Veranstaltungen: Dokumentation

19.1.2006 | Von:
Jürgen Rollmann

Auch der beste Spieler gewinnt nicht allein

Ein Gespräch mit Jürgen Rollmann über die Fußball-WM – und was die Medien draus machen können

Ein Gespräch der bpb mit Jürgen Rollmann über die Fußball-WM – und was die Medien draus machen können im Rahmen der Jugendmedienkonferenz 2005.

bpb: Noch ein knappes halbes Jahr bis zur Eröffnung der WM, die Endrunden-Gegner stehen fest, die Zeitungen bereiten sich vor. Wie können Lokalredaktionen das Thema Fußball-WM aufgreifen?


Rollmann: Die WM ist als weltweit größtes Einzelsportereignis für die lokale Berichterstattung bestens geeignet. Fast alle WM-Teilnehmermannschaften wohnen nicht in WM-Städten. Wäre doch interessant zu erfahren, was sich zum Beispiel die Gemeinde Hinterzarten für die niederländische Nationalmannschaft als Rahmenprogramm ausgedacht hat. Die Planungen für die sogenannten "Public-Viewing-Veranstaltungen" laufen überall auf Hochtouren. So möchte beispielsweise auch das nordhessische Baunatal von der WM-Euphorie im nahen Frankfurt profitieren.

bpb: Gibt es Themen rund um die WM, die Ihrer Meinung nach von den Medien viel zu wenig beachtet werden?

Rollmann: Bemerkenswert finde ich immer das unentgeltliche Engagement von Menschen. Bei der WM lässt sich dies für die Leser sehr gut über die Beteiligung der Volunteers, der freiwilligen Helfer, darstellen. Sie haben durch ihre freundliche Art schon dem Confederations Cup im Sommer 2005 ihren positiven Stempel aufgedrückt. Bei der WM werden über 15.000 Freiwillige aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland im Einsatz sein.

bpb: Wie kann die Fußball-WM für eine explizit jugendliche Zielgruppe aufbereitet werden?

Rollmann: Anlässlich der WM gibt es eine Vielzahl von Kampagnen und Initiativen für diese Zielgruppe. So auch ,"Kinder stark machen" von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Oder "Green Goal", eine Initiative des Bundesumweltministeriums, die das Organisationskomitee entscheidend mit umsetzt. Darüber hinaus wird es eine Vielzahl von Straßenfußball-Turnieren geben. Und die vielen Stars einer WM locken immer auch Kinder und Jugendliche in die Fußball-Vereine, was hoffentlich auch 2006 so sein wird. Also, wer sind diese Stars? Oder die Hoffnungsträger bei der WM? Wer taugt nach einer gründlichen Recherche auch als Mensch zum Vorbild?

bpb: Und mit welchen Themen erreicht man "Fußball ferne" Zielgruppen? Gibt es spezielle Programme oder Ideen seitens der Regierung?

Rollmann: Aber sicher. Das Kunst- und Kulturprogramm der Bundesregierung spricht gezielt Menschen an, bei denen Fußball nicht das erste Interessenfeld ist. Mit Ausstellungen, Aufführungen, Design-Wettbewerben und dem Fußball-Globus als Erkennungszeichen können Kunst- und Kulturinteressierte aus fast 50 Projekten auswählen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Aspekte "Wirtschaft", "Forschung" und "Innovation" stehen im Mittelpunkt der gemeinsamen Standort-Kampagne "Deutschland – Land der Ideen" von Bundesregierung und deutscher Wirtschaft. Und mit der Service- und Freundlichkeitskampagne sollen alle Glieder der Dienstleistungskette angesprochen werden, um vor allem bei den ausländischen WM-Gästen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – und diese zu weiteren Deutschland-Besuchen zu animieren.

bpb: Ganz persönlich: Sie haben früher selber in der Bundesliga gespielt, jetzt "vermitteln" Sie Fußball. Inwieweit hilft Ihnen Ihre Fußballerfahrung bei Ihrem jetzigen Job?

Rollmann: Fußball vermitteln? Mitnichten. Ich habe mich mit den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Ministerien, des Bundeskanzleramtes, des Bundepresseamtes, nachgeordneten Behörden usw. um die Erledigung vielfältiger Aufgaben zu kümmern, die mit Fußball rein gar nichts zu tun haben. Aus meiner aktiven Zeit in einem Mannschaftssport hilft aber auf jeden Fall die Erkenntnis, dass auch der beste Spieler alleine nicht gewinnen kann. Nur ein gutes Zusammenspiel bringt den nötigen Erfolg. Das gilt im Sport genauso wie in der Politik.

Interview: Barbara Lich, Anne Haeming


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