Gastarbeiterinnen bei ihrer Abreise in Istanbul

25.10.2011

Selahattin Akyüz

Selahattin Akyüz bewirbt sich 1970 erfolgreich um eine Gastarbeitererlaubnis und findet schnell eine Anstellung. Nach der Rückkehr 1972 in die Türkei stellt er fest, dass er als Gastarbeiter nun den Status eines Abtrünnigen innehat.

Selahattin AkyüzSelahattin Akyüz

Als ausgebildeter Bauarbeiter kommt Selahattin 1970 nach Deutschland. Wie sein Vater vor ihm wird auch er als Gastarbeiter nach Berlin angeworben. Nach kurzer Zeit wird das Heimweh so stark, dass er in die Türkei zurückkehrt. Doch ein Neuanfang gelingt ihm dort nicht. 1972 zieht er mit seiner Familie nach Kreuzberg.
    "Dass ich bete, wussten die Kollegen natürlich. Kommentiert hat das nie jemand. Vielleicht lag es daran, dass ich Vorarbeiter war und die einen gewissen Respekt hatten. Oder daran, dass ich auch meinen Mund gehalten habe, wenn die anderen nach jeder Mauer, die wir fertig hatten, eine Kiste Bier geleert haben. Wir haben uns in Ruhe gelassen."
Lesen Sie weiter Auf Zeit. Für immer.
Quelle:
Jeannette Goddar/Dorte Huneke (Hrsg.): Auf Zeit. Für immer. Zuwanderer aus der Türkei erinnern sich
Ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und des KulturForums TürkeiDeutschland e. V.
Schriftenreihe Band 1183, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2011.


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