Veranstaltungen: Dokumentation

23.7.2004 | Von:
Christian Kolb

"Unbedingt Erfahrungen sammeln"

Ein Gespräch mit Christian Kolb über Veränderungen in den Medien, ein sich wandelndes Event-Konzept und neue Anforderungen für junge Journalistinnen und Journalisten

Der stellvertretende Vorsitzende der Junge Presse Nordrhein-Westfalen e.V., Christian Kolb leitete die Organisation des JugendMedienEvents 2004.

bpb: Bereits zum siebten Mal hat die Junge Presse Nordrhein-Westfalen das JugendMedienEvent organisiert. Hat sich die Veranstaltung in ihrer Zielsetzung oder Struktur verändert?

Kolb: Seit dem ersten JugendMedienEvent hat das Team der Junge Presse stets daran gearbeitet, das Event noch besser zu machen, die Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Referentinnen und Referenten Realität werden zu lassen. In diesem Jahr scheint das gelungen zu sein: das JugendMedienEvent war bisher die größte und erfolgreichste Veranstaltung der Jugendpresse - 520 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gekommen. Klar, dass sich mit der Zeit die thematischen Schwerpunkte geändert haben. Deshalb werten wir jedes Jahr aus, welche Seminare besonders beliebt waren und bieten von diesen Kursen im nächsten Jahr mehr an.

bpb: Das JugendMedienEvent stellt die Vermittlung von Kompetenzen in den Mittelpunkt: Geht es heute um andere Kompetenzen als noch vor einigen Jahren? Stellen Gesellschaft, Politik und Medien andere Ansprüche?

Kolb: Vor einigen Jahren ging es beim JugendMedienEvent ausschließlich um die Vermittlung von Medienkompetenz. Das heißt, wir haben Seminare aus den Bereichen Print, Internet, TV und Radio angeboten. Mit der Zeit kamen wichtige Schlüsselkompetenz-Seminare wie Moderation und Rhetorik hinzu. Heute sind auch Seminare wie "Gründung einer Jugendpartei", "Medien und Extremismus" und "SV-Arbeit" im Angebot. Das JugendMedienEvent orientiert sich damit an den Wünschen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Veranstaltung soll ihnen eben die Kompetenzen zu vermitteln, die sie brauchen, um sich zu engagieren. Aber auch Seminare, deren Thema gleich geblieben ist, sehen mittlerweile ganz anders aus als vor drei Jahren. Die Medien entwickeln sich schnell.

bpb: Inwiefern haben sich denn die Seminare inhaltlich verändert?

Kolb. Wenn ich an das klassische Schülerzeitungsseminar denke, dann hat sich einiges verändert: Es gibt heute zum Beispiel ganz andere Software, mit der Schülerzeitungsredakteurinnen oder –redakteure umgehen können muss. Außerdem ist es heute schwieriger, Anzeigenkunden zu finden: Es geht also in den Seminaren auch darum, Wege aufzuzeigen, wie man mit weniger Budget arbeiten kann oder wie man kreativer wird, andere Wege der Finanzierung zu finden.

bpb: Welchen Rat würdest du Medien-Einsteigern geben? Welche Kompetenzen sind wichtig? Was sollten die können, die von einer Medienkarriere träumen?

Kolb: Wer in den Medien etwas bewegen möchte, muss unbedingt Erfahrungen sammeln. Der beste Weg dazu ist eine eigene Schülerzeitung, da man dort alle Bereiche selbst kennen lernt. Man muss Anzeigenkunden gewinnen, eine Redaktion organisieren, selbst schreiben, layouten und Fotos machen. Wer das alles kann, hat es auch später im Beruf viel leichter. Ergänzend ist es sehr wichtig, rhetorisch fit zu sein, gut mit der verfügbaren Zeit umgehen und Prioritäten setzen zu können. Wem das gelingt, der ist dem Traum von der Medienkarriere schon näher. Wer sich noch mehr zutraut, sollte sich überlegen, zum Beispiel bei der Jungen Presse ehrenamtlich im Team mitzuarbeiten und das nächste JugendMedienEvent mitzuorganisieren. Das bringt Erfahrung und gute Kontakte.

Interview: Sandra Schmid
Foto: privat


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