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Die Pflegeversicherung – Überblick

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Die Pflegeversicherung – Überblick

Thomas Gerlinger Michaela Röber

/ 2 Minuten zu lesen

Die Pflegeversicherung wurde 1995 als sogenannte fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Einführung ist eine Antwort auf ein soziales Lebensrisiko, das mit der gesellschaftlichen Alterung schon erheblich an Bedeutung gewonnen hat und weiter gewinnen wird. Die zukünftige Entwicklung der Pflegeversicherung, insbesondere ihre Finanzierung, ist zwischen den politischen Parteien umstritten.

Von der Besuchertribüne aus verfolgt eine Gruppe Senioren das Abstimmungsverfahren im Plenum des Bonner Bundestages. (© picture-alliance/dpa)

Die Pflegeversicherung stellt eine Antwort auf ein soziales Lebensrisiko dar, das mit der Zunahme des Anteils und der Anzahl alter Menschen in der Gesellschaft erheblich an Bedeutung gewinnen wird. Das vorliegende Modul geht zunächst auf die Bedeutung der Pflegebedürftigkeit als Interner Link: soziales Risiko ein (1.). Sodann stellt es die Interner Link: Ziele und Wirkungen der Pflegeversicherung vor (2.). Anschließend (3.) erläutert es deren Interner Link: Leistungen und die Entwicklung der Leistungsinanspruchnahme. Abschnitt 4 beschreibt die Interner Link: Organisation und Finanzierung der Pflegeversicherung. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zur Krankenversicherung. Die Abschnitte 5 und 6 gehen auf die Merkmale der Interner Link: Leistungserbringer ein und befassen sich mit den Vertragsbeziehungen zwischen ihnen und den Interner Link: Kostenträgern (Pflegekassen). Hier stehen die Vergütung von Pflegeleistungen und Fragen der Qualitätssicherung im Mittelpunkt. Interner Link: Zukünftige Finanzierungsmodelle für die Pflegeversicherung werden in Abschnitt 7 erläutert. Sodann folgt eine Darstellung wichtiger Kritikpunkte an der Pflegeversicherung und daraus abgeleiteter Reformvorschläge. Besondere Beachtung bei der Darstellung der Pflegebedürftigkeit wie auch bei der Erläuterung von Fehlsteuerungen der Pflegeversicherung gilt dem Problem der Versorgung Demenzkranker. Im Folgenden stellt das Modul das im Juni 2012 verabschiedete Interner Link: Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, vor (9.). Abschließend wird auf die Interner Link: geplante Reform eingegangen, an der die Bundesregierung im Jahr 2014 arbeitet.

Das Programm dieser Lerntour

Lernziele

Dieses Modul verfolgt folgende Lernziele:

  • Die Nutzerinnen und Nutzer dieses Moduls sollen mit den Zielen und Wirkungen sowie mit der Organisation, der Finanzierung und den Leistungen der Pflegeversicherung vertraut gemacht werden.

  • Sie sollen Informationen über die Leistungen der Pflegeversicherung, aber auch über die Kritikpunkte an der Organisation, der Finanzierung und den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten.

  • Das Modul soll den Nutzerinnen und Nutzern helfen, die Diskussion über die Entwicklungsprobleme der Pflegeversicherung zu verstehen und sich dazu eine eigene Meinung zu bilden.

Zusammenfassung

Die Pflegeversicherung stellt eine Antwort auf ein soziales Lebensrisiko dar, das mit der Zunahme des Anteils und der Anzahl alter Menschen in der Gesellschaft erheblich an Bedeutung gewinnen wird. Sie hat seit ihrer Einführung die Abhängigkeit der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen von der Sozialhilfe spürbar verringert. Außerdem hat sie zum Aufbau einer deutlich besser an den Bedarf angepassten Pflegeinfrastruktur (ambulante Pflegedienste, Pflegeheime) beigetragen.

Allerdings stellt die Pflegeversicherung lediglich eine Grundsicherung für dieses Lebensrisiko dar. Die finanziellen Belastungen für die Betroffenen können bei Inanspruchnahme von Pflegeleistungen erheblich sein. Zugleich weist das Leistungsspektrum erhebliche Lücken auf (zum Beispiel bei der Versorgung von Demenzkranken), und die Geldleistungen haben seit ihrer Einführung spürbar an Kaufkraft verloren.

Die Pflegeversicherung steht heute vor erheblichen Entwicklungsproblemen. Sie betreffen insbesondere die zukünftige Finanzierung und Fragen der Qualitätssicherung. Auch nach der aktuellen Reform der Pflegeversicherung wird es weiteren Reformbedarf geben.

Fussnoten

Weitere Inhalte

Prof. Dr. Dr. Thomas Gerlinger ist Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, AG 1: Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik und Gesundheitssoziologie.

Prof. Dr. Michaela Röber, Institut für Medizinische Soziologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main