Veranstaltungen: Dokumentation

31.10.2002 | Von:
Jürgen Roth

Netzwerke des Terrors

Die Macht der finanziellen Netzwerke

Im Fadenkreuz der internationalen Ermittler stehen seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Firmen und Banken, die dafür verantwortlich zeichnen, dass Osama bin Laden und sein Netzwerk al-Qaida weltweit operieren konnten. Mit einem Aktionsplan will sich die Bundesregierung nun dafür einsetzen, dass die Finanzströme der Terroristen ausgetrocknet werden. Doch dies ist ein hehres Ziel, das nur schwer zu erreichen sein dürfte. Bereits Ende 1999 listete die UN in New York Firmen auf, die verdächtigt wurden, zu bin Ladens Netzwerk zu gehören. Die Liste kursierte bei den europäischen Zentralbanken und sicher auch bei allen großen Bankinstituten. Wenig ist seitdem geschehen. Am 23. Februar 2001 verfasste die Bank of England einen Report, in dem nicht nur alle Namen der Taliban-Regierung und der bin Laden-Organisationen al-Qaida erwähnt, sondern detailliert deren weltweites Firmennetz beschrieben wurde.[4] Nichts geschah.

Die Frage, warum man nicht mit rigorosen Mitteln und durchschlagendem Erfolg gegen verbrecherische Finanzimperien vorgeht, ist einfach zu beantworten: Achtzig Prozent aller kriminellen Gelder landen in den internationalen Off-Shore-Zentren, wie den Bahamas, den Cayman-Inseln, Panama, den Niederländische Antillen, den britischen Channel-Inseln, Monaco, Liberia oder Luxemburg. Täglich werden 3 Billionen US-Dollar über die Banken durch diese Zentren geschleust. Würden die USA und die Europäische Union beschließen, alle Finanzströme in diesen Off-Shore-Zentren zu blockieren, wäre innerhalb von weniger als einem Jahr ein entscheidender Schlag gegen international operierende Terroristen und Mafiosi gelungen. Dem widerspricht jedoch, dass auch die weltweit agierenden Großbanken hier Konten oder Filialen unterhalten. Und die Gefahr liegt auf der Hand, dass das gesamte Weltwirtschaftssystem zusammenbrechen würde, das auch von den kriminellen Geldern am Leben erhalten wird.

Fußnoten

4.
Bank of England, Notice, London, 23. Februar 2001

Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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