Veranstaltungen: Dokumentation

4.9.2006 | Von:

"Gleichzeitig in Afrika..." das Seminar

Eine Einführung

Afrikanische Kunst in der Postmoderne

Die neuere, postmoderne Rezeption afrikanischer Kunst wurde vor allem durch zwei große Ausstellungen eingeleitet: "Magiciens de la terre", 1989 in Paris und "Africa Explores", 1991 in New York. Beide Ausstellungen zeigten Kunst aus Afrika in einer neuen Perspektive, indem sie sich von der bis dahin vorherrschenden afromodernen Malerei und Plastik verabschiedeten und weniger eine neue Künstlergeneration, als verschiedene bis dahin von den westlichen Institutionen nicht als Kunst anerkannte Kunstpraktiken zeigten, darunter auch solche, die eher dem Kunsthandwerk zugerechnet werden müssen wie Schildermalerei und naive Skulpturen. Neue Kategorien wie "Urban Art" oder "New Functional Art" wurden eingeführt, die der afrikanischen Kunst eigene Bereiche jenseits des westlichen Kunstbegriffs zuwiesen. Dieser Ansatz wurde von afrikanischen Intellektuellen scharf kritisiert, die eine solche Aufnahme "anderer" Kunstpraktiken eher als einen Ausschluss und eine Neuauflage der altbekannten Dichotomie des hoch entwickelten, selbstreflexiven westlichen Künstlers gegenüber dem schwarzen, naiven Autodidakten verstanden, welche letztlich wieder nur der Rückversicherung der Überlegenheit westlicher Kultur diente.

Dieser neuen Rezeption afrikanischer Kunst muss allerdings zugute gehalten werden, dass sie auch einige sehr interessante, im Westen vorher unbekannte Künstlerpersönlichkeiten vorgestellt und diesen den Zugang zu wichtigen westlichen Kunstmuseen, Galerien und Institutionen geöffnet hat, die bis dahin keine Kunst aus Afrika gezeigt hatten. Besonders bemerkenswert ist der Beginn der Rezeption afrikanischer Fotografie; von diesen Fotografen möchte ich exemplarisch den Malier Seydou Keita (1923 - 2001) vorstellen.

Nach der ersten Präsentation seiner Fotos 1991 bei "Afrika Explores" in New York als "Unknown Photographer" – die Notizen der Kuratorin mit seinem Namen waren verloren gegangen – wurde er in kürzester Zeit zum Protagonisten einer rasch einsetzenden Rezeption afrikanischer Studiofotografie und in der schicken New Yorker Kunstwelt zum "Talk of the Town". In dem gleichnamigen Artforum-Artikel von Manthia Diawara wie auch in vielen anderen Texten zu seinem Werk wird Keita besonders dafür gepriesen, dass er der afrikanischen Moderne Ausdruck verliehen und seinen Kunden dazu verholfen habe, sich als moderne Bamakois zu präsentieren. Diese Interpretation spielt eine besondere Rolle in dem Bemühen afrikanischer Autoren und Kuratoren, afrikanische Kunst und Kultur von ihrer Festschreibung als traditionell und geschichtslos zu befreien und ihre Anerkennung als ebenbürtigen Teil der internationalen Moderne einzufordern.

Ein Künstler der gleichen Generation, dessen Arbeit zum ersten Mal in "Magiciens de la terre" und danach mit großem Erfolg auf der ganzen Welt gezeigt wurde, ist Fédéric Bruly Bouabré (geb. 1923). Er untersucht und interpretiert seit den 1940er Jahren in Texten und Zeichnungen Zeichen und Zeichensysteme; traditionelle Märchen werden dabei ebenso wie Personen oder Phänomene der aktuellen Zeitgeschichte in ein System eingeordnet, das sie als Zeichen göttlicher Schöpfung deutet.


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