Eine Tanzgruppe mit behinderten und nicht-behinderten Tänzern posiert im 60er Look.

28.10.2015 | Von:
Imke Emmerich

Der Kongress "inklusiv politisch bilden"

Einführung in die Kongressdokumentation

Wie können politische Bildungs- und Partizipationsprozesse inklusiv geplant und gestaltet werden? Wie kann ein Empowerment eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten ermöglichen? Das waren zwei zentrale Fragestellungen, die auf dem Kongress "inklusiv politisch bilden" der Bundeszentrale für politische Bildung am 21. und 22. September 2015 im Umweltforum in Berlin gestellt wurden.

Diskutieren und Ideen sammeln in den Arbeitsgruppen am Nachmittag.Diskutieren und Ideen sammeln in den Arbeitsgruppen am Nachmittag. (© Swen Rudolph/bpb)

Über 300 Menschen mit und ohne Behinderung – interessierte Bürgerinnen und Bürger und Fachleute aus der politischen Bildung, Wissenschaft, Werkstätten, Projekten oder der Politik – nahmen an der Veranstaltung teil und diskutierten und träumten in kleinen Gruppen, auf Podien oder in vertrauten Dialogen zum Thema Inklusion.

Die inklusiven Reise-Gruppe

Die verschiedenen Reise-Gruppen machen sich am ersten Kongresstag auf den Weg.Die verschiedenen Reise-Gruppen machen sich am ersten Kongresstag auf den Weg. (© Swen Rudolph/bpb)
Die Kernelemente der beiden Kongresstage stellten dabei einerseits die zehn Reise-Gruppen mit je zwei Zielen dar, die in Berlin ausströmten und sich vor Ort anschauten und erklären ließen, wie Inklusion umgesetzt wird oder wo noch Handlungsbedarf besteht: vom Besuch im Berliner Abgeordnetenhaus, über Führungen durch das Deutsche Historische und das Jüdische Museum bis hin zum Besuch von Berliner Gedenkorten. In anschließenden Arbeitsgruppen wurden die Erlebnisse und Eindrücke besprochen. Inklusion wurde hier für alle hautnah erlebbar, denn allein die Reisen durch die Hauptstadt verlangten den Teilnehmenden und ihren Gruppenführerinnen und Gruppenführern einiges an Spontanität ab und öffneten so manchem, zum Beispiel zum Thema barrierefreiheie Stadt, die Augen.
Souvenirs aus den Reise-Gruppen.Souvenirs aus den Reise-Gruppen. (© Swen Rudolph/bpb)


Die Denkwerkstätten

Am zweiten Kongresstag fanden zehn verschiedene Denkwerkstätten statt, in denen eifrig gearbeitet, diskutiert und zugehört wurde, um von anderen zu lernen und gemeinsam neue Ziele der politisch inklusiven Bildung festzulegen. Hier trafen wissenschaftliche Ansätze auf Alltagsprobleme, Mut machende Erfahrungsberichte stifteten ein großes "Wir"-Gefühl: zusammen ist man stärker. Sei es das inklusive Lehrprojekt an der Universität, das vorgestellt wurde, das Zukunftscafé, in dem gemeinsam von der Traumstadt Inklusion geträumt wurde, oder die Präsentation von Lernmaterialien in Leichter Sprache – die Einsichten beeindruckten und machten Mut.

Am Ende der Veranstaltung wurde deutlich, dass es vor allem auf ein Miteinander auf Augenhöhe ankommt, sowohl in Politik, als auch in Institutionen und im gelebten Alltag: "Menschen mit Behinderung haben Ressourcen, die man dringen nutzen sollte", brachte es zum Beispiel Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung, während ihrer Rede auf den Punkt. Und: "Politik zusammen zu gestalten ist eine schöne Aufgabe für die Zukunft."

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