Veranstaltungen: Dokumentation

27.9.2005 | Von:
Petra Fleckenstein

Ringkampf am Wickeltisch

Petra Fleckenstein über die Alltagstauglichkeit von Tageszeitungen

bpb: Frau Fleckenstein, was ist für Sie das Besondere an der Zielgruppe Familie?

Fleckenstein: Eine Besonderheit unserer Zielgruppe ist das große Beratungsbedürfnis und der Wunsch nach Austausch mit anderen Eltern. Dies gilt erst recht für die Nutzer von urbia.de, die meist am Anfang der Familiengründung stehen. Wir adressieren Paare mit Kinderwunsch, Schwangere und Eltern von Babys, die sich zum allerersten Mal in dieser Situation befinden.

bpb: Gibt es Ihrer Meinung nach einen Unterschied zwischen Print und Online, wenn es um Familienberichterstattung geht?

Fleckenstein: Das Internet als Recherchemedium bietet natürlich einen ganz anderen Zugang: konkrete Suchanfragen – konkrete Informationen. Darauf reagieren wir beispielsweise mit unserer Artikelform: Es sind hauptsächlich Ratgebertexte. Ein Printmedium kann man auch im Zug und auf dem Sofa lesen, man kann darin schwelgen. Nicht umsonst gelten Frauen- und Elternzeitschriften oft als "gute Freundin".

bpb: Wenn Zeitschriften eine "gute Freundin" für Eltern sind, was ist dann urbia.de?

Fleckenstein: Das ist auch eine gute Freundin – aber eine, die sofort zur Sache kommt. Eine, mit der man gezielt kommunizieren kann. Die Interaktivität des Internet macht´s möglich.

bpb: Die meisten Ihrer Autoren haben eine eigene Familie. Warum ist Ihnen das wichtig?

Fleckenstein: Einem Autoverkäufer, der keinen Führerschein hat, würden Sie auch keinen Wagen abkaufen, oder? Familien stellen eine ganz eigene Erfahrungswelt dar, die kinderlose Autoren kaum nachvollziehen können. Glaubwürdigkeit ist bei diesem Thema ungemein wichtig, und nur wer eigene Erfahrungen hat, kann gezielte Fragen stellen. Es müssen eben Informationen auf Augenhöhe sein.

bpb: Dürfen bei urbia.de auch Journalisten ohne Kinder schreiben?

Fleckenstein: Ja klar, aber diese Texte würde ich mir sehr genau anschauen. Die Alltagstauglichkeit und der Nutzwert der Artikel muss stimmen. Sie müssen umsetzbare Tipps beinhalten. Bei einem Text über die Trotzphase dürfen Antworten auf konkrete Fragen nicht fehlen, etwa: Was mache ich, wenn mein Kind im Supermarkt bockt oder wenn das Wickeln zum Ringkampf wird?

bpb: Übertragen auf Lokalzeitungen: Woran fehlt es Ihrer Meinung nach im Printmedium?

Fleckenstein: Was wir brauchen, sind Positivmeldungen, sogenannte "Best-Practice-Beispiele", an denen sich die Leserinnen und Leser orientieren können: etwa über neue und geglückte Formen familiären Zusammenlebens oder die KiTa um die Ecke, die ihre Betreuungszeiten flexibilisiert. Das bedeutet nebenbei auch, sich bei Tageszeitungen ein wenig weg zu bewegen von der klassischen Nachricht hin zu einem guten Journalismus des Alltagslebens.

Interview und Foto: Anne Haeming


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