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Irreguläre Migration | Philippinen | bpb.de

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Irreguläre Migration

Michael R. M. Abrigo

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Ausgewanderte philippinische Arbeitskräfte, die in ihren Zielländern zwar mit einer Arbeitsgenehmigung arbeiten, sich aber nicht als überseeische Arbeitskräfte haben registrieren lassen, gelten in den Philippinen als undokumentierte Auswanderer. Offizielle Schätzungen zeigen, dass zwischen 2000 und 2011 die Zahl der philippinischen Auswanderer mit irregulärem Status um 42 Prozent zurückgegangen ist.

Chinesische Staatsangehörige vor ihrer Ausweisung in der Einwanderungsbehörde in Manila. (© picture-alliance/dpa)

Ausgewanderte philippinische Arbeitskräfte, die in ihren Zielländern zwar mit einer Arbeitsgenehmigung arbeiten, sich aber nicht als überseeische Arbeitskräfte haben registrieren lassen, gelten in den Philippinen als undokumentierte Auswanderer. Offizielle Schätzungen zeigen, dass zwischen 2000 und 2011 die Zahl der philippinischen Auswanderer mit irregulärem Status um 42 Prozent zurückgegangen ist. Ihre Zahl betrug im Jahr 2000 noch 1,8 Millionen, ging zwischenzeitlich in den Jahren 2005 und 2010 auf 0,6 Millionen und 0,7 Millionen zurück, im Jahr 2011 schoss sie allerdings wieder auf 1,1 Millionen. Die aktuelle Zunahme der Zahl undokumentierter Arbeitskräfte ist vermutlich das Ergebnis der steigenden Zahl von Arbeitskräften, die im Zuge der jüngsten Weltwirtschaftskrise ihre Beschäftigung verloren, sich aber dennoch dazu entschieden haben, in den Zielländern zu verbleiben. Schätzungen zufolge fanden sich irreguläre Migranten aus den Philippinen im Jahr 2011 vor allem in Südostasien, insbesondere in Malaysia, Japan, Singapur und Hongkong, sowie in den USA.

Illegale Rekrutierung und Menschenhandel sind wichtige Phänomene im Zusammenhang mit irregulärer Migration, gegen die die philippinische Regierung ankämpft. 2008 wurde ein behördenübergreifender Ausschuss gegen illegale Rekrutierung im Büro des Präsidenten (Office of the President) eingerichtet. Er wurde im Jahr 2011 erneut eingesetzt, um die Initiativen der Regierung gegen illegale Rekrutierung zu koordinieren. Seit 2000 geht die Zahl neuer Verfahren gegen illegale Rekrutierung zurück, wobei allerdings die Zahl der Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind, zugenommen hat, was zu einer zwiespältigen Bewertung der Effektivität der Regierungsinitiativen gegen illegale Rekrutierung beiträgt. Auch ein behördenübergreifendes Beratungsgremium wurde eingerichtet, um Menschenschmuggel zu bekämpfen. Es gilt zu beachten, dass zwar viele irreguläre Migranten aus den Philippinen Opfer illegaler Rekrutierung oder Menschenhandel sind, nicht aber jede Person durch solche Kategorien klassifiziert werden kann.

Die südphilippinische Insel Mindanao scheint ein Hauptherkunftsgebiet irregulärer Migranten zu sein, insbesondere in Malaysia und dem Nahen Osten. Eine schwache Umsetzung der Regularien zur Beschäftigung in Übersee in der Autonomen Region Muslimisches Mindanao (Autonome Region Muslim Mindanao) zusammen mit starken historischen und geopolitischen Verflechtungen mit den Zielländern der Migranten sowie interne Konflikte und Armut haben zu dieser Situation beigetragen. Auch die Einwanderungspolitiken der Zielländer wirken sich auf den Strom irregulärer Migranten aus.

Irreguläre Zuwanderung in die Philippinen ist nicht so gut dokumentiert. Die Einwanderungsbehörde schätzt, dass sich 1995 rund 250.000 Ausländer illegal in den Philippinen aufhielten. Regularisierungsprogramme wurden zwischen Oktober 1995 und März 1997 im Rahmen des Gesetzes zur sozialen Integration von Ausländern (Alien Social Integration Act, RA 7919) durchgeführt. Darin wurde schätzungsweise 16.000 Personen, überwiegend chinesischen Staatsangehörigen, ein legaler Aufenthaltsstatus zugesprochen. Ähnliche Amnestieprogramme wurden im Kongress seit 2007 vorgeschlagen.

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Michael M. Abrigo ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philippine Institute for Development Studies (PIDS). Die Ansichten, die in diesem Dossier wiedergegeben werden, entsprechen nicht unbedingt den Ansichten des PIDS.