re:publica 2012 in Berlin.

Terrorismus

Phänomen(e) – Analysen – Reaktionen

Schuhe liegen am Donnerstag (10.06.2004) zwischen den Scherben an der Explosionsstelle in Köln. (© picture-alliance/dpa, dpaweb | Federico Gambarini)

20 Jahre liegen die Anschläge vom 11. September 2001 zurück – Angriffe, die nicht nur die USA, sondern weltweit die Wahrnehmung von und den Kampf gegen Terrorismus veränderten. Sie können, zumindest in der sogenannten westlichen Welt, als Zäsur betrachtet werden. Zehn Jahre ist es her, dass sich im November 2011 der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) in Folge eines missglückten Banküberfalls selbst enttarnte. Die damit aufgedeckten terroristischen Attacken veränderten die Wahrnehmung von Terrorismus in Deutschland, die vor allem von den "bleiernen Jahren" der linksterroristischen Roten Armee Fraktion (RAF) zwischen 1970 bis 1998 geprägt worden war. Diese Schlaglichter stehen für eine Vielzahl von Brand- und Sprengstoffanschlägen, für Entführungen, gezielte Liquidierungen und scheinbar wahllose Morde unterschiedlichster terroristischer Gruppen – in Deutschland, Europa, der Welt. Viele dieser Attacken haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, viele mehr sind längst vergessen oder wurden nicht wahrgenommen, da sie nicht "vor der eigenen Haustür" stattfanden. Terrorismus ist weit mehr als die bloße Ausübung von Gewalt zur Erreichung politischer Ziele, darüber ist sich die Wissenschaft einig. Eine einfache Definition oder Erklärung gibt es nicht. Terrorismus entsteht nicht im Vakuum, sondern muss in einem größeren Zusammenhang politischer Gewalt und im Spannungsfeld gesellschaftlicher Konflikte, Eskalationsdynamiken, Bürgerkriegen oder asymmetrischen Auseinandersetzungen betrachtet werden. Terrorismus agiert in Hinblick auf die Gesellschaft: Er will einerseits Angst und Schrecken verbreiten, andererseits Sympathisantinnen und Unterstützer adressieren. "Des einen Terrorist ist des anderen Freiheitskämpfer", brachten Forscherinnen und Forscher die dahinterliegende Problematik auf den Punkt. Terrorismus braucht, um seine "Botschaften" in die Öffentlichkeit tragen zu können, die Medien. Doch deren Berichterstattung lehnt er gleichwohl ab. Und letztlich fordert der Terrorismus eine Reaktion des Staates heraus. Erfolgt sie, verurteilt er sie. Terrorismus erscheint voller Widersprüche.

Die Fachtagung "Terrorismus. Phänomen(e) – Analysen – Reaktionen" wird sich grundlegend mit dem Thema Terrorismus befassen. Sie wird skizzieren, wie Terrorismus im 19. Jahrhundert entstand, welchen Vorstellungen er sich verpflichtet fühlt und wie schwierig es letztlich ist, eine allgemeinverbindliche Definition zu finden. Diskutiert wird, welche Bedingungsverhältnisse seine Genese begünstigen, wie terroristische Gruppen unterschieden werden können und wer zum Terroristen/ zur Terroristin wird. Zu fragen ist, welche Rolle Medien spielen? Wie der Staat reagiert? Und ob Prävention eigentlich möglich ist? Gleichwohl gilt es, sich der Rezeption des Terrorismus zuzuwenden, in den Blick zu nehmen, wie wir als Gesellschaft der Anschläge gedenken und, vor allem, welche Hilfe wir den Betroffenen angedeihen lassen. Und schließlich wird im Rahmen dieser zweitätigen Fachtagung in Köln nicht nur zu erörtern sein, wie der Kampf gegen den Terrorismus sich auswirkt auf Bürger- und Menschenrechte, sondern auch, ob neue Bedrohungen am Horizont aufziehen.

Programm

Das Programm wird zeitnah auf dieser Seite eingestellt.

Termin

07.10.2021,09:00 bis 08.10.2021,14:00

Ort

Dorint Hotel An der Messe Köln
Deutz-Mülheimer Str. 22-24
50679 Köln

Für

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der schulischen und außerschulischen Jugendbildung, der Erwachsenenbildung, von Fachträgern, aus Vereinen und Verbänden sowie Akteure aus Initiativen und Bündnissen in den Themenfeldern gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamismus, linke Militanz, Akteure aus der Sozialarbeit, Beratung, Kommunen, Verwaltungen und Behörden, Polizei, Justiz, Verfassungsschutz sowie Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung

Anmeldung

Teilnahmegebühr
1.) Digitale Teilnahme: kostenfrei
2.) Präsenzteilnahme ohne Übernachtung (inkl. Verpflegung): 30 Euro
3.) Präsenzteilnahme mit einer Übernachtung* (07.-08.10.2021) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 75 Euro
4.) Präsenzteilnahme an der Fachtagung mit zwei Übernachtungen* (06.-08.10.2021, Anreise am Vortag) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 120,00 Euro.

Bitte beachten Sie die jeweils geltenden Regelungen bezüglich Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19. Bitte bringen Sie eine medizinische Gesichtsmaske oder eine FFP2-Maske zu Ihrer eigenen Verwendung während der Veranstaltung mit. Es kann sein, dass in manchen Bereichen wie z. B. im Toilettenbereich die Nutzung einer Maske vorgeschrieben wird. Die Seminarräume haben eine entsprechende Größe, so dass hier die geltenden Abstandsregelungen eingehalten werden können.

Nach Absenden Ihrer Anmeldung erhalten Sie umgehend eine Eingangsbestätigung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ihre Anmeldung wird erst wirksam, wenn Sie vom Veranstalter eine Teilnahmezusage erhalten haben.

Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung, die durch eine Absage bzw. Nichtanreise entstehen, müssen wir Ihnen ggf. in voller Höhe in Rechnung stellen, falls Ihr Platz nicht anderweitig vergeben werden kann.

Sofern Sie eine Teilnahmegebühr zahlen: Die Rückerstattung einer etwaigen Teilnahmegebühr ist nicht möglich. Die Teilnahmegebühr wird jedoch auf die Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung angerechnet.

Während der Veranstaltung werden voraussichtlich Fotoaufnahmen gemacht, die potentiell für Zwecke der Veranstaltungsberichterstattung und allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit genutzt und über die Kanäle der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht werden.

* Eine Teilnahme mit einer Übernachtung ist nur dann vorgesehen, wenn Sie nachweislich vor 6.00 Uhr das Haus verlassen müssen, um pünktlich zum Veranstaltungsbeginn in Köln zu sein.

Bitte melden Sie sich bis zum 19.09.2021 an.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Hanne Wurzel
Leiterin Fachbereich "Extremismus"
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



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