Sonnenaufgang am Sevansee in Armenien.

Studienreise nach Armenien und Georgien

Die Studienreisen der bpb nach Mittel- und Osteuropa haben das Ziel, Multiplikator*innen einen eigenen Einblick in die besuchten Länder zu ermöglichen. Sie sollen dazu befähigen, im jeweiligen Wirkungsfeld zu einem differenzierteren Bild der europäischen Nachbarschaft beizutragen.

Diese Studienreise hatte einen besonderen Zweck: Sie war nicht nur als "einfache" Studienreise gedacht. Ihr Ziel war, unter anderem junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der von der bpb unterstützten Projekte teamGLOBAL, Young European Professionals und Jugenddemokratiepreis dazu zu befähigen, selbst eine Studienreise auf die Beine zu stellen – von A bis Z. Deswegen war die Studienreise als ein mehrstufiges Projekt angelegt, in dem die Teilnehmenden nicht nur das Programm entwickelt und realisiert haben, sondern auch regelmäßig die Rollen tauschten - von Moderation zur Reflexion, von der Leitung zur Teilnehmer*in usw…

Ausgewählte Programmpunkte wurden von den Macher*innen der Studienreise dokumentiert

Chiara Marquardt-Tabel

Eine Bildungsreise

Ich entschied mich für die Teilnahme an einer Bildungsreise und war doch von dem Konzept nicht ganz überzeugt. Bei dem Wort Bildungsreise musste ich an eine Gruppe Monokel tragender weißer Mitte-Fünfziger denken: Mit großen Augen beugen sie sich über ein Giraffenjunges: “Nech, sieh an, und sowas gibt’s auch in der Welt - wenn ich dat den Leudn zuhause erzähle, die werden dumm kucken, du.“ Ich verstand darunter, eine Woche lang durch Museen und durch die Anhörungszimmer irgendwelcher Politiker geschleust zu werden. Kleine Häppchen klar definierten Wissens an jeder Station die wir uns artig einprägen: “ Im Jahre 1846 klagte man hier Hubertus Schlagmichtot eines nicht minder schweren Vergehens als Wasweiß ich - “, “ Die Regierung macht bereits alles in ihrer Macht stehende um Bla und benennt diese Missstände klar und deutlich um Problembewusstseinblubb- “, “ Georgien umfasst eine Fläche von dreiXzwölftsiebenzehn Quadratkilometern und seine Einwohnerzahl wasauchimmer -“ - Häppchen für Häppchen über das Kurzzeitgedächtnis in den Papierkorb.

Aber unsere Köpfe wurden in den letzten 10 Tagen nicht einfach geöffnet, mit Input vollgestopft und wieder verschlossen. Rückblickend merke ich viel mehr, dass mein Denken durch diese Reise in Bewegung geriet. Wie eine alte sovietische Fabrikanlage die von den Einwohnern ihrer Geisterstadt mit neuem Unternehmergeist gefüllt und wieder in Betrieb gesetzt wird. Oder - für die jüngeren - wie Thor, der den Neutronenstern Nidavellir wieder zum Laufen bringt.

Die Konfrontation mit den Stimmen, Meinungen und Erfahrungen so vieler Personen hat in mir neue Fragen entstehen lassen, denen ich im Verlauf der Reise nachgehen konnte und die ich unseren nachfolgenden Gesprächspartnern stellen konnte.

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Samstag, 29.09.2018

Aussicht über Jerewan

Johanna Homann

City Quest Jerewan

Nach über 13 Stunden Anreise und einem stärkenden Frühstück in Vanadzor, beziehen wir am Nachmittag unsere Hotelzimmer. Jetzt ein kleines Nickerchen? Klingt verlockend! Doch schlafen wäre fatal, schließlich bleibt nicht viel Zeit, um das wunderschöne Jerewan zu erkunden. Was bietet sich da besser an als eine Stadtrallye durch Armeniens Hauptstadt?

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Sonntag, 30.09.2018

Angeregte Diskussion im Weltcafé

Lara Nonhoff

Weltcafé Armenien

Aktiv für Menschenrechte und Zivilgesellschaft: Express Independent Journalist’s Network, Safe the Children, Women’s Resource Center und Enviromental Front Armenia.

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Das Nationalspiel Schach als Unterrichtsfach lässt nicht nur die Köpfe rauchen, sondern macht auch Spaß

Katharina Penits

Schach als Schulfach: Bildungssystem in Armenien

Die Ayb School in Yerevan besticht durch die zur Verfügung stehenden Ressourcen und Schulprogramm, das Gespräch gewährt aber auch viele Einblicke in das Bildungssystem von Armenien.

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Der Historiker und Geschichtsprofessor Ashot Hayruni bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde

Johanna Homann

Genozid an den Armeniern

Die systematischen Vertreibungen, Todesmärsche und Massaker, denen die armenische Bevölkerung des Osmanischen Reiches ab April 1915 ausgesetzt war, werden vielfach als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts angesehen.

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Montag, 01.10.2018

Wie auch die Diaspora liegt der Berg Ararat außerhalb der heutigen armenischen Grenzen – und spielt trotzdem eine große Rolle für Nation und Identität.

Nils Brickwedel, Marius Jedlitschka

Revolution, Diaspora, Identität

Ob durch Hilfszahlungen nach Naturkatastrophen oder internationaler Lobbyarbeit für die Anerkennung des Völkermords, Auslandsarmenier bringen sich schon lange über verschiedene Wege für ihre Heimat ein. Gespräch mit dem stellv. Minister Babken der Grigorian u.a. über Pläne, die immensen Ressourcen, die noch in der Diaspora schlummern, effizienter und nachhaltiger zu bündeln.

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Gitarrenspieler im Bohem Studio-TeaHouse.

Pauline Kohlhase, Christoph Velling

Sevan: Eine Stadt mit vielen Gesichtern

Hier finden sie eine Fotocollage mit Impressionen eines geführten Spaziergangs durch die armenische Stadt Sevan in Begleitung einer einheimischen Schriftstellerin.

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Blick auf den Sevansee vom Speisesaal des Schriftstellerhauses.

Miriam Herbert

Schriftstellerhaus in Sevan – "Ein Stückchen Sowjetunion noch live erleben"

Wo sich früher verdiente Schriftsteller/-innen erholen konnten, am größten Süßwassersee des Kaukasus, kann man sich heute auf die historische Spurensuche begeben und die – noch fast unberührte Gemütlichkeit (oder wie man das damals interpretierte) – erleben.

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Die Ruine des Klosters Sewanawank am Sevansee.

Christoph Velling

Kloster Sewanawank

In Gesprächen mit jungen Priesteranwärtern kam eine weitere Seite Armeniens zum Vorschein. Die Bedeutung der Religion für die junge Generation und das Land im Allgemeinen.

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Dienstag, 02.10.2018

Impression aus der armenischen Provinzstadt Dilijan.

Pauline Kohlhase

Dilijan – eine Stadt der Kontraste?

Bei der Führung durch die armenische Provinzstadt wurden das westliche Flair und die Maßnahmen der Dezentralisierung deutlich.

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Die Gastgeber Natalja und Michail Rudometkin.

Max Schwendemann

Auf einen Tee bei den Molokanen

Kontraste spielten während der Studienreise eine große Rolle. Zu dem diversen Bild trug auch die Familie Rudometkin bei, die bei einem Borstsch, Tee und Gebäck zum Nachdenken über die Rollenbilder, Zusammenhalt und Identität anregten.

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Mittwoch, 03.10.2018

Außenansicht des Goethe Instituts in Tiflis.

Lara Nonhoff

Entwicklungszusammenarbeit in Georgien: ein World Café in Tiflis

Ein hauptsächlich deutscher Blick auf die Situation und karitative Projekte in Georgien kam bei den Kleingruppengesprächen zu Tage. Was das Ganze nicht uninteressanter machte.

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Tschurtschchella, ein georgisches Konfekt.

Stefan Heinemann

Inklusion und Tschurtschchella

Ein Workshop in der Temi Community, einem sozialen Unternehmen, gewährt Einblicke in das ländliche Leben, Situation von Menschen mit Behinderungen und das Engagement der deutschen Freiwilligen.

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Donnerstag, 04.10.2018

Statue von Josef Stalin vor dem ihm gewidmeten Museum in Gori.

Christoph Velling

Stalin-Museum

Das längst vergessene Erbe? Oder kritische Geschichtsaufarbeitung a la carte? Nichts von Beidem… Eine Überraschung!

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Freitag, 05.10.2018

Ein Gang in der Maritime State University in Batumi.

Parzival Andreas Borlinghaus

Maritime State University

Eine Elite-Uni in einer Stadt des Glücksspiels? Überraschende Wendungen und viel Information über das Studium in Georgien – direkt von den Studierenden.

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Das Medea-Denkmal auf dem Europaplatz im Zentrum der Altstadt von Batumi.

Stefan Heinemann

Sowjetarchitektur in der Hafenstadt Batumi

Stefan Heinemann hat eine Tour durch Batumi entwickelt, die unterhaltsam ist und Einblicke in die bauliche Entwicklung der (post-)sowjetischen Architektur erlaubt.

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Blick von oben auf das Nachtleben in Batumi.

Katharina Penits, Nina Ziller

Statt Umwelt und Fischerei… - Sozialunternehmen und gelebte Inklusion?

Es kommt nie wie geplant: Wegen dem Regen und einer Sturmwarnung ist die geplante Bootstour ins Wasser gefallen. Dafür gab es Einblicke in ein Sozialunternehmen in Batumi, viel Kaffee und dann doch viel Diskussionsstoff zur Umweltverschmutzung und Fischerei.

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Samstag, 06.10.2018

Salome Benidze.

Vera Katzenberger, Marius Jedlitschka

Interview Ohne Worte

Die Schriftstellerin Salome Benidze erlaubt uns im Interview Einblicke in ihre Ansichten über Feminismus, das Schreiben und die Zukunft Georgiens – und ihr gelingt das, ganz ohne Worte.

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Der Redakteur Niko Nergadze vom Radio Liberty im Gespräch mit Teilnehmern der Studienreise.

Parzival Andreas Borlinghaus

Politik, Presse und Musik

Man spricht von ihnen, den Medien, gerne als "Vierte Gewalt" – Grund genug sie sich genauer anzusehen! Haben Journalist*innen in Georgien die Bezeichnung "Vierte Gewalt" verdient und wenn nein, was macht sie so ohnmächtig? Ein Gespräch mit Niko Nergadze vom Radio Liberty über Playboy, Pressefreiheit und Techno-Musik.

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Teilnehmer der Studienreise mit ihren bpb-Jutebeuteln.

Ella Buchschuster

Georgien-Medley

Viele verschiedene Töne und Zwischentöne... Präsidentschaftswahl, Alltag einer Mutter, Bildungspolitik und Musikszene ... Und noch viel mehr – in einer Gesprächsrunde mit Politiker/-innen, Eventagenturen, Face-Controllern – also ganz gewöhnlichen außergewöhnlichen Menschen aus Georgien.

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