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Veranstaltungen: Dokumentation

18.11.2002 | Von:
Heiner Schäfer

Jugendgewalt, Jugendkriminalität und Prävention: Was können wir tun?

Welche Rolle spielt die Kenntnis über kulturelle Kontexte zur Einschätzung und Prävention von Gewalttätigkeiten? Eine Untersuchung anhand des Beispiels "junger Russen" unter den Aussiedlern. Gewaltakte innerhalb dieser Gruppe, folgert der Autor, haben vorrangig die Funktion, die soziale Hierarchie aufrechtzuerhalten

Einleitung

Gewalt und Kriminalität sind noch immer in den Prozessen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen weitgehend alltägliche Erfahrungen. Eine Grunderkenntnis der Kriminologie ist, dass fast alle Kinder und Jugendliche irgendwann mal gegen Regeln verstoßen oder Gesetze übertreten, doch geht dies meist "von allein" vorbei, und wird in vielen Fällen von Erwachsenen nicht einmal bemerkt. Für Jungen gilt dies auch bei Handlungen, die mit den unterschiedlichen Ausprägungen körperlicher Gewalt oder mit Aggression verbunden sind. Deshalb haben die meisten Minderjährigen auch keinen Bedarf an "besonderen" Angeboten.

Es gibt aber, in Deutschland wie in vielen anderen Ländern auch, eine kleine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die im Verlauf des Aufwachsens massive Schwierigkeiten haben und die deshalb spezielle Hilfen brauchen. Diese Gruppe ist, abgesehen von dem Etikett "schwierig", heterogen. Sie unterscheidet sich u.a. nach Merkmalen wie Geschlecht, Alter und sozialer Herkunft, als Folge einer verstärkten Einwanderung nach Deutschland aber auch nach ethnischer und kultureller Zugehörigkeit. So leben in Deutschland viele Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Großeltern oder die selbst in anderen Ländern aufgewachsen sind. Deren Kindheit und Jugend sind durch deutlich andere Erfahrungen geprägt worden als die von hier geborenen Gleichaltrigen.

Um für diese heterogene Gruppe "passende" pädagogische Hilfen entwickeln und nutzen zu können, ist es wichtig, dass die Fachkräfte Informationen über Herkunft und Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen haben. Nur gezielt entwickelte Ansätze erreichen die schwierigen Minderjährigen, unspezifische Angebote für "die" Kinder oder "die" Jugendlichen helfen nicht weiter. Einige Probleme und Fragen, die sich mit solch zielgerichteter Arbeit verbinden, will ich im folgenden an einem Beispiel, d.h. an einer der vielen Zielgruppen der Kinder- und Jugendhilfe, deutlich machen. Diese ist nur ein Beispiel dafür, wie schwierig der Zugang zu den Minderjährigen für pädagogische Fachkräfte ist.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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