Veranstaltungen: Dokumentation

22.8.2003 | Von:
Erika Feyerabend

Elternschaft zwischen Risiko-
wahrnehmung und Entscheidungszwang

Thesen zu Elternschaft zwischen Risikowahrnehmung und Entscheidungszwang stellt Erika Feyerabend im Zusammenhang mit dem Kongress "Gute Gene, schlechte Gene" vor.

Anbieter der humangenetischen Diagnostik und Fortpflanzungstechnologien legitimieren ihre Offerten in der Regel damit, dass die Frauen bzw. Paare freiwillig entscheiden und auch selbstbestimmt wollen, was die Medizin zu bieten hat. Damit wird die Verantwortung für die persönlichen und gesellschaftlichen Folgen allein den Paaren angelastet. Und tatsächlich wird die Perfektionierung des Nachwuchses nicht zwangsverordnet. Tatsächlich gibt es "Nachfragedruck". Das "autonome Subjekt", das frei entscheidet, urteilt und vor allem verantwortet, ist aber eine Fiktion. Der institutionelle Kontext, mit seinen Reihenuntersuchungen, Risikomanagement, Qualitätsurteilen und Rechtsansprüchen erzieht die Subjekte ebenso wie der erweiterte gesellschaftliche Kontext mit seinen Gesundheitsidealen, Leistungsansprüchen und Reproduktionserwartungen an Frauen.

Jede neue Generation von Verfahren genetischer Analyse, jeder strukturelle Ausbau des Vorsorgemarktes erweitert das Wissen über das, was in der Schwangerschaft "schief gehen könnte". Die "Befürchtungen" nehmen rapide zu und damit das "Risiko" und die Mitmachbereitschaft. Die Zukunft, die eigene wie die der Kinder wird immer entscheidungsabhängiger. Eltern verantworten heute nicht allein die Erziehung und soziale Kompetenz ihrer Kinder, sondern auch ihre gesundheitliche Qualität. Diesem Entscheidungszwang kann sich niemand entziehen. Die Fortpflanzungsangebote gestalten aber nicht nur das Wollen von Frauen oder Paaren. Der Durchgriff gelingt bis zum gespürten Leib, der zum kontrollbedürften und risikoträchtigen Körper geworden ist.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

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Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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