Veranstaltungen: Dokumentation

25.7.2002 | Von:

Die Entwicklungsländer: Verlierer der Globalisierung - 8 Thesen

3. Verschuldung und Strukturanpassung

Der Ausbruch der Schuldenkrise 1984 markiert für die meisten Entwicklungsländer den Beginn einer bis heute nicht zum Stilstand gekommenen Krisenspirale. Die achtziger Jahre wurden daher zu Recht als entwicklungspolitisch verlorenes Jahrzehnt bezeichnet. Willy Brandt bezeichnete die Schuldendienstzahlungen der achtziger Jahre aus dem Süden als "Bluttransfusion vom Kranken zum Gesunden". Mit Ausnahme einer Phase der Entspannung zu Beginn de neunziger Jahre für die Gruppe der hochverschuldeten Länder mit mittlerem Einkommen (SIMICs) ist die Schuldenlast des Südens seither ununterbrochen gewachsen. Auch die neunziger Jahren waren entwicklungspolitisch ein verlorenes Jahrzehnt.

Gleichzeitig ist die Geschichte des Schuldenmanagements eine einzige Kette von Fehlschlägen. Zieht man nach fast zwei Jahrzehnten Schuldenkrise Bilanz, so muss man feststellen:

  • Es wurden Jahre lang gigantische Summen an Schuldendienstzahlungen geleistet,
  • die wirtschaftliche Entwicklung der meisten Länder wurde blockiert,
  • die Zwangslage der Entwicklungsländer wurde genutzt, ihnen über die Strukturanpassungsprogramme ein entwicklungspolitisch äußerst problematisches Wirtschaftsmodell aufzuzwingen,
  • die Schuldenkrise wirkte als Katalysator, mit dem die Entwicklungsländer in den Globalisierungsprozess integriert und ihre Volkswirtschaften zu Standorten in einer mörderischen Weltmarktkonkurrenz transformiert wurden.


Die Transformationen im Zuge der Schuldenkrise verursachte hohe sozialen Kosten, die in der Regel von den sozial Schwachen, in zunehmenden Maße aber auch von den Mittelschichten zu tragen waren bzw. noch immer zu tragen sind.

Auch die von großem Medienaufwand begleitete Entschuldungsinitiative für die Gruppe der ärmsten Länder, die sog. HIPC Initiative des G 7 Gipfels in Köln 1999 hat keine Wende gebrach. Die Entlastung ist zu gering, als dass sie mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein wäre.

Solange die Schuldenkrise nicht gelöst ist, ist es für die meisten Entwicklungsländer unmöglich, nennenswerte entwicklungspolitische Erfolge zu erzielen.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

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Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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