Gäste beim Bürgerfest des Bundespräsidenten im Park von Schloss Bellevue.

16.9.2014 | Von:
Stefan Gehrke

"Ehrenamt ist einfach wunderbar" - Das Bürgerfest des Bundespräsidenten 2014

4.500 Gäste kamen in den Park von Schloss Bellevue zum Bürgerfest des Bundespräsidenten. Am "Ort der Begegnung" wurde zu den Themen Fundraising, Wirkung und Digitales Engagement diskutiert.

Am 5. September 2014 lud Bundespräsident Joachim Gauck ehrenamtlich engagierte Bürger in den Garten von Schloss Bellevue ein, um ihnen für ihren Einsatz zu danken und die Gelegenheit zu bieten, sich über Ehrenamt auszutauschen.Am 5. September 2014 lud Bundespräsident Joachim Gauck ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger in den Garten von Schloss Bellevue ein, um ihnen für ihren Einsatz zu danken und die Gelegenheit zu bieten, sich über Ehrenamt auszutauschen. (© bpb, Dominique Roth)

"Ehrenamt ist an Tagen wie diesen einfach wunderbar, aber im Alltag oftmals ziemlich viel Mühe!" Mit diesen Worten begrüßte Bundespräsident Joachim Gauck am 5. September rund 4.500 Gäste im Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue in Berlin zum 3. Bürgerfest. Zugleich beschrieb er damit den Rahmen der Veranstaltung: Feiern, Engagement würdigen, aber auch diskutieren und Erfahrungen austauschen.

Rund 23 Millionen Engagierte in Deutschland tragen durch ihren Einsatz in Vereinen und Verbänden, in Institutionen und Initiativen, in Selbsthilfegruppen und Stiftungen oder durch Einzelaktionen zum Gelingen der Demokratie bei. Bürgerschaftliches Engagement ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft. Über 600.000 zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland befassen sich mit einer großen Bandbreite an Themen, von denen Sport und Freizeit, Umweltschutz, Pflege, öffentliche Sicherheit, Bildung und Kultur am stärksten vertreten sind. Auf dem Bürgerfest stellten sich viele dieser Organisationen vor und boten Gelegenheit zum Kennenlernen, Wissenstransfer oder auch Anregungen, um selbst aktiv zu werden.

Gefeiert wurde mit Musik- und Theateraufführungen, gutem Essen und der Möglichkeit, Schloss und Park Bellevue genauer kennen zu lernen. Diskussionen standen im Mittelpunkt am "Ort der Begegnung", der u.a. von der Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert wurde. In einem Zelt im Schlossgarten trafen sich Experten und Engagierte, um über die Themen "Fundraising: von ungehobenen Schätzen", "Wirkung: gut gemeint und gut gemacht" sowie "Digitales Engagement: mit Bits & Bytes zur Best Practice" ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung wurde moderiert von Dr. Eckart von Hirschhausen, der selbst mit seiner Stiftung Humor hilft Heilen engagiert ist. Seit 2008 fördert seine Organisation Clowns, Ärzte und Pflegekräfte, um durch Weiterbildung, Begleitforschung und Clown-Sprechstunden die Stimmung in Krankenhäusern froher zu gestalten.

In der ersten der drei Diskussionsrunden, an denen sich auch die Besucher beteiligen konnten, ging es darum, wie Fundraising zur Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke beitragen kann. Eckart von Hirschhausen begrüßte die Fundraising-Beraterin und Autorin Dr. Marita Haibach und den Schauspieler und Gastwirt Kostas Papanastasiou, der seit langem humanitäre Hilfsprojekte in Georgien umsetzt. Einig war man sich in der Runde schnell, dass es für ein professionelles Fundraising auch professionelle Fundraiser geben muss. Nur wer sich dauerhaft und nachhaltig um die Finanzierung von ehrenamtlichen Projekten kümmert, wird es schaffen, eine verlässliche finanzielle Basis für sein Projekt zu schaffen. Mehr zur Diskussion finden Sie hier.

Die zweite Runde beschäftigte sich mit der Frage, wie sich die Wirkung von ehrenamtlichem Engagement erfassen und dokumentieren lässt und welchen Zweck eine solche Dokumentation haben kann. Der Vorstandsvorsitzende des Analyse- und Beratungshauses Phineo, Dr. Andreas Rickert, erläuterte, wie sein Unternehmen den Erfolg von Engagement misst und wie man aus den Ergebnissen die richtigen Schlüsse für das weitere Vorgehen ziehen kann. Sein Gesprächspartner war der Gründer und Sänger der Kölschrock-Band BAP, Wolfgang Niedecken, der sich bereits seit vielen Jahren gegen Rechtsradikale einsetzt und mit seinem Projekt Rebound ehemalige Kindersoldaten im Kongo unterstützt. Der Musiker schilderte, wie ein Besuch in Nord-Uganda in ihm "einen Schalter umgelegt" hat, als er sah, welche Auswirkungen die Folgen des Krieges insbesondere auf die Kindersoldaten hat. In regelmäßigen Besuchen überzeugt sich Niedecken seitdem von der Wirkung seines Engagements vor Ort. Mehr zur Diskussion finden Sie hier.

Das letzte Themenfeld am "Ort der Begegnung" wurde dem digitalen Engagement gewidmet. Gast dieser Runde war zum einen Raul Krauthausen, Mitgründer des Vereins Sozialhelden und Initiator der Webseite Wheelmap.org, auf der Jedermann rollstuhlgerechte Orte suchen, finden oder markieren kann. Raul Krauthausen hat Glasknochen und ist selbst auf den Rollstuhl angewiesen. Zweiter Teilnehmer war Jens Fromm, der das Kompetenzzentrum Öffentliche IT beim Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme leitet und am Strategiepapier Digitales Engagement mitgeschrieben hat. Beide waren sich einig, dass die digitalen Medien viele neue Formen des Engagements erst ermöglichen, sei es über eigene Webseiten oder soziale Netzwerke. So ist die vielfach prämierte Seite Wheelmap.org nur digital umsetzbar und besonders die Unterstützung durch tausende Helfer weltweit nur über das Internet möglich. Auch habe die von mancher Seite kritisierte Ice Bucket Challenge dazu geführt, dass das Augenmerk vieler Internetnutzer auf die Nervenkrankheit ALS gelenkt wurde. Mehr zur Diskussion finden Sie hier.


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