Der Berliner Reichstag

29.2. DDR: Innenpolitische Destabilisierung trotz scheinbarer

19. November 1988

Mit der Monatszeitschrift »Sputnik«, die Stalin als Gehilfen Hitlers bezeichnet hatte, wird in der DDR erstmals ein sowjetisches Druckerzeugnis verboten. Begründung: Die Zeitschrift festige nicht die deutsch-sowjetische Freundschaft und bringe »verzerrende Beiträge zur Geschichte«. Die SED signalisiert damit, dass sie Gorbatschows Reformideen »Glasnost« und »Perestroika« ablehnt. Wegen ihres Protestes gegen die wiederholte Zensur evangelischer Kirchenzeitungen waren am 10. 10. 1988 Demonstranten in Ost-Berlin vorläufig festgenommen und westliche Journalisten behelligt worden. Das erstarrte SED-Regime reagiert auf die innere Opposition (vor allem in den evangelischen Gemeinden) verstärkt mit Repressalien, z. B. Zensur, Verboten, Festnahmen, Ermittlungsverfahren, Haftstrafen und rücksichtslosem Einsatz des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi).

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