Perzeption – Partizipation – Politische Teilhabe Podium

26.6.2018

Grußwort von Heiko Hendriks, Beauftragter für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern in NRW

Heiko Hendriks, Beauftragter für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern in NRW, spricht auf der Fachtagung "Perzeption, Partizipation, Politische Bildung".Heiko Hendriks, Beauftragter für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern in NRW, spricht auf der Fachtagung "Perzeption, Partizipation, Politische Bildung". (© Lars Welding)

Danke, dass die BpB eine solche Veranstaltung durchführt, die hoffentlich mit dazu beiträgt, dass einerseits das Bild der Deutschen aus Russland respektive aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in Zukunft in der veröffentlichten Meinung reflektierter und damit objektiver dargestellt wird und andererseits wir Deutsche aus Russland ermutigen, sich auch politisch zu engagieren.

Grundsätzlich ist es ein gutes Zeichen, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung nicht nur die Funktion eines Beauftragten als direkten Ansprechpartner geschaffen hat, sondern im Koalitionsvertrag sich auch klar zur Verantwortung gegenüber diesen Gruppen bekannt hat und dies mit einigen Vorhaben, wie z.B. Schaffung einer Erinnerungsstätte in Unna-Massen und Wiederbelebung der Patenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen über die Landmannschaften der Siebenbürger Sachsen und der Oberschlesier.

Alle sollten als Fakt anerkennen, dass die Deutschen aus Russland eine sehr heterogene Gruppe sind und deren Wahlverhalten sich im Grundsatz nicht von dem der übrigen Bevölkerung unterscheidet. Insbesondere dann nicht, wenn man berücksichtigt, dass die Alters-Gruppe 60+ bei den Deutschen aus Russland kleiner als in der Gesamtbevölkerung ist, diese Gruppe aber in der Gesamtbevölkerung bei den Wahlergebnissen eine ganz entscheidende Rolle spielt.

Ich habe die Erfahrung gemacht und auch Daten und Erhebungen bestätigen dies, dass Deutsche aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion insgesamt größtenteils auffällig unauffällig sind und deren Integrationsgeschichte - gerade auch in NRW - beispielhaft positiv ist. Im Übrigen weise ich gerne darauf hin, dass sie seltener ohne allgemeinbildenden Bildungsabschluss sind und auch die Erwerbsquote höher als bei der Bevölkerung allgemein ist.

Die Verantwortlichen wären klug beraten, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Berufsabschlüsse leichter anerkannt werden oder zumindest große Teile davon, damit nicht mehr so viele Menschen mit Spätaussiedlerhintergrund in Berufen arbeiten müssen, die deutlich hinter ihren Möglichkeiten liegen.

Die bundesrepublikanische Gesellschaft sollte ein Interesse daran haben, dass man der größten Zuwanderungsgruppe endlich die Beachtung schenkt, die sie verdient, denn sie hat zweifelsohne einen wichtigen Anteil daran, dass Deutschland - und insbesondere auch NRW - zu dem geworden sind, was sie sind: Erfolgreich und lebenswert!

- Es gilt das gesprochene Wort -


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