Der Berliner Reichstag

19.2. DDR: Sozialistische Planwirtschaft im Umbruch

25. Juni 1963

Der Ministerrat führt das Neue Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft (NÖS) ein. Die Staatliche Plankommission entwirft den langfristigen Perspektivplan, der am 5. 7. 1961 beschlossene Volkswirtschaftsrat die Jahrespläne, die er mit den Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) als Konzernspitzen der Volkseigenen Betriebe (VEB) abstimmt. Durch diese Dezentralisierung soll das ökonomische System flexibler und leistungsfähiger gemacht werden, Qualität soll an die Stelle von quantitativen Kennziffern (Tonnenideologie) treten. Die VVBerhalten mehr Selbstverwaltung und -verantwortung, die einzelnen VEBgrößeren Entscheidungsspielraum, z. B. bei der Materialbeschaffung, Kreditaufnahme, Rechnungsführung, Preisgestaltung und Absatzförderung. Leistungsanreize sollen die »materielle Interessiertheit« fördern, vor allem durch Betriebsgewinne und Prämien. Selbstkosten, Preise, Gewinne, Kredite, Löhne und Prämien bilden das »System der ökonomischen Hebel«. Hauptziel des NÖS in den Jahren 1963- 1967 ist die »Selbstregulierung« der Wirtschaft auf der Grundlage des Plans. - Denkanstöße waren von der sowjetischen Liberman-Diskussion zur Verbesserung der planwirtschaftlichen Effizienz ausgegangen.

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