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5.12.2019

Digitale Infrastrukturen und die Dimensionen der Nachhaltigkeit

Panelreihe zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit digitaler Technologien

Am 14. und 15. November 2019 fand in Frankfurt am Main die vorbereitende Panelreihe "Digitale Infrastrukturen und die Dimensionen der Nachhaltigkeit" statt.

Die Erwartungen an Digitale Technologien und die mit ihnen verbundenen Versprechungen sind immens: Mehr Freiheit, neue Partizipationsmöglichkeiten für Demokratien, größerer Wohlstand. Heute dominieren jedoch oft eher Ängste und gegenteilige Vorstellungen: Mehr Überwachung und Kontrolle, fehlende Infrastrukturen und prekäre Arbeitsmodelle. Zudem wird Digitalisierung oft in Verbindung mit dem aktuellen Zukunftsthema Nachhaltigkeit benutzt, ohne dies wirklich zu hinterfragen.

Um diese Widersprüche und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu thematisieren und reflektieren, boten wir während der Aktionstage Netzpolitik und Demokratie drei Paneldiskussionen als gestreamte Live-Veranstaltungen an, um uns mit Verantwortung und Nachhaltigkeit digitaler Infrastrukturen vor dem Hintergrund netzpolitischer Fragestellungen auseinanderzusetzen: Welchen Beitrag leisten digitale Technologien zur ökologischen Nachhaltigkeit? Welche versteckten Kosten entstehend durch digitale Infrastrukturen? Wer profitiert von der Digitalisierung und könnten diese Gewinne gerecht verteilt werden? Wie wirken sich die Technologien auf unser Miteinander aus? Gibt es eine digitale Ethik?

Die Veranstaltungen fanden sowohl als Präsenzveranstaltung im Osthafenforum in Frankfurt a. Main, als auch als gestreamte Webinare zum Thema "Digitalisierung und Verantwortung", im Rahmen des Projekts "Bildung.Netz.Politik" statt.


Ökologische Nachhaltigkeit

Donnerstag 14. November 19.30-21 Uhr
Digitalisierung ermöglicht nach der Vorstellung vieler einen schonenden Umgang mit unserer Umwelt. Das papierlose Büro, Web-Konferenzen, shopping und Mediennutzung online sind prominente Beispiele dafür. Trotzdem hat die Produktion von Druckerzeugnissen zugenommen, die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge und Flugreisen steigt und die Speicherkapazitäten für Daten aller Art müssen ständig erhöht werden. Welchen Beitrag leistet Digitalisierung zur ökologischen Nachhaltigkeit wirklich? Werden Ressourcen tatsächlich nachhaltiger und sparsamer verwendet? Wie viel CO²-Ausstoß entsteht durch grenzenloses Datenstreaming? Sollte neben Flugreisen auch eine Besteuerung des Datenverkehrs stattfinden? Gibt es ökologisch vertretbare Alternativen bei Smartphones? Führt die zunehmende Individualisierung, die mit einer gestiegenen Digitalisierung der Gesellschaft einhergeht, nicht grundsätzlich zu einer höheren Umweltbelastung? Brauchen wir eine Technikentwicklung unter der Maxime der Nachhaltigkeitstauglichkeit?

Wir diskutierten mit Grischa Beier, Anja Höfner und Klaus Russel-Wells über Realität und Potenziale digitaler Technologien zu ökologischer Nachhaltigkeit beizutragen. (© Hessischer Volkshochschulverband (hvv))


Ökonomische Nachhaltigkeit

Freitag 15. November 11.30-13 Uhr
Die Dotcom-Blase, Investitionen in Start-Ups oder Spekulationen um digitale Währungen zeigen immer wieder: Der digitale Raum bietet viel Raum für finanzielle Investments, Gewinnpotenziale und Verluste. Die teuersten Firmen der Welt sind Digitalkonzerne. Ist Digitalisierung ein kapitalbeschleunigender Selbstzweck? Wie ist es mit der ökonomischen Nachhaltigkeit bei digitalen Infrastrukturen und Entwicklungen bestellt? Wer besitzt und kontrolliert diese und wer hat Zugriff darauf? Wie wirkt sich die New Economy auf die allgemeine Wirtschaftslage aus? Haben Staaten die Möglichkeit und das Interesse mehr zu steuern und Verantwortung zu übernehmen? Kann Ökonomie in kapitalorientierten Systemen grundsätzlich nachhaltig sein? Sind Wachstum und Nachhaltigkeit ein Widerspruch?

Wir diskutierten mit Timo Daum und Henning Vöpel, ob eine ökonomische Nachhaltigkeit digitaler Infrastrukturen möglich ist, und wie diese erreicht werden kann. (© Hessischer Volkshochschulverband (hvv))


Soziale Nachhaltigkeit

Freitag 15. November 15.30-17 Uhr
Algorithmen bestimmen mehr und mehr unser Leben. Sie optimieren den Verkehrsfluss, entscheiden über Inhalte, die uns im Internet angezeigt werden, ob wir kreditwürdig sind und sollen nach dem privatwirtschaftlichen Bereich und den öffentlichen Sektor optimieren. In einer Welt, in der Menschen zunehmend von zu viel Freiheit überfordert scheinen, bieten sie Entlastung. Aber was ist der Preis für die Sehnsucht nach Entlastung. Wo bleiben Werte in einem System, das scheinbar objektiv und emotionslos entscheidet? Und wie objektiv ist es wirklich – oder erzeugt es womöglich ganz neue Formen der Diskriminierung? Welche Rolle sollen algorithmische Systeme in einer offenen demokratischen Gesellschaft spielen? Spaltet der Umgang mit digitalen Medien die Gesellschaft? Welche Rolle spielen Generationenunterschiede dabei und ist Digitalisierung eine Frage von Zukunftsfähigkeit und Teilhabe? Wird dies zu einer Gefahr für die Demokratie? Wie lässt sich die Macht der selbstlernenden Algorithmen regulieren und auch begrenzen?

Wir diskutierten mit Sheherazade Becker und Volker Jung, wie digitale Technologien das soziale Miteinander prägen und verändern, welche Rolle Generationenunterschiede spielen und wie das Miteinander mehr in den Fokus genommen werden kann. (© Hessischer Volkshochschulverband (hvv))



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