re:publica 2012 in Berlin.

Rechtsextreme Rückzugsräume (abgesagt)

Von Reichsbürgern, völkischen Siedlern und Imageboards

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Ein verlassener Gutshof - ein Rückzugsort für Rechtsextreme?Ein verlassener Gutshof - ein Rückzugsort für Rechtsextreme? (© imago images/alimdi)

Raus aus der Stadt, aus dieser Gesellschaft, aus dem gesamten System ... seit einigen Jahren sind in Teilen des rechtsextremen Spektrums Rückzugstendenzen zu beobachten. So entdecken manche eine neue Lust am Landleben, kaufen alte Bauernhöfe und wollen "naturverbunden" leben. Andere kündigen ihre Staatsbürgerschaft auf und werden zu Bürgern des "Deutschen Reichs", weil sie die Legitimität der Bundesrepublik nicht anerkennen. Wieder andere finden im Netz eine neue Gemeinschaft - dort, wo "wahre" Meinungsfreiheit herrscht und wo gemeinsam Hass auf Andersdenkende geschürt wird. Schließlich gibt es noch jene, die sich schon heute auf die Apokalypse von morgen vorbereiten.

In der Öffentlichkeit wird über diese Menschen gerne mit dem Kopf geschüttelt, sie werden als Spinner und Freaks abgestempelt. Doch ihr Tun nur zu belächeln kann gefährlich sein: Erinnert sei an einen "Reichsbürger", der 2016 in Franken einen Polizisten erschoss und drei weitere verletzte. Erinnert sei auch an Rechtsterroristen wie Brenton Tarrant und Stephan Balliet oder an Alek Minassian, der in Toronto aus Frauenhass zehn Menschen tötete – sie alle radikalisierten sich in digitalen Rückzugsräumen.

Umso wichtiger ist es, Rechtsextreme und ihre Rückzugsräume ernst zu nehmen, denn sie sind allgegenwärtig: ob auf dem Land, in den eigenen vier Wänden, in der Garage nebenan, oder im Internet. Es sind Flucht- und Lebensmittelpunkte. Dort können Rechtsextreme ihr Leben gestalten, können Gemeinschaften bilden und aussprechen, was sonst sanktioniert wird. Der Begriff Rückzugsort mag dabei auf den ersten Blick irritierend sein, denn er suggeriert eine Abnabelung, wo tatsächlich eine Sammlung stattfindet. Denn es geht den rechtsextremen Akteuren nicht um das individuelle private Glück, sondern darum, Keimzelle zu sein für die Veränderung, für die Überwindung der demokratischen Gesellschaft.

Wer sind die Menschen, die der Gesellschaft hier den Rücken zukehren? Und was lässt sich gegen die Abwanderung in solche rechtsextremen Rückzugsräume tun? Die zweitägige Fachtagung in Leipzig sucht Antworten auf diese Fragen.

Das Programm finden Sie PDF-Icon hier.

Termin

15.06.2020,08:30 bis 16.06.2020,14:00

Ort

Pentahotel
Großer Brockhaus 3
04103 Leipzig

Für

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der schulischen und außerschulischen Jugendbildung, der Erwachsenenbildung, von Fachträgern in den Themenfeldern Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, aus Vereinen und Verbänden sowie Akteure aus Initiativen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz, Akteure aus der Sozialarbeit, Beratung, Kommunen, Verwaltungen und Behörden, Polizei, Justiz, Verfassungsschutz sowie Journalistinnen und Journalisten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anmeldung

Hinweis:
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ihre Anmeldung wird erst wirksam, wenn Sie von der Veranstalterin eine Teilnahmezusage erhalten haben.

Aufgrund des großen Andrangs und um einen möglichst großen Multiplikator*inneneffekt zu erzielen, können wir leider nur zwei Personen pro Institution zulassen. Ausnahmen sind nur in gesonderten Fällen vorgesehen.

Während der Veranstaltung werden voraussichtlich Fotoaufnahmen gemacht, die potentiell für Zwecke der Veranstaltungsberichterstattung und allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit genutzt und über die Kanäle der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht werden.
Teilnahmegebühren:
  1. Teilnahme ohne Übernachtung (inkl. Verpflegung): 30 Euro
  2. Teilnahme mit einer Übernachtung* (15.-16.06.2020) im Doppelzimmer (inkl. Verpflegung): 50 Euro
  3. Teilnahme mit einer Übernachtung* (15.-16.06.2020) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 75 Euro
  4. Teilnahme an der Fachtagung mit zwei Übernachtungen* (14.-16.06.2020) im Doppelzimmer (inkl. Verpflegung): 75,00 Euro
  5. Teilnahme an der Fachtagung mit zwei Übernachtungen* (14.-16.06.2020) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 120,00 Euro
* Eine Teilnahme mit zwei Übernachtungen ist nur dann vorgesehen, wenn Sie nachweislich vor 6.00 Uhr das Haus verlassen müssen, um pünktlich zum Veranstaltungsbeginn in Leipzig zu sein.


Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Hanne Wurzel
Leiterin Fachbereich "Extremismus"
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



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Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer.

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Turnschuh. Scheitel. Aluhut.
Rechtsextremismus anno 2017

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Rechtsextreme Kampagnen-Themen

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Schwerpunkt

Grauzonen

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