Veranstaltungen: Dokumentation

25.7.2002 | Von:

Die Entwicklungsländer: Verlierer der Globalisierung - 8 Thesen

6. Globalisierung der Produktion

In Kombination mit den technologischen Umbrüchen hat die Liberalisierung der Finanzmärkte auch starke Impulse für die Globalisierung der Produktion freigesetzt. Bereits am Beginn der Wertschöpfungskette, bei Forschung und Entwicklung, arbeiten die Transnationalen Konzerne (TNK) heute global. Die Ingenieure in einem Büro in Atlanta übergeben nach ihrer Schicht die Dateien an die Kollegen in Kalkutta, und diese reichen ihre Arbeitsresultate weiter an ein Ingenieurbüro in Frankfurt. Der Motor eines Autos wird in Sao Paulo produziert, die Reifen in Mexiko, die Bremsen kommen aus Texas, das Chassis aus Madrid und das Ganze wird in Wolfsburg am Fließband zusammengebaut. Vermarktung und Vertrieb des fertigen Autos erfolgen wiederum weltweit. Damit sind die ökonomischen Spielräume, Macht und Einfluss der Transnationalen Konzerne beträchtlich gewachsen. Heute sind von den 100 größten ökonomischen Akteuren auf der Welt 50 TNK. Der Jahresumsatz von General Motors liegt über dem Bruttoinlandsprodukt Dänemarks, Ford rangiert vor Südafrika, Toyota, Exxon und Shell setzen mehr um, als Norwegen, Polen und Portugal erwirtschaften, IBM mehr als Malaysia und Nestlés Wirtschaftskraft übertrifft die von Ägypten. Durch die gegenwärtige Welle von Megafusionen entstehen immer größere Unternehmensgiganten.

Angesichts dessen haben Entwicklungsländer gegenüber den TNK kaum noch Chancen, die Auslandsinvestitionen der Konzerne auf entwicklungspolitische Ziele zu orientieren. Wenn sie überhaupt noch Investitionen erhalten wollen, sind sie im globalen Standortwettbewerb gezwungen, alle möglichen Zugeständnisse - Bereitstellung von Infrastruktur, unbeschränkter Profittransfer, Einrichtung von Freihandelszonen, Steuererleichterungen etc. - zu machen. Gleichzeitig führt die Öffnung für die ausländischen Wettbewerber und der damit verbundene Druck zur Gleichbehandlung von einheimischen und ausländischen Unternehmen dazu, dass einheimische Unternehmen häufig niederkonkurriert werden. Im Wettbewerb zwischen Eselskarren und Ferrari sind die Chancen bei Gleichbehandlung nun einmal strukturell höchst ungleich verteilt.


Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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