Dossierbild Podium/Vortrag

17.12.2015

Race and Ethnicity in the United States

Abschied vom Traum einer postrassistischen Gesellschaft?

Proteste in New York: Die Demonstranten fordern Reformen der US-Polizei.Proteste in New York: Die Demonstranten fordern Reformen der US-Polizei. (© picture alliance/ZUMA Press)
Die Stimmen, die nach der Wahl des Afro-Amerikaners Barack Obama vom endgültigen Beginn einer postrassistischen Gesellschaft sprachen, sind in den vergangenen Jahren leiser geworden. Die jüngsten Fälle von Polizeigewalt, die auf sie folgenden Unruhen in Baltimore oder Ferguson, aber auch die Debatte um die Konföderierten-Flagge zeigen, dass das Thema in den Vereinigten Staaten weiterhin aktuell ist. Auch die wirtschaftliche Gleichberechtigung ist ein halbes Jahrhundert nach der Bürgerrechtsbewegung noch nicht Realität. Besonders deutlich trat dies beim Wiederaufbau der Stadt New Orleans zutage, die vor zehn Jahren durch den Hurrikan Katrina schwer verwüstet wurde. Von den Hilfsgeldern und Wiederaufbauprogrammen profitierten mehrheitlich gut situierte Weiße, während viele afro-amerikanische Bürgerinnen und Bürger aus den Problemvierteln den Wiederaufbau nicht geschafft haben oder gar nicht erst in die Stadt zurückgekehrt sind. Wie und warum kommt es zu solchen Ungleichheiten?

Mitunter regt sich sogar Widerstand gegen institutionelle Maßnahmen, die der Diskriminierung von Minderheiten entgegenwirken sollen. Während eine Mehrheit der US-Amerikaner einer aktuellen Gallup-Studie (August 2015) zufolge solche Affirmative Action-Programme für Afro-Amerikaner, Latinos und anderen Minoritäten befürwortet, wird auch Kritik an dieser gezielten Förderung zur Erhöhung der Chancengleichheit laut. Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigte vergangenes Jahr ein Gesetz Michigans, das die bevorzugte Zulassung von Minderheiten zum Studium an öffentlichen Universitäten verbietet. Bürgerrechtsorganisationen kritisierten die Entscheidung als Rückschritt im Versuch, die Gleichberechtigung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen auf diese Weise zu verbessern, während andere Affirmative Action als diskriminierende Praxis einstufen.

Angelegt als Town Hall Discussion – welche die Partizipation des interessierten Publikums in den Mittelpunkt stellt – warf die Veranstaltung einen Blick auf aktuelle Diskurse aus verschiedenen Perspektiven.

Moderation:

Dr. Melinda Crane, Deutsche Welle und Dr. Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel

Podium:

Prof. Sheryll D. Cashin, Georgetown University, Washington D.C.
Al Letson, Theaterautor und Host von "State of the Re:Union" bei National Public Radio
Prof. Dr. Norbert Finzsch, Anglo-Amerikanische Abteilung des Hist. Instituts der Universität zu Köln

Begrüßung:

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Es wird simultan übersetzt. Nach Ende der Veranstaltung laden wir Sie herzlich zu einem Empfang.
Während der Veranstaltung wurde ein prämiertes Antirassismusprojekt aus Berlin vorgestellt.

Hinweis:
Wegen eines Tonaufnahmeproblems wurde - anders als sonst üblich - keine Audiostrecke in die Dokumentation aufgenommen.

Konzept und Organisation: lab concepts, Bonn und Berlin

Produktverantwortung: Lothar G. Kopp, bpb Berlin, Dipl.-Päd. / Wiss. Referent


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