 --> 00:17:09.600
Letztlich reden wir ja, sagen wir mal, über die Funktionalität einer gesamten Gesellschaft

00:17:10.000 --> 00:17:13.600
und da ist schon die Frage, was funktioniert eigentlich unter Normalbedingungen?

00:17:14.000 --> 00:17:15.600
Wann würden wir sagen, jetzt läuft alles gut?

00:17:16.000 --> 00:17:16.600
Ist das gerade jetzt so der Fall?

00:17:17.000 --> 00:17:18.600
Wer bewertet das eigentlich wie?

00:17:19.000 --> 00:17:19.600
Das sind die Normalbedingungen.

00:17:20.000 --> 00:17:22.600
Und wenn wir nun schauen auf den Extremfall, was könnte eigentlich passieren?

00:17:23.000 --> 00:17:26.600
Dann kommen natürlich allerlei Szenarien erst mal aufs Tableau

00:17:27.000 --> 00:17:32.600
von sukzessiven Störungen der öffentlichen Ordnung über hybride Angriffe, über Sabotage,

00:17:33.000 --> 00:17:36.600
über Meinungsmanipulation bis hin zu eben auch, sagen wir mal,

00:17:37.000 --> 00:17:40.600
Terroranschlägen oder gezielten Gewaltakten gegen Einzelpersonen,

00:17:41.000 --> 00:17:42.600
wo man gar nicht weiß, wer war es.

00:17:43.000 --> 00:17:47.600
Bishin zu, die Drohne kommt eben doch mal in unseren Luftraum oder auch ein anderes Geschoss.

00:17:48.000 --> 00:17:50.600
Und dann haben wir am Ende irgendwo vielleicht noch wirklich den Kriegsfall,

00:17:51.000 --> 00:17:52.600
dazwischen ist alles möglich.

00:17:53.000 --> 00:17:54.600
Und wie sagt man nun eigentlich wiederum da?

00:17:55.000 --> 00:17:58.600
Was ist die richtige Vorbereitung und was nicht und wie geht es da gerade?

00:17:59.000 --> 00:17:59.600
Wahnsinnig schwierig, das zu beurteilen.

00:18:00.000 --> 00:18:03.600
Sarah Zerback: Wo gibt es denn Gemeinsamkeiten bei der Vorbereitung auf kriegerische Ernstfälle

00:18:04.000 --> 00:18:08.600
und auf zum Beispiel Naturkatastrophen wie eben die Flut im Ahrtal, die Sie genannt haben?

00:18:09.000 --> 00:18:13.600
Martin Voss: Ja, das kann man vielleicht erst mal so plakativ differenzieren.

00:18:14.000 --> 00:18:21.600
Einmal so, sagen wir mal, technische Infrastruktur, Fahrzeuge und so, Ausstattung, was haben wir da?

00:18:22.000 --> 00:18:28.600
Und dann, sagen wir mal, das eher Soziale, das Weiche, was da genauso oder vielleicht sogar grundlegend ist.

00:18:29.000 --> 00:18:33.600
Technisch, sagen wir mal, da sind wir jetzt in Deutschland nicht schlecht aufgestellt.

00:18:34.000 --> 00:18:41.600
Wir haben eine gute Infrastruktur an Hilfseinrichtungen, die jeweils equippt sind, die ihre Personale haben.

00:18:42.000 --> 00:18:47.600
Da kann man jeweils sagen, da besteht deutlicher Sanierungs- oder Modernisierungsbedarf

00:18:48.000 --> 00:18:52.600
und wir haben Sanierungs- oder Investitionsstau da über, viele, viele Jahre angehäuft,

00:18:53.000 --> 00:18:57.600
der mit diesem 10-Milliarden-Paket von Herrn Dobrindt wahrscheinlich nicht einmal kompensiert wird,

00:18:58.000 --> 00:19:00.600
geschweige denn schon, dass wir da in die Modernisierung gingen.

00:19:01.000 --> 00:19:04.600
Nichtsdestotrotz, das ist eben, wir haben einen hochfunktionalen Rettungsdienst,

00:19:05.000 --> 00:19:08.600
wir haben eine super ausgebildete und professionelle Feuerwehr,

00:19:09.000 --> 00:19:12.600
die vor allem eben eine freiwillige Feuerwehr ist, trotzdem hochprofessionell.

00:19:13.000 --> 00:19:14.600
Wir haben ein technisches Hilfswerk und so weiter.

00:19:15.000 --> 00:19:19.600
Und auf der anderen Seite haben wir eben, sagen wir mal, das Soziale und auch da starke Ressourcen.

00:19:20.000 --> 00:19:24.600
Wir haben immer wieder gesehen über die letzten Jahre, sei es nun die Geflüchtetenkrise,

00:19:25.000 --> 00:19:29.600
sei es das Ahr-Hochwasser oder eben andere größere Hochwasser,

00:19:30.000 --> 00:19:34.600
die Menschen rücken zusammen, wenn etwas passiert, sie helfen einander

00:19:35.000 --> 00:19:37.600
und da treten auch Alltagskonflikte erst einmal in den Hintergrund.

00:19:38.000 --> 00:19:43.600
Ganz anders als oft in der öffentlichen Wahrnehmung gedacht,

00:19:44.000 --> 00:19:47.600
dass Menschen dann aber doch sich gegenseitig auch noch das Leben schwer machen

00:19:48.000 --> 00:19:49.600
und paniken, plündern und was weiß ich was.

00:19:50.000 --> 00:19:51.600
Die Empirie sagt was ganz anderes.

00:19:52.000 --> 00:19:55.600
Die sagt, man rückt zusammen und ist solidarisch und hilft.

00:19:56.000 --> 00:19:57.600
Sarah Zerback: Bevor wir auf die Gesellschaft vielleicht noch mal tiefer eingehen,

00:19:58.000 --> 00:19:59.600
wollte ich noch mal ganz kurz beim Politischen bleiben, Herr Voss.

00:20:00.000 --> 00:20:03.600
Sie haben ja die 10 Milliarden gerade schon angesprochen.

00:20:04.000 --> 00:20:05.600
Lassen Sie uns das vielleicht noch mal ein bisschen konkret machen.

00:20:06.000 --> 00:20:07.600
Es gibt ja den Pakt für den Bevölkerungsschutz,

00:20:08.000 --> 00:20:10.600
den die Bundesregierung gerade auf den Weg gebracht hat.

00:20:11.000 --> 00:20:14.600
Es gibt ein gemeinsames Abwehrzentrum für hybride Bedrohungen.

00:20:15.000 --> 00:20:15.600
Was können die leisten?

00:20:16.000 --> 00:20:17.600
Können die Lücken so geschlossen werden?

00:20:18.000 --> 00:20:18.600
Was glauben Sie?

00:20:19.000 --> 00:20:19.600
Martin Voss: Ich bin da recht skeptisch.

00:20:20.000 --> 00:20:24.600
Ich glaube, das ist so ein bisschen noch das Reagieren nach alten Mustern

00:20:25.000 --> 00:20:29.600
und auch mit dem Blick eigentlich auf Risiken und Gefahren, so wie wir sie aus der Vergangenheit kannten.

00:20:30.000 --> 00:20:33.600
Wir haben mit Hochwassern unsere Erfahrungen, wir haben mit extremen Niederschlägen,

00:20:34.000 --> 00:20:39.600
mit Stürmen und also wesentliche Naturgefahren, jahrzehntelange Erfahrungen gesammelt

00:20:40.000 --> 00:20:43.600
und entsprechend einen Apparat aufgebaut, der damit auch sehr gut umgehen kann.

00:20:44.000 --> 00:20:49.600
Wir können mit Großunglücken, Explosionen, Flugzeugabsturz und sowas alles, Flächenbrände,

00:20:50.000 --> 00:20:51.600
das geht alles hochprofessionell.

00:20:52.000 --> 00:20:55.600
Das ist das eine, der Blick in den Rückspiegel, aber nach vorne sieht es eben anders aus.

00:20:56.000 --> 00:20:59.600
Das erleben wir ja gegenwärtig eben, gerade das breite Spektrum hybrider Gefahren,

00:21:00.000 --> 00:21:03.600
wo gar nicht klar ist, was ist eigentlich Ursache und was ist Wirkung?

00:21:04.000 --> 00:21:07.600
Wer ist eigentlich Verursacher, mit welchen Mitteln können wir dem eigentlich entgegentreten und so?

00:21:08.000 --> 00:21:11.600
Das ist alles amorph, also wirklich schwammig geworden.

00:21:12.000 --> 00:21:15.600
Die Grenzen fließen zwischen Zuständigkeiten damit auch.

00:21:16.000 --> 00:21:19.600
Man weiß eben gar nicht mehr, ist das jetzt eigentlich Terror oder ist es militärisch intendiert

00:21:20.000 --> 00:21:22.600
oder einfach nur ein Unfall?

00:21:23.000 --> 00:21:24.600
Und für jede der Lagen wären dann andere zuständig.

00:21:25.000 --> 00:21:27.600
Das macht dann irgendwie jeder so in seinem jeweiligen Zuständigkeitsbereich

00:21:28.000 --> 00:21:33.600
und dann treten diese Probleme eben zutage, weil jeder eben nur seinen Zuständigkeitsbereich wirklich gut kennt

00:21:34.000 --> 00:21:36.600
und dann sich auch noch abgrenzt von den anderen.

00:21:37.000 --> 00:21:39.600
Und dann wird aber dadurch eben noch nicht unbedingt ein Ganzes draus,

00:21:40.000 --> 00:21:44.600
dass man einmal sagt, so hier, ich habe diese Sachen und du hast das und gemeinsam managen wir jetzt die Lage.

00:21:45.000 --> 00:21:45.600
So ist das eben nicht.

00:21:46.000 --> 00:21:47.600
Ich glaube, da haben wir wirklich eine große Lücke.

00:21:48.000 --> 00:21:52.600
Sarah Zerback: Sie sagen es, also die Politik muss natürlich diese wichtigen Weichen zweifelsohne stellen,

00:21:53.000 --> 00:21:55.600
aber Sie haben auch die Gesellschaft angesprochen, auch die muss mitmachen.

00:21:56.000 --> 00:22:01.600
Welche Aufgabe hat denn jeder und jede von uns im Krisen-, im Katastrophenfall?

00:22:02.000 --> 00:22:05.600
Martin Voss: Eine Gesellschaft, die, sagen wir mal, im Innersten sich zu helfen weiß,

00:22:06.000 --> 00:22:08.600
das ist der Grundpfeiler von allem.

00:22:09.000 --> 00:22:11.600
Also das ist nicht irgendwie so ein Add-on oder so.

00:22:12.000 --> 00:22:13.600
Ja, wir haben einen professionellen Bevölkerungsschutz

00:22:14.000 --> 00:22:16.600
und dann muss die Bevölkerung auch noch was tun, sondern es ist genau umgekehrt.

00:22:17.000 --> 00:22:22.600
Der Bevölkerungsschutz, die organisierte Hilfe, staatliche Hilfe, Behörden, Organisationen,

00:22:23.000 --> 00:22:27.600
die dafür trainiert haben, die können jeweils immer nur noch ein bisschen noch on top geben für das,

00:22:28.000 --> 00:22:28.600
was die Bevölkerung selber nicht schafft.

00:22:29.000 --> 00:22:32.600
Ich glaube, dieses Mindset erst mal so zu drehen, das ist ganz, ganz, ganz wichtig.

00:22:33.000 --> 00:22:36.600
Also darauf zu achten, dass es einem im Alltag, in der Familie erst einmal,

00:22:37.000 --> 00:22:40.600
dass man da weiß, wie reagieren eigentlich die Angehörigen, wenn mal etwas passiert?

00:22:41.000 --> 00:22:43.600
Wer hat eigentlich da welche Hilfebedarfe?

00:22:44.000 --> 00:22:47.600
Das muss nicht Lebensmittel sein, sondern einfach auch psychosozialer Support.

00:22:48.000 --> 00:22:52.600
Das weitet sich dann aus ins weitere soziale Umfeld, in Freunde, Bekannte, Nachbarn.

00:22:53.000 --> 00:22:55.600
Hat man da andere, um die man sich kümmern sollte?

00:22:56.000 --> 00:23:00.600
Dann hat jeder eben auch noch seinen Beruf oder seine Tätigkeit.

00:23:01.000 --> 00:23:02.600
Da bringt man sich auch als Mensch noch mit ein.

00:23:03.000 --> 00:23:07.600
Schaut man eigentlich, dass die Abläufe so gut funktionieren, auch dann, wenn es mal nicht rund läuft,

00:23:08.000 --> 00:23:08.600
wie versteht man sich da miteinander?

00:23:09.000 --> 00:23:12.600
Also die Resilienz der Gesellschaft erwächst aus einem ganz konkreten Alltag heraus.

00:23:13.000 --> 00:23:15.600
Sarah Zerback: Wie schätzen Sie denn insgesamt den Grad der Vorbereitung,

00:23:16.000 --> 00:23:18.600
den Sie gerade als für nötig skizzieren, ein?

00:23:19.000 --> 00:23:20.600
Martin Voss: Ja, der ist insgesamt nicht sehr hoch,

00:23:21.000 --> 00:23:22.600
weil eben erst einmal falsche Vorstellungen davon bestehen,

00:23:23.000 --> 00:23:25.600
was eigentlich wer wie täte oder tun müsste.

00:23:26.000 --> 00:23:27.600
Das ist die eine Seite, die andere ist aber auch,

00:23:28.000 --> 00:23:29.600
Menschen sind einfach wahnsinnig heterogen.

00:23:30.000 --> 00:23:33.600
Und sie können einfach mal mehr, mal weniger.

00:23:34.000 --> 00:23:37.600
Und diesen Blick, den haben wir wiederum auch die letzten Jahrzehnte völlig vernachlässigt.

00:23:38.000 --> 00:23:41.600
Da war im Bevölkerungsschutz von der Bevölkerung die Rede.

00:23:42.000 --> 00:23:44.600
Also das ist irgendwie eine homogene Masse von Menschen,

00:23:45.000 --> 00:23:48.600
die sind in der Regel einigermaßen beratungsresistent

00:23:49.000 --> 00:23:50.600
und halten sich auch nicht an die Vorgaben der Behörden

00:23:51.000 --> 00:23:53.600
und im Zweifel paniken sie noch oder plündern.

00:23:54.000 --> 00:23:57.600
Das ist irgendwie so das Mindset gewesen, dass aber Menschen eben hochaltrig sind,

00:23:58.000 --> 00:24:02.600
dass sie Angehörige pflegen, dass sie in der fünften Etage wohnen ohne Fahrstuhl,

00:24:03.000 --> 00:24:07.600
dass sie schlicht kein Geld haben, um übermorgen noch was mitzukaufen und so weiter,

00:24:08.000 --> 00:24:10.600
das ist alles in dieser Betrachtung einfach nicht mit drin.

00:24:11.000 --> 00:24:15.600
Und es gibt auch entsprechend dafür kein adäquates Arrangement, um dann auszugleichen.

00:24:16.000 --> 00:24:19.600
Es müsste meines Erachtens damit einhergehen, auch, ein Diskurs zu sagen,

00:24:20.000 --> 00:24:24.600
ja und wer das nicht kann, der kriegt aber die Unterstützung auf der kommunalen Ebene von Hilfseinrichtungen,

00:24:25.000 --> 00:24:27.600
die dann wissen, die und die brauchen das oder es gibt Netzwerke,

00:24:28.000 --> 00:24:30.600
meinetwegen auch selbst organisiert auf Nachbarschaftsebene oder so,

00:24:31.000 --> 00:24:34.600
aber das kann man auch von der Gemeinde her fördern und unterstützen, sowas aufzubauen,

00:24:35.000 --> 00:24:35.600
Plattformen erst mal bilden.

00:24:36.000 --> 00:24:40.600
Also da kann man wahnsinnig viel machen, was wir alles bis jetzt einfach nicht mal in den Blick nehmen.

00:24:41.000 --> 00:24:45.600
Sarah Zerback: Also die Ressourcenfrage, das Ökonomische ist sicherlich auf der einen Seite super wichtig

00:24:46.000 --> 00:24:46.600
und wie bekommt man es auf der anderen Seite denn hin,

00:24:47.000 --> 00:24:52.600
dass Menschen auch ein Bewusstsein für die Risiken entwickeln und sich da vorbereiten,

00:24:53.000 --> 00:24:55.600
ohne dass sie auf der anderen Seite wiederum in Panik verfallen, in so einen Modus?

00:24:56.000 --> 00:24:57.600
Martin Voss: Ja, damit fängt natürlich alles an.

00:24:58.000 --> 00:25:02.600
Also ohne das Bewusstsein, sich überhaupt mit etwas auseinandersetzen zu wollen und so,

00:25:03.000 --> 00:25:03.600
da geht eben nichts.

00:25:04.000 --> 00:25:10.600
Also a), glaube ich, ich beobachte schon die letzten Jahre eine deutliche Verschiebung in der öffentlichen Diskussion.

00:25:11.000 --> 00:25:13.600
Man redet durchaus transparenter.

00:25:14.000 --> 00:25:17.600
Das mögen nun viele wiederum sagen, ja, das ist ja schon Teil der Panikmache und so weiter.

00:25:18.000 --> 00:25:22.600
Ich sehe aber eben dadurch jetzt nicht eine größere Verunsicherung der Bevölkerung, dass man sagt,

00:25:23.000 --> 00:25:24.600
es könnte in ein paar Jahren dies oder jenes passieren,

00:25:25.000 --> 00:25:30.600
sondern eher da drin Information und die Bevölkerung wird damit befähigt,

00:25:31.000 --> 00:25:33.600
sich eben auch auseinanderzusetzen mit Risiken, die da draußen seien.

00:25:34.000 --> 00:25:36.600
Es geht um Risikomündigkeit, wie wir sagen.

00:25:37.000 --> 00:25:40.600
Also Menschen eben erst einmal sagen, guck mal, das und das kann passieren.

00:25:41.000 --> 00:25:42.600
Das und das sind die Möglichkeiten, die du hast.

00:25:43.000 --> 00:25:44.600
Das ist das, was der Staat dir bieten kann.

00:25:45.000 --> 00:25:45.600
Das sind die Hilfsorganisationen und so weiter.

00:25:46.000 --> 00:25:47.600
Wenn man darüber insgesamt ein Bild hat,

00:25:48.000 --> 00:25:52.600
dann kann man in dem Rahmen selber als Person seine eigene Rolle finden.

00:25:53.000 --> 00:25:53.600
Und okay, was kann ich jetzt beitragen?

00:25:54.000 --> 00:25:55.600
Was kann ich stemmen?

00:25:56.000 --> 00:25:56.600
Wo kann ich unterstützen? Und so weiter.

00:25:57.000 --> 00:25:59.600
Sarah Zerback: Also sehen Sie das auch gar nicht als so kritisch an,

00:26:00.000 --> 00:26:04.600
wenn eine Gesellschaft jetzt immer mehr in Richtung Wehrhaftigkeit getrimmt wird, sage ich mal?

00:26:05.000 --> 00:26:06.600
Martin Voss: Wenn der Staat sagt, das und das sind die Bedrohungen,

00:26:07.000 --> 00:26:11.600
dann muss er auch konkret machen gegenüber der Bevölkerung, wie die wirklich aussehen.

00:26:12.000 --> 00:26:15.600
Er muss auch sagen, das und das sind die Möglichkeiten, die jeder hat und so weiter.

00:26:16.000 --> 00:26:20.600
Also das ist erst mal, ich nehme nur die Ausgangsannahmen, die politisch geäußert werden

00:26:21.000 --> 00:26:26.600
und spiegele das mit, welche Verhaltensweisen kommen denn da auf allen Ebenen dabei raus.

00:26:27.000 --> 00:26:28.600
Und da kann man sicherlich sagen,

00:26:29.000 --> 00:26:33.600
wir haben in den letzten Jahren eine krasse Diskursverschiebung hin

00:26:34.000 --> 00:26:37.600
von eigentlich ist alles super und ihr müsst euch nichts Gedanken machen,

00:26:38.000 --> 00:26:43.600
es geht uns immer besser, der Wohlstand wächst und ums Globale, da kümmern sich andere,

00:26:44.000 --> 00:26:48.600
macht euch mal arbeitsteilig keine Sorgen, professionalisiert euch weiter und verdient Geld.

00:26:49.000 --> 00:26:52.600
Dass der Klimawandel da rein edged und sagt,

00:26:53.000 --> 00:26:56.600
da kommen vielleicht doch ein paar Sachen nebenbei noch mit raus, die sind nicht gut.

00:26:57.000 --> 00:27:02.600
Dass die Biodiversität uns um die Ohren fliegt, vielleicht noch mal dramatischer sogar,

00:27:03.000 --> 00:27:05.600
als dass wir mit dem Klimawandel zu tun haben und so weiter und so fort,

00:27:06.000 --> 00:27:06.600
das blieb alles ausgeblendet.

00:27:07.000 --> 00:27:09.600
Das ist wie so eine Art, da kümmern wir uns später drum.

00:27:10.000 --> 00:27:11.600
Das wird schon noch irgendwie kommen.

00:27:12.000 --> 00:27:14.600
Und ich glaube, das wiederum sieht man jetzt.

00:27:15.000 --> 00:27:17.600
Jetzt sagt der Staat, die Politik, sagen wir mal so,

00:27:18.000 --> 00:27:22.600
oh Leute, da ist eine militärische Bedrohung von außen, da müsst ihr wehrhaftig werden.

00:27:23.000 --> 00:27:25.600
Da fehlt eigentlich die diskursive Grundlage dafür.

00:27:26.000 --> 00:27:28.600
Das haben wir die letzten Jahrzehnte einfach verbockt, sage ich mal so,

00:27:29.000 --> 00:27:32.600
dafür überhaupt eine Resonanzfläche zu schaffen in der Gesellschaft,

00:27:33.000 --> 00:27:35.600
dass man mit solchen Informationen dann auch wiederum kritisch umzugehen vermag.

00:27:36.000 --> 00:27:41.600
So ist das wie in Obrigkeitsstaaten aus alter Vergangenheit.

00:27:42.000 --> 00:27:43.600
Der Staat sagt, jetzt ist Gefahr, jetzt müsst ihr das und das tun.

00:27:44.000 --> 00:27:46.600
Das ist nicht einer Demokratie angemessen.

00:27:47.000 --> 00:27:49.600
Jeder sollte selber befähigt sein, darüber sich Gedanken zu machen,

00:27:50.000 --> 00:27:51.600
ist Wehrhaftigkeit eigentlich gerade opportun?

00:27:52.000 --> 00:27:52.600
Ist das der richtige Begriff?

00:27:53.000 --> 00:27:54.600
Reden wir von Kriegstauglichkeit?

00:27:55.000 --> 00:27:55.600
Was bedeutet das alles?

00:27:56.000 --> 00:27:59.600
Also diese kritische Auseinandersetzung damit führen zu können,

00:28:00.000 --> 00:28:00.600
das ist für mich die eigentliche Grundlage.

00:28:01.000 --> 00:28:03.600
Ich sage nicht, das ist falsch oder richtig oder so, sondern ich möchte,

00:28:04.000 --> 00:28:08.600
dass die demokratische Gesellschaft befähigt ist, sich selber eine Meinung darüber bilden zu können.

00:28:09.000 --> 00:28:10.600
Sarah Zerback: Herr Voss, ganz herzlichen Dank für das Interview.

00:28:11.000 --> 00:28:11.010
Martin Voss: Ich danke Ihnen auch.

00:28:12.000 --> 00:28:14.600
*Musik*

00:28:15.000 --> 00:28:16.600
Sarah Zerback: In Deutschland ist vor allem das Bewusstsein

00:28:17.000 --> 00:28:20.600
über die eigene Rolle in einer Gefahrensituation noch nicht überall angekommen.

00:28:21.000 --> 00:28:24.600
Wir schauen jetzt auf ein Land, wo das ganz anders ist.

00:28:25.000 --> 00:28:28.600
Finnland sehen viele oft als Vorbild, also in Sachen Schutz der Bevölkerung vor Krisen,

00:28:29.000 --> 00:28:30.600
Katastrophen, Kriegen.

00:28:31.000 --> 00:28:34.600
Was das Politische anbelangt, aber auch wie die Gesellschaft darüber debattiert

00:28:35.000 --> 00:28:36.600
und auch wie sie vorbereitet ist.

00:28:37.000 --> 00:28:40.600
Christine Leuchtenmüller leitet das Stockholmer Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Schweden.

00:28:41.000 --> 00:28:43.600
Dort beschäftigt sie sich nicht nur mit Schweden,

00:28:44.000 --> 00:28:47.600
sondern mit allen nordischen Ländern, also auch Dänemark, Finnland, Norwegen und Island.

00:28:48.000 --> 00:28:53.600
Mit ihr blicken wir nach Finnland, das vielen nicht nur wegen der Sicherheitspolitik ein Vorbild ist.

00:28:54.000 --> 00:28:56.600
Finnland ist gleichzeitig laut World Happiness Report

00:28:57.000 --> 00:29:01.600
bereits neun Mal in Folge zum „Glücklichsten Land der Welt“ ernannt worden.

00:29:02.000 --> 00:29:03.600
Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?

00:29:04.000 --> 00:29:07.600
Christine Leuchtenmüller: Ja, also das ist ganz wichtig dieser gesellschaftliche Zusammenhalt,

00:29:08.000 --> 00:29:11.600
das Vertrauen in die Gesellschaft als Gemeinwesen

00:29:12.000 --> 00:29:16.600
und auch das Vertrauen in die Institutionen, in den Staat

00:29:17.000 --> 00:29:22.600
und man nimmt den Staat auch als kompetenten Krisenmanager wahr.

00:29:23.000 --> 00:29:25.600
Das hat sich in der Corona-Pandemie eben gezeigt

00:29:26.000 --> 00:29:29.600
und dieses Vertrauen ist sehr, sehr groß in Finnland

00:29:30.000 --> 00:29:32.600
und trägt sicher auch dazu bei,

00:29:33.000 --> 00:29:36.600
dass die Lebenszufriedenheit auch in den Umfragen immer wieder sehr hoch ist.

00:29:37.000 --> 00:29:40.600
Sarah Zerback: In Ihrem Beitrag in der APuZ schreibt Christine Leuchtenmüller von „Sisu“,

00:29:41.000 --> 00:29:44.600
das ist finnisch für „Kraft“, „Ausdauer“ oder „Zähigkeit“.

00:29:45.000 --> 00:29:49.600
Sisu ist Teil der finnischen Identität und wurde zuerst Anfang des . Jahrhunderts populär.

00:29:50.000 --> 00:29:54.600
Christine Leuchtenmüller: Sisu insgesamt heißt, es ist ein Konzept der inneren Stärke,

00:29:55.000 --> 00:29:58.600
dass man, auch wenn die Situation ausweglos erscheint, nicht aufgibt,

00:29:59.000 --> 00:30:03.600
sondern man versucht weiterzumachen, ruhig zu bleiben

00:30:04.000 --> 00:30:07.600
und einfach seinen Weg weiterzugehen und man lässt sich nicht so leicht irritieren.

00:30:08.000 --> 00:30:13.600
Also das ist eigentlich ein Mindset, wenn man so will,

00:30:14.000 --> 00:30:16.600
was natürlich auch aus der Vergangenheit mitgenommen wurde,

00:30:17.000 --> 00:30:20.600
wenn man sich erinnert oder zurückdenkt an den Winterkrieg 1939-1940,

00:30:21.000 --> 00:30:24.600
als Finnland von der Sowjetunion angegriffen wurde und sich verteidigen musste.

00:30:25.000 --> 00:30:29.600
Und ich glaube, auch allein diese Erfahrung, gut, wir stehen alleine da,

00:30:30.000 --> 00:30:33.600
wir müssen uns gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner verteidigen

00:30:34.000 --> 00:30:37.600
und wir vertrauen aber auch gleichzeitig in unsere eigene Stärke

00:30:38.000 --> 00:30:41.600
und auch eine innere Kraft und Gefasstheit.

00:30:42.000 --> 00:30:45.600
Sarah Zerback: Der Winterkrieg war für Finnland eine sehr prägende Erfahrung.

00:30:46.000 --> 00:30:51.600
Außerdem hat das Land eine mehr als 1300 km lange Landesgrenze mit Russland.

00:30:52.000 --> 00:30:55.600
Auch das ist in Finnland sehr präsent, wie Christine Leuchtenmüller erzählt.

00:30:56.000 --> 00:30:57.600
Christine Leuchtenmüller: Für die Finnen ist es eben so,

00:30:58.000 --> 00:31:04.600
es fing schon an mit der Annexion der Krim, aber spätestens dann mit der vollen Invasion in die Ukraine '22,

00:31:05.000 --> 00:31:07.600
da hat man diese militärische Bedrohung noch mal stärker wahrgenommen.

00:31:08.000 --> 00:31:12.600
Man nimmt jetzt auch verstärkt die hybriden Bedrohungen wahr,

00:31:13.000 --> 00:31:19.600
sei es Cyberattacken, Desinformationen, Sabotageakte, GPS-Störungen

00:31:20.000 --> 00:31:22.600
und da versucht man natürlich eben gegenzusteuern.

00:31:23.000 --> 00:31:27.600
Da ist die Kommunikation zwischen Staat und Bevölkerung auch sehr gut.

00:31:28.000 --> 00:31:34.600
Da schneidet Finnland im europäischen Vergleich, was die Kommunikation und Medienkompetenz angeht,

00:31:35.000 --> 00:31:37.600
auf Platz 1 zum Thema Medienkompetenz.

00:31:38.000 --> 00:31:41.600
Und ich glaube, es ist auch wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger informiert sind,

00:31:42.000 --> 00:31:48.600
was passiert, was müssen wir beachten,wenn es zu Desinformationskampagnen kommt,

00:31:49.000 --> 00:31:50.600
zu Verschwörungstheorien etc.

00:31:51.000 --> 00:31:55.600
Sarah Zerback: Finnland-Sisu-Mindset und der Aufbau von Medienkompetenz in der Bevölkerung

00:31:56.000 --> 00:31:57.600
beginnen bereits bei den Kindern.

00:31:58.000 --> 00:32:00.600
Christine Leuchtenmüller: Dass gezielt Medienkompetenz in den Schulen schon gefördert wird

00:32:01.000 --> 00:32:06.600
oder auch mit kleineren Kindern schon, dass da Sachen eingeübt werden,

00:32:07.000 --> 00:32:11.600
dass man weiß, was gibt es alles da draußen an Informationen, dass man auch Möglichkeiten durchspielt,

00:32:12.000 --> 00:32:14.600
was kann passieren, wie verhalte ich mich dann?

00:32:15.000 --> 00:32:20.600
Weil es gibt ja auch in Helsinki ein Kompetenzzentrum, was sich mit hybriden Angriffen beschäftigt,

00:32:21.000 --> 00:32:28.600
die Szenarien entwickeln, wo man dort auch "üben kann", sich beraten lassen kann,

00:32:29.000 --> 00:32:33.600
die sehr gut in der Materie drin sind und manchmal auch schon einen Schritt voraus.

00:32:34.000 --> 00:32:38.600
Und es gab jetzt jüngst auch Vorfälle, dass Russland ukrainische Drohnen umgeleitet hat,

00:32:39.000 --> 00:32:41.600
die dann auf finnisches Gebiet gefallen sind.

00:32:42.000 --> 00:32:48.600
Und da muss die Bevölkerung natürlich informiert sein, sowas kann passieren, wie kann ich mich schützen.

00:32:49.000 --> 00:32:51.600
Und es ist Gott sei Dank kein Mensch zuschaden gekommen,

00:32:52.000 --> 00:32:56.600
aber es ist natürlich eine hochgefährliche Situation, wo man damit umgehen muss.

00:32:57.000 --> 00:33:01.600
Also wenn ich in Finnland bin, ich bin immer wieder erstaunt, wie ruhig die Finnen sind.

00:33:02.000 --> 00:33:06.600
Und ich überlege dann, würde ich an dieser Stelle das so gelassen nehmen können?

00:33:07.000 --> 00:33:09.600
Das ist schon sehr erstaunlich.

00:33:10.000 --> 00:33:11.600
Und man muss damit leben.

00:33:12.000 --> 00:33:16.600
Sarah Zerback: Die gute Vorbereitung auf den Ernstfall geht in Finnland also mit Gelassenheit einher.

00:33:17.000 --> 00:33:17.600
Das Gegenteil von Alarmismus.

00:33:18.000 --> 00:33:21.600
Neben der großen Medienkompetenz und der Vorbereitung auf hybride Angriffe,

00:33:22.000 --> 00:33:28.600
wie Desinformationskampagnen, ist in Finnland auch die militärische Verteidigung jederzeit aktivierbar.

00:33:29.000 --> 00:33:31.600
Christine Leuchtenmüller: Finnland hatte nie seine Wehrpflicht abgeschafft,

00:33:32.000 --> 00:33:35.600
auch im Vergleich zu den anderen nordischen Ländern, die die teilweise ausgesetzt hatten,

00:33:36.000 --> 00:33:37.600
das war in Finnland halt nicht der Fall

00:33:38.000 --> 00:33:43.600
und man hat in Finnland aber schon sehr lange auf eine umfassende Verteidigung gesetzt,

00:33:44.000 --> 00:33:49.600
auf eine sogenannte "comprehensive security", das die ganze Bevölkerung mit einbezieht,

00:33:50.000 --> 00:33:53.600
nicht nur den militärischen Bereich und nicht nur den Staat.

00:33:54.000 --> 00:33:59.600
Und man sieht die Verteidigung des Landes oder diese "Preparedness", wie es auch genannt wird,

00:34:00.000 --> 00:34:02.600
als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

00:34:03.000 --> 00:34:05.600
Sarah Zerback: Und während Martin Voss in Zweifel zieht,

00:34:06.000 --> 00:34:12.600
ob unsere 580 Schutzräume in Deutschland wirklich alle betriebsbereit wären oder welche nur auf dem Papier existieren,

00:34:13.000 --> 00:34:16.600
könnte Finnland seine komplette Bevölkerung im Ernstfall in Schutzräumen unterbringen.

00:34:17.000 --> 00:34:19.600
Christine Leuchtenmüller: Es war ja auch eine bewusste Entscheidung von Finnland zu sagen,

00:34:20.000 --> 00:34:24.600
okay, im Falle eines Angriffs würden wir also Helsinki auch nicht evakuieren,

00:34:25.000 --> 00:34:29.600
sondern wir gehen einfach "ein Stockwerk tiefer".

00:34:30.000 --> 00:34:32.600
Finnland verfügt über eine sehr hohe Anzahl von Schutzräumen

00:34:33.000 --> 00:34:36.600
und ich glaube, fast fünf Millionen Menschen könnten Schutz finden.

00:34:37.000 --> 00:34:42.600
Helsinki, habe ich mir sagen lassen, ist komplett abgedeckt, Touristen sind mit eingerechnet in dieses Konzept,

00:34:43.000 --> 00:34:48.600
und man hat auch hier bei diesen unterirdischen Bunkern, sogenannte WW und Bunkers,

00:34:49.000 --> 00:34:50.600
das Konzept, dass die jetzt schon genutzt werden.

00:34:51.000 --> 00:34:54.600
Also man findet da unten einen kleinen Supermarkt, man kann sich dort sportlich betätigen.

00:34:55.000 --> 00:34:57.600
Also das gehört so zum Alltag dazu.

00:34:58.000 --> 00:35:02.600
Im Krisenfall müsste man natürlich das Mobiliar, was jetzt da ist, entfernen,

00:35:03.000 --> 00:35:07.600
aber in 24 Stunden wäre das dann da alles bereit und kann eben genutzt werden.

00:35:08.000 --> 00:35:11.600
Ich glaube, das ist eben auch, was die Bevölkerung sieht,

00:35:12.000 --> 00:35:14.600
okay, wir haben das auch in unseren Alltag einbezogen,

00:35:15.000 --> 00:35:20.600
aber im Krisenfall können wir da Schutz finden, also die Infrastruktur ist da.

00:35:21.000 --> 00:35:25.600
Sarah Zerback: Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK,

00:35:26.000 --> 00:35:33.600
gäbe es im Ernstfall in Deutschland für weniger als .000 der insgesamt 83,5 Millionen Menschen Platz in einem Schutzraum.

00:35:34.000 --> 00:35:38.600
Deswegen arbeitet das BBK aktuell an einem Pilotprojekt, um mögliche Schutzräume,

00:35:39.000 --> 00:35:43.600
zum Beispiel robuste Keller zu identifizieren und für den Bevölkerungsschutz nutzbar zu machen.

00:35:44.000 --> 00:35:46.600
*Musik*

00:35:47.000 --> 00:35:50.600
Die Menschen in Finnland sind durch ihre Geschichte schon lange auf den Ernstfall vorbereitet.

00:35:51.000 --> 00:35:54.600
Die Wehrpflicht war nie ausgesetzt und die Schutzräume reichen für die gesamte Bevölkerung

00:35:55.000 --> 00:36:01.600
plus Touristen und vor allem die Finnen vertrauen ihrem Staat und einander.

00:36:02.000 --> 00:36:05.600
Dieses Vertrauen, dass der Staat die eigene Bevölkerung im Ernstfall schützen kann,

00:36:06.000 --> 00:36:09.600
das ist zentral für das Funktionieren der Demokratie, das sagt auch der Jurist Patrick Heinemann.

00:36:10.000 --> 00:36:14.600
Patrick Heinemann: Verteidigung ist jedenfalls eine ganz ganz wichtige staatliche Aufgabe,

00:36:15.000 --> 00:36:19.600
und wenn die nicht wahrgenommen wird, dann leidet effektiv auch der Grundrechtsschutz.

00:36:20.000 --> 00:36:23.600
Also Grundrechte haben natürlich erst mal eine Abwehrdimension gegen den Staat,

00:36:24.000 --> 00:36:26.600
aber Grundrechte verbürgen eben auch einen sogenannten Schutzanspruch.

00:36:27.000 --> 00:36:28.600
Also ich habe einen gewissen Anspruch gegen den Staat,

00:36:29.000 --> 00:36:33.600
dass er mich vor Eingriffen Dritter in meine Freiheitssphäre auch schützt, ja wenn die überschießen.

00:36:34.000 --> 00:36:36.600
Und ja diesen Schutzanspruch hat das Bundesverfassungsgericht

00:36:37.000 --> 00:36:42.600
vor einigen Jahren ja besonders akzentuiert auch gerade in seinem Vorsorgegedanken, in seinem Klimaurteil.

00:36:43.000 --> 00:36:45.600
Und ich bin der Meinung, man könnte sich durchaus auch mal die Frage stellen,

00:36:46.000 --> 00:36:49.600
ob man eben solche Erwägungen nicht übertragen kann auch auf den Bereich der Verteidigung.

00:36:50.000 --> 00:36:55.600
Auch da muss Vorsorge getroffen werden, damit eben lang- und mittelfristig unsere Grundrechte geschützt werden,

00:36:56.000 --> 00:36:58.600
denn wenn eine fremde Macht bei uns einfällt, unsere staatliche Ordnung beseitigt

00:36:59.000 --> 00:37:02.600
und eine andere nichtfreiheitliche autoritäre Ordnung hier errichtet,

00:37:03.000 --> 00:37:06.600
dann ist es um die Grundrechte eben auch entsprechend schlecht bestellt.

00:37:07.000 --> 00:37:08.600
*Musik*

00:37:09.000 --> 00:37:11.600
Sarah Zerback: Was wir also mitnehmen können

00:37:12.000 --> 00:37:15.600
. Der Staat hat die Pflicht, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

00:37:16.000 --> 00:37:19.600
Tritt der Ernstfall ein, ist deswegen nicht nur geregelt, wie sich das Land militärisch verteidigt,

00:37:20.000 --> 00:37:24.600
sondern auch wie demokratische Prozesse weiterhin stattfinden können.

00:37:25.000 --> 00:37:26.600
Das hat uns Patrick Heinemann erzählt.

00:37:27.000 --> 00:37:32.600
. Der Bevölkerungsschutz und die Vorbereitung auf hybride Angriffe umfassen alle staatlichen Ebenen.

00:37:33.000 --> 00:37:35.600
Von den Kommunen über die Länder bis zum Bund.

00:37:36.000 --> 00:37:40.600
Wichtig ist dabei, dass die Resilienz bereits im Alltag eingeübt wird und entsteht.

00:37:41.000 --> 00:37:42.600
Das hat Martin Voss erklärt.

00:37:43.000 --> 00:37:46.600
. In Sachen Bevölkerungsschutz und Sicherheit ist Finnland aufgrund seiner Geschichte

00:37:47.000 --> 00:37:51.600
besonders gut auf den Ernstfall vorbereitet, wie wir von Christine Leuchtenmüller erfahren haben.

00:37:52.000 --> 00:37:56.600
Zentral ist dabei das Vertrauen der Menschen in den Staat und auch ihre Medienkompetenz.

00:37:57.000 --> 00:38:00.600
*Musik*

00:38:01.000 --> 00:38:02.600
Das war "Aus Politik und Zeitgeschichte".

00:38:03.000 --> 00:38:07.600
In der APuZ-Ausgabe mit dem Titel "Gesellschaft im Ernstfall" können Sie noch mehr zum Thema lesen.

00:38:08.000 --> 00:38:10.600
Den Link dazu finden Sie in den Shownotes.

00:38:11.000 --> 00:38:11.600
Wir freuen uns natürlich über Feedback zu diesem Podcast.

00:38:12.000 --> 00:38:17.600
Fragen, Lob, aber auch Kritik können Sie uns schicken an apuz@bpb.de

00:38:18.000 --> 00:38:20.600
Der APuZ-Podcast macht meine kleine Sommerpause.

00:38:21.000 --> 00:38:24.600
Die nächste Folge gibt es am 07. Oktober, dann blicken wir in den Sudan.

00:38:25.000 --> 00:38:26.600
Und wir freuen uns, wenn Sie dann wieder dabei sind.

00:38:27.000 --> 00:38:29.600
Mein Name ist Sarah Zerback, bis zum nächsten Mal.

00:38:30.000 --> 00:38:43.600
*Musik*

00:38:44.000 --> 00:38:49.600
Der Podcast "Aus Politik und Zeitgeschichte" wird von der APuZ-Redaktion in Zusammenarbeit mit hauseins produziert.

00:38:50.000 --> 00:38:55.600
Redaktion für diese Folge: Katrin Rönicke, Johannes Piepenbrink, Julia Heinrich und Isabell Röder.

00:38:56.000 --> 00:38:58.600
Produktion: Oliver Kraus. Musik: Joscha Grunewald.

00:38:59.000 --> 00:39:00.600
Am Mikrofon war Sarah Zerback.

00:39:01.000 --> 00:39:03.600
Die Folgen stehen unter der Creative-Commons-Lizenz

00:39:04.000 --> 00:39:08.000
und dürfen unter Nennung der Herausgeberin zu nicht-kommerziellen Zwecken weiterverbreitet werden.


