Veranstaltungen: Dokumentation

31.10.2002 | Von:
Jürgen Roth

Netzwerke des Terrors

Die Beteiligungen der Bush-Familie bei undurchsichtigen Saudis

Zu den Hauptaktionären der BCCI gehörte mit einem Aktienanteil von 20 Prozent auch der saudische Bankier Khalid bin Mahfouz, ehemaliger Leibbankier des saudischen Königs und Ehemann der Schwester Osama bin Ladens. Mahfouz ist Eigentümer der Nationalen Handelsbank in Saudi-Arabien, der weltgrößten Privatbank. Darüber hinaus ist er an zahlreichen Handels- und Industriebetrieben im Nahen Osten beteiligt. Die Mahfouz-Familie gilt, nach der Herrscherfamilie des Königs, als die reichste Familie in Saudi-Arabien. Erst danach folgt der Clan bin Laden. Im Forbes-Magazin rangiert Mahfouz in der Liste der Reichsten der Welt auf Platz 125.

Scheich Mahfouz war tief in den BCCI-Skandal verwickelt und trat, als der Skandal aufflog, von seinem Posten im Vorstand der BCCI zurück. In den USA zahlte er 170 Millionen US-Dollar Strafe.

Das weltweite Konglomerat aus Organisiertem Verbrechen, Terrorismus und Finanzimperien führt bisweilen zu überraschenden Verbindungen, wie z.B. den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Familie Bush und der bin Ladens: 1987 soll sich Khalid bin Mahfouz mit einem Anteil von 11,5 Prozent an der im Erdölgeschäft tätigen, angesehenen "Harken Energy Corporation" beteiligt haben, an der auch Georg W. Bush finanzielle Interessen hatte. Auch bei dem amerikanischen Investmentunternehmen "Carlyle Group", das über außergewöhnliche wirtschaftliche und politische Macht verfügt, kreuzen sich die Wege beider Familien. Das Unternehmen, das Verbindungen zur Rüstungsindustrie unterhält, besetzt besonders einflussreiche Posten mit ehemaligen führenden US-Politikern wie dem Ex-Minister James Baker III. oder William Long, ehemaliger stellvertretender Staatssekretär im Verteidigungsministerium.[7] Beratend für die Pflege weltweiter Verbindungen hat der ehemalige US-Präsident George Bush Sr. für das Unternehmen gewirkt. Und, so behauptet der angesehene "Intelligence Report" aus Paris, "im Beirat von ‚Carlyle´ taucht der Name von Sami Baarma auf, Direktor des pakistanischen Finanzinstituts ‚Commercial Bank´, das in Lahore seinen Sitz hat und vollkommen im Besitz von Khalid bin Mahfouz ist."[8] Der Sohn von Khalid bin Mahfouz wiederum, Abdul Rahman Mahfouz, so meldete der "Wirtschaftsdienst ViTrade", bekannt für seine Analysen über Risikoabwägung im Auftrag weltweit agierender Konzerne, ist "im Vorstand einer islamischen Organisation im Sudan, der "Blessed Relief". Sie wird verdächtigt, an dem Attentat auf den ägyptischen Präsidenten Mubarak beteiligt gewesen zu sein".[9]

Fußnoten

7.
European Venture Capital Journal, Christa Fanelli, Carlyle Picks up two Pros and Fairchild, London, 7. Mai 2001
8.
Intelligence newsletter, Paris, Nr. 377
9.
ViTrade, Global Financial Risk Analysis, Sudan, www.vitrade.com

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