Veranstaltungen: Dokumentation

4.8.2003 | Von:
Christian Kolb

Interview mit Christian Kolb

Mitglied von Junge Presse NRW e.V. und Projektleiter des JugendMedienEvents 2003

Christian Kolb ist Autor für verschiedene Magazine und Redakteur beim Online-Jugendmagazin Therapie. Er studiert in Bochum Wirtschaftswissenschaft, ist stellvertretender Vorsitzender der Jungen Presse Nordrhein-Westfalen e.V. und leitete die Vorbereitung und Durchführung des JugendMedienEvents 2003.

bpb: Das JugendMedienEvent stand im Zeichen praktischer Vermittlung von Kompetenzen – was konnten die jungen Medienmacherinnen und –macher in Essen lernen?

Kolb: Die Teilnehmer konnten ihre eigene Schwerpunkte setzen: Wer bereits Schülerzeitung macht, aber seine Kenntnisse noch vertiefen wollte, konnte beispielsweise Seminare zu Finanzierung oder Layout besuchen. Wer sich für Medien interessiert, aber noch nicht weiß, was ihm am meisten liegt, konnte in die unterschiedlichen Bereiche wie Fernsehen, Radio oder Online–Journalismus hinein schnuppern, um sich zu orientieren. Wieder andere Teilnehmer wollten ihre persönlichen Kompetenzen weiterentwickeln, etwa sich rhetorisch verbessern.

bpb: Die Themenpalette der Seminare war breit gefächert: Seminare wie "Schüler als Unternehmensgründer" oder "Wie gründe ich eine Jugendpartei" gingen über klassisch journalistische Fragestellungen hinaus, die man bei einem Medienevent selbstverständlich erwartet. Warum habt ihr euch für diese breite Ausrichtung entschieden?

Kolb: Gerade für solche Themen begeistern sich viele unsere Teilnehmer. Wir wollen auch Möglichkeiten zeigen, wo junge Menschen aktiv werden oder sich engagieren können. Zudem ergeben sich bei diesen Themen Synergieeffekte zum Journalismus.

bpb: Ihr mußtet Referentinnen und Referenten für Seminare gewinnen. Das war sicherlich nicht leicht. Wie habt ihr das geschafft und wie habt ihr die Auswahl getroffen?

Kolb: Durch die vergangenen Events bestanden Kontakte zu guten Referenten. Aber auch einige neue Gesichter sind dazu gekommen – diese zu gewinnen war überhaupt nicht schwierig. Alle waren sehr engagiert und freuten sich, zu kommen. Schwer war eigentlich nur, zu ihnen telefonisch durchzudringen.

bpb: Als Verband Junge Presse fordert ihr, dass die Politik Jugendliche ernst nehmen und als Gesprächspartner akzeptieren soll. Gleichzeitig klagen Parteien und politische Organisationen seit Jahren über Mitgliederschwund und wenig politisches Engagement von Jugendlichen. Haben etablierte politischen Akteure und Jugendliche ein Kommunikationsproblem? Oder wo siehst du die Hauptschwierigkeiten?

Kolb: Es ist meiner Ansicht nach ein strukturelles Problem. Wer zum Beispiel bei der Jungen Presse mitmachen möchte, der wird sehr schnell die Gelegenheit haben, etwas zu bewegen. Er kann mitorganisieren und Verantwortung übernehmen. So schnell geht das in Parteien nicht. Das dauert meistens Jahre und frustriert die jungen Leute, die eigentlich aktiv werden wollten.

bpb: Nach der Show ist vor der Show: Gibt es im nächsten Jahr wieder ein JugendMedienEvent? Oder hat die Junge Presse ganz andere Pläne?

Kolb: Es wird natürlich wieder ein JugendMedienEvent geben. Wenn wir das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewertet haben, werden wir sehen, ob und was wir inhaltlich verändern oder organisatorisch weiter verbessern können. Darüber hinaus planen wir Wochenendseminare, Pressegespräche und Besuche auf Parteitagen. Wer genaueres wissen will, meldet sich einfach bei uns.

bpb: Wenn man so lange an einem Projekt gefeilt hat wie ihr, dann ist es bestimmt komisch, wenn es dann abgeschlossen ist. Was wirst du als nächstes tun...? Steht auch Urlaub an?

Kolb: Ja, es ist wirklich ein bißchen seltsam: das Telefon klingelt nicht mehr dauernd, und die Papierberge auf meinem Schreibtisch werden kleiner. Aber es geht sofort mit Nachbesprechung und der Auswertung des JugendMedienEvents weiter. In den Urlaub werde ich wohl erst im Oktober fahren, denn im September stehen erst mal meine Diplomprüfungen auf dem Programm.

Sandra Schmid


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