Veranstaltungen: Dokumentation

11.8.2003 | Von:
Dr. Martin Hein

Thesenpapier

Evangelischer Ethik geht es darum, auf der Basis der Heiligen Schrift und unter Heranziehung der reformatorischen Überzeugungen von deren zentraler Mitte, nämlich Jesus Christus, Kriterien zu entwickeln, die Menschen in die Lage versetzen, mit ethischen Herausforderungen gewissenhaft umzugehen.

1. Es gibt keinen Diskurs der Voraussetzungslosigkeit
  • Evangelischer Ethik geht es darum, auf der Basis der Heiligen Schrift und unter Heranziehung der reformatorischen Überzeugungen von deren zentraler Mitte, nämlich Jesus Christus, Kriterien zu entwickeln, die Menschen in die Lage versetzen, mit ethischen Herausforderungen gewissenhaft umzugehen.

  • Die Bildung und Schärfung des Gewissens versetzt Menschen in die Lage, eigene Entscheidungen auf der Grundlage eines in Gott gebundenen Gewissens zu treffen und lebensdienliche Alternativen zu suchen, die in der Perspektive des Evangeliums grundsätzlich das Leben stärken.

  • Die Verbindlichkeit einer ethischen Haltung ergibt sich nach evangelischem Verständnis, indem sie vom Menschen in einer Entscheidungs- oder Konfliktsituation als das Gewissen orientierend und darin als unbedingt geltend erlebt wird.

  • Die Wirklichkeit Gottes kann nur vermittels unserer menschlichen Sprache ausdrückt werden. Bei aller daraus sich ergebenden Beschränkung betrachte ich dies vorab als Chance: Ich benenne für den notwendigen gesellschaftlichen Diskurs deutlich die Voraussetzungen meines Beitrages. So vertrete ich zwar eine prononcierte Auffassung, für die ich aber keine höhere Wertigkeit oder gar Letztgültigkeit erheischende Position beanspruche. Diese Offenlegung der eigenen Prämissen ermöglicht den echten Dialog.
2. Die biblischen Grundlagen als lebensdienliche Perspektive des Evangeliums
  • Nach christlicher Überzeugung ist Gott der Schöpfer allen Lebens. Im Modus der naturwissenschaftlich erforschten Entwicklungen wendet er sich liebend der Welt zu und schafft Leben. Das fasse ich dennoch als Wunder auf. Gerade menschliches Leben begreife ich als ein Geschenk, das unserer Verfügung weitgehend entzogen ist.

  • Die Bibel nennt den Menschen "Ebenbild Gottes". Aus dieser Ebenbildlichkeit leiten sich Menschenwürde und Menschenrechte jedes einzelnen Menschen ab. Weitere Maßstäbe zur Beurteilung menschlichen Lebens lehnt der christliche Glaube ab.

  • Zugleich ist der Mensch neben allem Geschaffenem Geschöpf Gottes. In seiner Geschöpflichkeit ist sich der Mensch seiner Endlichkeit in allen Dimensionen seines Lebens bewußt: mit Fehlern behaftet, dem Leid und dem Schmerz unterworfen - und sterblich.

  • Die fruchtbare Spannung von Ebenbildlichkeit und Geschöpflichkeit bestimmt die menschliche Existenz. Sie bleibt fragmentarisch und gefährdet. Dies bringt eine starke Sehnsucht nach Antworten hervor, die diese Situation überwinden, auch den Griff nach vielversprechenden neuen Forschungsansätzen.

  • Zwischen der Möglichkeit zur "Weltbeherrschung" und der Begrenztheit menschlichen Lebens bleiben wir in unserem Tun Gott verantwortlich.
3. Embryonen – Heilmittel oder Heiligtum?
  • Selbstverständlich ist es richtig, daß medizinische Forschung immer neue Möglichkeiten sucht, Krankheiten zu überwinden, Menschen zu heilen oder ihr Leiden zu lindern. Aber das darf nicht um jeden Preis geschehen.

  • Embryonen enthalten den vollständigen Bauplan ihrer zukünftigen Existenz. Ihr gesamtes menschliches Potential ist in ihnen bereits enthalten. Sie haben Teil an Menschenwürde und Menschenrechten. Darum dürfen Embryonen nicht verbraucht, d.h. "verzweckt" und instrumentalisiert werden, auch nicht, wenn die Forschungsziele hochrangig sind und die Ei- und Samenspender zugestimmt haben.

  • Ich wünsche mir statt dessen, daß verstärkt Versuche unternommen und gefördert werden, mit adulten Stammzellen zu entsprechenden Forschungsfortschritten zu gelangen.


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