Veranstaltungen: Dokumentation

6.12.2002

5. Festival Politik im Freien Theater

Besucher- und Besucherinnenbefragung 2002 in Hamburg

Durch Theater Räume für die individuelle Auseinandersetzung mit Grundfragen der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung zu schaffen – das war die Idee der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, als sie das Festival 1988 ins Leben rief. Wie kann man den Erfolg dieser Idee heute am besten nachprüfen? Durch Besucherinnen und Besucher des Festivals - denn durch sie lebt es. Eine Befragung gibt uns Klarheit über die Motive, Bedürfnisse und Eindrücke der Besucherinnen und Besucher: Nach welchen Kriterien wurde das Stück gewählt? Welchen Eindruck hat der Zuschauer schließlich gewonnen? Und: Empfand dieser das Themenangebot politisch ansprechend und relevant? Die wichtigsten und interessantesten Ergebnisse dieser Befragung, die per Fragebogen und in Einzelinterviews durchgeführt wurde, werden im folgenden dargestellt.

Statistische Angaben

Geschlechterverteilung:
Bei der Geschlechterverteilung wird mit einem prozentualen Anteil von 58% weiblichen Besucher gegenüber einem Anteil von 37% der männlichen Besucher eine typische Geschlechterverteilung von Theaterbesucherinnen und -besuchern erzielt. Gewöhnlich ist der Frauenanteil am Theaterpublikum ausgeprägter als der Männeranteil. In Veranstaltungen der politischen Bildung ist das oft umgekehrt.

GeschlechterverteilungGeschlechterverteilung

Alter der Besucherinnen und Besucher:
Mehr als die Hälfte der Besucherinnen und Besucher waren zwischen 25 und 50 Jahren alt. Darauf folgte mit 23% das Publikum unter 25 Jahren. Am wenigsten vertreten sind die Besucherinnen und Besucher über 50 Jahre. Insgesamt beträgt also der Anteil der unter 50-jährigen mehr als 80%.



Gründe für den Besuch des Festivals

Auf die Frage nach den Gründen für den Festivalbesuch dominierten Interesse am Stück und an der Thematik. Einige nach den Aufführungen befragte Besucherinnen und Besucher gaben an, auch in ihrem Alltagsleben persönlich von der jeweiligen spezifischen Thematik, die in den gerade gesehenen Inszenierungen behandelt wurde, betroffen und angesprochen worden zu sein. Wiederum andere sind regelmäßige Theaterbesucher oder sichteten Inszenierungen aus beruflichen Gründen.

Bewertung der Theaterstücke

Schaut man auf die allgemeine Beurteilung der Besucherinnen und Besucher von Inhalt und Text der Stücke, so zeigt sich eine klar positive Bewertung. Dies gilt ebenfalls für die Regie, das Bühnenbild und die schauspielerische Leistung. In der abschließenden Fokussierung der Stücke schnitten hinsichtlich der gesellschaftlichen Relevanz ‚Kinder der Bestie‘, ‚Schieß doch Kaufhaus‘ und ‚Die 3 Leben der Lucie Cabrol‘ am besten ab. Der Teil des Publikums, der seinen Besuch primär vom Thema der Inszenierung abhängig machte, wählte ‚Kinder der Bestie‘, ‚Schieß doch Kaufhaus‘ und ‚Drift‘ als Interessantestes aus.

Bewertung von Text und Inhalt der StückeBewertung von Text und Inhalt der Stücke

Bewertung von Text und Inhalt der Stücke

Bewertung des Festivals

Die politische Relevanz der Inszenierungen wurde zusammenfassend positiv bewertet. Auch die Qualität, Innovation und Organisation des Festivals haben gute Noten bekommen.

Beurteilung des Festivalprogramms nach politischer Relevanz der InszenierungenBeurteilung des Festivalprogramms nach politischer Relevanz der Inszenierungen

Beurteilung des Festivalprogramms nach politischer Relevanz der Inszenierungen

Verbindung von Politik und Theater

Durch persönliche Interviews wurde deutlich, dass das Theater aufgrund seiner Präsenz und Sinnlichkeit geschätzt wird. Im Allgemeinen erwartet das Publikum vom Theater, dass es unterhalten und dabei gleichzeitig zum Nachdenken angeregt wird. So wurde die Verbindung von Politik und Theater im Festival als gut gelungen beurteilt. Die gesellschaftspolitische Relevanz der gesehenen Inszenierungen war für den überwiegenden Teil des Publikums auffällig. Positiv bewertet wurde, das kein Agitationstheater angeboten, sondern mit einem weicheren Politikbegriff der gesellschaftliche Alltag der Menschen reflektiert wurde.

Fazit

Das "5. Festival Politik im freien Theater" war mit 85,5% Platzauslastung so gut wie"ausverkauft. Auch die Besucherinnen und Besucher beurteilten es als Gewinn für die Stadt Hamburg. Mehr als die Hälfte der Befragten hatten zum Zeitpunkt der Befragung bereits ein anderes Stück gesehen oder planten dies zu tun. Meist wurden es schließlich noch 2-3 Inszenierungen, die entweder bereits gesehen wurden bzw. noch besucht werden sollten. Diese wachsende Resonanz und die zahlreichen Anregungen aus dem Kreis der freien Theatergruppen bestätigen die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb darin, im Jahre 2005 das 6. Theaterfestival durchzuführen in der Hoffnung, wieder das Interesse derart vieler Menschen zu gewinnen.

Festival Politik im freien Theater – auch ein Wettbewerb!

Das 5. Festival ‚Politik im Freien Theater´ ist auch ein Wettbewerb. Eine unabhängige Fachjury vergibt Preisgelder und als Sonderpreis zeichnet der 3sat/ZDF-Theaterkanal eine Produktion in voller Länge auf. Gewinner war die Stuttgarter Produktion ‚I Furiosi‘. Dazu die Publikumsmeinung:

Wie wurde die Qualität von Text und Inhalt des Stücks von den befragten Besucherinnen und Besuchern bewertet?

Wie wurde die Qualität von Text und Inhalt des Stücks von den befragten Besucherinnen und Besuchern bewertet?Wie wurde die Qualität von Text und Inhalt des Stücks von den befragten Besucherinnen und Besuchern bewertet?
Auszüge aus den persönlichen Interviews
zu 'I Furiosi':

"Die Dynamik war ja ganz toll, das reißt mit. Ich fühl mich ja nun auch nicht so alt, das reißt mich auch mit. Und ich könnte auch mit toben."
(Ingenieur bei der Telekom, 62 Jahre alt)

"Was mich beeindruckt hat eben diese Spielfolgen mit diesen acht Leuten. Die Bühne derartig explosiv zu bespielen, das hat mir viel Spaß gebracht. Als Überraschung als Highlight dieser 40-Mann-Chor, das war zwar angekündigt, aber wenn es so in Erscheinung tritt schon eine besondere Situation."
(Lehrer für Politik, Theater, Sport und Gemeinschafts- kunde an Wirtschaftsgymnasium, 55 Jahre alt.)

"Im Stück fand ich die Stimmung gut. Das mit dem Fußball und den ganzen Jubelgesängen. Das hat Spaß gemacht."
(Schülerinnen des Wirtschaftsgymnasiums, 19, 20 und 21 Jahre alt)


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

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Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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