Veranstaltungen: Dokumentation

4.9.2006 | Von:

"Gleichzeitig in Afrika..." das Seminar

Eine Einführung

Die "Entdeckung" afrikanischer Kunst

Die ersten Europäer, die afrikanische Kunst als solche ernst nahmen, waren um 1907 einige Künstler in Paris, von denen Pablo Picasso der prominenteste war. Afrikanische Kunst wurde in der Folge zu einer Modeerscheinung, die in den 20er Jahren einen Höhepunkt erlebte, als sich viele europäische Künstler von ihr inspirieren ließen und afrikanische Kultur auch in großen Ausstellungen präsentiert wurde; diese hatten allerdings vor allem den Zweck, die Öffentlichkeit für die Kolonialpolitik, die immer gewalttätigere Formen der Ausbeutung annahm, positiv zu stimmen.

In seinem 1948 erschienenen Artikel "Negro Art and Cubism" unterscheidet Daniel-Henry Kahnweiler zwischen solchen Künstlern, die sich lediglich durch die äußere Erscheinung afrikanischer Kunst inspirieren ließen, und den Kubisten, die in der Logik der Formen und vor allem in der Raumauffassung dieser Kunst Konzepte und Lösungen erkannten, die jenen entsprachen, mit denen sie selbst zu dieser Zeit beschäftigt waren. Das betraf die Überwindung des illusionistischen Bildraums, die Auffassung der Skulptur und ihrer einzelnen Teile als Objekte und vor allem auch die Bedeutung des negativen Raums, der später zu einem der zentralen Elemente moderner Architektur werden sollte. Kahnweiler betont, dass diese Konzepte im Kubismus angelegt waren und auch ohne die Entdeckung afrikanischer Kunst entwickelt worden wären, dass diese Künstler afrikanische Kunst aber jenseits eines primitivistischen Interesses als eine Kunst ansahen, in der ihre neu entwickelten Bildkonzepte bereits realisiert waren.

Zu den Pionieren einer ernsthaften Auseinandersetzung mit afrikanischer Kunst gehört der deutsche Kunsthistoriker Carl Einstein, der 1921 in seinem Buch Afrikanische Plastik, die Notwendigkeit einer kunstgeschichtlichen Untersuchung dieser Kunst unterstrich und sich scharf von der Afrika-Mode des damaligen Kunstbetriebs abgrenzte, die er als "Exotismus" von "Anregungen erlauernden Unproduktiven" geißelte.


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