Veranstaltungen: Dokumentation

2.9.2002

Deutsche Asienpolitik im Rückblick

Deutsche Asienpolitik im Rückblick: Asien hat im Verlauf der vergangenen zwei Jahrzehnten für Deutschland erheblich an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung gewonnen.

Einleitung

Asien hat im Verlauf der vergangenen zwei Jahrzehnten für Deutschland erheblich an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung gewonnen. Dieser Gewichtszuwachs Asien in der deutschen Außenpolitik ist in verschiedenen Etappen vor sich gegangen. Bereits Mitte der siebziger Jahre ging die Rede vom "pazifischen Jahrhundert" um: Im 21. Jahrhundert, so wurde vorausgesagt, würde die Region Asien-Pazifik zum wichtigsten weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Akteur aufsteigen. Die "kleinen Tiger" in Ost- und Südostasien (Taiwan, Südkorea, Hongkong und Singapur) zeichneten mit ihrem rasanten Wirtschaftswachstum bereits den Weg in diese Richtung vor, und viele der südostasiatischen Staaten zogen bald hinterher.

Im Jahr 1980 beschloss – auf deutsche Initiative – die EU daher, den Dialog mit der 1967 gegründeten südostasiatischen Staatengruppe der "Association of Southeast Asian Nations" (ASEAN) zu intensivieren, und Deutschland baute seine Beziehungen mit einzelnen asiatischen Ländern auf bilateraler Ebene aus. Die Initiative für eine gesamtasiatische Strategie überließ man jedoch zunächst den USA. So wurde 1989 unter ausdrücklicher Einbeziehung der USA und Kanadas die transpazifische Regionalorganisation "Asia Pacific Economic Cooperation" (APEC) gegründet, die durch die Aufnahme der drei Chinas (Volksrepublik, Hongkong, Taiwan) im Jahr 1991 erhebliches weltwirtschaftliches Gewicht erlangte.

Mehrere Faktoren trugen schließlich dazu bei, dass die Bundesregierung sich in den frühen neunziger Jahren intensiver mit Asien als Gesamtregion auseinanderzusetzen begann. Zum ersten rückte durch den Zerfall des Sowjetimperiums das bis dahin geopolitisch weit entfernt gelegene Asien deutlich näher. Das Ende des Kalten Krieges erforderte eine strategische Neuorientierung gegenüber dem "neuen Nachbarn" Asien, wobei die Dominanz sicherheitspolitischer Interessen der USA in der Region weiterhin anerkannt wurde.

Zum zweiten – und wohl noch ausschlaggebender – erhielten die wirtschaftlichen Interessen an Asien damals erheblichen Auftrieb. Die Wachstumsimpulse, die die deutsche Wirtschaft über lange Jahre aus dem europäischen Markt erhalten hatte, waren abgeflaut. Durch einen Ausbau der Präsenz deutscher Unternehmen dort, "wo die Musik spielt", also in Asien, hoffte die Exportnation auf neue Wachstumspotenziale. Die Erwartungen richteten sich insbesondere auf China, das nach der politischen Krise von 1989 seit den frühen neunziger Jahren unter Deng Xiaoping wieder auf Liberalisierungskurs setzte. Bis heute zieht der nach wie vor sozialistisch regierte Staat die Euphorie der deutschen Wirtschaft auf sich. Neben Japan, zu dem traditionell enge Beziehungen gepflegt wurden, schien das Verhältnis zu China gewissermaßen die strategische Messlatte deutscher Asienpolitik zu bilden.


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