Veranstaltungen: Dokumentation

4.9.2006 | Von:
Christian Hanussek

"Gleichzeitig in Afrika..." das Seminar

Eine Einführung

"Gleichzeitig in Afrika..." präsentierte zeitgenössische afrikanische Kunst in Deutschland und gibt Einblick in deren Produktions- und Rezeptionsbedingungen in Afrika. Im Januar 2006 fand die zweite Etappe des Projekts mit mehreren Ausstellungen und einem internationalen Symposium in Berlin und Potsdam statt.

Aufklärung und Fortschritt vs. geschichtslose Ursprünglichkeit

Mit der Philosophie der Aufklärung wurde der bürgerliche Kunstbegriff geprägt, den wir heute ganz selbstverständlich als unseren Kunstbegriff benutzen. Die mit der Aufklärung verbundene Idee des Fortschritts stellte Kunst in eine lineare Entwicklung, in der eine Epoche auf die andere aufbaut. Damit war auch ein Grundstein für deren Selbstreferentialität gelegt, insofern nach dieser Logik Kunst immer in Bezug auf ihre eigene Geschichte und die jeweilige Position auf der Innovationsschiene bewertet wird.

Als nun die neu entstandene Wissenschaft der Ethnologie die Erforschung der als ursprünglich definierten Kulturen und Mythen der "Naturvölker" begann, verfolgte sie das Ziel, Einblick in einen Urzustand der Menschheit zu erlangen, in dem diese in vermeintlicher Geschichtslosigkeit verharrten. Da den afrikanischen Kulturen jede Möglichkeit eines Eintretens in die Geschichte abgesprochen wurde, ging man auch davon aus, dass sie durch den Kontakt mit der ihr überlegenen Rationalität unweigerlich untergehen müssten.

In seinem Buch Verkehrte Welten von 1977 interpretiert Fritz Kramer das insbesondere von Friedrich Hegel entworfene Afrikabild als das einer Welt, in der jedes Element des neu entwickelten historischen Bewusstseins umgekehrt wurde und Afrika als eine Art Negativbild der europäischen Kultur erschien. Hegel und andere hätten dabei aber übersehen, dass die verkehrte Welt – wie es dem literarischen Topos entspricht – der eigenen Welt ein ironisches Spiegelbild vorhält, also eine Persiflage der eigenen Wirklichkeit ist. Im Verlauf des Seminars möchte ich das Verhältnis des westlichen Kunstbegriffs zu den verschiedenen Definitionen afrikanischer Kunst immer wieder danach befragen, ob sie nach diesem Muster der "verkehrten Welt" interpretiert werden können. In dieser Konfrontation lässt sich die vermeintliche Dichotomie zwischen westlicher und afrikanischer Kunst und Kultur aufheben und können bei genauerer Betrachtung jener "verkehrten Welt" Afrika auch die Grenzen und Widersprüche des eigenen Kunstbegriffs sichtbar werden.


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