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"Offene Daten - ein Schritt für mehr Partizipation"

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"Offene Daten - ein Schritt für mehr Partizipation"

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Große komplexe Datenmengen, Big Data genannt, sind mittlerweile Grundlage vieler Geschäftsmodelle. Der Öffentlichkeit sind sie daher nur selten zugänglich. Doch es gibt auch Daten, die frei verfügbar im Netz stehen und nur darauf warten, dass man sie nutzt. Aber was ist das überhaupt – "Open Data"?

(© bpb, Bärbel Gemmel)

Arne Semsrott und Fiona Krakenbürger befassen sich in ihrer Arbeit täglich mit Daten: Er als Projektleiter von FragDenStaat. Sie als Community Organizerin im Projekt "Code for Germany". Ihr Workshop "Open Data – Technologien für eine informierte Gesellschaft" war eine Art "Was ist was" der Interner Link: Open Data.

Was sind Offene Daten?

"Offene Daten" zeichnen sich durch drei Eigenschaften aus, die sie von anderen Daten unterscheiden: Sie können von jeder oder jedem frei verwendet werden und auch weitergenutzt und verarbeitet werden, das heißt sie stehen unter einer offenen Lizenz. Und sie können frei verbreitet werden, sind also in einem (Datei-)Format vorhanden, auf das alle Zugriff haben können und sollten maschinenlesbar sein. Bei Offenen Daten kann es sich um Geo-Daten handeln (Straßenverläufe, Ländergrenzen, …), um Kulturdaten (z.B. Titel von Bildern und Künstlernamen), Transportdaten (Verkehrsinformation, Fahrstrecken), Finanzdaten (Aktien, Anleihen- und Haushaltsdaten) oder wissenschaftliche Daten (astronomische, zoologische, etc.).

Woher kommen Offene Daten?

Es gibt verschiedene Akteure, die Offene Daten zur Verfügung stellen: Zum einen sind da die Open-Data-Portale, beispielsweise GovData, über das Verwaltungsdaten des Bundes sowie der beteiligten Länder und Kommunen abgerufen werden können. Dazu stellen auch immer mehr einzelne Städte ihre Daten zur Verfügung: Externer Link: Moers hat ein offenes Datenportal, bei dem beispielsweise Wartezeiten in Bürgerämtern abrufbar sind. Auch die Stadt Köln hat mit "Externer Link: Offene Daten Köln" ein eigenes Portal. Unternehmen wie die Deutsche Bahn haben ebenfalls offene Datenportale. Und in der Wissenschaft gibt es beispielsweise die "Open Science Data Cloud".

Warum brauchen wir Offene Daten?

Neben der Verwendung der Offenen Daten zu Bildungszwecken betont Semsrott deren Bedeutung in einer Demokratie: "Über die Bereitstellung von Open Data entsteht Transparenz und damit die Möglichkeit Kontrolle auszuüben. Offene Daten sind ein Schritt für mehr Partizipation", sagte Semsrott.

Was machen wir mit Offenen Daten?

Beispiele für die Verwendung von Offenen Daten sind vielfältig. Arne Semsrott und Fiona Krakenbürger geben einen kurzen Überblick über das Open-Data-Universum: Auf Externer Link: sehrgutachten.de sind die Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes in durchsuchbarer Form vier Wochen nach deren Erstellung verfügbar. Es gibt eine Website, auf der die Externer Link: Berliner Fahrradunfälle nach Ort in einer durchsuchbaren Karte dargestellt werden; Basis sind die Zahlen der Berliner Polizei für 2011. Die Stadt München stellt ein Externer Link: Rats-Informationssystem bereit, in dem Anträge, Anfragen sowie die öffentlichen Vorlagen und Beschlüsse des Stadtrats zu finden sind. Bei diesen und anderen Angeboten ist nach Fiona Krakenbürger auf Nutzerseite vor allem eins wichtig: "Daten-Literacy muss vorhanden sein, denn Daten werden immer auch interpretiert." Daten dürften daher nicht unreflektiert als Fakten angenommen werden, sondern es brauche immer auch den kritischen Blick auf ihre Aufbereitung.