Dossierbild Podium/Vortrag

Wie weiter mit dem Gedenken an die Opfer der deutschen Besatzung in Polen?

Podiumsdiskussion zur Debatte um einen Erinnerungsort in Berlin und Buchvorstellung: "Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939-1945. Eine Leerstelle deutscher Erinnerung?"

Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939 – 1945Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939 – 1945 (© bpb)

80 Jahre nach dem Überfall auf Polen hat die Debatte um das öffentliche Erinnern an die Opfer der deutschen Besatzungsherrschaft nochmals Fahrt aufgenommen. Wer in Wissenschaft und Politik wollte bestreiten, dass dieser Aspekt des nationalsozialistischen Terrors in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute kaum präsent ist? Doch zur Frage, wie ein Erinnerungsort in Berlin aussehen sollte, stehen sehr unterschiedliche Konzepte und Vorstellungen im Raum: Sollte dieser den Verfolgungsopfern in Polen gewidmet sein, um den Spezifika des unfassbaren Leidens in unserem Nachbarland 1939-1945 Rechnung zu tragen? Oder sollte die "Nationalisierung" des Gedenkens als eine "Gefahr" gesehen werden, die zu einer "Denkmal-Inflation" führen könnte? Welcher Stellenwert soll einer national-kollektiven Opferperspektive bzw. der Perspektive auf Lebensraumpolitik und Vernichtungskrieg der deutschen Täter im gesamten Ost(mittel)- und Südosteuropa eingeräumt werden?

Die mediale Debatte rund um diese Kontroverse hat die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrer Publikation "Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939-1945. Eine Leerstelle deutscher Erinnerung?" dokumentiert und durch grundlegende Beiträge kontextualisiert. Im Rahmen der Podiumsdiskussion sollen die unterschiedlichen Positionen und Argumente direkt ausgetauscht und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns ausgelotet werden.

Programm

18:00 Uhr
Einführung durch die Herausgeber Prof. Dr. Dieter Bingen
und Simon Lengemann (Projektleitung, bpb)

18:15 Uhr
Kommentar: Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz
(Direktor Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław / Breslau)

18:25 Uhr
Podiumsdiskussion:
  • Dr. Peter Jahn
    (ehem. Leiter Deutsch-Russisches Museum Berlin und Initiator der Initiative für einen Erinnerungsort an die Opfer der deutschen Vernichtungspolitik in Polen und der Sowjetunion)
  • PD Dr. Katrin Steffen
    (Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Nordost-Institut in Lüneburg)
  • Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz
  • Moderation: Simon Lengemann (bpb)
19:30 Uhr
Informeller Austausch

Termin

18.02.2020, von 18:00 bis 20:30

Ort

Bundeszentrale für politische Bildung
Konferenzsaal 4. Etage
Friedrichstr. 50
10117 Berlin

Für

Interessierte BürgerInnen, Lehrende aus schulischer und außerschulischer politischer Bildung, Hochschulen, Kultur und Medien, Wissenschaftler/innen, Publizisit/innen, Studierende, Schüler

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung

Anmeldung

Teilnahmegebühr: keine
ca. 100 Plätze, Anmeldung erwünscht

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Anja Fredebeul-Krein
Tel.: (0228) 99 515-268
anja.fredebeul-krein@bpb.de

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



Schriftenreihe (Bd. 10398)

Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939 – 1945

Polen war das erste Angriffsziel Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, der NS-Besatzungsterror setzte unmittelbar mit dem Überfall am 1. September 1939 ein. Dennoch wird das Leiden der polnischen Bevölkerung hierzulande kaum wahrgenommen. Warum ist das so – und wie könnte ein würdiges Gedenken aussehen?

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