Veranstaltungen: Dokumentation

21.11.2003

Gute Gene, schlechte Gene?

Gentechnik, Genforschung und Consumer Genetics

Embryonenforschung

Mit der Fragestellung "Darf der Mensch Embryonen zu Heilungszwecken und/oder Forschungszwecken nutzen?" öffnete sich das Podium der internationalen Diskussion. Prof. Dr. Michel Revel, Leiter der Abteilung für Molekulare Genetik am Weizman Institut in Tel Aviv und Mitglied im Internationalen Bioethikausschuss der UNESCO, gab mit seinem Vortrag Einblicke in die Rahmenbedingungen der israelischen Stammzellenforschung. Im Gegensatz zur deutschen Gesetzgebung gestalten sich die rechtlichen Bestimmungen zur Forschung an embryonalen Stammzellen in Israel grundsätzlich liberaler. Am Weizmann Institute for Science in Tel Aviv gehört die Forschung an menschlichen Embryonen zum wissenschaftlichen Alltag. Im Anschluss an den Vortrag von Professor Revel diskutierten Bischof Martin Hein, Professorin Dr. Bettina Schöne-Seifert und Dr. Hans-Jochen Vogel ethische Aspekte der embryonalen Stammzellenforschung. In diesem Plenum zeigte sich deutlich, wie naturwissenschaftlich-medizinische Standpunkte sowie ethisch-religiöse Normen die Kontroverse um Für und Wider embryonaler Stammzellenforschung beeinflussen. Die jüdische Kultur argumentiert für eine sehr weitgehende Forschungsfreiheit der Wissenschaft mit dem von Gott gegebenen Auftrag, die Unvollkommenheit des Menschen zu überwinden. Die christliche Lehre hingegen versteht den Menschen als vollkommenes Ebenbild seines göttlichen Schöpfers. Doch wie reagieren Gesellschaft, Politik und Medizin in Deutschland und Europa angesichts dieser so unterschiedlichen Einschätzungen? Sollte die israelische Embryonenforschung Erfolge erzielen und Therapiemöglichkeiten für bisher nicht oder nur eingeschränkt heilbare Krankheiten zur Verfügung stellen können? Mit dieser Frage erschloss sich ein weiterer Konflikt innerhalb der ethischen Debatte: Darf der Schutz des (ungeborenen) Lebens eingeschränkt werden, um Heilung von Leid und Krankheit zu ermöglichen? Wann verletzt die Freiheit der Forschung die Würde des Menschen? Kann der Imperativ des Heilens ethische Grenzen überschreiten? Eine Vielzahl an Fragen wurde formuliert, auf die der Kongress keine allgemeingültigen Antworten gab.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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