Gäste beim Bürgerfest des Bundespräsidenten im Park von Schloss Bellevue.

16.9.2014 | Von:
Stefan Gehrke

Fundraising

Von ungehobenen Schätzen

Ohne Moos nix los! So wichtig auch der persönliche Einsatz des Einzelnen ist, trotzdem kommt man an der Frage der Finanzierung von Projekten nicht vorbei. Um das Thema Fundraising ging es in der ersten von drei Diskussionsrunden am "Ort der Begegnung".

FundraisingMarita Haibach auf dem Podium zum Thema Fundraising. (© bpb, Dominique Roth)

Ohne Moos nix los! Diese Redewendung, die im Duden etwas sachlicher beschrieben wird als "um seine Ziele zu erreichen, benötigt man genügend Geld", lässt sich ohne weiteres auf das ehrenamtliche Engagement übertragen. So wichtig auch der persönliche Einsatz des Einzelnen ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt kommt man an der Frage der Finanzierung von Projekten nicht mehr vorbei. Um das Thema Fundraising, also wie man finanzielle Mittel für gemeinnützige Projekte beschafft, ging es in der ersten von drei Diskussionsrunden am "Ort der Begegnung".

Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen begrüßte dazu zwei ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet: Schauspieler und Gastronom Kostas Papanastasiou bemüht sich um Geld, um seine Hilfsprojekte in Georgien und Griechenland umsetzen zu können. Dr. Marita Haibach ist Fundraising-Beraterin und Mitgründerin des Deutschen Fundraising Verbands und weiß, wie man dieses Thema am besten angeht.

Der Grieche Papanastasiou - vielen noch als Gastwirt Sarikakis aus der ARD-Serie "Lindenstraße" bekannt - musste 1990 bei einem Besuch in Georgien erleben, dass es für viele Menschen dort kaum möglich war, bezahlbare Medikamente zu bekommen. Er wurde aktiv und treibt seit dem ärztliche Instrumente, medizinische Untersuchungsgeräte, Krankenhausbetten, Verbandmaterial sowie Arzneimittel in deutschen Krankenhäusern auf und bringt diese nach Georgien. Zudem engagiert er sich für Flüchtlinge in seiner griechischen Heimat. Dabei habe ihm seine Popularität sicherlich geholfen und so manche Tür geöffnet, vermutet er.

Prominenz alleine reiche jedoch nicht, betonte Fundraising-Expertin Haibach. Hinter allem muss immer noch eine gute Sache und dauerhaftes Engagement stehen. Zu oft habe sie Projekte gesehen, die großartig starteten, dann aber im Sande verlaufen sind, weil regelmäßiger Einsatz und Professionalisierung gefehlt haben, berichtet Haibach. "Manche Promis machen mehr Arbeit, als sie helfen können", fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

Einer der wichtigsten Punkte bei der Beschaffung von Spendenmitteln ist für die Expertin transparente Verfahren. "Hier haben in Deutschland einige Organisationen noch zu lernen", betonte sie. Viele Non-Profit-Organisationen behaupteten, das gesammelte Geld fließe in voller Summe an die Spendenempfänger. Das sei leider oft nicht wahr, so Haibach, und auch oft gar nicht möglich, da die Organisation selbst auch Kosten verursache. Sie empfiehlt höchste Transparenz, damit die Glaubwürdigkeit nicht gefährdet sei. Je nach Größe der Organisation hält sie einen Verwaltungsaufwand von maximal 20 Prozent der Spendengelder für gerechtfertigt.

Auch die Besucher am "Ort der Begegnung" hatten Gelegenheit, über das Thema Fundraising zu diskutieren und ihre Erfahrungen zu teilen. So berichteten einige von gescheiterten Aktionen, aber auch von vielen positiven Erlebnissen bei der Spendenakquise: Offenbar nicht wirkungsvoll sei das wahllose Verteilen von Flyern; und auch der Bericht über ein Spendenessen für 4000 Gäste, das gänzlich ohne Einnahmen blieb, brachte viele Anwesende zum Nachdenken. Man muss das persönliche Gespräch suchen, so Haibach, und mit seinem Anliegen überzeugen. "Sie müssen begeistern können und zu der Sache stehen", fasste die Fundraising-Expertin die Anforderungen für erfolgreiches Fundraising zusammen.

Wie man das macht, kann man beim Deutschen Fundraising Verband lernen oder bei der von Haibach mitgegründeten Organisation "Major Giving Institute", die seit 2013 eine Weiterbildung zur Qualifizierung von Großspenden-Fundraiser/-innen anbietet. Zwei Drittel der Deutschen würden zurzeit nicht spenden, so Moderator von Hirschhausen. Es sind also noch genügend Schätze zu heben.


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