re:publica 2012 in Berlin.

Von Empowerment und Abwertung, Emanzipation und Kommerz

HipHop-Kultur in (jugendkultureller) politischer Bildung und Radikalisierungsprävention

Farbfoto: Licht scheint vom entfernten Ende einer schmalen Gasse zwischen zwei Hauswänden voller Graffiti. (© Voradech Triniti)

Die zeitgenössische HipHop-Kultur ist hochpolitisch und dumpfer Kommerz. Sie begehrt auf gegen gesellschaftliche Ungleichheiten und gibt Menschen, die sich anderweitig ausgegrenzt und ungehört fühlen, eine Heimat und eine Stimme. Gleichzeitig ist sie durchzogen von Abwertungen sowie stereotypen und wenig emanzipatorischen Darstellungen von Menschen und gesellschaftlichen Gruppen. Auch demokratiefeindliche Ideologien und Inhalte haben längst Eingang gefunden und fordern Fans und Gesellschaft heraus.

Im Rahmen der Aktivitäten des Verstärker-Netzwerks im Bereich der Islamismusprävention findet auch 2021 wieder eine Tagung statt, die die Themen Radikalisierungsprävention und niedrigschwellige und aktivierende (Jugend-) Bildungsarbeit zusammen betrachtet. Die thematische Verknüpfung von Hip-Hop-Kultur und Islamismusprävention im Rahmen der diesjährigen Tagung mag naheliegend erscheinen – mit Blick auf jüngere Zielgruppen, das Verhältnis von Rap und Gewalt bzw. eine martialischer Selbstdarstellung, eine Virulenz sexistischer und antisemitischer Beiträge und Haltungen sowie die mediale Präsenz von Hip-Hop-Kultur und deren Darstellungsformen in der Propaganda des sog. Islamischen Staates. Auf der anderen Seite erscheint diese Konjunktion auch problematisch: So gilt in weiten Teilen der islamistischen Szenen Musik – gerade auch Rap – als unislamisch und korrumpierend. Rap mit islamistischen Inhalten findet man entsprechend – im Gegensatz zu rechtsradikalem Rap – kaum.

Bei der Tagung soll es jedoch nicht ausschließlich um Rap und Islamismus gehen. Grundsätzlichere Fragen bspw. nach dem Verhältnis von Gewaltdarstellungen und Gewaltausübung, nach anti-demokratischen und anti-emanzipatorischen Strömungen im Rap, nach Geschichte und gegenwärtigen Potentialen von Antirassismus, Emanzipation und Empowerment im Hip-Hop und nach den Anknüpfungspunkten für politische (Jugend-)Bildung, welche diese große und vielfältige (jugendkulturelle) Szene bietet, sollen im Rahmen der Tagung mit Blick auf die Zielgruppe verhandelt werden.

Termin

04.10.2021 bis 05.10.2021

Ort

pentahotel Leipzig
Großer Brockhaus 3
04103 Leipzig

Für

Beschäftigte und Aktive in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit sowie in Wissenschaft und Verwaltung

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung

Anmeldung

Teilnahmegebühr: keine

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Ihre Anmeldung ist erst verbindlich, wenn Sie von der Veranstalterin eine Teilnahmezusage erhalten haben. Die bpb übernimmt im Rahmen der Veranstaltung die Kosten für Übernachtung und Verpflegung. Eine Übernahme der Reisekosten durch die bpb ist nicht möglich. In Ausnahmefällen ist eine Anreise am Vortag möglich, wenn bei beabsichtigter pünktlicher Anreise zum Tagungsbeginn der Reiseantritt am Veranstaltungstag vor 6 Uhr morgens liegt. Dies bedarf einer gesonderten Erläuterung. Bitte beachten Sie, dass abhängig von der Pandemielage und den im Oktober geltenden Regelungen zur Eindämmung von Covid-19 ggf. ein aktueller negativer Coronatest oder eine vollständige Impfung zur Voraussetzung für die Teilnahme gemacht oder das Tragen (medizinischer) Masken während der Veranstaltung oder während Teilen derselben vorgeschrieben wird. Das entsprechende Konzept wird im Vorfeld zugänglich gemacht.

Bitte melden Sie sich bis zum 18.08.2021 an.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Frank Schellenberg
E-Mail: frank.schellenberg@bpb.de
Tel.: 0228-99515343

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



Netzwerk

Verstärker – Netzwerk aktivierende Bildungsarbeit

Das Netzwerk bietet eine Plattform für Multiplikator*innen der politischen Bildung und Sozialen Arbeit, die mit sogenannten "bildungsbenachteiligten" Jugendlichen arbeiten. Im Zentrum steht dabei der professionelle Austausch rund um das Thema politische Jugendbildung und die daraus resultierende Vernetzung und Qualifizierung.

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Herausforderung Islamismus

Infodienst Radikalisierungsprävention

Der Infodienst bietet praxisbezogene Hintergrundinformationen und Materialien zur Herausforderung durch salafistische Strömungen. Er richtet sich an alle Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit dem Thema in Berührung kommen, unter anderem in der schulischen und außerschulischen Bildung und in der öffentlichen Verwaltung.

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