Vom Unbehagen in der Fiktion
Online-Veranstaltungsreihe
Was hat Didier Eribon mit Margarete Stokowski zu tun? Oder Annie Ernaux mit Saša Stanišić? Dem Phänomen hinter dieser Frage widmeten sich fünf unterschiedlich besetzte Panels. Es ging um Fakt und Fiktion in Literatur und Gesellschaft, um Wahrheitsbegriffe, Aneignungs- und Beglaubigungsstrategien.
Alle Diskussionsteilnehmer/-innen (v. l. n. r.): erste Zeile Paula Diehl, ©ZAK; Johannes Franzen, ©privat; Lena Gorelik, ©Charlotte Troll; Jan Wiele, ©FAZ/Wolfgang Eilmes | zweite Zeile Christine Watty, ©Steffen Ramlow; Christian Baron, ©Hans Scherhaufer; Daniel Schreiber, ©Thomas Dozol; Jan Wilm, ©Alexander Paul Englert; Catherine Newmark, ©Johanna Ruebel | dritte Zeile Christian Metz, ©Markus Kirchgessner; Deniz Utlu, ©Heike Steiweg; Angela Steidele, ©Ben Chislett; Guillaume Paoli, ©Renate Kossmann; Hanna Engelmaier, ©Andreas Langfeld | vierte Zeile Isabelle Lehn, ©A. Sophron; Anja Johannsen, ©Andreas Greiner-Napp; Silke van Dyk, ©Anne Günther, Simon Sahner, ©Jonas SahnerWas also hat Didier Eribon mit Margarete Stokowski zu tun? Oder Annie Ernaux mit Saša Stanišić? Bei allen Unterschieden haben ihre Bücher eins gemeinsam: Sie entziehen sich den gängigen Schablonen, sind weder nur Fiction noch klassische Non-Fiction. Ob Autofiktion, Memoiren oder personal essay – viele der meist beachteten Texte sind momentan (semi-)dokumentarischer Natur. "Es wirkt so", schreibt Angela Steidele, "als habe die Literatur das Erzählen aufgegeben, weil sich alle anderen seiner bedienen. Wer will noch fabulieren, wenn er sich mit dem amerikanischen Noch-Präsidenten, dem deutschen Verkehrsminister, Impfgegnern oder Firmenchefs deutscher Automobilkonzerne gemein macht?" Und ganz offenbar bevorzugen auch viele Leser/-innen gegenwärtig Geschichten, die durch persönliches Erleben beglaubigt scheinen – Geschichten, in denen das Medium der Selbsterkundung oft auch eines der Beschreibung von Gesellschaft ist.
"Vom Unbehagen in der Fiktion" war eine Veranstaltungsreihe des Netzwerks der Literaturhäuser in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Eine Woche lang diskutierten in fünf Städten Autor/-innen, Kritiker/-innen, Wissenschaftler/-innen u.a. darüber, was dieser Boom autobiografischen, autofiktionalen und dokumentarischen Erzählens mitsamt all seinen Fallstricken bedeutet. Inwiefern verändert er das Verhältnis von Literatur und Politik?
Aufzeichnungen der Live-Streams der Veranstaltungsreihe:
Vom Unbehagen in der Fiktion 1, Rostock, 25.11.2020:
Vom Unbehagen in der Fiktion 2, Berlin, 26.11.2020:
Vom Unbehagen in der Fiktion 3, Göttingen, 27.11.2020:
Vom Unbehagen in der Fiktion 4, Frankfurt, 14.12.2020:
Vom Unbehagen in der Fiktion 5, Stuttgart, 15.12.2020:
Alle Diskussionsrunden wurden als Livestream veröffentlicht und können auch über die Mediathek auf bpb.de sowie über die Seiten der Literaturhäuser abgerufen werden.





