Marshallplan
US-Außenminister George Marshall.

Grundzüge des Marshallplans

Der Marshallplan barg viele Motive: Guter Wille, Förderung eines starken, einigen Europas gegen den Ostblock, aber auch der amerikanischen Wirtschaft. Ein verelendetes Europa taugte kaum als Handelspartner. Weiter...

Der bundesdeutsche Kanzler Konrad Adenauer und der Hohe Kommissar der USA für Deutschland John J. McCloy schütteln die Hände, nachdem sie in Bonn am 15. Dezember 1949 das ECA-Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland unterzeichnet haben.

Der Marshallplan in der Praxis

Ein Hauptproblem der europäischen Volkswirtschaften nach dem Zweiten Weltkrieg war, dass sie zwar Waren aus den USA benötigten, aber keine entsprechenden Dollarreserven besaßen. Da die USA auf der anderen Seite starkes Interesse an einer Exportsteigerung nach Europa besaß, musste die Lösung dieses Problems auch im wirtschaftlichen Interesse der USA liegen. Weiter...

Aufbauarbeiten in Berlin werden mit Geldern des Marshallplans unterstützt.

Der Marshallplan in Europa

Zur Unterstützung des Marshallplans wurde die Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit eingerichtet (OEEC). Die Vorgängerin der OECD ermittellte noch 1947: Europa benötige eine Wirtschaftshilfe von mindestens 21 Milliarden US-Dollar. Weiter...

Ein Zug mit Reparationsgütern verlässt einen Berliner Bahnhof im Jahr 1946.

Wirtschaftliche Impulse des Marshallplans in Deutschland

Auch wenn die genauen Folgen des Marshallplans bis heute umstritten sind: Ohne ihn hätte der Aufschwung wohl länger auf sich warten lassen. Seine ganz wesentliche Bedeutung lag allerdings im Aufbau des europäischen Marktes. Weiter...

Die Außenminister von sechs beteiligten Nationen unterschrieben das berühmte Schumanplan-Abkommen in Paris am 18. April 1951. Das Abkommen markiert einen wichtigen Schritt für die westeuropäische Zusammenarbeit für ökonomische Aspekte und militärische Konsolidierung. Es soll die Errichtung einer gemeinsamen Koordinations- und Kontrollbehörde für die Stahl - und Kohleproduktion für die nächsten 50 Jahre der beteiligten Länder, Frankreich, Westdeutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Italien zusammenfassen. Ebenso wichtig war die vorgebrachte Resolution für eine politische europäische Einheit, die auf das Gerüst des Schumanplans aufbaut. Die anderen europäischen Länder wurden aufgerufen sich ebenfalls anzuschließen. Der Schumanplan, vorgeschlagen von Robert Schuman, basiert auf  den Planungen von Jean Monnet, dem französischen Oberkommissar für Wirtschaftsplanung. Um den Tisch versammelt haben sich nach dem Unterzeichnen des Schumanplans von links nach rechts: Paul van Zeeland (Belgien), Joseph Bech (Luxemburg), Joseph Meurice (Belgien) Graf Carlo Sforza (Italien), Robert Schuman (Frankreich), Konrad Adenauer (Westdeutschland), Dirk Stikker und Jan van den Brink (Niederlande).

Politische Impulse des Marshallplans

Wer in den Kreis der Empfängerländer aufgenommen werden wollte, hatte politische Forderungen der USA zu erfüllen: Ohne gegenseitige Hilfe der europäischen Staaten untereinander waren die Amerikaner nicht bereit, den Europäern ihrerseits unter die Arme zu greifen. Weiter...

Undatiertes Schwarz-Weiß-Bild des früheren Wirtschaftsministers und Bundeskanzlers Ludwig Ehrhard, der weltweit als 'Mr. D-Mark' bekannt war. Er galt als 'Vater des Wirtschaftswunders'.

Psychologische Wirksamkeit: Basis des Mythos vom Marshallplan

Gerade in der Bundesrepublik war und ist der Mythos vom Marshallplan sehr wirkungsmächtig. Verbunden ist dieser Effekt insbesondere mit der Wiederanerkennung als zivilisiertes Volk. Weiter...

US-Außenminister George Marshall.

Kulturelles Begleitprogramm

Alle kulturellen Maßnahmen und Veranstaltungen, die den Marshallplan begleiteten, standen unter der gemeinsamen Prämisse, dass der "American Way of Life" vermittelt werden sollte. Dabei herrschte nicht selten eine eher ängstliche Stimmung der Verantwortlichen vor, die am liebsten ein ausschließlich positives Bild der Vereinigten Staaten transportieren wollten. Weiter...

Plakat des Europäischen Aufbau-Programms (ERP).

Vermittlung des Marshallplans

Die Bewilligung des Marshallplans wurde in den USA mit massiver Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet. Auch in Europa war sie fester Bestandteil des Programms: Knapp 100 Millionen Dollar wurde allein in Deutschland von 1950 bis 1953 für "sachliche Information" über das ERP ausgegeben. Weiter...

Am 9. Mai 1955 unterzeichnet Kanzler Konrad Adenauer den Beitrittsvertrag der BRD zur NATO.

Grundzüge des Marshallplans

Militarisierung des Marshallplans ab 1950

Die Zuspitzung des "Kalten Krieges" begann sich nach der Absage Molotows bei den Gesprächen in Paris im Sommer 1947 immer deutlicher abzuzeichnen. Die von den Sowjets unterstützte kommunistische Machtübernahme in der Tschechoslowakei im Februar 1948 gab dann jenen Kreisen in den USA recht, die den vorherigen Beteuerungen Stalins misstraut hatten. Weiter...