Veranstaltungen: Dokumentation

4.7.2016 | Von:
Bundeszentrale für politische Bildung (Lothar G. Kopp)

"Erwachen der Roboter – lernende Maschinen und die Intelligenz der Zukunft"

Grußwort vom 4. Juli 2016, Berlin

Hintergrund

Waren kluge Maschinen vor zwei Jahrzehnten noch das Thema von Science-Fiction-Filmen, ist die Robotik heute in vielen Bereichen eine Selbstverständlichkeit geworden. Ob selbststeuernde Autos, Schachcomputer oder digitaler Pflegehelfer: programmierte Gefährten begleiten uns schon heute und sind, so die Forschung, auf dem Vormarsch. Was aber verbirgt sich hinter dem Schlagwort der "künstlichen Intelligenz"? Wie funktioniert maschinelles Lernen und wo hat es seine Grenzen? Werden wir zukünftig von Doktor Roboter untersucht und behandelt? Und was, wenn er sich irrt? Wie viel Verantwortung können wir an intelligente Systeme abgeben und vor welche ethisch-moralischen Dilemmata stellt uns die Entwicklung künstlicher Intelligenz?

Es diskutieren:
  • Dr. Christoph Benzmüller, Heisenberg Fellow der Deutschen Forschungsgesellschaft und Dozent für "Computational Metaphysics" an der Freien Universität Berlin
  • Ronnie Vuine, Experte für künstliche Intelligenz, micropsi industries
  • Tobias Knobloch, Bereich "Europäische Digitale Agenda" bei der Stiftung Neue Verantwortung
Moderiert wird der Abend von
  • Marcus Richter, Deutschlandradio Kultur
Frau Dunja Funke, die normalerweise "als das Gesicht der Checkpoint-Reihe" durch den Abend führt, ist terminlich kurzfristig verhindert.

Grußwort

Meine Damen, meine Herren, liebe Gäste - herzlich Willkommen. Ich freue mich, Sie heute in den Räumen der Bundeszentrale für politische Bildung zur 17. Ausgabe der Gesprächsreihe "Checkpoint bpb – die Montagsgespräche" begrüßen zu dürfen.

Sicher kennen Sie den Science Fiction Film "2001-Odyssee im Weltraum". In jenem Film von Stanley Kubrick gibt es bereits ein Bildtelefon und sogar ein iPad, also ein Tablett, mit dem man kommuniziert. 1968!
Aber kennen Sie auch den Science Fiction Film "Interstellar" aus 2013? Da gibt es mehrere Szenen mit einem "selbstständig" denkenden Roboter, der mit den Astronauten wie mit Menschen kommuniziert, aber nicht so aussieht wie einer von ihnen.
Also kein Abklatsch von Star Wars.

Die lange Nacht der Wissenschaften fand neulich hier in Berlin statt. Der dort präsentierte laufende Roboter, der in der Dauerschleife bis eben zu sehen war, kann mehr als nur auf einem Tisch herum laufen. Wann das "mehr" ansteht, erkennt, beurteilt und realisiert er allein. Der laufende Roboter verändert seine Form dann, wenn es nötig ist, z. B. wenn er vom Tisch steigt.

Wissenschaft schafft Wissen und umgekehrt. Schaffen das künftig auch intelligente Roboter?

Heute wird es futuristisch bei unserem Checkpoint.
"Erwachen der Roboter – lernende Maschinen und die Zukunft der Intelligenz", unter diesem Titel sprechen wir mit Experten über Intelligenz und darüber, was vielleicht die menschliche von der maschinellen unterscheidet.

Der Begriff der künstlichen Intelligenz begegnet uns immer häufiger. Er fiel schon 1996 als der Computer Deep Blue den russischen Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte, der übrigens heute in Kroatien lebt.
Und diese Maschine war dieses Frühjahr, als auch das erste Go-Match von einem Computer für sich entschieden wurde, wieder in allen Zeitungen zu lesen.
Werden Maschinen schlauer als wir? Sind uns Computer zukünftig nicht nur im Brettspiel, sondern auch in anderen Lebensbereichen überlegen? Oder sind sie das nicht schon längst? Vom Erwachen der Roboter zum Erwachen der Macht der Roboter - nur ein kleiner Schritt?

Roboter-Hunde, die auf Kommandos hören und Bereiche Ihrer Umwelt erkennen können, selbststeuernde Autos und riesige industrielle Fabrikationsarme – es scheint, als müssten wir uns an ein engeres Zusammenleben mit den Maschinen gewöhnen.

Was aber macht eine Maschine intelligent und wie unterscheidet sich künstliche Intelligenz von einem "normalen Computer"?
Ein Taschenrechner dividiert und multipliziert schon heute schneller und genauer, als ich es kann. Von künstlicher Intelligenz sprechen wir hier allerdings nicht. Und auch der Gedanke, dass diese Rechenleistung von einem Computer besser bewältigt werden kann als von einem Menschen beunruhigt uns nicht. Es wird als Hilfe wahrgenommen. Anders sieht es vielleicht schon aus, wenn ein Computer eine medizinische Diagnose stellt oder wenn er das Fahrzeug steuert, in dem wir sitzen. Vertrauen wir auch dann auf das Urteil des Computers wie auf das Ergebnis eines Taschenrechners?

Welche Entscheidungen sind wir bereit an den Computer abzugeben? Und wer trägt schlussendlich die Verantwortung? Wenn Roboter ihrem Handeln und Aussehen nach immer menschlicher werden, wie werden wir dann in Zukunft mit ihnen interagieren? Wir möchten den heutigen Abend nutzen, um Trennschärfe in die Debatte zu bringen und um zu versuchen uns den Grundlagen in der Forschung zur künstlichen Intelligenz anzunähern.

Wir fragen hierzu nach den Funktionsweisen programmierter Intelligenz und möchten wissen, was hinter oder besser gesagt in den denkenden Maschinen steckt. Ich hoffe, dass wir auch auf die eine oder Gefahr dieser Entwicklung eingehen werden.

Diese Frage haben wir auch als Leitthema für unser heutiges Setting genommen. Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: heute sitzen wir nicht einfach in einem Veranstaltungssaal. Wir sitzen auf einer Bodeninstallation, mit der wir das Thema oder zumindest einen Aspekt der heutigen Debatte veranschaulichen möchten. Diese Punkte und Striche, die Sie hier unter und neben sich sehen, sind eine schematische Darstellung eines neuronalen Netzes. Die Punkte stehen für Neuronen. Die Striche sind die Synapsen, die die einzelnen Neuronen miteinander verbinden und so ein Nervensystem bilden. Im menschlichen Gehirn sind diese neuronalen Netze die Grundlage des Lernens. Und auch beim maschinellen Lernen hat sich der Mensch, wie so oft, die Natur zum Vorbild genommen und versucht die Funktionsweise eines neuralen Netzes nachzubilden.

Wie dies funktioniert und welche anderen Möglichkeiten es gibt, Maschinen das Denken beizubringen, erfahren wir heute von unseren Gesprächsteilnehmern.

Ich freue mich auf einen informativen, auch unterhaltsamen Abend und übergebe an Marcus Richter, der sich kurzfristig bereit erklärte, anstelle der verhinderten Dunja Funke als Moderator einzuspringen. Vielen Dank dafür. Er wird ihnen, liebe Gäste, unsere Podiumsgäste vorstellen und Sie durch den Abend führen, den Toni Lückenbach von der Agentur relations in Zusammenarbeit mit unserem bpb-Team organisatorisch vorbereitet hat.

Viel Freude und Ihnen allen nochmals ein herzliches Willkommen.

– Es gilt das gesprochene Wort –

04. Juli 2016, 19.00 Uhr
Bundeszentrale für politische Bildung, Friedrichstraße 50, Berlin


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