30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Veranstaltungen: Dokumentation

18.11.2002 | Von:
Bill Whyte

Gewalt und Schulen: Prävention in Schottland

Das Attentat von Dunblane

Am Mittwoch, dem 13. März 1996, ging Thomas Hamilton, ein 43-jähriger Mann, bewaffnet mit einem Sortiment von Hochleistungsschusswaffen in die Grundschule von Dunblane in der Grafschaft Stirling. Er kam in die Turnhalle und eröffnete das Feuer auf eine Klasse vier- und fünfjähriger Kinder. Er tötete sechzehn Kinder und deren Lehrer. Dann richtete er eine seiner Waffen gegen sich selbst. Zehn Kinder und zwei Erwachsene überlebten das Blutbad, niemand in der Halle blieb unverletzt.

Nicht nur die Tragödie für die unmittelbar Betroffenen, sondern auch der Schrecken und Schock in der Folge dieses Ereignisses lösten in ganz Schottland tiefe Emotionen aus. Ich bin mir sicher, dass auch der Schrecken von Erfurt ganz Deutschland erschüttert hat. Solche Ereignisse stoßen weltweit auf Wut, Besorgnis und Mitgefühl.

Man fragte sich, wie dies in unserer zivilisierten Gesellschaft geschehen konnte, in einem Land, in dem die Polizei grundsätzlich unbewaffnet ist und die illegalen Waffen der organisierten Kriminalität nur selten auf die Bevölkerung gerichtet werden. Die schwerverdauliche Wahrheit war, dass dieser Mörder nach geltendem Recht berechtigt war, Waffen zu besitzen. Wir wurden mit dem brutalen Wesen und den Folgen der Gewalt in unserer Gesellschaft konfrontiert.

Hätte man ein solches Ereignis vorhersehen können? Hätte man für Schutzmaßnahmen sorgen sollen? Wie können wir sicherstellen, dass es nie wieder geschieht? Wie beugen wir der Gewalt in unserer Gesellschaft, unseren Schulen, unseren Familien und unter Jugendlichen vor? Auf diese Fragen wollten Eltern und Familien, die Medien, die beruflich mit diesem Gebiet Beschäftigten und die Politiker Antworten hören. Die Medien suchten einen Schuldigen und manchmal schnelle Lösungen und Taten. Politische Gremien und Praktiker standen unter dem Druck, an mehreren Fronten gleichzeitig handeln zu müssen.

Nicht alles, was ich heute zur Diskussion stellen möchte, ist ausschließlich eine Folge von Dunblane.

Es war auch vorher schon bekannt, dass brisante Themen wie der Gebrauch von Schuss- und anderen Waffen, Sicherheit und Disziplin, Gewalt und sozialschädliches Verhalten in Schulen, Jugendkriminalität, häusliche und rassistische Gewalt, Ausgrenzung und die Entwicklung des Gemeinwesens miteinander zusammenhängen und dass Schottland Strategien für diese Felder brauchte. Die meisten strategischen und praktischen Entwicklungen in diesen Bereichen sind ohne Zweifel durch die Tragödie von Dunblane beeinflusst oder sogar vorangetrieben worden.

Die Ereignisse dieses Tages veranlassen jeden, über die Ursprünge der Gewalt und die Gefährdung unserer Lebensweise nachzudenken. Schottland hat keine Patentlösungen oder einfachen Antworten für Ereignisse dieser Art, aber ich hoffe, dass die Einbeziehung einiger schottischer Erfahrungen Beiträge zu Ihren Diskussionen nach Erfurt leisten kann. Am Mittwoch, dem 13. März 1996, ging Thomas Hamilton, ein 43-jähriger Mann, bewaffnet mit einem Sortiment von Hochleistungsschusswaffen in die Grundschule von Dunblane in der Grafschaft Stirling. Er kam in die Turnhalle und eröffnete das Feuer auf eine Klasse vier- und fünfjähriger Kinder. Er tötete sechzehn Kinder und deren Lehrer. Dann richtete er eine seiner Waffen gegen sich selbst. Zehn Kinder und zwei Erwachsene überlebten das Blutbad, niemand in der Halle blieb unverletzt.

Nicht nur die Tragödie für die unmittelbar Betroffenen, sondern auch der Schrecken und Schock in der Folge dieses Ereignisses lösten in ganz Schottland tiefe Emotionen aus. Ich bin mir sicher, dass auch der Schrecken von Erfurt ganz Deutschland erschüttert hat. Solche Ereignisse stoßen weltweit auf Wut, Besorgnis und Mitgefühl.

Man fragte sich, wie dies in unserer zivilisierten Gesellschaft geschehen konnte, in einem Land, in dem die Polizei grundsätzlich unbewaffnet ist und die illegalen Waffen der organisierten Kriminalität nur selten auf die Bevölkerung gerichtet werden. Die schwerverdauliche Wahrheit war, dass dieser Mörder nach geltendem Recht berechtigt war, Waffen zu besitzen. Wir wurden mit dem brutalen Wesen und den Folgen der Gewalt in unserer Gesellschaft konfrontiert.

Hätte man ein solches Ereignis vorhersehen können? Hätte man für Schutzmaßnahmen sorgen sollen? Wie können wir sicherstellen, dass es nie wieder geschieht? Wie beugen wir der Gewalt in unserer Gesellschaft, unseren Schulen, unseren Familien und unter Jugendlichen vor? Auf diese Fragen wollten Eltern und Familien, die Medien, die beruflich mit diesem Gebiet Beschäftigten und die Politiker Antworten hören. Die Medien suchten einen Schuldigen und manchmal schnelle Lösungen und Taten. Politische Gremien und Praktiker standen unter dem Druck, an mehreren Fronten gleichzeitig handeln zu müssen.

Nicht alles, was ich heute zur Diskussion stellen möchte, ist ausschließlich eine Folge von Dunblane.

Es war auch vorher schon bekannt, dass brisante Themen wie der Gebrauch von Schuss- und anderen Waffen, Sicherheit und Disziplin, Gewalt und sozialschädliches Verhalten in Schulen, Jugendkriminalität, häusliche und rassistische Gewalt, Ausgrenzung und die Entwicklung des Gemeinwesens miteinander zusammenhängen und dass Schottland Strategien für diese Felder brauchte. Die meisten strategischen und praktischen Entwicklungen in diesen Bereichen sind ohne Zweifel durch die Tragödie von Dunblane beeinflusst oder sogar vorangetrieben worden.

Die Ereignisse dieses Tages veranlassen jeden, über die Ursprünge der Gewalt und die Gefährdung unserer Lebensweise nachzudenken. Schottland hat keine Patentlösungen oder einfachen Antworten für Ereignisse dieser Art, aber ich hoffe, dass die Einbeziehung einiger schottischer Erfahrungen Beiträge zu Ihren Diskussionen nach Erfurt leisten kann.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

Mehr lesen

Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

Mehr lesen

TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

Mehr lesen

Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

Mehr lesen

Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

Mehr lesen

Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Mehr lesen