Mord verjährt nicht

Täter nationalsozialistischer Massenmorde und ihre Strafverfolgung

Plakat zur Suche nach NS-Tätern an einer Straßenbahnhaltestelle… noch immer wird nach NS-Tätern gesucht und solche auch angeklagt… (© Rolf Zöllner)

Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie in Kürze in der Mediathek

Im Frühjahr 2018 erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen ehemaligen SS-Wachmann des Vernichtungslagers Auschwitz. Im Herbst desselben Jahres wurde vor dem Landgericht in Münster ein Verfahren gegen einen weiteren ehemaligen SS-Wachmann eröffnet. Er war stationiert im Konzentrationslager Stutthof. Das mediale Interesse an diesen jüngeren Strafverfahren ist groß – gleichwohl sind viele Menschen irritiert, warum diese Menschen erst über 70 Jahre später belangt werden.

Die Verfolgung nationalsozialistischer Täter nach 1949 war zunächst nicht gerade ein Ruhmesblatt deutscher Rechtsgeschichte. Aus über 170.000 Ermittlungen folgten 16.700 Anklagen. Am Ende standen etwas mehr als 6.000 Verurteilungen. Viele Angeklagte retteten sich mit dem Hinweis, sie hätten unter Befehlsnotstand gehandelt – und wurden freigesprochen. Doch gerade die jüngere Forschung zu den nationalsozialistischen Massenmorden zeigt, dass solche Zwangssituationen selten bestanden haben. Doch warum wurden ‚ganz normale Männer‘ zu Mördern? Und welche Verbrechen wurden überhaupt geahndet, welche hingegen nicht? Schließlich: wie viele Menschen waren vermutlich tatsächlich in die Verbrechen verwickelt?

Priv. Doz. Dr. Martin Cüppers ist Historiker und wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg. Er ist damit verantwortlich für die die wissenschaftliche Aufarbeitung der weltweit wohl umfangreichsten Aktensammlung zur Unrechtsgeschichte des nationalsozialistischen Deutschlands. Er veröffentlichte unter anderem 2014 den Sammelband "Naziverbrechen. Täter, Taten, Bewältigungsversuche" (zusammen mit Jürgen Matthäus und Andrej Angrick). Bekannt wurde er bereits mit seiner Dissertation "Wegbereiter der Shoah. die Waffen-SS, der Kommandostab Reichsführer-SS und die Judenvernichtung 1939 – 1945" (2004).

Termin

22.01.2019, von 18:00 bis 20:00

Ort

Medienzentrum der bpb
Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn

Für

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Pädagoginnen und Pädagogen der schulischen und außerschulischen politischen und historisch-politischen Bildung, Geschichtslehrerinnen und - Lehrer

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereich "Extremismus"

Anmeldung

Kontakt

Martin Langebach
Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn
E-Mail: martin.langebach@bpb.bund.de

Bürgerservice der bpb

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